Das Erweiterte Kognitive Motivationsmodell von Heinz Heckhausen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2010

15 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen und Einführung in die Thematik
2.1. Die Leistungsmotivation

3. Das erweiterte kognitive Motivationsmodell von Heckhausen (1989)
3.1. Die Erwartungen
3.2. Anreize
3.2.1. Selbstbewertung
3.2.2. Fremdbewertung
3.3. Die aussagenlogische Sequenz des Erweiterten Motivationsmodell
3.4. Erkenntnisse

4. Schlusswort

5. Bibliografie

1. Einleitung

Menschen haben unterschiedliche Beweggründe etwas zu lernen und Leistung zu erbringen. Zum Beispiel sind nicht alle Schüler den schulischen Anforderungen gleichermaßen gewachsen. Diejenigen, die die Ansprüche erfüllen und denen es leicht fällt dem Unterricht zu folgen, erleben den Leistungsdruck anders als Lernschwache. Auf ihnen lastet ein hoher psychischer Druck, der großen Einfluss auf die schulische Motivation hat. Diese ist äußerst relevant für den Lernerfolg und den eigenen Kompetenzzuwachs. Zur Erklärung motivierten Verhaltens gibt es verschiedene Ansätze. Im Unterschied zu anderen Ansätzen, fasst der kognitiv-handlungstheoretische Ansatz den Menschen als planendes, auf die Zukunft gerichtetes und entscheidendes Wesen auf, das sich Ziele setzt und diese zu erreichen versucht. Da ihm mehr oder weniger Handlungsspielräume zur Verfügung stehen, muss er Entscheidungen treffen und diese auch verantworten. Dies gelingt ihm weil er zur Selbstreflexion seines Tuns fähig ist (Gabler, 1986, S. 71). Motivation als Handlung ist zweckrational und durch Bewusstseinsprozesse gekennzeichnet. Es handelt sich um einen Prozess, der zwischen dem Motiv und dem aktiven Handeln steht. Als Beispielmodell ist hier die VIE-Theorie von Vroom zu nennen und auch das erweiterte Motivationsmodell von Heckhausen (1989). Mit diesem Thema habe ich mich schon während des Seminars zugewandt und möchte es mit dieser Arbeit im Einzelnen genauer vorstellen. Einführend werde ich die grundlegenden Begriffe erläutern und auf die wichtigsten Determinanten des Modells eingehen, um den Inhalt und vor allem den Sinn dieses Verfahrens fassbar und deutlich zu machen. Anschließend möchte ich das Motivationsmodell schrittweise erklären, während ich es anhand von Beispielen veranschauliche.

2. Definitionen und Einführung in die Thematik

Atkinson und andere Forscher fanden in den 50er Jahren heraus, dass Verhalten stets als Wechselwirkungsprodukt von Person und Situation konzipiert werden muss (Rheinberg, 1995). Hierbei spielen Motive, Situationen, Erwartungen und Anreize eine wichtige Rolle. Der hier vorkommende Oberbegriff Motiv wird von Rheinberg wie folgt als „so etwas wie eine spezifisch eingefärbte Brille, die ganz bestimmte Aspekte von Situationen auffällig macht und als wichtig hervorhebt“ erläutert (Rheinberg, 1997, S. 60 f). In Anlehnung an Heckhausen fügt er folgendes hinzu: „Der Begriff Motiv bezeichnet also eine Handlungsursache bzw. einen gewünschten Zustand bezüglich der Person und seiner Umwelt. Es handelt sich um relativ dauerhafte Werteinstellungen, die sich im Laufe des Lebens herausgebildet haben“ (Heckhausen, 1989, S. 9). Motivausprägungen schlagen sich aber erst dann im Verhalten nieder, wenn die Person sich in einer motivpassenden Situation befindet. Erst dann wird aus dem Personenmerkmal Motiv eine aktuelle Motivation. „Die Motivation ist ein Prozess, der zur Bildung von Handlungszielen und zum Handeln selbst führt. Verschiedene situative Einflüsse können dabei zu Konflikten zwischen den Motiven führen“ (Ebd. S. 10). Von ihr gibt es zwei Arten, die intrinsische Motivation, die das Lernen oder Arbeiten aus eigenem, innerem Antrieb und zur persönlichen Befriedigung meint, und bei welcher Geld oder Bewunderung keine auslösende Rolle spielen (vgl. http://www.sociologicus.de/lexikon/lex_g). Während die extrinsische Motivation das Gegenteil ausdrückt und zwar den Arbeits- oder Lernanreiz, der durch die Erwartung nachfolgender Belohnung bewirkt wird. Er kann in materieller Art, wie Geld, oder in Form von sozialer Anerkennung durch Personen im Umfeld, wie Kursleiter, Familie oder Fachkollegen gegeben werden (Ebd.).

2.1. Die Leistungsmotivation

Keineswegs ist alles angestrengte Bemühen etwas zu schaffen gleich leistungsmotiviert. Heinz Heckhausen definiert Leistungsmotivation als „Das Bestreben, die eigene Tüchtigkeit in all jenen Tätigkeiten zu steigern oder möglichst hoch zu halten, in denen man einen Gütemaßstab für verbindlich hält, und deren Ausführung deshalb gelingen oder misslingen kann“ (Heckhausen, 1965, S. 604). Eine Person mit einem stark ausgeprägten Leistungsmotiv nimmt in einer Handlungssituation eher wahr, dass Sie mit eigenem Wissen etwas verbessern kann und sieht häufiger Gelegenheiten, ihre Tüchtigkeit zu erproben und zu steigern. Damit eine Person nicht immer die leichteste Aufgabe wählt um Erfolg zu haben, muss das Leistungsmotiv stark und richtungsweisend ausgeprägt sein. Atkinson und Heckhausen spalten das Leistungsmotiv in zwei Motivtendenzen, Erfolgs- und Misserfolgsmotiv (Heckhausen, 1989, S. 466).

3. Das erweiterte kognitive Motivationsmodell von Heckhausen (1989)

Aufbauend auf die Erwartungs-mal-Wert-Theorie[1] hat Heckhausen ein Motivationsmodell für zielgerichtetes Handeln entwickelt, bei dem Motive, Anreize, Erwartungen und Attributionen als Hauptfaktoren der Motivation angenommen werden. Dieses rationalistische Modell nimmt neben der Erwartungs-mal-Wert-Verknüpfung auch Ansätze wie die

[...]


[1] Nach der Erwartungs-mal-Wert-Theorie wird bei der Wahl zwischen mehreren Handlungsalternativen jene bevorzugt, bei der das Produkt von erzielbarem Wert (Anreiz) mit der Wahrscheinlichkeit, ihn zu erzielen (Erwartung), maximal ist. Sie bilden eine wichtige Grundlage der modernen Motivationsforschung (J. u. H. Heckhausen, 2006, S. 106).

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Das Erweiterte Kognitive Motivationsmodell von Heinz Heckhausen
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
15
Katalognummer
V268290
ISBN (eBook)
9783656593089
ISBN (Buch)
9783656593065
Dateigröße
572 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
erweiterte, kognitive, motivationsmodell, heckhausen
Arbeit zitieren
Anne Langer (Autor), 2010, Das Erweiterte Kognitive Motivationsmodell von Heinz Heckhausen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268290

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