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Business Rules - Geschäftsregeln. Konzepte, Modellierungsansätze, Softwaresysteme

Title: Business Rules - Geschäftsregeln. Konzepte, Modellierungsansätze, Softwaresysteme

Diploma Thesis , 2013 , 126 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Andreas Noak (Author)

Computer Science - Commercial Information Technology
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Der Begriff des Wirtschaftens wird in den Wirtschaftswissenschaften als planvolle Verfügung über knappe Mittel zur Bedürfnisbefriedigung definiert , impliziert also die Konformität des wirtschaftlichen Handelns mit bestimmten Regeln. Im unternehmerischen Kontext reicht das Spektrum dieser Regeln von gesetzlichen Vorgaben über branchenspezifische Sachzwänge bis hin zu unternehmenseigenen Arbeitsanweisungen, ist also sowohl der Herkunft als auch der zugrundeliegenden Motivation und dem Grad der Verbindlichkeit nach überaus breit angelegt. Die Bereitstellung geeigneter Informations- und Kommunikationstechnologie zur Unterstützung der Unternehmen bei der Einhaltung dieser Regeln kann dabei als zentrales Anliegen der Wirtschaftsinformatik aufgefasst werden.
Deren Fokus lag zu Beginn der digitalen Revolution in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren noch auf der Optimierung und Rationalisierung der internen Geschäftsausführung durch möglichst weitreichende Automatisierung der Geschäftsprozesse, während den Aspekten der Flexibilität und Portabilität von Informationssystemen zunächst nur wenig Beachtung zukam. Der seitdem stetig zunehmende Einfluss einiger externer Rahmenbedingungen hatte jedoch zur Folge, dass den Unternehmen in immer kürzeren Abständen immer größere Anpassungsleistungen abverlangt wurden, um am Markt bestehen zu können: Die aufgrund des rapiden technologischen Fortschritts gestiegene Produktkomplexität, die zunehmende Produktdifferenzierung bei gleichzeitig abnehmenden Produktlebenszyklen, als Folge einer zunehmenden Marktdominanz der Nachfrageseite und eines gewachsenen Einflusses des Kunden auf die Produktgestaltung, und nicht zuletzt die durch Marktsättigung und Globalisierung veränderte Wettbewerbssituation können hier als Treiber des Wandels exemplarisch genannt werden. Vor diesem Hintergrund wird die Flexibilität elektronischer Datenverarbeitung (EDV) in ihrer Bedeutung inzwischen als zu den eingangs genannten Automatisierungsbestrebungen mindestens gleichwertig , wenn nicht sogar als entscheidender Wettbewerbsvorteil im Einsatz des kritischen Erfolgsfaktors Informationstechnik (IT) eingeordnet .
Der Begriff „Business Rules“ (zu Deutsch: „Geschäftsregeln“) verweist innerhalb der Wirtschaftsinformatik auf einen Ansatz, der eine von den Regeln eines Betriebes ausgehende Modellierung und Implementierung der Informationssysteme postuliert. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Problemstellung, Ziele und Methoden

2 Grundlagen und Begriffsdefinitionen

2.1 Modellierung und Notation

2.2 Geschäftsprozess und Workflow

2.3 Web Services und Serviceorientierte Architekturen

2.4 IT-Compliance und IT-Governance

3 Literatur

3.1 Literatursuche

3.1.1 Suche in Online-Katalogen

3.1.2 Suche in ausgewählten Publikationen

3.2 Monografien

3.3 Beiträge in Fachzeitschriften und Tagungsbänden

3.3.1 Selektion

3.3.2 Auswertung

3.3.2.1 Erscheinungsjahr

3.3.2.2 Inhalte

3.3.2.3 Methoden

3.3.2.4 Forschungszweck

4 Business Rules-Konzepte

4.1 Die Bedeutung von Regeln und deren Automatisierung

4.2 Regelbasierte Ansätze in der Wirtschaftsinformatik

4.2.1 Ausgangslage

4.2.2 Expertensysteme

4.2.3 Datenbankorientierte Ansätze

4.2.4 Objektorientierte Modellierung

4.3 Der Business Rules-Ansatz

4.3.1 Der Begriff der Geschäftsregel

4.3.2 Die Entstehung und Bedeutung des Business Rules-Ansatzes

4.3.3 Anforderungen an Geschäftsregeln

4.3.3.1 Allgemeines

4.3.3.2 Anforderungen an einzelne Geschäftsregeln

4.3.3.3 Anforderungen an Geschäftsregelmengen

4.3.3.4 Anforderungen an den Umgang mit Geschäftsregeln

4.3.4 Die Identifikation von Geschäftsregeln

4.4 Geschäftsregeln in angrenzenden Forschungsgebieten

4.4.1 IT-Compliance

4.4.2 Semantic Web

4.5 Methodenspektrum der analysierten Artikel

5 Die Klassifikation von Geschäftsregeln

5.1 Motive und Anforderungen

5.2 Implementierungsnahe Klassifikationsschemata

5.2.1 Das periodische System der Geschäftsregeln nach ROSS

5.2.2 Das ECA-Klassifikationsschema nach HERBST/KNOLMAYER

5.2.3 Regelkategorien nach ODELL

5.3 Klassifikationsschemata nach dem Regelinhalt

5.3.1 Die Klassifikationen nach VON HALLE und der BRG

5.3.2 Klassifikationen nach dem Meta-Modell der SBVR

5.4 Methodenspektrum der analysierten Artikel

6 Die Modellierung von Geschäftsregeln

6.1 Klassifikationen von Modellierungsmethoden

6.2 Unabhängige Ansätze der Geschäftsregelmodellierung

6.2.1 Grafische Modellierungsmethoden

6.2.2 Sprachlich-semantische Modellierungsmethoden

6.2.2.1 Die ECAA-Notation

6.2.2.2 Regelschablonen nach VON HALLE

6.2.2.3 SBVR Structured English (SBVR-SE)

6.2.3 Tabellarische Modellierungsmethoden

6.3 Integrierte Ansätze der Geschäftsregelmodellierung

6.3.1 Geschäftsregeln in UML

6.3.1.1 Allgemeines

6.3.1.2 OCL

6.3.1.3 Stereotype und Tagged Values

6.3.2 Geschäftsregeln in Methoden der Geschäftsprozessmodellierung

6.4 Methodenspektrum der analysierten Artikel

7 Die Implementierung von Geschäftsregeln

7.1 Klassifikationen von Softwarekomponenten und -systemen

7.2 Rule Execution Technologie

7.2.1 Regelausführung auf der Präsentationsebene

7.2.2 Regelausführung auf der Applikationsebene

7.2.2.1 Die Funktionsweise von Rule Engines

7.2.2.2 Integrationsformen von Rule Engines

7.2.3 Regelausführung auf der Steuerungsebene

7.2.4 Regelausführung auf der Datenhaltungsebene

7.3 Rule Management Technologie

7.3.1 Begriffsdefinition und Systembestandteile

7.3.2 Aufgaben

7.4 Methodenspektrum der analysierten Artikel

8 Der Business Rules-Ansatz – ein neues Paradigma?

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist es, Konzepte, Modellierungs- und Implementierungsansätze für Geschäftsregeln in der Wirtschaftsinformatik systematisch zusammenzutragen, diese anhand inhaltlicher, methodischer und historischer Aspekte zu bewerten und so den derzeitigen Forschungsstand (State-of-the-Art) sowie zukünftige Forschungsschwerpunkte zu identifizieren.

  • Grundlagen des Geschäftsregelbegriffs und deren Abgrenzung
  • Methoden zur Identifikation, Klassifikation und Modellierung von Regeln
  • Implementierung in Softwarearchitekturen und Rule Management Systeme
  • Rolle des Business Rules-Ansatzes in angrenzenden Gebieten (IT-Compliance, Semantic Web)
  • Systematische Literaturanalyse von Fachzeitschriften und Monografien

Auszug aus dem Buch

4.3.1 Der Begriff der Geschäftsregel

Für den Geschäftsregel- oder Business Rules-Begriff existiert keine allgemein anerkannte, einheitliche Definition. Tabelle 5 enthält eine Übersicht über einige Definitionen, die von unterschiedlichen Autoren vorgeschlagen wurden.

Weitestgehend Einigkeit besteht somit dahingehend, dass Geschäftsregeln erstens Einschränkungen darstellen, die sich zweitens auf betriebliche Aspekte beziehen. Das Kriterium der Einschränkung wird zumeist sehr weit gefasst, bezieht sich also nicht nur auf betriebliches Handeln oder Unterlassen, sondern auch auf definitorische Einschränkungen von Begriffen und ihren Beziehungen zu einem bestimmten Wissensgebiet, sog. Ontologien. Da die nachfolgenden Aussagen diese Kriterien erfüllen, sind sie gleichermaßen als Geschäftsregeln anzusehen:

„Wenn der Kaufpreis bezahlt wurde, ist die Ware zu versenden.“

„Ein Praktikant darf keine Bestellungen entgegennehmen“

„Zu jeder Auftragsnummer muss genau eine Kundennummer existieren.“

Darüber hinaus lassen die vertretenen Begriffsverständnisse aber auch deutliche Unterschiede erkennen: Während ROSS (2008) und INMON/O’NEIL/FRYMAN den Geschäftsregelbegriff nur auf solche Einschränkungen beziehen, die im Einflussbereich des Unternehmens liegen, schließen die übrigen Autoren externe Restriktionen nicht ausdrücklich aus. Strittig ist somit, inwiefern insbesondere der unter dem Stichwort Compliance zusammengefasste Bereich gesetzlicher Regelungen und extern vorgegebener Standards, aber auch der der physikalischen Gesetze definitorisch mit einzubeziehen sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Problemstellung, Ziele und Methoden: Die Einleitung definiert das Wirtschaften als regelbasiertes Handeln und erläutert die Motivation, Geschäftsregeln als entkoppelte Erkenntnisobjekte zur Steigerung der IT-Agilität zu untersuchen.

2 Grundlagen und Begriffsdefinitionen: Dieses Kapitel führt zentrale Konzepte wie Modellierung, Geschäftsprozesse, Web Services und IT-Compliance ein, um ein Verständnis für die technologischen Rahmenbedingungen zu schaffen.

3 Literatur: Es werden die angewandten Methoden zur Literatursuche, Selektion und Auswertung der untersuchten Artikel und Monografien detailliert beschrieben.

4 Business Rules-Konzepte: Hier werden der Geschäftsregelbegriff, dessen Bedeutung, die Identifikation von Regeln und die historische Entwicklung des Ansatzes sowie dessen Bezug zu Expertensystemen behandelt.

5 Die Klassifikation von Geschäftsregeln: Das Kapitel analysiert verschiedene Klassifikationsschemata, unterteilt nach ihrer Nähe zur Implementierung (z.B. nach Ross oder Odell) und ihrem inhaltlichen Bezug (z.B. nach von Halle oder SBVR).

6 Die Modellierung von Geschäftsregeln: Es erfolgt eine Analyse von Modellierungsmethoden, reichend von unabhängigen grafischen und verbalen Ansätzen bis hin zu integrierten Methoden in UML.

7 Die Implementierung von Geschäftsregeln: Hier wird die technische Umsetzung durch Rule Execution und Rule Management Technologien auf verschiedenen Schichten der Softwarearchitektur beleuchtet.

8 Der Business Rules-Ansatz – ein neues Paradigma?: Das Fazit bewertet den aktuellen Forschungsstand und diskutiert, ob der Ansatz als eigenständiges Paradigma in der Wirtschaftsinformatik angesehen werden kann.

Schlüsselwörter

Business Rules, Geschäftsregeln, Modellierung, Implementierung, IT-Agilität, Rule Engine, BRMS, IT-Compliance, Semantic Web, Geschäftsprozessmanagement, Klassifikation, SBVR, UML, OCL, Datenintegrität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den „Business Rules-Ansatz“ in der Wirtschaftsinformatik, der darauf abzielt, betriebliche Regeln von der technischen IT-Infrastruktur zu entkoppeln, um die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit von Informationssystemen zu erhöhen.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die zentralen Themen umfassen die Definition und Bedeutung von Geschäftsregeln, deren Identifikation, Klassifikation nach verschiedenen Schemata, Methoden der grafischen und semantischen Modellierung sowie die technische Implementierung in Softwarearchitekturen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist eine systematische Aufarbeitung des wissenschaftlichen Forschungsstandes zum Business Rules-Ansatz, um Konzepte zu systematisieren und zukünftige Forschungsschwerpunkte aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer vergleichenden Literaturanalyse, einem sogenannten „Review“, bei dem Primärquellen (Artikel und Monografien) gesammelt, nach inhaltlichen und methodischen Kriterien systematisiert und bewertet wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert intensiv die Konzepte von Geschäftsregeln, die verschiedenen Klassifikationsansätze (z.B. nach Ross oder Odell), die Modellierung (z.B. mittels ECAA-Notation oder UML) sowie die technische Implementierung durch Rule Engines und Repositories.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Business Rules, Geschäftsregeln, IT-Agilität, Modellierung, Implementierung, Rule Engine und SBVR.

Inwiefern beeinflusst IT-Compliance den Business Rules-Ansatz?

IT-Compliance stellt ein angrenzendes Forschungsfeld dar, da auch hier Regeln in unternehmerischem Kontext überwacht werden müssen. Der Business Rules-Ansatz kann dabei helfen, diese regulatorischen Anforderungen konsistent und nachvollziehbar zu implementieren.

Welche Rolle spielt die „SBVR“ in dieser Arbeit?

Die „Semantics of Business Vocabulary and Business Rules“ (SBVR) werden als ein Meta-Modell diskutiert, das eine wissenschaftlich fundierte theoretische Grundlage für die Modellierung und den Austausch von Geschäftsregeln bietet.

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Details

Title
Business Rules - Geschäftsregeln. Konzepte, Modellierungsansätze, Softwaresysteme
College
University of Hagen  (Fakultät für Wirtschaftswissenschaft)
Grade
1,3
Author
Andreas Noak (Author)
Publication Year
2013
Pages
126
Catalog Number
V268083
ISBN (eBook)
9783656581413
ISBN (Book)
9783656580836
Language
German
Tags
business rules geschäftsregeln konzepte modellierungsansätze softwaresysteme
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Noak (Author), 2013, Business Rules - Geschäftsregeln. Konzepte, Modellierungsansätze, Softwaresysteme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268083
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