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DDR Punker. Gefahr für Bürger und Staat?

Analyse einer Jugendkultur ihres Selbstverständnisses und ihrer Musik

Titel: DDR Punker. Gefahr für Bürger und Staat?

Facharbeit (Schule) , 2013 , 28 Seiten , Note: 1,66

Autor:in: Alexander Thurm (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Als der Punk in westlich gesinnten Gebieten, insbesondere Großbritannien, ab Mitte der 1970er Jahre kultiviert wurde und dadurch auch in der Bundesrepublik Deutschland publik wurde, fand Punk zwischen den Jahrzenten der 1970er und 1980er Jahren durch illegal konsumierte West-Radio Berichte auch in der DDR Anhängerschaft. Den frühen DDR-Punks war bewusst, dass es sich um mehr als nur Musik handele, sondern eine Lebenseinstellung darstelle. Punk war gegen alles existierende, gegen alles Gegenwärtige und Zukünftige. Die Musikrichtung repräsentierte einfach eine radikale Opposition, die durch aufsässige Haltung alles in Frage stellte, was in der DDR zu einen großen Zuwachs der Mitglieder durch Andersdenkende führte. Ein weiterer Aspekt, der die Entwicklung des Punkertums bedingte, war, dass Bands anfingen, in deutscher Sprache zu singen. Dies hatte zur Folge das vor allem in Ost-Berlin sich eine Punker-Szene zu bilden begann. Das gesellschaftliche Unverständnis war schon von Anfang an vorprogrammiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitender Text über die Jugend im Bauern- und Arbeiterstaat

II. Punks in der DDR

2.1 Die anfängliche Situation

2.2 Erscheinungsbild und Auftreten der Punks

2.3 Die Musik

2.4 Ideologie und Gründe für Ihr Lebensstil

2.5 Punks und ihr Verhältnis zu anderen Subkulturen

III. Der Staat, die Bürger und die Kirche

3.1 Anfängliche Auffassung des Staates und der DDR-Durchschnittsbürger in Bezug auf das Punkertum

3.2 Maßnahmen des Staates gegen die Punkbewegung

3.3 Tolerierung der Punker Szene

3.4 Infiltration der Punker durch Stasi und Folgen

3.5 Die Kirche und weitere Zufluchtsorte

IV. Situation nach der Wende

V. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Jugendkultur der Punks in der DDR, untersucht ihr Selbstverständnis sowie ihren Musikgeschmack und beleuchtet die Reaktionen der staatlichen Führung auf diese Form des nichtkonformen Verhaltens sowie die Auswirkungen nach der politischen Wende.

  • Entwicklung und Merkmale der DDR-Punkszene
  • Staatliche Repressionen und soziale Ausgrenzung
  • Die Rolle der Musik und alternativer Freiräume (Kirche)
  • Infiltration durch die Staatssicherheit
  • Transformation der Punkszene nach 1989

Auszug aus dem Buch

3.4 Infiltration der Punker durch Stasi und Folgen

Schon die ersten Punkszenen Mitglieder, Anfang der 1980er Jahre, wurden vom Ministerium für Staatssicherheit, kurz MfS, beobachtet und als "kriminell gefährdet" eingestuft. Die Staatssicherheit begann, deren beliebtes Mittel, die Infiltration zu nutzen und es gelang ihnen viele Punkbands zu unterwandern. So wurde zum Beispiel der ehemalige Wutanfall-Gitarrist Imad Abdul-Majid, als inoffizieller Mitarbeiter, gewonnen. So gut wie jede Leitfigur des musikalischen und literarischen Untergrunds, wie den Schriftsteller Sascha Anderson, wurde mehrfach angeworben, im Falle Andersons mit Erfolg. Absurderweise förderten beide Personen oppositionelle Projekte und Bewegungen, während sie gleichzeitig die MfS, oder auch Stasi genannt, über auffallende Personen und Geschehnisse informierten. Daraus erhofften sie sich persönliche Vorteile, wie im Falle von Abdul-Majid eine mögliche Ausreise. Die Kontradiktion, die weite Teile des gesellschaftlichen Lebens in der DDR charakterisierte wird am Beispiel dieser Personen sehr deutlich. Weitere schizophren anmutende Entlohnungen für IMs waren eigentlich verbotene Schallplatten aus dem Westen, vor allem die jungen Punks konnten dadurch als IM gewonnen werden.

Indem die Punkszene durch die Staatssicherheit infiltriert wurde, verlor die Szene teilweise den Zusammenhalt, und das allgemeine Misstrauen zwischen den Mitgliedern war sehr hoch, was die MfS wohl als eine erfolgreiche Zersetzung wertete.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitender Text über die Jugend im Bauern- und Arbeiterstaat: Die Einleitung thematisiert den Konflikt zwischen rebellierenden Jugendlichen und dem totalitären Erziehungsanspruch der DDR-Führung.

II. Punks in der DDR: Dieses Kapitel beschreibt Entstehung, Erscheinungsbild, Ideologie und die musikalische Subkultur der Punk-Bewegung in der DDR.

III. Der Staat, die Bürger und die Kirche: Hier werden die Ablehnung durch die Gesellschaft, die staatlichen Sanktionen, die Rolle der Kirche als Rückzugsort sowie die Zersetzungsstrategien der Stasi analysiert.

IV. Situation nach der Wende: Der Abschnitt betrachtet die Umbrüche in der Punkszene durch den Systemwechsel und die Auflösung vieler Bands sowie die Neuorientierung ehemaliger Akteure.

V. Resümee: Das Fazit fasst die Rolle der Punks als Symbol für Freiheit und Widerstand zusammen und bewertet die Auswirkungen der Unterdrückung auf die Akteure.

Schlüsselwörter

DDR, Punkszene, Jugendkultur, Staatssicherheit, MfS, Unterdrückung, Widerstand, Punkmusik, DDR-Regierung, Subkultur, Zersetzung, Wende, Opposition, Musik, Repression

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Punkszene in der DDR, deren Entstehung, ihrem kulturellen Selbstverständnis und der Konfrontation mit dem sozialistischen Staatsapparat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind die ideologische Abgrenzung der Punks, die staatliche Überwachung durch die Stasi, die Rolle der Kirche als Freiraum und die Entwicklung nach dem Mauerfall.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, zu analysieren, inwieweit die Punks als Gefahr für den Staat wahrgenommen wurden und wie sich die Bewegung unter totalitären Bedingungen behaupten konnte.

Welche wissenschaftliche Methodik wird angewendet?

Die Untersuchung basiert auf einer fundierten Recherche in Sachbüchern, Zeitungsartikeln, Internetquellen und dem Einbeziehen authentischer Zeitzeugenberichte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Punk-Lebensstils, die staatlichen Repressalien, Infiltrationsversuche der Staatssicherheit und die Nutzung von Kirchenräumen als Zufluchtsorte.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind DDR, Punkszene, Staatssicherheit, Unterdrückung, Widerstand, Opposition und die Transformation nach der Wende.

Wie reagierte die DDR-Führung konkret auf die Punkbewegung?

Der Staat reagierte mit Kampagnen, Auftrittsverboten, Vorladungen, Zensurmaßnahmen und in schweren Fällen mit Haftstrafen oder der Einweisung in Jugendwerkhöfe.

Welche Rolle spielte die Stasi bei der Unterdrückung?

Die Staatssicherheit versuchte die Szene zu zersetzen, indem sie Punks und Musiker als inoffizielle Mitarbeiter (IM) anwarb, was zu tiefem Misstrauen innerhalb der Subkultur führte.

Warum galten Punks als Gefahr für den Staat?

Punks wurden als Gefahr betrachtet, da sie die sozialistischen Normen ablehnten, sich der staatlichen Kontrolle entzogen und durch provokante Musik und Kleidung eine systemkritische Haltung zeigten.

Was passierte mit der Punkszene nach der Wende?

Mit dem Systemwechsel verlor der Punk seinen direkten "Feind" und wurde Teil der gesellschaftlichen Normalität, was viele Punks ablehnten, weshalb sich einige neuen radikalen oder rechten Strukturen zuwandten.

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Details

Titel
DDR Punker. Gefahr für Bürger und Staat?
Untertitel
Analyse einer Jugendkultur ihres Selbstverständnisses und ihrer Musik
Note
1,66
Autor
Alexander Thurm (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
28
Katalognummer
V268188
ISBN (eBook)
9783656594659
ISBN (Buch)
9783656594635
Sprache
Deutsch
Schlagworte
DDR Punk Ostpunk geschichte DDR-Punk Subkultur subkulturen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexander Thurm (Autor:in), 2013, DDR Punker. Gefahr für Bürger und Staat?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268188
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Leseprobe aus  28  Seiten
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