Der Staat und die Bürger bei Hobbes und Machiavelli. Vergleich unter Bezugnahme auf Maslows Bedürfnistheorie


Hausarbeit, 2010
18 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

2
Literaturverzeichnis
1. Einleitung ... 3
2. Vorstellung der Bedürfnispyramide nach Maslow ... 4
3. Hobbes politische Theorie im ,,de Cive" und im ,,Leviathan" ... 6
3.1. Der Permanente Kriegszustand und die Lösung durch die Errichtung eines Staates 6
3.2. Anforderungen und Pflichten eines Souveräns ... 7
3.3. Hobbes Menschenbild in Bezug auf die Rolle der Bürger ... 8
4. Machiavellis politische Theorie im ,,Principe" und im ,,Discorsi" ... 9
4.1. Entstehung und Untergang eines Staates ... 9
4.2. Die Rolle des Machtinhabers ... 9
4.3. Machiavellis anthropologische Sichtweise und die Auswirkung auf den Staat ... 10
5. Vergleich der beiden Positionen unter Bezugnahme von Maslows Bedürfnistheorie ... 11
5.1. Die physiologischen Bedürfnisse ... 11
5.2. Das Sicherheitsbedürfnis ... 12
5.3. Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Liebe ... 14
5.4. Das Bedürfnis nach Achtung ... 15
5.5. Das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung ... 16
6. Resümee ... 16
Literaturverzeichnis ... 18

3
1. Einleitung
Thomas Hobbes hat die politische Philosophie in der Neuzeit revolutionär neu begründet.
Obwohl mehr als 300 Jahre zwischen der Erscheinung des Leviathans und unserer
heutigen Zeit liegt, ist die von ihm ausgearbeitete individualistische, vertragstheoretische
Staatsrechtfertigung bis heute das vorherrschende, legitimationstheoretische Modell in der
politischen Philosophie.
1
Auch Machiavelli hat mit seinen politischen Überlegungen viel Aufsehen erregt, die bis
heute ,,als einer der spektakulärsten Traktate im Klassikerkanon der abendländischen
politischen Theorie überhaupt"
2
gelten. Er bricht mit der Denkrichtung des
sittlichkeitsorientierten Aristotelismus und charakterisiert zum ersten Mal den modernen,
ungebundenen, ontologisch ortlosen, asozialen und allein auf sich gestellten Menschen.
Nicht das Glück der Gemeinschaft, nicht das gute Leben, nicht die Tugendhaftigkeit und
Gerechtigkeit bilden nach Machiavelli die Leitvorstellungen der Politik, sondern
Selbsterhaltung und Machtsteigerung. Diese anthropologischen Überlegungen greift
Hobbes in seinen Werken wieder auf und verallgemeinert diese dann in seiner
Naturzustandtheorie zu einem allgemein menschlichen Verhaltensmuster.
3
Die vorliegende Arbeit wird sich mit dem hobbesschen Hauptwerk ,,Leviathan oder Stoff,
Form und Gewalt eines kirchlichen und bürgerlichen Staates" und dem vorher
veröffentlichten ,,de Cive" auseinandersetzen und sich außerdem mit Niccolò Machiavellis
Werken ,,Principe" und ,,Discorsi" beschäftigen. Der Hauptschwerpunkt soll hierbei auf
dem Leben der Bürger im Staat liegen. Ich möchte die beiden politischen Theorien nach
dem Gesichtspunkt des angenehmeren Lebens für die Bürger vergleichen. In welchem
Staat hätte man also besser gelebt? Ich werde mir also zwei Staaten denken in dem die
Herrscher genau nach den Theorien von beiden Staatsphilosophen gehandelt hätten. Dazu
möchte ich als objektive Kriterien die Bedürfnishierarchie oder Bedürfnispyramide von
Abraham H. Maslow heranziehen, da dieser davon ausgeht, dass grundlegende Bedürfnisse
des Menschen befriedigt werden müssen, damit dieser physisch und psychisch gesund
sein kann. Ich werde dazu die von ihm erstellte Hierarchie vorstellen, um diese Ergebnisse
1
Vgl. Kersting, Hobbes, Thomas Hobbes zur Einführung, Hamburg, Junius, 1992. S. 7-9.
2
Nitschke, Peter: Machiavelli, in: Hauptwerke der politischen Theorie. Hg. von Stammen, Theo; Riescher,
Gisela und Hofmann, Wilhelm, Stuttgart, Kröner Verlag, 1997, S. 297.
3
Vgl.
Reese-Schäfer, Klassiker der politischen Ideengeschichte, München, R. Oldenbourg Verlag, 2007. S.
25-27.

4
auf die Bürger im Staat zur Überprüfung des angenehmeren Lebens zu nutzen. Danach
werde ich auf die politische Theorie von Hobbes und Machiavelli eingehen, wobei im
Fordergrund die Herausarbeitung des anthropologischen Denkens der beiden Philosophen
und das Verhältnis zwischen dem Staat und den Bürgern stehen wird. Mit diesen
Ergebnissen werde ich im Anschluss dann einen Vergleich ziehen, um am Ende der Arbeit
zu dem Ergebnis zu kommen, in welchem Reich man besser als Bürger gelebt hätte, wenn
die Staaten in der Praxis wirklich entstanden wären. Ich werde mich also nicht bloß an die
theoretischen Überlegungen halten, sondern diese auch mit praktischen Problemen
konfrontieren.
2. Vorstellung der Bedürfnispyramide nach Maslow
Maslow stellt in seinem Buch ,,Motivation und Persönlichkeit" eine Art
Bedürfnispyramide auf. Er behauptet es gibt niedere und höhere Bedürfnisse und erst wenn
das niederste Bedürfnis befriedigt worden ist, kommen neue Bedürfnisse zum Vorschein,
usw. Er erklärt des Weiteren, dass die physiologischen Bedürfnisse die mächtigsten unter
allen sind. ,,Jemand dem es an Nahrung, Sicherheit, Liebe und Wertschätzung mangelt,
würde wahrscheinlich nach Nahrung mehr als nach etwas anderem hungern."
4
Das heißt
also, wenn ich extrem hungrig oder durstig bin, habe ich keine anderen Interessen außer
Nahrung. Sobald dann diese physiologischen Bedürfnisse gestillt sind, tritt ein weiteres
Bedürfnisensemble auf, das Sicherheitsbedürfnis. Darunter versteht Maslow Sicherheit,
Stabilität, Geborgenheit, Schutz, Angstfreiheit, Bedürfnis nach Struktur, Ordnung, Gesetz,
Grenzen usw.
5
Wenn wiederum diese Bedürfnisse befriedigt sind, sehnt sich der Mensch
nach liebevollen Beziehungen, nach einem Platz in der Gruppe oder in der Familie, worauf
man nach deren Befriedigung ein Bedürfnis nach Achtung verspürt und dann wiederum
nach Selbstverwirklichung.
6
Ich habe zur besseren Übersicht eine Pyramide nach der
Theorie von Maslow entwickelt.
4
Maslow, Abraham H., Motivation und Persönlichkeit, 1996. S. 63.
5
Vgl. Maslow, (FN 4), S. 66.
6
Vgl. Maslow (FN4), S. 66- 73.

5
Bedürfnispyramide nach Maslow, By PNG by Philipp Guttmann, SVG by Jüppsche [Public domain], via
Wikimedia Commons,
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/98/Einfache_Bed%C3%BCrfnishierarchie_nach_Maslo
w.svg
Die ersten vier Bedürfnisse nennt Maslow "Defizitbedürfnisse", weil es sich negativ
auswirkt, wenn diese nicht befriedigt werden. Man hat ein ständiges Gefühl der
Entbehrung und kann z.B. leichter krank werden. Ein Mensch, dessen Verhalten durch
höhere Bedürfnisse bestimmt ist. was voraussetzt, dass alle grundlegenderen Bedürfnisse
befriedigt sind, ist seltener krank, schläft besser und lebt länger.
7
Also kann er im Staat
auch ein besserer Bürger sein. Er kann beispielsweise mehr arbeiten und somit ein
wichtigen Teil in der Gesellschaft einnehmen. Bei Steuerzahlung nach der Höhe des
Einkommens, muss er bei mehr Verdienst auch mehr Abgaben leisten, wovon letztendlich
der Staat auch wieder profitiert.
7
Vgl. Stangl, Werner, Bedürfnisse, http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/MOTIVATION/Beduerfnisse.shtml,
16.02.10.

6
3. Hobbes politische Theorie im ,,de Cive" und im ,,Leviathan"
3.1. Der Permanente Kriegszustand und die Lösung durch die Errichtung eines
Staates
Thomas Hobbes will die Herrschaft legitimieren,
8
wozu er sowohl im ,,Leviathan" als auch
im ,,de Cive" verschiedene Argumente einsetzt. Als erstes ist sein anthropologisches
Argument zu nennen. Hobbes sieht den Menschen nicht mehr wie in der antiken und
mittelalterlichen Welt als politisches Wesen, dass nur in der politischen Gemeinschaft eine
angemessene Lebensweise findet,
9
sondern außerhalb der bürgerlichen Gesellschaft
herrscht seiner Meinung nach ein Krieg aller gegen alle. Jeder hat in diesem Zustand ein
Recht auf alles, niemand kann in Sicherheit leben und jedem steht das Recht zu alle Mittel
zu gebrauchen und alle Handlungen zu tun, ohne die er sich nicht erhalten kann.
10
Da die
Menschen von Natur aus gleich sind, gibt es kein natürliches Übergewicht, was die
Menschen natürlich aus diesem Zustand befreien würde.
11
Da der Krieg aber etwas Schlechtes ist und die Menschen danach trachten diesen Zustand
zu verlassen, ist es das Gebot der rechten Vernunft den Frieden zu suchen.
12
Hobbes
argumentiert mit dem natürlichen Gesetz, welches das Gebot der rechten Vernunft ist, ein
langes Leben zu führen,
13
was im Naturzustand nicht möglich ist. Hobbes leitet aus seinem
anthropologischen Bild und den natürlichen Gesetzen also den Frieden her, wobei das erste
und zweite natürliche Gesetz besagen: ,,Suche Frieden und halte ihn ein" und ,,Jedermann
soll freiwillig, wenn andere ebenfalls dazu bereit sind, auf sein Recht auf alles verzichten,
soweit er dies um des Friedens und der Selbstverteidigung willen für notwendig hält, und
er soll sich mit soviel Freiheit gegenüber anderen zufrieden geben, wie er anderen gegen
sich selbst auch einräumen würde."
14
Demnach hat der Mensch den Naturzustand zu verlassen durch unsere Leidenschaften,
also die Angst vor dem Tod und das Verlangen nach einem angenehmen Leben und die
Hoffnung dieses durch Fleiß zu erlangen. Auf der anderen Seite werden wir von unserem
Verstand geleitet den Frieden zu suchen, denn die Menschen sehen durch die natürlichen
Gesetze ein, dass sie den Naturzustand verlassen wollen.
15
8
Vgl. Kesting, Wolfgang, Thomas Hobbes zur Einführung, Hamburg, Junius, 1992. S. 15.
9
Vgl. Kesting (FN 8) S. 13.
10
Vgl. Hobbes, Thomas, de Cive, Hamburg, Felix Meiner Verlag, 1994, S. 69-80.
11
Vgl. Hobbes, Thomas, (FN 10), S. 80.
12
Vgl. Hobbes, Thomas, (FN 10), S. 85.
13
Vgl. Hobbes, Thomas, (FN 10), S. 86-87.
14
Hobbes, Thomas, Leviathan, Berlin, Suhrkamp Taschenbuch Verlag, 1966, S. 100.
15
Vgl. Reese-Schäfer, (FN 3), S. 68.
Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Der Staat und die Bürger bei Hobbes und Machiavelli. Vergleich unter Bezugnahme auf Maslows Bedürfnistheorie
Hochschule
Universität Rostock
Veranstaltung
Textseminar Philosophie der Neuzeit
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V268444
ISBN (eBook)
9783668534261
ISBN (Buch)
9783668534278
Dateigröße
574 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
staat, bürger, hobbes, machiavelli
Arbeit zitieren
Claudia Dähn (Autor), 2010, Der Staat und die Bürger bei Hobbes und Machiavelli. Vergleich unter Bezugnahme auf Maslows Bedürfnistheorie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268444

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