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Die Tragik der Antigone

Über den Konflikt zwischen dem weltlichen Gesetz des Staates und dem göttlichem Recht

Titel: Die Tragik der Antigone

Seminararbeit , 2013 , 29 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Susanne Hahn (Autor:in)

Germanistik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Leben eines Menschen unterliegt zu jeder Zeit bestimmten Gesetzen. Neben den Naturgesetzen, denen wir uns nicht entziehen können, gibt es gesellschaftliche Normen, die das Zusammenleben ermöglichen und innerhalb einer Gesellschaft für Ordnung sorgen. Diese Gesetze innerhalb einer Gemeinschaft unterteilen sich in weltliche und göttliche Gesetze. Weltliche Gebote werden hierbei von einem Herrscher erlassen und sind demnach unbeständig, da sie sich mit jedem Machtwechsel verändern können. Göttergebote wurden jedoch von einem Gott erlassen und sind beständig, da sie durchweg bestehen. Ein ideales Leben wird demnach dann geführt, wenn sich die Menschen sowohl an die weltlichen Gesetze halten, als auch an die höher gestellten göttlichen Gebote. Werden jedoch die weltlichen Erlasse gebrochen, folgt eine physische Bestrafung im Diesseits, während beim Brechen des Göttlichen die Seele im ewigen Jenseits bestraft wird. Das hieße, dass eine Seele in der griechischen Mythologie nicht den Eintritt in die Unterwelt bekommt und ewig in Unruhe weiter existiert. Diese Angst vor der Bestrafung im Jenseits ist es, die Antigone veranlasst, sich gegen das neue Herrschergesetz zu stellen und ihren Bruder zu beerdigen, damit dieser den Weg in die Unterwelt erlangt. ‚Antigone‘ ist das ideale Beispiel für den Konflikt zwischen Welt und Göttlichem, da Antigone gezwungen ist, das eine Gesetz zu brechen, um das andere einzuhalten.
Für ihr Vergehen gegenüber ihrem Herrscher Kreon muss sich Antigone in einer gerichtlichen Situation mit ihrer Schuld oder Unschuld auseinandersetzen und wird gerichtet. Die Gerichtssituation wird in der nun folgenden wissenschaftlichen Arbeit im Zentrum stehen. Hierbei wird detailliert auf die Gerichtsprozesse in der Antike eingegangen, um anschließend herauszustellen, ob Antigone einen fairen Prozess bekam und in wie weit sie sich ihrer Tat schuldig gemacht hat. Signifikant sind hierbei ebenso die Personenkonstellationen innerhalb der gerichtlichen Szene, ebenso wie die Frage nach dem Urteil und dessen Folgen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Tragik der Antigone. Über den Konflikt zwischen dem weltlichen Gesetz des Staates und dem göttlichem Recht

2.1 Die Antigone des Sophokles, eine Einführung

2.1.1 Zeitliche Einordnung der Tragödie

2.1.2 Der „Fluch der Labdakiden“ – Familiäre Zusammenhänge

2.1.2 Ausgangssituation und Ursprung des Konfliktes

2.2 Prozesse im antiken Athen

2.2.1 Das Gerichtsverfahren

2.2.2 Das göttliche Gebot

2.3 Der Fall der Antigone

2.3.1 Das Entstehen und Einteilen eines Falls

2.3.2 Die Rollenverteilung und das Gericht

2.3.3 Quaestio Facti – die Vermutung einer Schuld

2.3.3.1 Die Rede vor dem Volk – das neue Gesetz

2.3.3.2 Die Aussage der Zeugen

2.3.3.3 Das Schuldbekenntnis Antigones

2.3.4 Quaestio Nominis und Quaestio Generis – Die Benennung und Gattung der Tat

2.3.5 Quaestio Actionis – Die Frage des gerechten Urteils

2.3.5.1 Anklage und Verteidigung

2.3.5.2 Das Urteil und seine Konsequenzen

2.3.5.3 Die (un)gerechte Bestrafung der Antigone

3. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die gerichtliche Situation der Antigone in Sophokles' Tragödie unter Berücksichtigung antiker Rechtsvorstellungen. Das primäre Ziel ist es, den Konflikt zwischen dem weltlichen Gesetz Kreons und dem göttlichen Recht zu analysieren, um zu bewerten, ob Antigone einem fairen Prozess unterzogen wurde und inwiefern sie sich ihrer Tat schuldig gemacht hat.

  • Der fundamentale Konflikt zwischen staatlichem Gesetz und göttlichem Gebot.
  • Die Analyse der antiken Gerichtspraxis im Vergleich zum Fall der Antigone.
  • Die Untersuchung der Rollenkonstellationen und der Verantwortungsfrage im Prozess.
  • Die Bewertung der rhetorischen Strategien und der Rechtfertigung der Tat.
  • Die kritische Würdigung der Bestrafung durch Einmauerung und deren Konsequenzen.

Auszug aus dem Buch

2.3.5.1 Anklage und Verteidigung

Wie in jedem Gerichtsfall gibt es auch in Sophokles ‚Antigone‘ die Position der Ankläger und der Verteidiger, der Schuldigen und der Unschuldigen. Jede der Figuren in der Tragödie positioniert sich auf einer der beiden Seiten. Die Ankläger sind Kreon und der Chor, die Verteidiger sind Antigone und Ismene sowie Theiresias und Haimon, der jedoch zwischen den beiden Situationen hin und her gerissen ist.

Im gerichtlichen Gespräch zwischen Kreon und Antigone werden die Beweise und Gegenbeweise vorgetragen bezüglich ihrer Schuld beim Brechen des Bestattungsverbotes, welches durch Kreon selbst öffentlich erlassen wurde. Kreon besitzt als Ankläger die Zeugen, die Antigone mit dem Gesetzbruch belasten. Sie erkennen sie wieder und ertappen sie direkt vor Ort bei ihrem Beerdigungsversuch und bringen sie auf direktem Weg zu Kreon. Für den Ankläger ist die gerichtliche Situation vollkommen eindeutig: Antigone ist schuldig im Sinne der Anklage, da sie Polyneikes, der einem Beerdigungsverbot unterlag, begraben hatte.

Antigone hat innerhalb dieses Gespräches die Möglichkeit, sämtliche Schuld zu verlieren, wenn sie auf Kreons Versuche eingegangen wäre. Dieser fragt sie innerhalb des Verhöres, ob sie sich dessen bewusst war, dass es ein Beerdigungsverbot gegeben hatte.62 In dieser Situation hätte sie einlenken können und entweder über ihr Unwissen lügen oder Einsicht zeigen können. Dadurch hätte Kreon ebenfalls einlenken können und seine eigene Nichte vor der zuvor öffentlich verkündeten Hinrichtung als Bestrafung retten können. Er hätte beispielsweise dem Volk verkünden können, dass Antigone unwissentlich als liebende Schwester gehandelt habe, woraufhin die Todesstrafe hätte verworfen sein können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in den zentralen Konflikt zwischen weltlichem Herrschergesetz und göttlichem Recht ein und umreißt die Zielsetzung der Untersuchung der gerichtlichen Situation Antigones.

2. Die Tragik der Antigone. Über den Konflikt zwischen dem weltlichen Gesetz des Staates und dem göttlichem Recht: Dieses Kapitel liefert eine grundlegende Einführung in die Tragödie, ihre zeitliche Einordnung und die mythologischen Hintergründe, insbesondere den Fluch der Labdakiden.

2.1 Die Antigone des Sophokles, eine Einführung: Der Abschnitt bietet einen Überblick über das Werk als Teil der Thebanischen Trilogie und erläutert die zeitlichen sowie mythologischen Rahmenbedingungen.

2.1.1 Zeitliche Einordnung der Tragödie: Hier wird der historische Kontext der Tragödie und ihre Einordnung in den thebanischen Sagenkreis dargelegt.

2.1.2 Der „Fluch der Labdakiden“ – Familiäre Zusammenhänge: Dieses Unterkapitel beschreibt die Familiengeschichte des Herrschergeschlechts und den Ursprung des Fluches, der das Schicksal der Beteiligten bestimmt.

2.1.2 Ausgangssituation und Ursprung des Konfliktes: Die Analyse konzentriert sich auf das Duell zwischen den Brüdern und das daraus resultierende Bestattungsverbot Kreons als Auslöser des Konfliktes.

2.2 Prozesse im antiken Athen: Hier werden die allgemeinen Merkmale und die Kritik am antiken griechischen Gerichtswesen, wie Prozessfreudigkeit und Willkür, thematisiert.

2.2.1 Das Gerichtsverfahren: Der Abschnitt detailliert die Abläufe, die Rolle von Bürgern als Richter und die Rahmenbedingungen der Rechtsprechung im antiken Athen.

2.2.2 Das göttliche Gebot: Das Kapitel erläutert die Bedeutung ritueller Bestattung für den griechischen Glauben und die Folgen bei deren Nichtbeachtung.

2.3 Der Fall der Antigone: Dieser Teil widmet sich der Definition des Begriffs „Fall“ und der strukturellen Unterteilung des Prozesses anhand der Kategorien nach Cicero.

2.3.1 Das Entstehen und Einteilen eines Falls: Es wird erörtert, wie ein Fall durch Streitpunkte entsteht und in vier methodische Schritte untergliedert wird.

2.3.2 Die Rollenverteilung und das Gericht: Dieser Abschnitt vergleicht die im Stück dargestellte Gerichtssituation mit den typischen antiken Prozessen und beleuchtet die Rollen der Beteiligten.

2.3.3 Quaestio Facti – die Vermutung einer Schuld: Hier wird die Phase der Beweisführung und die Untersuchung der Tatsachen im Fall der Antigone analysiert.

2.3.3.1 Die Rede vor dem Volk – das neue Gesetz: Das Kapitel behandelt Kreons politische Rede, mit der er sein neues Bestattungsverbot legitimieren will.

2.3.3.2 Die Aussage der Zeugen: Der Abschnitt fokussiert sich auf die Rolle der Wächter als Zeugen, die das Handeln Antigones dokumentieren und den Prozess in Gang setzen.

2.3.3.3 Das Schuldbekenntnis Antigones: Es wird untersucht, wie Antigone vor Kreon ihre Tat bekennt, diese jedoch gleichzeitig rechtfertigt.

2.3.4 Quaestio Nominis und Quaestio Generis – Die Benennung und Gattung der Tat: Die Analyse konzentriert sich darauf, wie die Tat Antigones durch die Beobachtungen der Zeugen definiert und eingeordnet wird.

2.3.5 Quaestio Actionis – Die Frage des gerechten Urteils: Dieser Teil befasst sich mit der juristischen und ethischen Bewertung des Urteilsspruchs Kreons.

2.3.5.1 Anklage und Verteidigung: Das Kapitel analysiert die Argumentationsweisen der Beteiligten im gerichtlichen Gespräch zwischen Kreon und Antigone.

2.3.5.2 Das Urteil und seine Konsequenzen: Es wird die Entwicklung der Bestrafung von der geplanten Steinigung zur Einmauerung und deren dramatische Auswirkungen untersucht.

2.3.5.3 Die (un)gerechte Bestrafung der Antigone: Die abschließende juristische und ethische Reflexion über die Angemessenheit und Legitimität der Bestrafung durch Kreon.

3. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die zeitlose Aktualität der Tragödie und die moralische sowie politische Verantwortung des Herrschers.

Schlüsselwörter

Antigone, Sophokles, griechische Tragödie, Kreon, göttliches Gebot, weltliches Gesetz, Bestattungsverbot, Gerichtsprozess, antikes Athen, Schuldfrage, familiäre Pflicht, Herrscherethik, rhetorische Rechtfertigung, Bestrafung, Einmauerung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die gerichtliche Situation der Antigone in Sophokles' Tragödie vor dem Hintergrund antiker Rechtsvorstellungen und des Konflikts zwischen verschiedenen Gesetzesformen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören der Gegensatz zwischen staatlicher Herrschergewalt und göttlichem Glauben, die Durchführung von Gerichtsprozessen in der Antike sowie Fragen der individuellen Schuld und Verantwortung.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob Antigone einen fairen Prozess erhielt und ob die Verurteilung durch Kreon aus antiker Sicht juristisch sowie ethisch legitim war.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse des Dramentextes in Kombination mit rechtshistorischen Bezügen zur antiken griechischen Gerichtspraxis und der Kategorisierung von Fällen nach Cicero.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die detaillierte Analyse der Prozessphasen, die Rollenverteilung, das Schuldbekenntnis der Protagonistin sowie die rechtliche Würdigung der von Kreon verhängten Bestrafung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Wesentliche Begriffe sind Antigone, Sophokles, göttliches Gebot, weltliches Gesetz, Gerichtsprozess, Schuldfrage und Herrscherethik.

Warum wird das Bestattungsverbot durch Kreon als so kritisch für den Prozessverlauf bewertet?

Das Verbot kollidiert direkt mit dem göttlichen Anspruch auf eine rituelle Bestattung, was Antigone in einen unauflösbaren Zwiespalt bringt und den gesamten nachfolgenden Konflikt sowie die Prozessdynamik auslöst.

Welche Rolle spielt die Rhetorik im gerichtlichen Dialog zwischen Kreon und Antigone?

Antigones herausfordernde und stolze Rhetorik provoziert Kreon zusätzlich, was ihn in seiner starrsinnigen Haltung bestärkt und den Prozessverlauf sowie die Verschärfung ihrer Bestrafung maßgeblich beeinflusst.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Tragik der Antigone
Untertitel
Über den Konflikt zwischen dem weltlichen Gesetz des Staates und dem göttlichem Recht
Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,3
Autor
Susanne Hahn (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
29
Katalognummer
V268326
ISBN (eBook)
9783656584810
ISBN (Buch)
9783656584780
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Antigone Tragik Antike Mythos Sophokles Gericht Verfahren Familie Staat Recht Göttliches Recht Anklage Labdakiden
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Susanne Hahn (Autor:in), 2013, Die Tragik der Antigone, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268326
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  29  Seiten
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