Diese Arbeit will sowohl historische als auch intentionale Hintergründe der Entwicklungspolitik
für die sogenannte „Dritte Welt“ darzustellen versuchen, und obwohl man in der
schier überwältigenden Flut von Literatur zum Thema zu ersticken droht, hofft der Autor,
sich an seinem roten Faden halten zu können. Ohne näher auf die (bekannte) wirtschaftliche
Situation in den Entwicklungsländern einzugehen, soll zunächst mit der Geschichte der
Entwicklungspolitik Europas begonnen werden. Nach der Diskussion des laufenden Lomé-
IV-Vertrages wird ein Ausblick auf das Jahr 2000 die Arbeit beschließen, bei dem die Frage
aufgeworfen wird, ob es einen Nachfolgevertrag geben kann. Die Arbeit ist detailliertes
Material eines im Juli vorbereiteten Referates, das leider nicht gehalten werden konnte.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 DIE VORLÄUFER DER LOMÉ-ABKOMMEN
2.1 DIE RÖMISCHEN VERTRÄGE (1958 – 1962)
2.2 YAOUNDÉ I UND DIE MINISTERRATSOPTION (1963 – 1966)
2.3 LAGOS UND ARUSHA (1966 – 1968)
2.4 DAS ZOLLPRÄFERENZSYSTEM UND YAOUNDÉ II (1968 – 1973)
2.5 EG-BEITRITT GROßBRITANNIENS UND OAU-KONFERENZ (1973 – 1975)
3 DIE LOMÉ-ABKOMMEN I BIS III
3.1 LOMÉ I (1975/76 – 1981)
3.2 LOMÉ II (1981 – 1986)
3.3 LOMÉ III (1986 – 1990)
4 DAS VIERTE LOMÉ-ABKOMMEN
4.1 DIE VEREINBARUNGEN FÜR DAS ERSTE HALBE JAHRZEHNT (1990 – 1995)
4.2 DIE ÄNDERUNGEN UND PROBLEME DES ZWEITEN FINANZPROTOKOLLS (1995)
4.3 DAS INSTRUMENTARIUM DER ENTWICKLUNGSHILFE BEI LOMÉ IV
5 PERSPEKTIVEN FÜR EIN LOMÉ V?
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die Intentionen der europäischen Entwicklungshilfepolitik gegenüber den sogenannten AKP-Staaten. Dabei wird insbesondere analysiert, wie sich die Lomé-Abkommen von ihren Ursprüngen bis hin zur vierten Generation entwickelt haben, welche Rolle wirtschaftliche Abhängigkeiten und politische Konditionen spielen und wie effektiv die gewählten Instrumente zur Unterstützung der betroffenen Länder tatsächlich sind.
- Historische Genese der EWG-AKP-Beziehungen seit den Römischen Verträgen
- Strukturelle Analyse der Lomé-Abkommen I bis IV
- Die Problematik von Zollpräferenzen, Rohstoffabhängigkeiten und Ursprungsregeln
- Herausforderungen durch Globalisierung und politisches Konditionalität
- Zukunftsperspektiven der europäischen Entwicklungshilfe unter Berücksichtigung der Reformnotwendigkeit
Auszug aus dem Buch
2.1 Die Römischen Verträge (1958 – 1962)
Zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des EWG-Vertrages in Rom waren die meisten assoziierten Staaten noch Kolonien der sie dann unterstützenden Länder. Frankreich hatte diese Assoziierung mit den unterentwickelten Staaten des südlichen Afrikas, der Karibik und des Pazifikraumes (AKP) Mitte der Fünfziger Jahre vorgeschlagen, um eine gesamteuropäische Kolonialpolitik betreiben zu können; den einträglichen Handel mit den sich rasch von ihren Kolonialmächten emanzipierenden unterentwickelten Ländern zu erhalten und schließlich auch die Kosten der auf ihm lastenden Verantwortung auf die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) zu übertragen, die zu erwarten waren, wenn nach einer kolonialen Besetzung Restitutionen beansprucht werden würden.
Das am 25. März 1957 unterzeichnete und Anfang des folgenden Jahres in Kraft getretene Abkommen band denn sechs der mit der EWG assoziierten Staaten – vordergründig die Überseegebiete Frankreichs, Belgiens, Italiens und der Niederlande – vertraglich fest mit dem „Ziel, die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Länder und Hoheitsgebiete zu fördern und enge Wirtschaftsbeziehungen zwischen ihnen und der gesamten Gemeinschaft herzustellen“.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Darstellung der globalen Schwierigkeiten für Entwicklungsländer und Einführung in die historische sowie intentionale Entwicklung der europäischen Entwicklungspolitik.
2 DIE VORLÄUFER DER LOMÉ-ABKOMMEN: Überblick über die Geschichte der EWG-AKP-Beziehungen, beginnend bei den Römischen Verträgen bis hin zu den Vorbereitungen auf die Lomé-Verträge.
3 DIE LOMÉ-ABKOMMEN I BIS III: Analyse der ersten drei Abkommensgenerationen, ihrer spezifischen Förderinstrumente wie STABEX und SYSMIN sowie der auftretenden Probleme in den Handelsbeziehungen.
4 DAS VIERTE LOMÉ-ABKOMMEN: Untersuchung der Vereinbarungen des vierten Abkommens, der Politisierung der Hilfe durch Demokratieforderungen und der strukturellen Anpassungsprobleme.
5 PERSPEKTIVEN FÜR EIN LOMÉ V?: Kritische Reflexion darüber, ob das Lomé-Modell zukunftsfähig ist oder grundlegende Reformen sowie eine neue Ausrichtung der Entwicklungshilfe erforderlich sind.
Schlüsselwörter
Europäische Union, Lomé-Abkommen, AKP-Staaten, Entwicklungshilfe, Globalisierung, Zollpräferenzen, Handelsbeziehungen, STABEX, SYSMIN, Strukturanpassung, Konditionalität, Wirtschaftsbeziehungen, Rohstoffmärkte, Nachhaltigkeit, Nord-Süd-Verhältnis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Entwicklung der europäischen Entwicklungshilfepolitik gegenüber den AKP-Staaten (Afrika, Karibik, Pazifik) anhand der Lomé-Abkommen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die historischen Hintergründe der Assoziierungsabkommen, die Handelsmechanismen der EU, die wirtschaftliche Lage der betroffenen Länder und die Effektivität der eingesetzten Förderinstrumente.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Folgen der europäischen Entwicklungshilfepolitik für die betroffenen Länder zu beleuchten, insbesondere hinsichtlich der Frage, ob diese Hilfe die angestrebte wirtschaftliche und soziale Entwicklung tatsächlich fördert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer historischen und intentionalen Analyse der Hintergründe und Vereinbarungen der Lomé-Verträge unter Einbeziehung zahlreicher Literaturquellen zum Thema.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch: Er beginnt bei den Vorläufern der Lomé-Abkommen, untersucht die Entwicklung von Lomé I bis III, analysiert das vierte Lomé-Abkommen detailliert und diskutiert abschließend die Zukunftsperspektiven.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind unter anderem Europäische Union, AKP-Staaten, Lomé-Abkommen, Entwicklungshilfe, Handelsbeziehungen und Strukturanpassung.
Warum ist die „Konditionalität“ bei der Entwicklungshilfe so umstritten?
Sie ist umstritten, da die EU politische Forderungen wie Demokratisierung und Menschenrechte einseitig an die Mittelvergabe knüpft, was von vielen AKP-Staaten als Eingriff in ihre Souveränität empfunden wird.
Was ist das „STABEX“-System?
STABEX ist ein Stabilisierungsfonds für landwirtschaftliche Exportprodukte, der Mindereinnahmen der AKP-Staaten bei Exporterlösen infolge von Preissenkungen auf dem Weltmarkt teilweise ausgleichen soll.
- Citar trabajo
- Christian Schmidt (Autor), 1999, Die Entwicklungshilfepolitik der Europäischen Union - Perspektiven des Lomé-Abkommens, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2682