Die vorliegende Arbeit möchte der Frage nachgehen, warum Männer mehr verdienen als Frauen. Dazu soll zunächst ein Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu der Thematik gegeben werden, um anschließend die gesetzlichen und tariflichen Bestimmungen zur Verhinderung von Lohndiskriminierung aufzuzeigen. Außerdem soll mit dem sogenannten Gender Pay Gap (GPG) der Index zur Feststellung von Verdienstunterschieden zwischen Männern und Frauen vorgestellt werden, um schließlich die vielfältigen und objektiv erklärbaren Ursachen für das Zustandekommen von Lohunterschieden zwischen Männern und Frauen zu erörtern. Die Arbeit schließt mit einem ausblickenden Fazit ab.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Thematische Einführung
1.2 Forschungs- und Wissensstand
2 Gesetzliche und tarifliche Bestimmungen
3 Der Gender Pay Gap
4 Ursachen für Lohnunterschiede
4.1 Qualifikationsstand
4.2 Berufswahl
4.3 Unternehmensgröße
4.4 Erwerbsbeteiligung
4.4.1 Traditionelle Rollenbilder
4.4.2 Fehlanreize im Steuer- und Sozialversicherungsrecht
4.5 Lohndiskriminierung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Ursachen der Entgeltungleichheit zwischen Männern und Frauen in Deutschland, um zu erklären, warum trotz rechtlicher Gleichstellung weiterhin Lohnunterschiede bestehen. Ziel ist es, die vielschichtigen Faktoren wie Qualifikationsunterschiede, Berufswahlverhalten und strukturelle Arbeitsmarktbedingungen objektiv aufzuzeigen und einzuordnen.
- Analyse der gesetzlichen und tariflichen Rahmenbedingungen zur Lohngleichheit.
- Untersuchung des "Gender Pay Gap" als zentraler statistischer Indikator.
- Erforschung von Einflussfaktoren wie Qualifikation, Unternehmensgröße und Erwerbsbeteiligung.
- Diskussion gesellschaftlicher Rollenbilder und steuerrechtlicher Fehlanreize.
- Kritische Betrachtung des Phänomens Lohndiskriminierung im ökonomischen Kontext.
Auszug aus dem Buch
4.1 Qualifikationsstand
Eine erste wichtige Bestimmungsgröße des bereinigten GPG stellt der Qualifikationsstand dar. Im Durchschnitt existiert bei Frauen eine niedrigere Qualifikation als bei Männern. Laut der ORGANISATION FOR ECONOMIC CO-OPERATION AND DEVELOPMENT (OECD) weisen Frauen in der Zielgruppe der Personen im erwerbsfähigen Alter eine Quote von ca. 60% auf. Im Bereich der Erwerbsfähigen mit Universitätsabschluss liegt die Frauenquote bei 42%, wohingegen die Männer mit 58% ein deutliches Übergewicht haben (vgl. BDA 2009: 5). Die OECD bestätigt in diesem Zusammenhang, dass das Durchschnittseinkommen vom Qualifikationsstand einer Person abhängig ist (vgl. BMBF 2010: 2). Aus diesem Zusammenhang ergibt sich ein qualifikationsbedingtes Lohngefälle zu Lasten der Frauen.
Dabei ist der Qualifikationsrückstand insbesondere bei der älteren Frauengeneration spürbar, welche oft durch ein traditionelles Rollenmuster geprägt ist. Dagegen hat sich der Qualifikationsrückstand der jüngeren Frauengeneration in den letzten Jahren kontinuierlich verringert. Im Bereich der Universitätsabschlüsse konnte seit den 1980er Jahren eine Verdopplung der Studienabschlüsse von Frauen verzeichnet werden (vgl. BDA 2009: 5). Im Bereich der Schulabschlüsse erreichen junge Frauen mittlerweile höhere und bessere Abschlüsse als junge Männer. Nach Angabe des STATISTISCHEN BUNDESAMTES schafft bei den jungen Männern jeder fünfte das Abitur, wohingegen bei den jungen Frauen jede dritte diesen Abschluss erreicht. Aufgrund dessen, dass sich das Bildungsniveau von Männern und Frauen im Wandel befindet, ist in den nächsten Jahren davon auszugehen, dass sich das qualifikationsbezogene Lohngefälle in den nächsten Jahren kontinuierlich verringern wird (vgl. KONSORTIUM BILDUNGSBERICHTERSTATTUNG, 2006: 29).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Gender Pay Gaps in Deutschland ein und skizziert das Ziel der Arbeit, die Ursachen für die Lohnlücke zu beleuchten.
2 Gesetzliche und tarifliche Bestimmungen: Dieses Kapitel erörtert den rechtlichen Rahmen, der Lohndiskriminierung juristisch verbietet, und hinterfragt, warum trotz dieser Verbote Gehaltsunterschiede fortbestehen.
3 Der Gender Pay Gap: Hier wird der Gender Pay Gap als wichtigstes statistisches Instrument zur Messung von Lohnunterschieden zwischen Männern und Frauen definiert und in seine unbereinigte und bereinigte Form unterteilt.
4 Ursachen für Lohnunterschiede: Dieses Kapitel bildet das Kernstück der Arbeit und analysiert detailliert die verschiedenen Faktoren, die zur Lohnungleichheit führen, darunter Qualifikation, Berufswahl, Unternehmensgröße, Erwerbsbeteiligung und Lohndiskriminierung.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer gesamtstrategischen Vorgehensweise, um die Lohnlücke nachhaltig zu verringern.
Schlüsselwörter
Entgeltungleichheit, Gender Pay Gap, Lohnunterschiede, Lohndiskriminierung, Berufswahl, Qualifikationsstand, Erwerbsbeteiligung, Rollenbilder, Steuerrecht, Sozialversicherungsrecht, Karrierechancen, Deutschland, Gleichstellung, Arbeitsmarkt, Wirtschaftsstruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der Entgeltungleichheit zwischen Männern und Frauen in Deutschland und analysiert die Ursachen für das Phänomen, dass Männer statistisch gesehen höhere Löhne erzielen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die gesetzlichen Rahmenbedingungen gegen Diskriminierung, die statistische Erfassung durch den Gender Pay Gap sowie sozioökonomische Faktoren wie Bildungsstand, Berufswahl, Unternehmensgröße und die Auswirkungen von traditionellen Rollenbildern.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, ein umfassendes und objektives Bild der Situation zu zeichnen, indem die verschiedenen Ursachen für Lohnunterschiede systematisch identifiziert und wissenschaftlich fundiert erklärt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die offizielle Statistiken (z.B. Statistisches Bundesamt) und Publikationen von Institutionen wie dem BMFSFJ und der BDA nutzt, um Hypothesen zu den Ursachen des Gender Pay Gaps zu überprüfen.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Faktoren, die laut bereinigtem Gender Pay Gap als Ursachen für Lohnunterschiede gelten: Qualifikationsunterschiede, die geschlechterspezifische Berufswahl, die Beschäftigung in kleineren Unternehmen sowie die geringere Erwerbsbeteiligung von Frauen durch Familienarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Entgeltungleichheit, Gender Pay Gap, Erwerbsbeteiligung, Lohndiskriminierung, Rollenbilder und gesetzliche Bestimmungen zur Entgeltgleichheit.
Wie wirkt sich die Unternehmensgröße auf den Lohn von Frauen aus?
Die Arbeit zeigt, dass Frauen häufiger in kleineren Unternehmen arbeiten, in denen das Lohnniveau im Vergleich zu Großunternehmen niedriger ist, und der Frauenanteil in Führungspositionen mit steigender Betriebsgröße abnimmt.
Welche Rolle spielen Steuer- und Sozialversicherungsrecht für die Lohnlücke?
Das Steuersystem, insbesondere die Lohnsteuerkartenkombination III/V, und die beitragsfreie Mitversicherung in der Kranken- und Pflegeversicherung schaffen Fehlanreize, die Frauen dazu bewegen können, ihre Erwerbstätigkeit zu reduzieren oder nur geringfügig zu arbeiten.
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- Master of Science Peter Lanig (Autor), Jonathan Grinks (Autor), 2012, Frauen und Einkommen. Warum verdienen Männer mehr als Frauen?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267966