Deutschland ist nicht erst seit 1955, dem Beginn der Gastarbeiterzeit, ein Einwanderungsland. Schon im 17. Jahrhundert erlebte Deutschland erste Zuwanderungsströme. Gründe für die Migration können u.a. in kriegerischen Auseinandersetzungen, in der Verfolgung und Vertreibung oder im Wohlstandsgefälle gefunden werden. Ein nicht unbedeutender Teil, nämlich 8,8 % der Bevölkerung Deutschlands , stellt die Gruppe der Menschen mit Migrationshintergrund dar – diese Zahl zeigt, das Integration ein wichtiges politisches Thema sein sollte. Dennoch wurde erst in den 1990er Jahren Integration politisch aufgegriffen und erst einige Zeit später, mit dem Zuwanderungsgesetz aus dem Jahr 2005, entstanden erstmalig bundesweite Integrationsmaßnahmen, wie bspw. die Integrationskurse, die einen Sprachkurs (mit 600 Unterrichtsstunden) und einen Orientierungskurs (mit 30 Unterrichtsstunden) beinhalten.
Die Integration von Migranten umfasst alle Bereiche unserer Gesellschaft. Integration von Migranten bedeutet im Wesentlichen, inwieweit es ihnen möglich ist, an den wichtigsten Bereichen des gesellschaftlichen Lebens teilzunehmen. Das betrifft in erster Linie die Schul- und Berufsausbildung sowie die Erwerbstätigkeit. Die qualitativen Untersuchungen des Autors zu Menschen mit Migrationshintergrund und deren Vorbereitung auf das Berufsleben in Deutschland zielen neben einem Einblick in die möglichen Fördermaßnahmen in der Region Harz, auf die Beantwortung folgender Hypothese ab: „Obwohl es für Migranten verschiedene, auch individuell auf sie zugeschnittene Programme zur Berufsvorbereitung und somit zur Integration gibt, gestaltet sich die Eingliederung von Migranten in das Berufsleben äußerst schwierig.“
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Methodik
2.1 Die Qualitative Sozialforschung
2.2 Das fokussierte teilstandardisierte Interview
2.3 Die Teilnehmende Beobachtung
2.4 Datenaufnahme- und fixierung
2.5 Die qualitative Sozialforschung
3. Durchführung
3.1 Die Entwicklung der Forschungsfrage
3.2 Hypothese und Leitfragen
3.3 Die Kontaktaufnahme
3.4 Durchführung der Interviews
3.5 Durchführung der Beobachtung
4. Auswertung der erhobenen Daten
4.1 Qualitative Inhaltsanalyse der transkribierten Interviews
4.1.1 Arbeitsmarkt
4.1.2 Förderungs- und Integrationsmöglichkeiten
4.1.3 Anerkennung ausländischer Berufs- und Bildungsabschlüsse
4.2 Zusammenfassendes Ergebnis
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Studie ist die Untersuchung der Rahmenbedingungen und Herausforderungen bei der Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt in der Region Harz. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, inwieweit bestehende, individuell zugeschnittene Fördermaßnahmen tatsächlich zu einer nachhaltigen beruflichen Eingliederung führen oder ob weiterhin tiefgreifende Barrieren bestehen.
- Analyse von Hindernissen bei der Arbeitsmarktintegration von Migranten
- Untersuchung der Wirksamkeit von berufsvorbereitenden Integrationsprogrammen
- Herausforderungen bei der Anerkennung ausländischer Berufs- und Bildungsabschlüsse
- Einfluss soziokultureller Faktoren und individueller Voraussetzungen auf den Integrationserfolg
- Bewertung der regionalen Arbeitsmarktsituation in der Harzregion
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Arbeitsmarkt
Hinsichtlich der oben genannten Hypothese wurde von der Annahme ausgegangen, dass es viele Migranten trotz qualitativer und umfassender Förderungsmaßnahmen nicht schaffen, in ein Arbeitsverhältnis einzutreten bzw. dauerhaft in einem solchen zu bleiben. Es ergeben sich zahlreiche Hindernisse auf dem Arbeitsmarkt, welche die Migranten kaum überwinden, um in eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit zu gelangen. Eine besondere Herausforderung für Migranten ist es, die Sprachbarriere zu bewältigen. Das aber ist unerlässlich für einen reibungslosen Arbeitsablauf, da dieser immer eine ausreichende Kommunikation zwischen Mitarbeitern untereinander sowie zwischen Mitarbeitern und Arbeitgeber erfordert:
L Also, die Sprache ist der Dreh- und Angelpunkt, und äh viele Einstellungen scheitern an der Sprache, dass die sagen, geht nicht / der arbeitet super, aber wir können KEInen von unsern Leuten immer daneben stellen, der jedesmal alles erklärt und macht und tut. Das muss dann irgendwo nen Selbstläufer sein .hh jaa und das is eben /
(Transkription Frau L, Kategorie: Arbeitsmarkt, Code: Hindernisse)
Des Weiteren haben die Interviews ergeben, dass ein zusätzliches Hindernis die mangelnde Motivation seitens der Migranten ist, wodurch eine Arbeitsmarktintegration erschwert wird:
L Die sind fast alle Langzeitarbeitslose und da is es für viele schon ein echtes Problem bei der Arbeit um 7 auf der Matte zu stehen und dann auch durch zu halten .hhh also als ich´s letzte mal dann die Auswertung gemacht habe, da haben dann viele bemängelt, dass sie 40 Stunden arbeiten müssen und gerade bei den Frauen is es ganz weit verbreitet, dass die eben keine 40 Stunden arbeiten wollen. Was ich aber immer noch als Problem ansehe generell, ist diese Mobilitätsfrage /
(Transkription Frau L, Kategorie: Arbeitsmarkt, Code: Hindernisse)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den Hintergrund der Migration in Deutschland, definiert soziale Integration und stellt die Relevanz der untersuchten Institutionen (AFU und BTZ) für die berufliche Platzierung von Migranten dar.
2. Methodik: Hier werden die qualitativen Forschungsgrundsätze wie das Prinzip der Offenheit und Flexibilität, die Wahl des fokussierten Interviews sowie die Methode der teilnehmenden Beobachtung und qualitativen Inhaltsanalyse dargelegt.
3. Durchführung: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung der Forschungsfrage, die Auswahl der Zielgruppen, die konkrete Kontaktaufnahme zu den Institutionen sowie den Ablauf der Interviews und Beobachtungen.
4. Auswertung der erhobenen Daten: Das Kapitel analysiert die Daten hinsichtlich des Arbeitsmarktes, der Förderprogramme und der Anerkennungsproblematik bei Bildungsabschlüssen, gefolgt von einer Zusammenfassung der Ergebnisse.
Schlüsselwörter
Migration, Integrationspolitik, Harzregion, Arbeitsmarkt, Berufsqualifizierung, Sprachbarrieren, Anerkennung ausländischer Abschlüsse, Qualitative Sozialforschung, Sozialversicherungspflichtige Tätigkeit, Fördermaßnahmen, Migrationshintergrund, Arbeitsmarktintegration
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Studie untersucht, wie Migranten in der Harzregion auf das Berufsleben vorbereitet werden und welche Hürden einer erfolgreichen Arbeitsmarktintegration im Weg stehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Themen sind Sprachbarrieren, die Wirksamkeit von Förderprogrammen, die Rolle regionaler Arbeitgeber und die Anerkennung ausländischer Qualifikationen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Es soll geklärt werden, warum trotz bestehender, oft individuell zugeschnittener Förderprogramme, die Eingliederung vieler Migranten in den Arbeitsmarkt weiterhin äußerst schwierig bleibt.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor nutzt Methoden der qualitativen Sozialforschung, insbesondere das fokussierte teilstandardisierte Interview, teilnehmende Beobachtung und die qualitative Inhaltsanalyse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Methodik, Durchführung der Interviews und Beobachtungen sowie eine detaillierte Auswertung der Daten zu Arbeitsmarkt, Förderoptionen und Anerkennungsverfahren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Integration, Arbeitsmarkt, Migrationshintergrund, berufliche Qualifizierung, Anerkennungshemmnisse und qualitative Methoden.
Wie spielt die Mobilität der Migranten eine Rolle bei der Integration?
Die Mobilitätsfrage, etwa fehlende Pkw oder Führerscheine, wird als wesentliches Hindernis identifiziert, da sie das Pendeln zwischen Wohn- und Arbeitsort erheblich erschwert.
Welche Rolle spielt die Anerkennung ausländischer Abschlüsse für den Erfolg der Integration?
Die Nichtanerkennung oder die bürokratischen Hürden bei ausländischen Bildungsabschlüssen führen häufig zu Frustration und dazu, dass Migranten weit unter ihrem Qualifikationsniveau arbeiten müssen.
- Quote paper
- Daniel Kempin (Author), 2009, Vorbereitung von Migranten auf das Berufsleben, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268599