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Kant "Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft". Der Mensch zwischen Gut und Böse

Title: Kant "Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft". Der Mensch zwischen Gut und Böse

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Melissa Grönebaum (Author)

Philosophy - Philosophy of the 19th Century
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„Der Mensch ist von Natur aus böse.“ Mit diesem Satz greift Kant ein Problem auf, welches wohl seit Menschengedenken Problem der Moralphilosophie ist. Doch was genau meinte Kant damit? Der Satz könnte entweder so interpretiert werden, als sagte er, die Natur trüge das Böse von außen an den Menschen heran oder aber, dass jeder Mensch von sich aus böse auf die Welt kommt, die gesamten Menschheit also böse ist. Naheliegender ist jedoch, dass Kant weder das Eine, noch das Andere meint. Er geht viel mehr von einem Hang zum Bösen aus, dem jeder Mensch verfallen kann. Wie in der Bibel im ersten Buch Mose berichtet wird, waren die Urmenschen, und an diesem Bespielt orientiert sich auch Kant, unschuldig. Die ersten Menschen, Adam und Eva, lebten im Garten Eden und wurden ahnungslos vom Bösen, symbolisiert durch eine Schlange, verführt. Als Strafe, da sie gegen Gottes Gesetz verstoßen und damit gesündigt hatten, verwies Gott die Menschen aus dem Paradies und erlegt der Frau zur Strafe beispielsweise die schmerzliche Geburt von Kindern auf. Jenes Vergehen wird als sogenannte Ursünde betrachtet. Kant erklärt mit ihrer Hilfe, dass der Kern des Menschen gut sei, jedoch verdorben wird, und begibt sich damit in den Bereich der Religionsphilosophie. Doch wenn der Mensch eigentlich gut ist, warum lässt Kant dann verlauten, dass der Mensch von Natur aus böse sei? Und was bedeutet überhaupt böse sein? Gottes Gebote, die Vorgaben von Propheten, ganz gleich in welcher Religion, und auch die Gesetze schreiben vor, welche Taten richtig und welche falsch sind, demnach welches Handeln als gut und welches als böse angesehen werden kann. Zuwiderhandeln gegen das Gesetz wird bestraft, der Mensch gilt als böse, das Lernen bereits kleine Kinder. Doch die Frage, die sich stellt, ist doch, welche Kriterien ein Mensch erfüllen muss, um gerechterweise als gut oder böse bezeichnen werden zu können. Hinter der Tat stecken schließlich eine Gesinnung und eine Absicht. Alleine die Tat zu betrachten, sollte für die Kategorisierung eines Menschen daher nicht ausreichen. Die Natur des Menschen, von der Kant hier spricht, beschreibt nicht alleine die Taten eines Menschen, sondern auch seine Beweggründe. Begriffe wie Sinnlichkeit, Vernunft und Freiheit dürfen bei der Betrachtung der Gutheit beziehungsweise Schlechtheit der menschlichen Natur nicht außer Acht gelassen werde, denn als freies Lebewesen sollte der Mensch, indem er seine Vernunft einsetzt, fähig sein, selbst abzuwägen und zu entscheiden

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Autor und sein Werk

3. Die Natur des Menschen

3.1. Die Anlage zum Guten

3.2. Der Hang zum Bösen

3.3. Das radikal Böse

4. Die Religion in Bezug auf die Wiederherstellung des Guten

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Kants philosophische Auseinandersetzung mit der menschlichen Natur, insbesondere die Frage, wie er zu der Schlussfolgerung gelangt, dass der Mensch von Natur aus böse sei. Dabei werden das Konzept des radikal Bösen, die Rolle der menschlichen Freiheit sowie das Verhältnis von Moral und Religion analysiert.

  • Kants Anthropologie und das Konzept des "radikal Bösen"
  • Die drei Anlagen des Menschen (Tierheit, Menschheit, Persönlichkeit)
  • Die Bedeutung der Freiheit bei der Wahl von Maximen
  • Der Zusammenhang zwischen moralischem Handeln und Religion

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Anlage zum Guten

„Kant lehrt (…), dass jeder vernünftige Mensch vermöge seiner Naturlage das Wahre und Gute versteht.“ Im Menschen muss also eine Anlage zum Guten existieren. Diese Anlage diene allerdings nicht dazu, Fähigkeiten zu schaffen, sondern viel mehr, um „ein Ziel zu verwirklichen, dass der Bedürfnisstruktur entspricht, die zum Menschen wesentlich zugehörig ist“. Die Anlage fördere die Moralität. Man könne sie, so Kant, in drei Klassen „als Elemente der Bestimmung des Menschen“ aufteilen: diese sind, die Anlage der Thierheit, der Mensch also als lebendiges Wesen. Man könne sie „unter den allgemeinen Titel der [rein] […] mechanischen Selbstliebe“ stellen, wozu keine Vernunft erforderlich ist. Sie beschreibe den Selbstzweck des Menschen, die egoistische Selbsterhaltung, und Fortpflanzung und Interaktion bzw. Geselligkeit mit anderen Lebewesen. Jegliche Laster können wohl auf diese Anlage „gepfropft“ werden, da jene der „Rohigkeit der Natur“ entspringen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Problem des Bösen bei Kant ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Ursprung des radikal Bösen in der menschlichen Natur.

2. Der Autor und sein Werk: Dieses Kapitel skizziert die Entstehungsgeschichte von Kants Werk sowie die Zensurprobleme, die Kant bei der Veröffentlichung seiner religionsphilosophischen Überlegungen begleiteten.

3. Die Natur des Menschen: Hier werden die anthropologischen Voraussetzungen beleuchtet, die Kant zugrunde legt, um das Wesen des Bösen im Menschen zu bestimmen.

3.1. Die Anlage zum Guten: Dieses Unterkapitel beschreibt die angeborene Anlage des Menschen zum Guten als notwendige Bedingung für eine moralische Orientierung.

3.2. Der Hang zum Bösen: Hier wird der "Hang zum Bösen" als eine freie Entscheidung des Willens zur Abweichung vom moralischen Gesetz analysiert.

3.3. Das radikal Böse: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des radikal Bösen, der sich nicht aus Sinnlichkeit oder Vererbung, sondern aus der Gesinnung des Menschen ergibt.

4. Die Religion in Bezug auf die Wiederherstellung des Guten: Dieses Kapitel untersucht, wie der Mensch durch moralische Gesinnungsänderung und eine ethische Gemeinschaft zur Wiederherstellung des Guten gelangen kann.

5. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einer kritischen Würdigung von Kants Ansatz zwischen Philosophie und Religion.

Schlüsselwörter

Kant, Religion, Moral, radikal Böses, Freiheit, Wille, Vernunft, Maximen, Tugend, Sittengesetz, Menschheit, Persönlichkeit, Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft, Ethik, Gottesreich

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Immanuel Kants Verständnis der menschlichen Natur und seine philosophische Antwort auf die Frage nach dem Ursprung des Guten und Bösen.

Welche zentralen Themenfelder behandelt der Text?

Zentrale Themen sind die menschliche Freiheit, die Struktur der Willkür, die drei Anlagen des Menschen sowie das Verhältnis zwischen moralischem Handeln und dem Begriff der Religion.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie Kant zu dem Schluss kommt, dass der Mensch von Natur aus böse sei, und wie sich diese "böse Natur" mit der Freiheit und Zurechenbarkeit vereinen lässt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die primär auf Kants Werk "Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft" und ergänzend auf zeitgenössische sowie moderne Sekundärliteratur gestützt ist.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der anthropologischen Grundlagen (Anlage zum Guten), die Analyse des Hangs zum Bösen und die Erörterung der moralischen Wiederherstellung des Menschen innerhalb eines religiös-ethischen Rahmens.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie radikal Böses, vernünftige Freiheit, moralische Gesinnung und ethisches Gemeinwesen charakterisieren.

Warum unterscheidet Kant zwischen einer "sichtbaren" und einer "unsichtbaren" Kirche?

Für Kant ist die wahre Religion moralisch; eine sichtbare Kirche fungiert lediglich pädagogisch als sinnliche Darstellung der moralischen Idee, während die "unsichtbare Kirche" das ethische Reich der Freiheit als moralischen Endzweck beschreibt.

Kann nach Kant auch ein Atheist ein moralischer Mensch sein?

Ja, da die Moral für Kant in der reinen praktischen Vernunft gründet und nicht zwingend von der Religion abhängt; Religion ist für Kant vielmehr eine Vertiefung der moralischen Sphäre.

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Details

Title
Kant "Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft". Der Mensch zwischen Gut und Böse
College
University of Freiburg
Grade
2,0
Author
Melissa Grönebaum (Author)
Publication Year
2013
Pages
20
Catalog Number
V268373
ISBN (eBook)
9783656587644
ISBN (Book)
9783656587613
Language
German
Tags
kant religion grenzen vernunft mensch böse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Melissa Grönebaum (Author), 2013, Kant "Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft". Der Mensch zwischen Gut und Böse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268373
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