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Strategische Interaktionen während der Kubakrise

Title: Strategische Interaktionen während der Kubakrise

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 26 Pages , Grade: 2

Autor:in: Magister Artium Patrick Fengler (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Summary Excerpt Details

Die Kubakrise stellte die erste direkte nukleare Konfrontation zwischen den beiden Supermächten, den USA und der UdSSR, dar. Niemals zuvor gab es einen Zeitpunkt in der Weltgeschichte, wo die Menschheit näher am Rande eines nuklearen Krieges stand als in der Zeit vom 16. bis 28. Oktober 1962.
Um dieser Krise her zu werden, mußten die Verantwortlichen in der Kubakrise bestimmte Handlungsmuster benutzen, die in der Soziologie als strategische Interaktionen bekannt sind. Dabei soll insbesondere das alltägliche Ereignis der Macht im Vordergrund stehen, das sich unter anderem aus Drohungen, Provokationen und Legitimation von Autoritäten zusammensetzt.
In der Arbeit „Strategische Interaktionen während der Kubakrise“ soll ermittelt werden, in welchem Ausmaße strategische Interaktionen als Handlungsmuster zwischen den beiden Supermächten benutzt wurden. Im Mittelpunkt dieser Arbeit soll vor allem die Beziehung zwischen dem Präsidenten und seinen Mitarbeitern stehen, in der nicht nur seine Autorität aner-kannt wird, sondern es auch zu Macht- und Einflusskämpfen kommt. Um die strategischen Interaktionen genau verfolgen, nachvollziehen und analysieren zu können, wurden zwei Szenen aus dem Spielfilm „Thirteen Days“ exakt wiedergegeben.
Im ersten Teil dieser Arbeit wird auf den historische Kontext in Form der Vorgeschichte und der eigentlichen Kubakrise aufmerksam gemacht, denn nur so kann ein Gesamtüberblick über das Thema gelingen. Schließlich ist bei dieser Arbeit ein Gesamtüberblick besonders wichtig, da die Interaktionen nur an zwei ausgewählten Szenen dargelegt werden. Anhand der beiden Szenen wird im Hauptteil der Arbeit sowohl die gegenwärtige Situation zwischen den beiden Supermächten als auch der Szeneninhalt selbst analysiert.
Die Literaturlage zu diesem Thema ist nicht unbedingt breit gefächert. Es werden hauptsächlich Darstellungen von Heinrich Popitz, Wolfgang Sofsky und Rainer Paris und Rainer Paris herangezogen, weil sie sich maßgeblich an der wissenschaftlichen Diskussion zu diesem Thema beteiligen. Ergänzend dazu werden Darstellungen von Michael R. Beschloss und Robert Kennedy verwendet. Sie gewähren Einblicke in diverse Zusatzinformationen, die für das Bearbeiten des Themas unabdinglich sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Kontext

2.1. Vorgeschichte

2.2. Die Kubakrise

3. Strategische Interaktionen anhand von ausgesuchten Filmszenen

3.1 Szene 1

3.1.1. Wiedergabe der Szene 1

3.1.2. Analyse der Szene 1

3.1.2.1. Die strategische Interaktion zwischen den Supermächten

3.1.2.2. Das Verhältnis zwischen Präsident und Exekutivkomitee

3.1.2.3. Analyse des Szeneninhalts

3.2 Szene 2

3.2.1. Wiedergabe der Szene 2

3.2.2. Analyse des Szeneninhalts

4. Schlußbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendung strategischer Interaktionen als Handlungsmuster während der Kubakrise. Das primäre Ziel ist es, den Macht- und Einflusskampf zwischen dem US-Präsidenten und seinen Beratern sowie Militärs zu analysieren, um so ein tieferes Verständnis soziologischer Machtphänomene in einer akuten Krisensituation zu erlangen.

  • Analyse soziologischer Machtkonzepte und strategischer Interaktionen.
  • Untersuchung des Verhältnisses zwischen dem US-Präsidenten und dem Exekutivkomitee.
  • Auswertung ausgewählter Szenen aus dem Spielfilm "Thirteen Days" unter soziologischen Gesichtspunkten.
  • Analyse der Rolle von Provokation und Drohpotential in zwischenstaatlichen Konflikten.
  • Reflexion über Amts-, Organisations- und Funktionsautorität in Krisenzeiten.

Auszug aus dem Buch

3.1.2.2. Das Verhältnis zwischen Präsident und Exekutivkomitee

Bei der Betrachtung der Sitzung des Sicherheitsrates als Ganzes fällt auf, daß sie in drei Phasen unterteilt werden kann. Die erste Phase zeichnet sich dadurch aus, daß ein zuständiger Spezialist, ein Mitarbeiter des CIA, im Auftrage des Präsidenten die Ausgangslage wiedergibt. In der zweiten Phase der Besprechung informiert das Militär über den möglichen Stand der Einsatzfähigkeit der sowjetischen Raketen auf Kuba. Zudem legt der Stabschef die für sein Militär notwendige Handlungsoption, Aufklärungsflüge, vor. Der Fortgang der Interaktion bis zu diesem Zeitpunkt zeigt, daß die in der Präsentation angelegte Situationsstrategie weitgehend aufgeht. Die Notwendigkeit des eigenen Handelns, also das Handeln der USA gegen die Raketen, wird von allen aufgenommen und akzeptiert. Schließlich wird die dritte Phase als eine „allgemeine Diskussionsrunde“ durch den Präsidenten eröffnet. Der Präsident hält sich bei dieser Diskussion zurück. Darin zeigt sich seine Autorität, denn der Präsident kann sich zurücklehnen, um den anderen Teilnehmern die Möglichkeit zu geben, ihren Standpunkt zur Sachlage vorzutragen. Der Präsident begnügt sich zunächst mit der Anhörung der verschiedenen Standpunkte. Zum Schluß fordert ein Diskussionsteilnehmer eine Entscheidung des Präsidenten, auf die der Präsident aber nicht eingehen möchte, stattdessen verkündet er mit dem offiziellen Ende der Besprechung den für alle geltenden Arbeitsauftrag: „Wir müssen die Raketen loswerden.“

Aufgrund der kurzen Analyse der Szene als Ganzes wird festgestellt, daß der Präsident eine herausragende Rolle in diesem Regierungs- und Gesellschaftssystem spielt. Das Amt des Präsidenten verleiht dem Inhaber eine gewisse Macht. So bestimmt dieser die politischen Richtlinien des Landes und ist zugleich Oberbefehlshaber einer Armee. Das Amt des Präsidenten besitzt demnach weitreichende und umfassende Entscheidungskompetenzen. Wo aber Macht auftritt, ist Autorität nicht weit. Es ist weiterhin festzustellen, daß der Inhaber des Präsidentenamtes nicht nur durch Autorität an sich legitimiert ist, sondern auch verschiedene Autoritätstypen aufgrund der institutionellen Gegebenheiten auf sich vereinigt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den historischen Hintergrund der Kubakrise als erste direkte nukleare Konfrontation und definiert das soziologische Forschungsinteresse an den strategischen Interaktionen der Akteure.

2. Historischer Kontext: Dieses Kapitel liefert den notwendigen historischen Überblick über die Vorgeschichte, einschließlich der kubanischen Revolution und der wachsenden Spannungen zwischen den USA und der UdSSR.

3. Strategische Interaktionen anhand von ausgesuchten Filmszenen: Der Hauptteil analysiert mittels der Szenen aus "Thirteen Days" die Entscheidungsprozesse, das Machtgefüge im Exekutivkomitee und die Anwendung strategischer Provokationen durch die Konfliktparteien.

4. Schlußbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, insbesondere wie der Präsident seine Autorität zur Integration der Experten einsetzt und welche Rolle soziale Mechanismen wie Drohspiralen in der Krisenbewältigung spielen.

Schlüsselwörter

Kubakrise, Strategische Interaktionen, Macht, Autorität, Exekutivkomitee, Präsident, Sowjetunion, USA, Drohung, Provokation, Normbruch, Entscheidungsprozesse, Politik, Soziologie, Krisenmanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhalten und die strategischen Interaktionen politischer Entscheidungsträger während der Kubakrise von 1962 aus soziologischer Perspektive.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Machtausübung, Autoritätstypen (Amts-, Organisations- und Funktionsautorität), zwischenstaatliche Provokationen und die Dynamik innerhalb des Exekutivkomitees.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll ermittelt werden, in welchem Ausmaß strategische Interaktionen als Handlungsmuster zwischen den Supermächten genutzt wurden und wie das Beziehungsgefüge zwischen Präsident und Beratern die Krisenbewältigung beeinflusste.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse soziologischer Machttheorien (insb. Popitz, Sofsky, Paris) sowie eine qualitativ-analytische Auswertung ausgewählter Szenen eines Spielfilms.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert zwei konkrete Filmszenen: die erste Offenlegung der Raketenstationierung vor dem Sicherheitsrat und einen späteren Konflikt zwischen dem Präsidenten und den Militärführern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kubakrise, Macht, strategische Interaktionen, Autorität und Krisenmanagement charakterisiert.

Wie nimmt der Präsident Einfluss auf das Exekutivkomitee?

Der Präsident nutzt seine institutionelle Amtsautorität, um die heterogenen Interessen der Berater und Militärs zu koordinieren, ein Arbeitsziel vorzugeben und abweichendes Verhalten notfalls durch Sanktionsdrohungen zu unterbinden.

Welche Rolle spielt die Provokation in der Krisenkommunikation?

Provokationen werden als "Stachel" eingesetzt, um den Gegner zu einer Reaktion zu zwingen, den Handlungsspielraum einzuschränken und gegebenenfalls den Gegner als Normbrecher in der Weltöffentlichkeit zu diskreditieren.

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Details

Title
Strategische Interaktionen während der Kubakrise
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (FB Soziologie)
Course
Mikropraktiken der Macht
Grade
2
Author
Magister Artium Patrick Fengler (Author)
Publication Year
2004
Pages
26
Catalog Number
V26852
ISBN (eBook)
9783638290678
ISBN (Book)
9783638649230
Language
German
Tags
Strategische Interaktionen Kubakrise Mikropraktiken Macht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Patrick Fengler (Author), 2004, Strategische Interaktionen während der Kubakrise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26852
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