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Rawls Kontraktualismus und die Berücksichtigung von Tieren

Title: Rawls Kontraktualismus und die Berücksichtigung von Tieren

Seminar Paper , 2012 , 12 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Bachelor of Arts Esther Schmitt (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Das Töten von Tieren - insbesondere zu Nahrungszwecken, die damit verbundene Massentierhaltung sowie Tierversuche im Dienste der Wissenschaft geraten immer häufiger in die Kritik. Menschen sind empört über die grausame Behandlung von Tieren. Im Zuge dessen hat die Anzahl der Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, deutlich zugenommen. Dies spiegelt die Alltagsmoral wieder, dass es unmoralisch ist, Tieren unnötige Schmerzen zu bereiten. „[Auch] die Philosophen sind im Alltag durchaus der Überzeugung, daß es unmoralisch ist, Tieren unnötiges Leiden zuzufügen.“ Deshalb versuchen die Philosophen die Tiere in ihre Moraltheorien mit einzubeziehen. Die entscheidende Frage in der Tierrechtsdiskussion lautet: Haben Tiere Rechte und kommt ihnen ein moralischer Status zu?
Diese Fragestellung wird im Folgenden anhand des Kontraktualismus erörtert, welcher seine Wurzeln in der griechischen Antike hat. Anhand des Rawlschen Kontraktualismus wird untersucht, ob die Anerkennung eines moralischen Status von Tieren mit dem Kontraktualismus selbst kohärent ist und ob dies mit der gegenwärtigen Moralvorstellung übereinstimmt. Dazu wird zunächst Rawls Vertragstheorie „Theory of Justice“ näher betrachtet, welche 1971 veröffentlicht wurde.
Einige Philosophen sind davon überzeugt, dass Tiere in Rawls Vertragstheorie einbezogen werden können. Hier werden drei mögliche Einbindungsformen dargelegt. In der ersten Interpretationsform wird Tieren ein Vormund hinter dem Schleier des Nichtwissens zugesprochen. In der zweiten Version, vertreten von Mark Rowlands, wird die Spezieszugehörigkeit hinter dem Schleier des Nichtwissens ausgeblendet. Ein weiterer Ansatz geht davon aus, dass die Verpflichtung von Tieren als indirekte Verpflichtung gegenüber Menschen zu verstehen ist.
Die Argumentation stützt sich neben Rawls „Theory of Justice“ hauptsächlich auf Rowlands „Gerechtigkeit für alle“5 und Carrunthers „Kontraktualismus und Tiere.“ Beide Texte sind von Ursula Wolf in „Texte zur Tierethik“ erschienen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Schleier des Nichtwissens

3 Die Berücksichtigung von Tieren in Rawls Vertragstheorie

4 Überlegungsgleichgewicht

5 Menschen als Stellvertreter für Tiere hinter dem Schleier des Nichtwissens

6 Die Ausblendung der Spezieszugehörigkeit hinter dem Schleier des Nichtwissens

7 Verpflichtung gegenüber Tieren als indirekte Verpflichtung gegenüber Menschen

8 Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob und inwiefern Tiere in den Kontraktualismus von John Rawls integriert werden können und ob eine solche Einbeziehung mit der inneren Kohärenz seiner Vertragstheorie sowie gängigen Moralvorstellungen vereinbar ist.

  • Analyse der Rawls’schen Vertragstheorie und des „Schleiers des Nichtwissens“.
  • Untersuchung von drei theoretischen Ansätzen zur Einbindung von Tieren in den Kontraktualismus.
  • Diskussion der Konzepte „moralische Subjekte“ versus „moralische Objekte“.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der moralischen Relevanz der Spezieszugehörigkeit.
  • Bewertung der indirekten Verpflichtungen gegenüber Tieren als Kompensationsmöglichkeit.

Auszug aus dem Buch

6 Die Ausblendung der Spezieszugehörigkeit hinter dem Schleier des Nichtwissens

Rawls Urzustand kann auf verschiedene Art und Weisen erzeugt werden. Rowlands Zustand der Unparteilichkeit ist diejenige Version des Urzustandes, die von den Prinzipien der Gleichheit und des Verdienstes geprägt ist. Rowlands Interpretation des Urzustandes unterscheidet sich jedoch in wesentlichen Punkten von der Rawls. Rowlands spricht deshalb vom „Zustand der Unparteilichkeit“ und nicht vom Urzustand.

Faktoren, die nicht beeinflusst werden können, haben nach dem Verdienstprinzip keine Auswirkung auf das Maß der Berücksichtigung, denn Faktoren, die nicht beeinflusst werden können, sind moralisch irrelevant. Demnach sollte die Spezieszugehörigkeit, anders als bei Rawls, ebenso wie alle Eigenschaften, die die Zugehörigkeit zu einer Spezies mit sich bringen, im Zustand der Unparteilichkeit unbekannt sein.

Gemäß dem Gleichheitsprinzip hat jeder „im selben Maße Anspruch auf Berücksichtigung.“ Dies gilt unabhängig von der Zugehörigkeit zur Spezies Mensch oder Tier („insofern keine moralisch relevanten Unterschiede vorliegen“).

Wenn man hinter dem Schleier des Nichtwissens nicht weiß, ob man als Tier oder als Mensch geboren wird, dann wählt man Normen, die die Interessen von Mitgliedern aller Spezies schützen. Es wäre unvernünftig nur Menschen Rechte zuzusprechen. Durch das Ausblenden der Spezies hinter dem Schleier des Nichtwissens wird Speziesismus vermieden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung der Problematik des Tierschutzes und der Zielsetzung, Tierrechte im Rahmen der Rawlsschen Theorie zu erörtern.

2 Der Schleier des Nichtwissens: Erläuterung des Gedankenexperiments von Rawls zur Gewährleistung unparteiischer Gerechtigkeitsgrundsätze.

3 Die Berücksichtigung von Tieren in Rawls Vertragstheorie: Analyse, warum Tiere nach Rawls ursprünglicher Theorie aufgrund fehlender moralischer Eigenschaften ausgeschlossen bleiben.

4 Überlegungsgleichgewicht: Beschreibung der Methode, die Balance zwischen Theorie und alltäglichen Moralvorstellungen zu finden.

5 Menschen als Stellvertreter für Tiere hinter dem Schleier des Nichtwissens: Untersuchung der Hypothese, ob Menschen als Stellvertreter für tierische Interessen agieren könnten.

6 Die Ausblendung der Spezieszugehörigkeit hinter dem Schleier des Nichtwissens: Darstellung der Argumentation von Mark Rowlands zur moralischen Irrelevanz der Spezieszugehörigkeit.

7 Verpflichtung gegenüber Tieren als indirekte Verpflichtung gegenüber Menschen: Prüfung, ob Tierschutz lediglich als Schutz menschlicher Interessen begründet werden kann.

8 Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass der Kontraktualismus Schwierigkeiten hat, Tieren einen eigenständigen moralischen Status zu verleihen.

Schlüsselwörter

Kontraktualismus, John Rawls, Tierethik, Gerechtigkeit, Schleier des Nichtwissens, Mark Rowlands, moralischer Status, Tierrechte, Speziesismus, Vertragstheorie, Unparteilichkeit, moralische Subjekte, Leidensvermeidung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die philosophische Frage, ob und wie Tiere in die Vertragstheorie von John Rawls integriert werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Kontraktualismus, die Kriterien für moralische Subjekte und die ethische Bewertung von Tierrechten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist zu prüfen, ob die Anerkennung eines moralischen Status von Tieren mit der Rawlsschen Vertragstheorie kohärent möglich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse von philosophischen Texten (insbesondere von Rawls und Rowlands) sowie die Anwendung des Überlegungsgleichgewichts als ethische Prüfungsmethode.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der Schleier des Nichtwissens erläutert, verschiedene Modelle zur Einbeziehung von Tieren diskutiert und die indirekte Verpflichtungsthese kritisch geprüft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kontraktualismus, moralischer Status, Speziesismus und Vertragstheorie beschreiben.

Wie unterscheidet sich Rowlands Ansatz von Rawls?

Rowlands erweitert das Konzept des Urzustands zum „Zustand der Unparteilichkeit“, in dem er die Spezieszugehörigkeit als moralisch irrelevant ausblendet.

Warum lehnt die Arbeit letztlich die Integration von Tieren in den Rawlsschen Kontraktualismus ab?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Kontraktualismus auf rationalen Verträgen zwischen Akteuren basiert und sich daher nicht ohne konzeptionellen Bruch auf Tiere ausweiten lässt.

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Details

Title
Rawls Kontraktualismus und die Berücksichtigung von Tieren
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Course
Gerechtigkeit
Grade
1,0
Author
Bachelor of Arts Esther Schmitt (Author)
Publication Year
2012
Pages
12
Catalog Number
V268520
ISBN (eBook)
9783656595625
Language
German
Tags
rawls kontraktualismus berücksichtigung tieren
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor of Arts Esther Schmitt (Author), 2012, Rawls Kontraktualismus und die Berücksichtigung von Tieren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268520
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