Die vorliegende Hausarbeit konzentriert sich auf die Inquisition der iberischen Halbinsel zur Zeit der Katholischen Könige Isabella und Ferdinand und deren künstlerische Darstellung. Dabei soll ein besonderes Augenmerk auf den Orden des Dominikus gelegt werden und es stellt sich hierbei die Frage, ob eine besondere Ikonographie bezüglich der Inquisition existiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Die Jungfrau der Katholischen Könige
2.1 Zur Geschichte
2.2 Tomás Torquemada
2.3 Der Heilige Dominikus
2.4 Thomas von Aquin
2.5 Heiliger Petrus Martyr
2.6 Fazit
3. Pedro Berruguetes Auto de Fe
4. Santa Maria Novella in Florenz
5. Nachwort
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Hausarbeit untersucht die Darstellung des Dominikanerordens im Kontext der Inquisition sowie deren Einfluss auf die Kunstproduktion auf der iberischen Halbinsel unter den Katholischen Königen. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, inwiefern die Inquisition als Institution Eingang in die bildende Kunst fand und wie der Dominikanerorden in dieser Ikonographie legitimiert wurde.
- Die historische Rolle der Dominikaner bei der Inquisition.
- Die politische Instrumentalisierung religiöser Kunst.
- Analyse ikonographischer Details ausgewählter Werke.
- Die Korrelation zwischen kirchlicher Zensur und künstlerischer Selbstdarstellung.
- Vergleichende Untersuchung der Ordensdarstellungen (Dominikaner vs. Franziskaner).
Auszug aus dem Buch
2.2 Tomás de Torquemada
Der erste, 1483 ernannte Großinquisitor von Aragonien und Kastilien war Tomás de Torquemada, der zuvor Vorsteher des Dominikanerklosters von Santa Cruz in Segovia war, zudem Beichtvater der Königin Isabella I.. Schon früh habe Torquemada ein Gelübde von Isabella, und später auch von Ferdinand, verlangt, nämlich alle Bewohner des Landes von ihrem Irr- und Unglauben abzuwenden und zum Katholizismus zu bekehren. Nicht mehr drei Religionen, sondern "ein Glaube, eine Sprache, ein König sollten [...] herrschen." Das einzige Mittel dazu sei die "heilige Inquisition" Torquemada trug immer die bekannte Kutte der Dominikaner und führte einen streng asketischen Lebensstil.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Einleitung in die Themenstellung des Proseminars zur Kunst der Dominikaner und Franziskaner im Kontext der Inquisition.
2. Die Jungfrau der Katholischen Könige: Analyse eines Ölgemäldes, das die Herrscher im Beisein bedeutender Dominikanerheiliger zeigt und die staatliche Macht legitimiert.
2.1 Zur Geschichte: Historischer Rückblick auf die Entwicklung des Antisemitismus und die Gründung der Inquisition unter Ferdinand und Isabella.
2.2 Tomás Torquemada: Porträt des ersten Großinquisitors und dessen maßgeblicher Einfluss auf die Ausrichtung der spanischen Inquisition.
2.3 Der Heilige Dominikus: Betrachtung der biographischen Legenden und der ikonographischen Attribute des Ordensgründers.
2.4 Thomas von Aquin: Untersuchung der Darstellung des Gelehrten als Licht der Welt und als zentrales Lehrfundament des Ordens.
2.5 Heiliger Petrus Martyr: Analyse der Märtyrerfigur und deren Funktion als Mahnung gegen Häretiker.
2.6 Fazit: Zusammenführende Betrachtung der künstlerischen Legitimierung inquisitorischer Praktiken.
3. Pedro Berruguetes Auto de Fe: Interpretation eines spezifischen Werkes, das die Hierarchie und Strenge der Inquisition im Kloster Santo Tomás verdeutlicht.
4. Santa Maria Novella in Florenz: Untersuchung des Freskenzyklus zur Darstellung der Lehrinhalte und der Rolle des Dominikanerordens.
5. Nachwort: Reflexion über die Ergebnisse und Ausblick auf weiterführende kunsthistorische Fragestellungen.
Schlüsselwörter
Inquisition, Dominikanerorden, Katholische Könige, Kunstgeschichte, Ikonographie, Tomás de Torquemada, Heiliger Dominikus, Thomas von Aquin, Pedro Berruguete, Santa Maria Novella, Glaubensprozesse, Legitimation, Christliche Kunst, Häresie, Soziale Disziplinierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der künstlerischen Aufarbeitung und Darstellung der Inquisition auf der iberischen Halbinsel und der Rolle des Dominikanerordens dabei.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Bildtheologie, der politischen Instrumentalisierung von Kunst durch das Herrscherhaus und der ordensinternen Propaganda.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage prüft, wie die Inquisition in die Kunst integriert wurde und ob eine bewusste Legitimierung des Dominikanerordens in diesen Werken feststellbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die kunsthistorische Werkanalyse in Verbindung mit historischer Kontextualisierung und literarischer Quellenrecherche.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert konkrete Bildbeispiele wie die „Jungfrau der Katholischen Könige“, das „Auto de Fe“ von Berruguete und die Fresken in der Spanischen Kapelle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Inquisition, Dominikanerorden, Ikonographie, Legitimation, Katholische Könige und Heiligenverehrung.
Warum spielt die Person des Tomás Torquemada eine so große Rolle in der Untersuchung?
Torquemada war als erster Großinquisitor der Architekt der Institution und prägte deren Erscheinungsbild sowie die ideologische Durchdringung der zeitgenössischen Kunst maßgeblich.
Welche Bedeutung haben die Symbole im Werk „Die Jungfrau der Katholischen Könige“?
Die abgebildeten Heiligen, insbesondere Dominikus und Petrus Martyr, fungieren als autoritative Zeugen, die das Handeln des Königspaares in den göttlichen Heilsplan einordnen.
Wie unterscheidet sich die Darstellung der Dominikaner von den Franziskanern?
Während die Dominikaner als intellektuelle Wächter der reinen Lehre und Inquisitoren dargestellt werden, liegt der Fokus bei Franziskus stärker auf dem Ideal der apostolischen Armut.
- Arbeit zitieren
- Diana Migura (Autor:in), 2012, Die Darstellung des Dominikanerordens in der Inquisition, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268006