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Hans Jakob Christoph von Grimmelshausens "Der abentheuerliche Simplicissimus Teutsch". Ein Bestseller?

Titel: Hans Jakob Christoph von Grimmelshausens "Der abentheuerliche Simplicissimus Teutsch". Ein Bestseller?

Seminararbeit , 2011 , 29 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Lena Augustin (Autor:in)

Buchwissenschaft
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der schelmische Protagonist erlebt in dieser Schrift zahlreiche wilde Abenteuer. Doch auch das Buch selbst kann auf eine stolze Geschichte zurück blicken. Noch zu Lebzeiten des Autors musste es Umarbeitungen, unautorisierte Hinzufügungen und Raubdrucke über sich ergehen lassen. Dann sah es seinen Autor und seinen Verleger streiten und schließlich voneinander scheiden. Doch die posthume Rezeptions- und Editionsgeschichte war mindestens genauso vielfältig und spannend.
Peter Heßelmann bezeichnete den Simplicissimus als „Bestseller“. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass er sich über diesen Terminus viele Gedanken gemacht hat. Den Begriff des Bestsellers hört man heutzutage sehr häufig und jeder versteht, was damit gemeint ist. Trotzdem sollte man ihn nicht leichtfertig verwenden. Ziel dieser Arbeit ist es, das Versäumnis Heßelmanns aufzuholen und sich kritisch mit der Bezeichnung „Bestseller“ für den Simplicissimus auseinanderzusetzen. Zunächst werden die wichtigsten Informationen über den Autor Grimmelshausen und sein Hauptwerk, den „Abentheuerlichen Simplicissimus Teutsch“ zusammengetragen und der Stand der Editionsforschung aufgeführt. Auf dieser Grundlage soll nach einer kritischen Betrachtung des Terminus „Bestseller“ darüber entschieden werden, ob es sich beim Simplicissimus tatsächlich um einen solchen gehandelt hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Der Simplicissimus als Bestseller

2 Der Autor von „Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch“

2.1 Leben und Werk

2.2 Der Autor und seine Verleger

3 Das Werk „Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch“

3.1 Inhalt

3.2 Ausgaben

3.3 Auflage und Preis

3.4 Rezeption

4 Bestsellerfrage

4.1 Literarische Bedeutung des Werkes

4.2 Werkinterne und -externe Bestsellerfaktoren

4.2.1 Werkintern

4.2.2 Werkextern

4.3 Argumente für einen Bestseller

5 Zusammenfassung

6 Titel der zeitgenössischen Simplicissimusausgaben

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch, ob Hans Jakob Christoph von Grimmelshausens Hauptwerk "Der abentheuerliche Simplicissimus Teutsch" unter Anwendung des modernen Begriffs als "Bestseller" der Frühen Neuzeit klassifiziert werden kann. Dabei wird analysiert, inwiefern Auflagenzahlen, zeitgenössische Rezeption und verlegerische Strategien einen Bestsellerstatus im 17. Jahrhundert begründen.

  • Biografischer Abriss zu Grimmelshausen und seiner Rolle im literarischen Feld
  • Analyse der Editions- und Publikationsgeschichte des "Simplicissimus"
  • Untersuchung von werkinternen und werkexternen Faktoren für den Verkaufserfolg
  • Kritische Reflexion über die Anwendbarkeit moderner Bestseller-Begriffe auf das 17. Jahrhundert

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Werkintern

1668 war die Mehrzahl der Bücher noch in lateinischer Sprache verfasst. Vor Beginn des Dreißigjährigen Krieges 1618 beliefen sich die lateinischen Werke noch auf rund 58% der Novitäten. Bereits 1692 jedoch wurden diese von den volkssprachlichen Büchern zum ersten Mal überholt. Danach ist ein rasanter Anstieg deutschsprachiger Literatur zu verzeichnen. 1714 gab es bereits doppelt so viele volkssprachliche Novitäten wie lateinische und 1735 betrug das Verhältnis dann schon drei zu eins. Man kann daher sagen, dass der Simplicissimus voll im Trend der Zeit lag. Zwar hatten die volkssprachlichen Bücher die lateinischen noch nicht überholt, trotzdem erschien er zu einer Zeit zu der bereits mit einem Anstieg von volkssprachlichen Büchern zu rechnen ist. Es ist also nicht mehr mit einer Ablehnung deutschsprachiger Bücher für diese Zeit zu rechnen. Die Volkssprachlichkeit ist daher eindeutig ein Faktor, der zu dem großen Erfolg des Simplicissimus geführt haben kann.

Ein weiterer wichtiger Faktor war sicherlich die lustige und satirische Schreibweise des Romans.

Das simplicianische Literaturprogramm der menipeischen Satire dürfte in erheblichem Maße insbesondere zum Erfolg des „Simplicissimus Teutsch“ nicht nur bei den Zeitgenossen beigetragen und seinen weltliterarischen Rang mitbegründet haben.

Grimmelshausen vermeidet konsequent den theologischen belehrenden Stil. Dieser Aspekt führte sicherlich zu der großen Beliebtheit des Werkes. Es ist jedoch zu vermuten, dass die Leser den moralischen Kern deshalb oft nicht durchschauten. Das lässt sich daraus schließen, dass Grimmelshausen in den Fortsetzungen stets erklärende und erläuternde Passagen einfügte um sicher zu gehen, dass seine Leser das Werk nicht wieder nur oberflächlich verstanden. Der Simplicissimus blieb deshalb mit seiner lustigen unterhaltsamen Schreibweise unter den Werken des Autors einzigartig. Grimmelshausen wollte nicht noch einmal das Risiko eingehen, missverstanden zu werden. Durch diesen rezipientenfreundlichen Stil verlieh er dem Simplicissimus Bestsellercharakter.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Der Simplicissimus als Bestseller: Einführung in die Thematik, Darstellung der Editionsgeschichte und Erläuterung der Relevanz für die Untersuchung.

2 Der Autor von „Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch“: Kurzer biografischer Abriss von Grimmelshausen, unter besonderer Berücksichtigung seines ungebildeten Hintergrunds im Kontrast zu zeitgenössischen Gelehrten.

3 Das Werk „Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch“: Inhaltliche Zusammenfassung des Romans, detaillierte Aufarbeitung der sechs Ausgaben zu Lebzeiten des Autors sowie Diskussion von Preis und Auflage.

4 Bestsellerfrage: Zentrale Analyse, die den Bestsellerbegriff definiert, Erfolgsfaktoren (werkintern/werkextern) untersucht und Argumente für den Bestsellerstatus abwägt.

5 Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse, die den Bestsellerstatus trotz schwieriger Quellenlage bestätigt.

6 Titel der zeitgenössischen Simplicissimusausgaben: Dokumentation der Originaltitel der Ausgaben eins bis sechs gemäß den Verzeichnissen der Drucke des 17. Jahrhunderts.

Schlüsselwörter

Simplicissimus, Grimmelshausen, Bestseller, 17. Jahrhundert, Barock, Editionsgeschichte, Literaturwissenschaft, Rezeption, Volksbuch, Satire, Buchmarkt, Felßecker, Pikaroroman, Literaturkanon, Buchproduktion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob das Werk "Der abentheuerliche Simplicissimus Teutsch" von Hans Jakob Christoph von Grimmelshausen als Bestseller bezeichnet werden kann, unter kritischer Berücksichtigung der historischen Bedingungen des 17. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Biografie des Autors, die Publikations- und Editionsgeschichte des Werks, die zeitgenössische Rezeption sowie die Anwendung und Definition des Begriffs "Bestseller" auf ein Werk aus der Frühen Neuzeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, das Versäumnis der Literaturwissenschaft aufzuholen, den Bestseller-Terminus kritisch auf den "Simplicissimus" anzuwenden und anhand von Indizien zu belegen, ob das Werk zu seiner Zeit einen außergewöhnlichen Verkaufserfolg darstellte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und buchwissenschaftliche Untersuchung, die auf der Auswertung von Sekundärliteratur, Messkatalogen sowie der Analyse der Editionsgeschichte und zeitgenössischer Rezeptionszeugnisse basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt das Leben des Autors, das Werk selbst, die verschiedenen Ausgaben, die Fragen nach Auflagenhöhe und Preis sowie eine detaillierte Analyse werkinterner und -externer Faktoren, die den Erfolg des Werks beeinflusst haben könnten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Simplicissimus, Bestseller, 17. Jahrhundert, Barock, Editionsgeschichte und Rezeption charakterisiert.

Warum war es schwierig, den Bestsellerstatus zu bestimmen?

Es fehlen exakte historische Auflagenzahlen, Bestsellerlisten oder verlässliche Verkaufsdaten aus dem 17. Jahrhundert. Zudem ist der Bestseller-Begriff erst viel später entstanden.

Welche Rolle spielte der Verleger Felßecker?

Wolff Eberhard Felßecker war Grimmelshausens wichtigster Verleger. Er versuchte, den Erfolg des "Simplicissimus" durch Neuausgaben, prachtvolle Ausstattungen und teilweise durch unautorisierte Nachdrucke sowie die Nutzung des Bestseller-Etiketts für weitere Werke zu maximieren.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Hans Jakob Christoph von Grimmelshausens "Der abentheuerliche Simplicissimus Teutsch". Ein Bestseller?
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Buchwissenschaft)
Veranstaltung
Bestseller der Frühen Neuzeit
Note
1,3
Autor
Lena Augustin (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
29
Katalognummer
V268051
ISBN (eBook)
9783656586241
ISBN (Buch)
9783656586302
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beststeller Simplicissimus Grimmelshausen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lena Augustin (Autor:in), 2011, Hans Jakob Christoph von Grimmelshausens "Der abentheuerliche Simplicissimus Teutsch". Ein Bestseller?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268051
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  29  Seiten
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