Die Globalisierung und Liberalisierung der Märkte führt dazu, dass die weltwirtschaftlichen Be-ziehungen immer komplexer werden. Importe und Exporte spielen eine immer wichtigere Rolle für die Wirtschaft eines Landes, Länder sind voneinander abhängig und profitieren voneinander. Globalisierung bringt sowohl positive als auch negative Aspekte mit sich. Einer dieser eher ne-gativ gesehenen Auswirkungen ist das Terms-of-Trade-Problem. In dieser Arbeit wird dieses Thema behandelt und es wird versucht folgende Frage zu beantworten: Was ist das Terms-of-Trade-Problem, was sind mögliche Ursachen und wie entwickelte es sich in den letzten Jahren?
Um diese Fragen zu beantworten und mit statistischen Daten zu belegen stützt sich die Arbeit hauptsächlich auf die Berichte der United „Nations Converence on Trade and Development“ bezüglich Handel und Entwicklung aus den Jahren 2005, 2011 und 2012. Das Terms-of-Trade-Problem ist ein sehr umfangreiches Thema, von dem viele Aspekte in dieser Proseminararbeit nicht berücksichtigt werden konnten. Es wird lediglich versucht einen kurzen Überblick über das Problem, seine Ursachen und seine Entwicklung zu geben.
Die Arbeit gliedert sich in vier grundlegende Abschnitte. Zuerst werden grundsätzliche Begriff-lichkeiten geklärt. Im darauffolgenden Kapitel wird auf weltwirtschaftliche Entwicklungen und Trends der letzten Jahrzehnte eingegangen, die für diese Arbeit eine Rolle spielen und die Vo-raussetzungen für das Terms-of-Trade-Problem und seine Entwicklung bilden. Im dritten Teil werden mögliche Ursachen und Gründe für das Terms-of-Trade-Problem behandelt. Abschlie-ßend wird erklärt, wie sich das Terms-of-Trade-Problem in den letzten Jahren verändert hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlegende Begriffe
2.1. Terms of Trade (ToT)
2.2. Prebisch-Singer-These
3. Trends in der Entwicklung der Terms of Trade
3.1. Wirtschaftliche Situation in den 1980er Jahren
3.2. Entwicklungen der 1980er Jahre bis 2012
4. Das Terms-of-Trade-Problem
4.1. Gründe für die Verschlechterung der Terms of Trade
4.2. Kritik
5. Entwicklung des Terms-of-Trade-Problem
6. Résumé
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das sogenannte Terms-of-Trade-Problem, welches die Verschlechterung der Austauschverhältnisse für Entwicklungsländer im Welthandel beschreibt. Ziel ist es, die Ursachen dieses Phänomens sowie dessen historische Entwicklung und die damit verbundenen ökonomischen Debatten unter Einbeziehung statistischer Daten darzustellen.
- Grundlagen und Berechnungsmethoden der Terms of Trade
- Die Prebisch-Singer-These als theoretisches Fundament
- Regionale Trends der Terms of Trade von 1980 bis 2012
- Ursachenforschung: Primärgüterexporte vs. Industriegüter
- Kritische Auseinandersetzung mit den Terms-of-Trade-Konzepten
- Wandel der Exportstrukturen in Entwicklungsländern
Auszug aus dem Buch
4.1. Gründe für die Verschlechterung der Terms of Trade
Verschiedene Faktoren können zur Begründung für die ungünstigen Preisentwicklungen und die Verschlechterung der Terms of Trade in Entwicklungsländern gesehen werden. Als bedeutender Unterschied zwischen Entwicklungs- und Industrieländern gilt dabei die Art der exportierten und importierten Güter. In den 80er Jahren wurden Entwicklungsländer als Hauptexporteure für Primärgüter und Industrieländer als Exporteure für Industriewaren gesehen (Wagner / Kaiser / Beimdiek, S. 94).
Die Nachfrage nach Primärgütern wächst bei steigendem Einkommen unterproportional. Je höher das Einkommen, desto geringer der Anteil, der für Rohstoffe und Lebensmittel aufgewendet wird. Gründe dafür sind Marktsättigung, sparsamere Verwendung, Ersatzstoffe und Recycling. Industriewaren werden hingegen als einkommenselastisch gesehen. Mit steigendem Einkommen wächst der Anteil, der für Industriewaren ausgegeben wird. Preiserhöhungen sind also bei Primärgütern schwieriger als bei Industrieprodukten. Rohstoffe und Lebensmittel sind außerdem homogenere Produkte als Industriewaren. Durch die schwierigere Produktdifferenzierung sind Preiserhöhungen schwieriger möglich und der Wettbewerbsgrad auf den Gütermärkten ist höher (Knall / Wagner, 1986, S. 94f.). Dieser verstärkte Wettbewerb auf Primärgütermärkten führt dazu, dass die Ersparnisse von kostensenkenden Technologien direkt an den Kunden in Form von günstigeren Preisen weiter gegeben werden. Bei Industriegütern können Manager, Eigentümer und Mitarbeiter der Unternehmen einen Teil der Ersparnisse aufgrund ihrer Marktmacht zurückhalten (Tilton, 2013, S. 197). Ein weiterer Grund für die ungünstige Preisentwicklung in Entwicklungsländern kann ein höherer Wettbewerbsgrad auf den Arbeitsmärkten sein. Die Gewerkschaften, falls diese überhaupt existieren, sind schwächer und das Angebot an Arbeitskräften ist höher. Die Produktivitätsfortschritte führen zu niedrigeren Preisen und somit zu billigeren Exportgütern. Die knappen Arbeitskräfte und die starken Gewerkschaften können dagegen in Industrieländern bewirken, dass bei Produktivitätssteigerungen auch die Löhne erhöht werden (Wagner / Kaiser / Beimdiek, 1983, S. 95-97).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Komplexität der weltwirtschaftlichen Beziehungen ein und definiert die zentrale Fragestellung bezüglich der Ursachen und Entwicklung des Terms-of-Trade-Problems.
2. Grundlegende Begriffe: Hier werden die methodischen Grundlagen gelegt, indem die unterschiedlichen Berechnungsvarianten der Terms of Trade sowie der Kern der Prebisch-Singer-These erläutert werden.
3. Trends in der Entwicklung der Terms of Trade: Dieses Kapitel analysiert die wirtschaftliche Lage in den 1980er Jahren und die darauffolgenden globalen Trends der Terms of Trade bis 2012, unterteilt nach verschiedenen Wirtschaftsregionen.
4. Das Terms-of-Trade-Problem: Dieser Hauptteil diskutiert die Ursachen für die Preisverschlechterungen bei Primärgütern und bietet eine kritische Würdigung der bestehenden Argumentationslinien.
5. Entwicklung des Terms-of-Trade-Problem: Der Abschnitt betrachtet den Wandel der Exportstrukturen in Entwicklungsländern hin zur Industrialisierung und deren Auswirkungen auf das Terms-of-Trade-Problem.
6. Résumé: Das Resümee fasst die Debatte zusammen und betont, dass pauschale Ratschläge zur Exportdiversifizierung angesichts der komplexen Realität und regionaler Unterschiede differenziert betrachtet werden müssen.
Schlüsselwörter
Terms of Trade, Prebisch-Singer-These, Entwicklungsländer, Welthandel, Primärgüter, Industriegüter, Exportdiversifizierung, Kaufkraft, Handelsbilanz, Wirtschaftspolitik, Produktivitätsfortschritt, Rohstoffexporte, Weltwirtschaft, Industrialisierung, Preisindex.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem Terms-of-Trade-Problem, einer ökonomischen Herausforderung, bei der sich die Austauschverhältnisse für Entwicklungsländer, die primär Rohstoffe exportieren, langfristig verschlechtern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Prebisch-Singer-These, der Analyse statistischer Trends der Terms of Trade zwischen 1980 und 2012 sowie den strukturellen Gründen für diese Entwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu beantworten, was das Terms-of-Trade-Problem genau ist, warum es auftritt und wie sich diese Dynamik in den letzten Jahrzehnten verändert hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auswertung und Interpretation statistischer Berichte der UNCTAD.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Ursachen (wie unterschiedliche Einkommenselastizität und Wettbewerbsintensität) als auch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Problem behandelt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Terms of Trade, Prebisch-Singer-These, Exportstrukturen, Primärgüter und globale Handelsbeziehungen.
Warum ist die Wahl des Basisjahres für die Terms-of-Trade-Berechnung kritisch?
Die Arbeit weist darauf hin, dass die Wahl eines bestimmten Ausgangsjahres die Ergebnisse der Berechnungen maßgeblich beeinflussen oder sogar verfälschen kann.
Was kritisiert Tilton (2013) an der Strategie der Industrialisierung?
Tilton argumentiert, dass eine pauschale Verlagerung der Produktion auf Industriegüter kontraproduktiv sein kann, insbesondere wenn die damit verbundenen höheren Produktionskosten den Wohlstandszuwachs wieder zunichtemachen.
- Quote paper
- Katja Ehrenmüller (Author), 2013, Das Terms-of-Trade-Problem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268196