Mehr als eine Millionen Menschen helfen bei der Diakonie, bzw. in diakonischen Einrichtungen mit. Es arbeiten dort 449.104 hauptamtlich Beschäftigte und circa 700.000 ehrenamtliche Mitarbeiter. Allein in dem Bereich der Jugendhilfe gibt es über 11.000 Jobangebote und über 545.000 Arbeitsplätze. Damit ist die Diakonie einer der größten Arbeitgeber und circa 10 Millionen Menschen nehmen die Hilfe der Diakonie an. Die Diakonie hat rund 1 Millionen Betreuungsplatze und Betten. Es gibt 28.132 diakonische Einrichtungen und Dienste und ungefähr 3400 Selbsthilfegruppen. Oft nehmen Abhängigkeitserkrankte, Ausländer, Arbeitslose, Schuldner, Flüchtlinge oder Migranten die Hilfe der Diakonie in Anspruch. Mitgetragen werden die diakonischen Arbeiten von rund 18.000 Gemeinden der Landeskirchen und auch Freikirchen sind beteiligt. Denn es gibt 9 in diakonischen Arbeitsgemeinschaften zusammengeschlossene Freikirchen.
Inhaltsverzeichnis
Begründung für die Wahl des Themas
Selbstverständnis
I. Zahlen und Fakten
II. Leitbild
III. Finanzierung
Geschichte der Diakonie
I. Biblischer Hintergrund
II. 19. und 20. Jahrhundert
Durch das Engagement in der Diakonie das Gebot der Nächstenliebe umsetzen
Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegende Fragestellung, ob die Diakonie in ihrer heutigen Form noch als Institution der Nächstenliebe gelten kann oder ob sie primär als wirtschaftliches Unternehmen zu bewerten ist. Dabei wird analysiert, wie sich der Wandel von einer rein kirchlichen Einrichtung hin zu einem professionellen sozialen Akteur vollzogen hat.
- Historische Entwicklung und biblische Grundlagen der Diakonie
- Struktureller Wandel und Professionalisierung der sozialen Arbeit
- Analyse der Finanzierung und ökonomischer Rahmenbedingungen
- Das Spannungsfeld zwischen christlichem Auftrag und marktwirtschaftlichem Handeln
- Das zeitgenössische Selbstverständnis von Diakonissen und Diakonen
Auszug aus dem Buch
II. Leitbild
Im Jahre 1997 arbeitete die Diakonie einen acht Thesen umfassenden Leitbildtext aus. Dieser Text soll „Orientierung geben, Profil zeigen, Wege in die Zukunft weisen“ . Es wurde ein solcher Text ausgearbeitet, da es einen starken Anstieg an ehrenamtlichen Helfern und die Anzahl der Diakonissen und Diakonen stark zurück gegangen ist. Bis in die 60er Jahre waren die Diakonissen und Diakonen das lebendige Leitbild. Im Leitbild der Diakonie sind folgende Punkte zu finden:
• Identitätsbezug
• Zweckbezug
• Traditionsbezug
• Zukunftsbezug
Die bisher aufgezählten Punkte werden auch in Leitbildern andere Unternehmen zu finden sein. Doch im Gegensatz zu anderen Unternehmen wurden auch folgende Punkte berücksichtigt:
• Biblischer Hintergrund
• Theologischer Hintergrund
• Anthropologischer Hintergrund
• Sozialer Hintergrund
• Organisatorischer Hintergrund
• Internationaler Hintergrund
Zusammenfassung der Kapitel
Begründung für die Wahl des Themas: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation und das frühe Interesse an kirchlicher Sozialarbeit, die zur Untersuchung der Diakonie führten.
Selbstverständnis: Dieses Kapitel liefert eine statistische Übersicht über die Größe der Diakonie, ihre personelle Struktur und die vielfältigen Aufgabenbereiche sowie die Leitbildentwicklung und die Finanzierungsstrukturen.
Geschichte der Diakonie: Die historischen Wurzeln werden ausgehend von biblischen Zeugnissen bis hin zu gesellschaftlichen Herausforderungen im 19. und 20. Jahrhundert dargelegt.
Durch das Engagement in der Diakonie das Gebot der Nächstenliebe umsetzen: Hier werden die Arbeitsfelder sowie die Lebensweise und Ausbildung von Diakonissen und Diakonen thematisiert.
Fazit: Das Fazit fasst die Ambivalenz der Diakonie zwischen wirtschaftlicher Notwendigkeit und dem Anspruch auf Nächstenliebe zusammen.
Schlüsselwörter
Diakonie, Nächstenliebe, Institution, Sozialarbeit, Leitbild, Finanzierung, Kirchengelder, Diakonissen, Biblischer Hintergrund, Wirtschaftlichkeit, Sozialwesen, Ehrenamt, Dienstgemeinschaft, Kirche, Geschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Selbstverständnis der Diakonie und die Frage, ob sie heute noch als eine rein auf Nächstenliebe basierende Einrichtung oder als wirtschaftliches Unternehmen wahrgenommen werden muss.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Themen umfassen die Geschichte der Diakonie, ihre statistische Bedeutung als Arbeitgeber, die Leitbilddebatte, die Finanzierung der diakonischen Arbeit und das moderne Berufsbild der Diakonissen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet: Ist die Diakonie heute noch primär eine Institution der Nächstenliebe?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse von strukturellen Daten, historischen Hintergrundinformationen und einer inhaltlichen Auswertung der diakonischen Leitlinien und Finanzmodelle.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Selbstverständnis mit Zahlen und Fakten, die historische Entwicklung vom biblischen Bezug bis ins 20. Jahrhundert sowie die praktische Umsetzung des Dienstes im heutigen diakonischen Kontext.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Diakonie, Nächstenliebe, Professionalisierung, Finanzierung, Leitbild und soziale Verantwortung.
Warum spielt die Finanzierung eine so große Rolle bei der Beurteilung?
Die Finanzierung verdeutlicht den Druck der Ökonomisierung, da nur ein minimaler Teil der Mittel aus Kirchengeldern stammt und der Großteil über öffentliche Mittel oder Versicherungen abgewickelt wird, was die Unabhängigkeit der kirchlichen Arbeit beeinflusst.
Welche Bedeutung hat das Leitbild von 1997 für die Diakonie?
Das Leitbild dient als Orientierungshilfe in einer Zeit, in der die Zahl der traditionellen Diakonissen stark zurückging und die Organisation sich gegenüber neuen gesellschaftlichen und professionellen Anforderungen neu positionieren musste.
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- Jacqueline Brosch (Author), 2013, Die Diakonie als eine Institution der Nächstenliebe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268167