In der Arbeit werden die zentralen Politik-Sport Wechselsysteme der Antike dargestellt und mit der politisch instrumentalisierten Olympiade 1936 in Berlin verglichen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitende Worte
2 Olympia als Bestandteil der Politik der griechischen Polis
2.1 Olympia als Element interstaatlicher Politik
2.1.1 Der Olympische Frieden
2.1.2 Olympia – Symbol für politische Einheit Griechenlands?
2.1.3 Olympia als politisches Forum
2.2 Olympiateilnahmen-und Siege als politisches Instrument
2.2.1 Alkibiades
2.2.2 Kylon und die Alkmeoniden
3 Panem et circenses als Grundsatz römischer Politik
3.1 Wettkampfformen
3.1.1 Ludi Circenses
3.1.2 Munera
3.2 Wettkämpfe als politisches Werkzeug römischer Kaiser
3.3 Politischer Einfluss des Volkes in den Schauveranstaltungen der Republik und Kaiserzeit
4 Die Olympischen Spiele 1936 in Berlin
4.1 Der Weg zu den Spielen
4.2 Propagandistische Auswertung der Spiele
4.2.1 Ziele der Nationalsozialisten
4.2.2 Darstellung gegenüber dem Ausland
4.2.3 Neues Medium Hörfunk
4.2.4 Rolle des IOC
4.2.5 Internationale Reaktion
4.3 Jesse Owens als Symbol gegen nationalsozialistisches Weltbild
5 Eigene Bewertung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die verschiedenen Formen der Wechselbeziehungen zwischen Sport und Politik. Dabei wird analysiert, wie sportliche Großveranstaltungen in der Antike und der Moderne als politische Instrumente zur Machtdemonstration, Propaganda und sozialen Lenkung genutzt wurden.
- Politische Instrumentalisierung von Sport in der griechischen Polis
- Die Rolle von "panem et circenses" in der römischen Politik
- Propagandistische Auswertung der Olympischen Spiele 1936 in Berlin
- Der Einfluss des Publikums auf politische Entscheidungen im antiken Sport
- Vergleich der Sport-Politik-Dynamiken von der Antike bis in das 20. Jahrhundert
Auszug aus dem Buch
4.2.2 Darstellung gegenüber dem Ausland
Besonderen Wert legte die Nazi- Führung auf die Außendarstellung als friedliche und gastfreundliche Nation und bemühte sich dementsprechend, für den Zeitraum der Spiele keine Angriffsfläche für ausländische Kritik zu bieten. Zugespitzt bedeutet dies, dass für eine begrenzte Zeit die Propaganda der Nazis darin bestand, ihre Propaganda zu unterdrücken. Als Konsequenzen verschwanden während der Olympiade die Schilder „Für Juden verboten“ in den Geschäften und der Verkauf des antisemitischen Hetzblatts „Der Stürmer“ wurde vorübergehend eingestellt. Berichterstattern, die über jüdische und ausländische Sportler voreingenommen berichteten, wurde vom Amtsleiter der Pressestelle im Propagandaministerium, Alfred-Ingemar Berndt, gedroht, dass "rücksichtslos jede Zeitung beschlagnahmt oder verboten würde, die sich über diese Weisung hinwegsetze" Das Propagandaministerium fordert: "Der Rassenstandpunkt soll in keiner Weise bei der Besprechung sportlicher Resultate Anwendung finden, vor allem sollen die Neger nicht in ihrer Empfindlichkeit getroffen werden." Gasthäuser wurden während der Olympiade dazu angewiesen, auch jüdisch aussehende Gäste zu bedienen, da man nicht wissen könne, ob es sich um deutsche oder ausländische Juden handle.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitende Worte: Einführung in die Thematik der Sport-Politik-Verflechtung anhand aktueller Konflikte und Ausblick auf die historische Analyse von der Antike bis zum Dritten Reich.
2 Olympia als Bestandteil der Politik der griechischen Polis: Untersuchung der diplomatischen und machtpolitischen Funktion der antiken Olympischen Spiele für die griechischen Stadtstaaten.
3 Panem et circenses als Grundsatz römischer Politik: Analyse der Bedeutung von Gladiatorenspielen und Wagenrennen als Instrument der römischen Herrschaftslegitimation und Volksberuhigung.
4 Die Olympischen Spiele 1936 in Berlin: Darstellung der propagandistischen Instrumentalisierung der Spiele durch die Nationalsozialisten und der internationalen Reaktionen.
5 Eigene Bewertung: Kritische Reflexion über das Missbrauchspotenzial des Sports gegenüber seiner völkerverbindenden Tradition.
Schlüsselwörter
Sport, Politik, Propaganda, Antike, Olympia, Rom, Gladiatoren, Nationalsozialismus, Berlin 1936, Jesse Owens, Instrumentalisierung, Macht, Euergetismus, Massenmedien, Völkerverständigung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die historische Verbindung zwischen Sport und politischem Handeln, ausgehend von der griechischen Antike und dem römischen Reich bis hin zum 20. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der politischen Nutzung von Sportveranstaltungen zur Legitimierung von Herrschaft, der Selbstdarstellung gegenüber dem Ausland und der Steuerung öffentlicher Meinungen durch Sport.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Instrumentalisierung des Sports durch die Politik keine moderne Erscheinung ist, sondern eine tief in der Geschichte verwurzelte Praxis.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen historisch-analytischen Ansatz unter Rückgriff auf zeitgenössische Quellen, historische Literatur und Analysen zu den verschiedenen Epochen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Rolle Olympias in der griechischen Polis, die römische Unterhaltungspolitik sowie die spezifische propagandistische Ausnutzung der Spiele von 1936 in Berlin.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Propaganda, Instrumentalisierung, Machtpolitik, Olympiade, Gladiatorenspiele und die Ambivalenz zwischen friedlicher Zusammenkunft und politischem Missbrauch.
Welche Rolle spielte das antike Rom bei der Verknüpfung von Sport und Politik?
Rom nutzte "Panem et circenses" (Brot und Spiele), um das Volk durch Massenveranstaltungen ruhig zu stellen und die Popularität der Kaiser zu sichern, wobei dies oft auf Kosten langfristiger Infrastrukturprojekte ging.
Wie verhielt sich das Internationale Olympische Komitee (IOC) während der Spiele 1936?
Das IOC agierte weitgehend gleichmütig gegenüber dem Rassenwahn der Nationalsozialisten und ordnete die Einhaltung olympischer Ideale dem erfolgreichen Stattfinden der Spiele in Berlin unter.
Welche Bedeutung hatte Jesse Owens in Berlin 1936?
Durch seinen herausragenden Erfolg als farbiger Sportler widerlegte er faktisch die nationalsozialistische Ideologie von der "arischen Herrenrasse" und wurde zu einem Symbol gegen den Rassenwahn.
Was schlussfolgert der Autor über die Zukunft des Sports?
Der Autor schließt, dass der Sport zwar oft instrumentalisiert wird, sein innerer Geist der Völkerverständigung jedoch im Kleinen, etwa in persönlichen Begegnungen von Athleten, immer wieder zum Vorschein kommt.
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- Marco Fuchs (Author), 2013, Wechselbeziehungen zwischen Sport und Politik in Antike und Neuzeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268646