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Urbanisation in Holstein

Title: Urbanisation in Holstein

Seminar Paper , 2004 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Stefan Hansen (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Die deutsche Stadt ist ein Emporkömmling des Mittelalters.
Obwohl es zur Römerzeit ein blühendes Städtewesen mit italienischem Stadtrecht auf dem Boden des späteren Deutschen Reiches gegeben hat, blieben nur relativ wenige civitas von den Zerstörungen in der so genannten Völkerwanderungszeit verschont.
Daher gibt es hier auch nur eine begrenzte siedlungsgeschichtliche Kontinuität.
Die einfallenden germanischen Volksstämme haben nicht in geschlossenen Siedlungen gewohnt, sondern in Höfen, die durch reichlich Zwischenraum voneinander geschieden waren. Dahingegen waren seit je her befestigte Plätze in Gebrauch, die bei Krieg Zuflucht boten, jedoch selten dauerhaft bewohnt wurden. Ein solcher Platz, den die Römer mit oppidum übersetzten, nannten die Germanen Burg.
Jedoch hat wohl keine germanische Burg „aus sich heraus den Weg zur mittelalterlichen Stadt gefunden“.
Dagegen gibt es schon seit prähistorischer bis zur Karolingerzeit zumindest eine topografische Kontinuität einiger Grossorte, die vermutlich eine ununterbrochene Entwicklung zur mittelalterlichen Stadt vollzogen haben.
Auch wurden beispielsweise Elemente der römischen Stadt als Kulturerscheinung und Rechtsgebilde in der Merowingerzeit adaptiert.
In der vorliegenden Arbeit soll nun vornehmlich die Siedlungsentwicklung in Holstein betrachtet werden, die sich trotz der Zugehörigkeit des sächsischen Gaues Holstein zum fränkischen und später Deutschen Reich seit dem Jahre 810 durchaus sehr deutlich von der Entwicklung in West- und Mitteleuropa unterschied.
Die nordelbischen Sachsengaue, das abodritische Wagrien und auch das nördlich der Eider gelegene Gebiet der drei südlichsten Syssel des dänischen Reiches waren in wirtschaftlicher, verfassungsrechtlicher und sozialer Struktur um Jahrhunderte zurückgeblieben.
In Altholstein geht man von einer germanischen Kontinuität aus, da unter der germanischen Siedlungsdecke keine ältere, ethnisch andere historische Schicht, etwa der Kelten, aufzuspüren ist und da auch die slawische Einwanderung nicht in dessen Mitte gelangte. Umformende Überschichtungen des römischen Reiches drangen nicht bis hierhin vor, so dass Altholstein als Aufbewahrungsort älterer Zustände auch noch im Hochmittelalter gelten kann. In diesem Werk werden zunächst der Begriff der Stadt erklärt sowie die Bedingungen in Holstein im Frühmittelalter erläutert und anschließend wird der Urbanisierungsprozess im 12. und 13. Jahrhundert eingehend dargestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was bedeutet Urbanisation, was ist eine Stadt?

2.1. Frühformen in Deutschland

3. Holstein im Frühmittelalter

3.1. frühe Handelsemporien

4. Die Stadtgründungswelle im 13. Jahrhundert

5. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifische Siedlungsentwicklung und den Prozess der Urbanisierung in der Region Holstein während des Mittelalters, wobei der Fokus insbesondere auf der Stadtgründungswelle des 13. Jahrhunderts unter Einbeziehung der regionalen Besonderheiten und politischen Rahmenbedingungen liegt.

  • Historische Herleitung des mittelalterlichen Stadtbegriffs.
  • Strukturelle Analyse der früh- und hochmittelalterlichen Siedlungsformen in Holstein.
  • Bedeutung von Handelsemporien und deren Transformation zu städtischen Zentren.
  • Die Rolle der schauenburgischen Landesherrschaft bei der gezielten Stadtgründungspolitik.

Auszug aus dem Buch

Die Stadtgründungswelle im 13. Jahrhundert

Seit dem 11. Jahrhundert bis ins 13. Jahrhundert fand die entscheidende Wende in der Verfassungsstruktur und der ständischen und sozialen inneren Ordnung stadtähnlicher Orte in Holstein statt. Es kam zu einer Angleichung an die west- und mitteleuropäischen Städtestrukturen sowie zu einem Städteausbau und Bevölkerungsanstieg. Dies ist die eigentliche Zeit des Urbanisierungsprozesses in den nördlichen Räumen Europas.

Die nördlichen „Stadtprofile“ wurden an die west- und mitteleuropäischen angeglichen. Dabei stellte die „Neugründung“ Lübecks 1159 durch Adolf II. von Schauenburg und dann Heinrich den Löwen die „Initiationszündung“ für den Urbanisationsprozess im Ostseeraum dar. Auch für den nordeuropäischen Handel gewann das Land seit dieser Zeit eine immer stärker anwachsende Bedeutung, da für Fernkaufleute nun die Möglichkeit bestand, von einem günstig gelegenen Ausgangspunkt aus, zur Zeit Heinrichs unter dem Schutz eines der mächtigsten deutschen Fürsten stehend, im Ostseeraum Handel treiben zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die siedlungsgeschichtliche Kontinuität von der Römerzeit bis zum Mittelalter und definiert den Rahmen der Untersuchung für das spezifische Gebiet Holstein.

2. Was bedeutet Urbanisation, was ist eine Stadt?: Dieses Kapitel analysiert philosophische und historische Definitionen der mittelalterlichen Stadt sowie deren grundlegende Kennzeichen wie Bürgergemeinde und Marktrecht.

2.1. Frühformen in Deutschland: Es wird der Übergang von antiken Siedlungsformen zu mittelalterlichen Händlersiedlungen und die Rolle der befestigten Orte in der sächsisch-salischen Zeit erläutert.

3. Holstein im Frühmittelalter: Die Untersuchung befasst sich mit der slawischen Besiedlung Ostholsteins und der kulturellen sowie rechtlichen Abgrenzung durch den Limes Saxoniae.

3.1. frühe Handelsemporien: Das Kapitel beschreibt die Bedeutung von Handelsplätzen und kleineren Købinge vor der eigentlichen Stadtwerdung.

4. Die Stadtgründungswelle im 13. Jahrhundert: Hier werden die Ursachen, Akteure und die chronologische Abfolge der gezielten Stadtgründungen unter der Schauenburger Grafschaft analysiert.

5. Zusammenfassung: Das Fazit stellt die planmäßige Konzeption der holsteinischen Stadtgründungen als Instrument der Territorialpolitik heraus und bewertet deren wirtschaftliche Motive.

Schlüsselwörter

Holstein, Urbanisierung, Mittelalter, Stadtgründung, Schauenburger, Ostseeraum, Handelsemporien, Siedlungsentwicklung, Verfassungsstruktur, Landesherrschaft, 13. Jahrhundert, Marktort, Bürgergemeinde, Territorium, Infrastruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung des Städtewesens im mittelalterlichen Holstein und analysiert, wie sich aus frühen Siedlungsformen durch gezielte Stadtgründungen im 13. Jahrhundert eine städtische Struktur entwickelte.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Begriffsdefinition der mittelalterlichen Stadt, die früh- und hochmittelalterliche Besiedlung Holsteins, die Rolle von Handelsemporien sowie die politische Steuerung durch die Grafen von Schauenburg.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es, den Urbanisierungsprozess in Holstein zu erläutern und aufzuzeigen, wie sich dieser trotz der Zugehörigkeit zum Deutschen Reich aufgrund spezifischer lokaler und wirtschaftlicher Bedingungen vom restlichen Europa unterschied.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung zeitgenössischer Fachliteratur und verfassungsgeschichtlicher Quellen basiert, um die Siedlungsentwicklung systematisch nachzuzeichnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Grundlegung des Stadtbegriffs, die Analyse der holsteinischen Verhältnisse im Frühmittelalter und die detaillierte Darstellung der Stadtgründungswelle des 13. Jahrhunderts.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die zentralen Schlagworte sind Holstein, Urbanisierung, Mittelalter, Stadtgründung, Schauenburger, Handelsemporien und Siedlungsentwicklung.

Warum nahmen die Grafen von Schauenburg eine so zentrale Rolle bei den Stadtgründungen ein?

Die Grafen nutzten die Stadtgründungen als Instrumente ihrer Territorialpolitik, um ihr Land abzusichern, Einnahmen durch Steuern und Zölle zu generieren und ihren eigenen Machtstatus als Prestigeobjekt zu festigen.

Was unterscheidet den Typus der Städte Wilster und Krempe von anderen Gründungen?

Im Gegensatz zu den meisten anderen holsteinischen Städten, die auf einem bewussten, planmäßigen Gründungsakt basierten, entwickelten sich Wilster und Krempe durch ein eher organisches Wachstum in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts.

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Details

Title
Urbanisation in Holstein
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Historisches Seminar)
Course
Proseminar Schleswig Holstein im Mittelalter
Grade
1,7
Author
Stefan Hansen (Author)
Publication Year
2004
Pages
17
Catalog Number
V26794
ISBN (eBook)
9783638290296
ISBN (Book)
9783638760348
Language
German
Tags
Urbanisation Holstein Proseminar Schleswig Holstein Mittelalter Stadtgründungwelle
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Hansen (Author), 2004, Urbanisation in Holstein, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26794
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