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Kontext und Ellipse. Untersuchung einer möglichen Rangfolge der Relevanzdomänen nach Barton

Titel: Kontext und Ellipse. Untersuchung einer möglichen Rangfolge der Relevanzdomänen nach Barton

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 25 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Florian Biehl (Autor:in)

Germanistik - Semiotik, Pragmatik, Semantik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Bei der Analyse fragmentarischer Satzstrukturen oder nicht-satzwertiger Strukturen lag der Fokus lange Zeit auf der Betrachtung der grammatischen Ebene. Die Rückbildung der fragmentarischen Äußerung sei dem Sprecher lediglich durch das Wissen bzw. die Anwendung grammatischer Gegebenheiten möglich.
Der somit rückgebaute vollwertige Satz muss demnach auch grammatisch sein, um als korrekt anerkannt werden zu können.
Diese Theorie weißt allerdings Lücken auf, bei denen fragmentarische Satzstrukturen, welche von Muttersprachlern ohne Probleme verstanden werden, nicht grammatisch korrekt wiederhergestellt werden können.
Diesen Missstand zu beheben ist das Anliegen von Ellen L. Barton in ihrem 1990 veröffentlichten Aufsatz „Nonsentential Constituents – A Theory of Grammatical Structure and Pragmatic Interpretation“.
Da eine gewisse Rangfolge oder Präferenz der Domänen bei einer ersten Überlegung logisch erscheint, soll im hier Folgenden überprüft werden, ob sich erste Annahmen dazu bestätigen, widerlegen oder gar ergebnislos bleiben. Dazu werden fragmentarische Satzstrukturen aus Dialogsequenzen nach Barton analysiert und ausgewertet, welche Domänen verstärkt, weniger häufig oder nur in bestimmten Situationen auftauchen.
Als Sammlung von Dialogsequenzen dienen drei zufällig ausgewählte englischsprachige Transkripte vollständiger Episoden der Fernsehserie "Die Simpsons".

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begründung der Textauswahl

3. Bartons Theorie pragmatischer Interpretation

4. Textanalyse

5. Analyseauswertung und Interpretation

Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die von Ellen L. Barton aufgestellte Theorie zu nicht-satzwertigen Konstituenten und prüft, ob sich innerhalb der von ihr postulierten vier Relevanzdomänen eine nachweisbare Rangfolge in der Verwendungshäufigkeit feststellen lässt. Anhand der Analyse von Dialogsequenzen aus der Fernsehserie Die Simpsons wird erforscht, welche Domänen in der alltäglichen Kommunikation primär zur Interpretation fragmentarischer Satzstrukturen herangezogen werden.

  • Analyse fragmentarischer Satzstrukturen nach Barton
  • Pragmatische vs. grammatikalische Interpretation
  • Untersuchung der vier Relevanzdomänen: physikalischer Kontext, Thema, Hintergrundwissen, Weltwissen
  • Empirische Anwendung auf Transkripte der Serie Die Simpsons
  • Ermittlung von Nutzungstendenzen bei der Interpretation von Ellipsen

Auszug aus dem Buch

3. Bartons Theorie pragmatischer Interpretation

Im Jahre 1990 veröffentlichte Barton ihren Aufsatz „Nonsententail Constituents“, in dem sie die bis dahin gängige Analyse nicht-satzwertiger Strukturen auf rein grammatikalischer Ebene ihrem Ansatz einer pragmatischen Analyse gegenüberstellte.

Als Überbau dient ihr hierbei eine Verstehenstheorie, welche wiederum in ein Kompetenz- und ein Pragmatikmodell untergliedert wird. Im Kompetenzmodell wird die grammatische Ebene einer Äußerung betrachtet. Hier kurz dargestellt anhand eines Beispiels:

Martina bekocht ihre Schwester.

„Martina“ übernimmt hier die Rolle des Agens, also des Verursachers einer Handlung, während „ihre Schwester“ die Rolle des Experiencers, also der von einer Handlung Betroffenen übernimmt. In diesem Fall liefert allein die Satzstruktur die zur Interpretation der Aussage notwendigen Informationen:

Das Verb „bekochen“ fordert aufgrund seiner Valenz jemanden, der kocht (Agens), jemanden, der bekocht wird (Experiencer) und etwas, das gekocht wird. Letzteres ist zwar in der vorliegenden Satzstruktur nicht realisiert, wird aber vom Hörer bzw. Leser des Satzes mitverstanden.

Dies bedeutet, dass ein Muttersprachler dazu in der Lage ist, aus der syntaktischen Struktur (Verbvalenz) eines Satzes alle mitgelieferten oder nicht-realisierten Informationen zu verstehen, ohne diese in einen bestimmten Kontext setzen zu müssen. Hieraus ergeben sich drei Merkmale des Kompetenzmodells:

Zunächst die Autonomie der Syntax. Die Satzfragmente können in der Satzstruktur zu einem gewissen Grad beliebig erweitert, ergänzt und vertauscht werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Es wird die Problemstellung der Interpretation fragmentarischer Satzstrukturen erläutert und Bartons Ansatz als Lösung für die Grenzen rein grammatikalischer Modelle vorgestellt.

2. Begründung der Textauswahl: Dieses Kapitel rechtfertigt die Nutzung von Transkripten der Serie Die Simpsons als authentische Datenbasis für die linguistische Analyse.

3. Bartons Theorie pragmatischer Interpretation: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Kompetenz- und Pragmatikmodells sowie die vier Relevanzdomänen nach Barton detailliert beschrieben.

4. Textanalyse: Dieses Kapitel präsentiert die methodische Durchführung der Analyse anhand ausgewählter Dialogbeispiele aus dem Korpus.

5. Analyseauswertung und Interpretation: Die Ergebnisse der Untersuchung werden zusammengefasst, wobei die Häufigkeitsverteilung der Relevanzdomänen statistisch ausgewertet und interpretiert wird.

Schlüsselwörter

Fragmentarische Satzstrukturen, Barton, Pragmatik, Kompetenzmodell, Relevanzdomänen, linguistischer Kontext, Konversationskontext, Ellipse, Kooperationsprinzip, Schlussfolgerung, Die Simpsons, Diskursanalyse, Semantik, Syntax, Interpretation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Analyse von Satzfragmenten und untersucht, wie Hörer die Bedeutung unvollständiger Sätze in der alltäglichen Kommunikation entschlüsseln.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Zentrum stehen Bartons Theorie der pragmatischen Interpretation, die Unterscheidung zwischen syntaktischen und pragmatischen Modellen sowie die Anwendung dieser Theorien auf authentische Dialogtranskripte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu überprüfen, ob sich für die vier von Barton definierten Relevanzdomänen eine Rangfolge in der Nutzungshäufigkeit feststellen lässt, um die Interpretation fragmentarischer Strukturen besser zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine qualitative Textanalyse, bei der Dialogsequenzen aus der Fernsehserie Die Simpsons nach den Vorgaben der pragmatischen Interpretation von Ellen L. Barton kategorisiert und ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung in Bartons Modell, die Erläuterung der Auswahlkriterien für die Datengrundlage sowie die detaillierte Analyse der gesammelten Dialogbeispiele.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind unter anderem Satzfragmente, Relevanzdomänen, Pragmatik, Bartons Theorie, Diskurskontext sowie das Kooperationsprinzip.

Warum wurden gerade Dialoge aus Die Simpsons gewählt?

Die Serie bietet eine hohe Authentizität im Hinblick auf gesprochene Sprache und bekannte Beziehungskonstellationen der Figuren, was die Einschätzung des gemeinsamen Hintergrundwissens bei der Analyse erleichtert.

Welches Ergebnis liefert die Analyse bezüglich der Relevanzdomänen?

Die Auswertung zeigt, dass die Domäne des Themas bei weitem am häufigsten zur Interpretation von Satzfragmenten herangezogen wird, gefolgt vom physikalischen Kontext sowie Hintergrund- und Weltwissen.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kontext und Ellipse. Untersuchung einer möglichen Rangfolge der Relevanzdomänen nach Barton
Hochschule
Universität des Saarlandes
Note
2,0
Autor
Florian Biehl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
25
Katalognummer
V268279
ISBN (eBook)
9783656585893
ISBN (Buch)
9783656585862
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kontext ellipse untersuchung rangfolge relevanzdomänen barton
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Florian Biehl (Autor:in), 2012, Kontext und Ellipse. Untersuchung einer möglichen Rangfolge der Relevanzdomänen nach Barton, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268279
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  25  Seiten
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