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Die westdeutsche Wiederbewaffnung als Grundstein für die EVG?

Title: Die westdeutsche Wiederbewaffnung als Grundstein für die EVG?

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 36 Pages , Grade: 2

Autor:in: Magister Artium Patrick Fengler (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
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Auf Grund des steten Zusammenwachsens der europäischen Länder zu einer europäischen Union sind auch die Anforderungen an dieser immanent gewachsen. Eine besondere Rolle spielt angesichts der vielen Konfliktsituationen inner- und außerhalb Europas die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union.
In der Arbeit „ Die westdeutsche Wiederbewaffnung als Grundstein für die EVG?“ soll ermittelt werden, inwieweit die Diskussionen und Planungen für einen westdeutschen Verteidigungsbeitrag Voraussetzungen für Diskussionen und Planungen über eine EVG lieferten. Weiterhin wird der Frage nachgegangen, in welchem Maße die Westalliierten den Prozeß der Diskussionen und Planungen vor allem nach den Ausbruch des Koreakrieges vorangetrieben haben. Außerdem sollen auch die sicherheitspolitischen Zielsetzungen Adenauers betrachtet werden.
Dafür ist es notwendig, daß besonders die Jahre zwischen 1947 und 1951 im Vordergrund stehen. Als unterste Grenze wurde 1947 gewählt, da zu dieser Zeit für die westalliierten Mili-tärs Überlegungen zwingend wurden, ein mögliches westdeutsches Verteidigungspotential in die sicherheitspolitischen Planungen aufzunehmen. Die Obergrenze wird mit 1951 festgelegt, da es im Sommer des selben Jahres zur Entscheidung kam, eine EVG aufzubauen. Es bleiben somit die Diskussionen und Planungen über einen westdeutschen Verteidigungsbeitrag inner-halb der Verhandlungen über die EVG unberücksichtigt.
Im ersten Teil dieser Arbeit wird die EVG den Schwerpunkt bilden, um sich einen Überblick über die Zusammenhänge der sogenannten „EVG-Phase“ verschaffen zu können. Darüber hinaus wird der Vertrag über die EVG erörtert, um die Arbeitsweise darzulegen und das Verständnis für die EVG zu erhöhen. Der Hauptteil setzt sich zunächst mit den sicherheitspoliti-schen Zielen Adenauers auseinander, da dieser die Diskussionen maßgeblich mitbestimmte. Des weiteren werden die Diskussionen um einen westdeutschen Verteidigungsbeitrag vor und nach dem Ausbruch des Koreakrieges aufgezeigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorbemerkungen

2.1. Forschungsstand

2.2. Die EVG-Phase im historischen Überblick

2.3. Der Vertrag über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft

3. Die Planungen zur deutschen Wiederbewaffnung bis zur Entscheidung für das EVG-Projekt

3.1. Die sicherheitspolitischen Ziele Adenauers

3.2. Diskussionen um einen westdeutschen Verteidigungsbeitrag 1947-1950

3.3. Die Zeit der Entscheidungen

3.3.1. Die Entscheidung für eine deutsche Wiederbewaffnung im Dezember 1950

3.3.2. Die Entscheidung für das EVG-Projekt

4. Schlußbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Hausarbeit untersucht, inwiefern die Diskussionen und Planungen für einen westdeutschen Verteidigungsbeitrag zwischen 1947 und 1951 als notwendige Voraussetzung für das Projekt der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) fungierten. Dabei steht die Rolle der westalliierten Interessen sowie der sicherheitspolitischen Strategie von Bundeskanzler Konrad Adenauer im Fokus, um den komplexen Entscheidungsprozess zur militärischen Integration der jungen Bundesrepublik nachzuvollziehen.

  • Historische Genese und Kontext der sogenannten „EVG-Phase“
  • Sicherheitspolitische Zielsetzungen von Konrad Adenauer und das Streben nach Souveränität
  • Einfluss des Koreakrieges auf die westalliierte Deutschlandpolitik
  • Analyse des Pleven-Plans und dessen Transformation zum EVG-Projekt

Auszug aus dem Buch

Die sicherheitspolitischen Ziele Adenauers

In den Gründerjahren der Bundesrepublik war eine nationale Landesverteidigung ausgeschlossen, denn die Sicherheit und der Schutz des Staates befanden sich in den Händen der westlichen Alliierten. Die Sicherheitsinteressen der Westmächte bestanden jedoch darin, ihre nationalen Grenzen und die eigenen Truppen zu schützen und divergierten daher mit denen Adenauers. Die außenpolitischen Zielvorstellungen des bundesdeutschen Kanzlers sahen dagegen in erster Linie die Sicherheit der Bundesrepublik gegenüber der Aufrüstung der Sowjetzone durch die Sowjetunion und der Sowjetunion selbst vor, denn die sowjetische Expansionspolitik wurde von Adenauer als ein traditionell, geopolitisch geformter Ausdehnungsdrang wahrgenommen. Gleichwohl gelangten Adenauer und seine zu Rate gezogenen Militärexperten zu dem Ergebnis, daß eine realistische nationale Landesverteidigung nur im Zusammenhang mit einer Einbindung der Sicherheitsinteressen westlicher Alliierten möglich sei.

Andererseits wußte Adenauer, daß im Falle einer Invasion von Seiten der Sowjetunion die Verteidigung der Bundesrepublik auf Grund der schwächeren westlichen Landstreitkräfte nicht möglich war. Adenauer entging das Potential der amerikanischen Atomwaffen gegenüber der Sowjetunion nicht, welche im Nordatlantikpakt als Abschreckung die Sicherheit in Westeuropa verbesserten und die Gefahr eines dritten Weltkrieges verminderten. Es war also das vordringlichste Ziel Adenauers, den Beitritt der Bundesrepublik in ein westliches Militärbündnis herbeizuführen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) und definiert den Untersuchungsgegenstand zur Entstehung der EVG im Kontext der deutschen Wiederbewaffnung.

2. Vorbemerkungen: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Forschungsstand sowie einen historischen Abriss der EVG-Phase und des EVG-Vertrags.

3. Die Planungen zur deutschen Wiederbewaffnung bis zur Entscheidung für das EVG-Projekt: Dieser Hauptteil analysiert die strategischen Ziele Adenauers, die internationale Diskussion um den westdeutschen Verteidigungsbeitrag vor und nach Ausbruch des Koreakrieges sowie den konkreten Entscheidungsprozess für das EVG-Projekt.

4. Schlußbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die westdeutsche Wiederbewaffnung die essenzielle Voraussetzung für das EVG-Projekt war und als Hebel für Adenauers Souveränitätspolitik diente.

Schlüsselwörter

EVG, Europäische Verteidigungsgemeinschaft, Wiederbewaffnung, Konrad Adenauer, Westintegration, Sicherheitspolitik, Koreakrieg, Pleven-Plan, Souveränität, NATO, Verteidigungsbeitrag, Besatzungsstatut, Westmächte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den historischen Prozess, der zur Entscheidung für eine westdeutsche Wiederbewaffnung im Rahmen des EVG-Projekts führte, und beleuchtet die dabei verfolgten Interessen der beteiligten Akteure.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die europäische Integration, militärstrategische Sicherheitsbedürfnisse der Westmächte und die außenpolitische Emanzipation der Bundesrepublik Deutschland.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu ermitteln, inwieweit die Debatten über einen westdeutschen Verteidigungsbeitrag die notwendige Basis für die Initiierung des EVG-Projekts bildeten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche und historische Analyse, die auf einer Auswertung von Fachliteratur und zeitgenössischen Dokumenten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Adenauers sicherheitspolitischen Zielen, die Diskussionen zur Bewaffnung vor und nach dem Koreakrieg sowie die konkreten Etappen der Entscheidungsfindung in Paris und auf dem Petersberg.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie EVG, Wiederbewaffnung, Souveränität, Westintegration und die sicherheitspolitische Rolle Adenauers definieren.

Welche Rolle spielte der Koreakrieg für die Planungen?

Der Ausbruch des Koreakrieges 1950 fungierte als Katalysator, da er den militärischen Druck auf die USA erhöhte und die Notwendigkeit einer Einbindung des westdeutschen Potentials für die Verteidigung Westeuropas forcierte.

Warum war Adenauer so sehr am Verteidigungsbeitrag interessiert?

Für Adenauer war der Verteidigungsbeitrag das entscheidende Instrument, um für die Bundesrepublik Gleichberechtigung und volle staatliche Souveränität im Konzert der westlichen Staaten zu erlangen.

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Details

Title
Die westdeutsche Wiederbewaffnung als Grundstein für die EVG?
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (FB Politikwissenschaft)
Course
Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU
Grade
2
Author
Magister Artium Patrick Fengler (Author)
Publication Year
2003
Pages
36
Catalog Number
V26846
ISBN (eBook)
9783638290647
ISBN (Book)
9783638649223
Language
German
Tags
Wiederbewaffnung Grundstein Gemeinsame Außen- Sicherheitspolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Patrick Fengler (Author), 2003, Die westdeutsche Wiederbewaffnung als Grundstein für die EVG?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26846
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