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Motive für den preußischen Chausseebau in den Jahren 1815 bis 1835

Title: Motive für den preußischen Chausseebau in den Jahren 1815 bis 1835

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 30 Pages , Grade: 1

Autor:in: Magister Artium Patrick Fengler (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Befestigte Straßen als Kommunikationsmittel der Menschen waren und sind bis heute von großer Bedeutung. Aufgrund dieser unbestrittenen Bedeutung ist es schwierig zu glauben, daß die Geschichte der Chausseen erst um die 200 Jahre alt ist. Denn sowohl die Fernhandelsstraßen als auch die Straßen im regionalen Bereich ließen bis in das 18. und 19. Jahrhundert hinsichtlich ihres Zustandes sehr zu wünschen übrig. Die Straßen waren überwiegend nur festgetretene Erdwege oder mit Gras bewachsene Pfade. Die zunehmende wirtschaftliche Entwicklung führte immer mehr zu der Notwendigkeit, Chausseen anzulegen. Schon die Zeit Napoleons hatte die große Bedeutung guter Straßen erwiesen. Danach konnte insbesondere in den rheinischen Provinzen die Vorzüge eines guten und ausgedehnten Straßensystems beobachtet werden. Bis 1815 hatte der preußische Staat nur wenig für den Ausbau eines Chausseenetzes getan. Demgegenüber stehen die nachfolgenden Jahre, in denen Preußen aus unterschiedlichsten Gründen den vorher stiefmütterlich behandelten Chausseebau energisch vorantrieb.
In der Arbeit „Motive für den preußischen Chausseebau in den Jahren 1815 bis 1835“ soll ermittelt werden, in welchem Ausmaß der preußische Chausseebau durch die Arbeitsmarkt-, die Wirtschafts- und Zollpolitik vorangetrieben wurde. Demzufolge soll festgestellt werden, daß der Chausseebau besonders der rasanten Modernisierung der Wirtschaft ausgesetzt war und somit eine Reaktion auf diese Veränderungen darstellte. Weiterhin soll bewiesen werden, daß der preußische Chausseebau eine wichtige Rolle als Kampfmittel in Bezug auf die preußische Zollpolitik einnahm.
Wie dem Titel der Arbeit zu entnehmen ist, werden insbesondere die Jahre zwischen 1815 und 1835 im Vordergrund stehen. Um einen regionalen Bezug schaffen zu können, wird eine örtliche Eingrenzung in derart vorgenommen, daß besonders die wirtschaftlichen und chausseebaulichen Entwicklungen in der preußischen Provinz Sachsen im Vordergrund stehen.
Im ersten Teil dieser Arbeit wird der Begriff „Chaussee“ einen Schwerpunkt bilden. Mit der Klärung der Begrifflichkeit kann der Definitionswandel sehr gut dargestellt werden. Des wei-teren wird die bauliche Gestaltung von Chausseen veranschaulicht, um den damaligen technischen Aufwand beim Bau von Chausseeanlagen darlegen zu können. Als letztes wird die Ge-schichte des preußischen Chausseebaus bis 1815 erörtert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorbemerkungen

2.1. Forschungsstand

2.2. Der Begriff „Chaussee“

2.3. Die bauliche Gestaltung von Chausseen

2.4. Der Chausseebau und seine Vorgeschichte in Preußen

3. Motive für den Chausseebau in Preußen von 1815 bis 1835

3.1. Chausseebau als Motiv der Wirtschaftsförderung

3.1.1. Die Landwirtschaft und die Lebensmittelindustrie

3.1.2. Bergbau, Hüttenindustrie und Textilgewerbe

3.1.3. Chausseebau als Wirtschaftsförderer

3.2. Chausseebau als Motiv für die Arbeitsmarktförderung

3.3. Chausseebau als Motiv für die preußische Zollpolitik

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentralen Beweggründe für den forcierten Ausbau des preußischen Chausseenetzes im Zeitraum von 1815 bis 1835. Dabei wird analysiert, inwieweit wirtschaftliche Notwendigkeiten, arbeitsmarktpolitische Überlegungen und die preußische Zollpolitik als Motive für den massiven Ausbau der Verkehrsinfrastruktur dienten.

  • Analyse der wirtschaftlichen Bedeutung des Chausseebaus für Landwirtschaft und Industrie.
  • Untersuchung des Chausseebaus als Instrument der staatlichen Arbeitsmarktpolitik.
  • Bewertung der Rolle des Straßenbaus als Kampfmittel in der preußischen Zollpolitik.
  • Regionale Fallbeispiele zur Entwicklung des Chausseenetzes, insbesondere in der Provinz Sachsen.
  • Zusammenhang zwischen Verkehrserschließung und der politischen Integration neuer Gebiete.

Auszug aus dem Buch

2.4. Der Chausseebau und seine Vorgeschichte in Preußen

Eine Verbesserung des Zustandes der Landwege, die lediglich festgetretene Erdwege oder mit Gras bewachsene Pfade waren, trat erst im 16. Jahrhundert ein.52

Der moderne Straßenbau hatte seinen Ursprung in Frankreich. Der Generalkontrolleur der Finanzen am Hofe Ludwigs XIV., Colbert, bündelte die französische Wirtschaftskraft zentralistisch unter seiner Verwaltung und förderte die königlichen und privilegierten Manufakturen, die Exportwaren herstellten. Besonders die Exporterzeugnisse waren auf ausgebaute Handels- und Verkehrswege angewiesen, so daß die staatliche Wirtschaftsaktivität den Grundstein zur Erneuerung des Straßenwesens legte. Colbert hatte indes die Abhängigkeit des wirtschaftlichen Fortschrittes vom Zustand des Straßenwesens erkannt. Immerhin war ein prosperierender staatlicher Außenhandel auf gute Straßen angewiesen. 53

Das es zu einer Veränderung der Landstraßenfunktion gekommen war, konnte von dieser Zeit an nicht mehr bestritten werden. Zum einen bekam die Straße eine militärische Bedeutung. Zum anderen wurden gute Straßen für den Aufbau und die Erhaltung der Funktionsfähigkeit von zentralisierten Verwaltungen gebraucht.54 Aber auch die Entfaltung des Postwesens in Frankreich führte zu Bemühungen, die Straßenverhältnisse zu verbessern. Selbst Preußen war bemüht, die Postkurse möglichst lange auf seinem Gebiet zu halten, um sich einen größtmöglichen Portoanteil zu sichern. Aus diesem Grund wurden in bestimmten Gebieten Preußens Poststraßen bestimmt, auf denen regelmäßige Fahrten stattfinden sollten. 55

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den zeitlichen Rahmen von 1815 bis 1835 und die wissenschaftliche Fragestellung bezüglich der Motive für den preußischen Chausseebau.

2. Vorbemerkungen: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Forschungsstand und klärt sowohl den Begriff „Chaussee“ als auch die baulichen Standards der damaligen Zeit.

3. Motive für den Chausseebau in Preußen von 1815 bis 1835: Das Hauptkapitel untersucht detailliert die drei Säulen der Chausseebaupolitik: Wirtschaftsförderung, Arbeitsmarktpolitik und die strategische Zollpolitik Preußens.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der Chausseebau ein zentrales, multifunktionales Instrument preußischer Politik war, das wirtschaftliche Modernisierung und politische Integration maßgeblich vorantrieb.

Schlüsselwörter

Chausseebau, Preußen, Provinz Sachsen, Wirtschaftsförderung, Zollpolitik, Deutscher Zollverein, Infrastruktur, Arbeitsmarktpolitik, Verkehrsgeschichte, 19. Jahrhundert, Industrielle Revolution, Straßenbau, Transitverkehr, Marktintegration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die verschiedenen Motive, die den preußischen Staat dazu veranlassten, in den Jahren 1815 bis 1835 den Bau befestigter Straßen (Chausseen) in großem Umfang voranzutreiben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Wechselwirkungen zwischen dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und den Bereichen Wirtschaftsförderung, Arbeitsmarktregulierung sowie machtpolitischer Zollstrategien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, in welchem Maße der preußische Chausseebau eine bewusste Reaktion auf die wirtschaftliche Modernisierung darstellte und als strategisches Kampfmittel zur Durchsetzung der preußischen Zollunionspolitik eingesetzt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-wissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur, zeitgenössischer Statistiken und historischer Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die Bedeutung der Chausseen für spezifische Wirtschaftszweige (Landwirtschaft, Bergbau, Industrie), deren Nutzung als arbeitsmarktpolitisches Instrument in Krisenzeiten und die strategische Nutzung der Straßenführung zur Steuerung des Transitverkehrs im Kontext des aufstrebenden Zollvereins.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Chausseebau, preußische Zollpolitik, wirtschaftliche Modernisierung, industrielle Entwicklung und die Rolle des Staates als Infrastrukturplaner.

Warum war die Provinz Sachsen ein besonderer Fokus der Arbeit?

Die Provinz Sachsen wies im fraglichen Zeitraum eine starke industrielle Entwicklung auf und diente als geographisches Testfeld für die Verdichtung des Chausseenetzes, um den preußischen Einfluss zu sichern.

Welche Rolle spielte der Finanzminister von Motz?

Friedrich von Motz war ein zentraler Akteur, der den Chausseebau massiv förderte, um durch zollpolitische Maßnahmen den preußisch dominierten Zollverein als Vorstufe der politischen Einigung Deutschlands zu festigen.

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Details

Title
Motive für den preußischen Chausseebau in den Jahren 1815 bis 1835
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (FB Geschichte)
Course
Deutscher Zollverein
Grade
1
Author
Magister Artium Patrick Fengler (Author)
Publication Year
2003
Pages
30
Catalog Number
V26845
ISBN (eBook)
9783638290630
ISBN (Book)
9783638649216
Language
German
Tags
Motive Chausseebau Jahren Deutscher Zollverein
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Patrick Fengler (Author), 2003, Motive für den preußischen Chausseebau in den Jahren 1815 bis 1835, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26845
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