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Maßnahmen gegen politische Buchpublikationen in der BRD

Title: Maßnahmen gegen politische Buchpublikationen in der BRD

Term Paper , 2008 , 11 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: BA Julia Böhm (Author)

Book Science
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Der Begriff „Zensur“ ist sehr weitläufig und facettenreich. Im Laufe der Zeit wurde er immer wieder neu definiert, verändert und in unterschiedlichen Rahmenbedingungen umgesetzt. Auf Grund der verschiedenen Texte und Definitionen zum Thema Zensur und den verschiedenen Gesellschaftsbedingungen, in denen diese entstanden sind, fällt es schwer eine einzige geltende Definition des Begriffs Zensur aufzustellen. Auf Grund dieser Schwierigkeiten wählte ich für diese Untersuchung den Titel „Maßnahmen gegen politische Buchpublikationen in der BRD“. Maßnahmen umfassen in diesem Falle alle Handlungen von autoritärer Stelle, die die Herstellung und Verbreitung von bildlichen und schriftlichen Erzeugnissen kontrollieren, bestrafen und verbieten, sowohl vor als auch nach deren Publikation.
Diese Arbeit soll einen kurzen Abriss über den Umgang mit politischen Veröffentlichungen in der BRD geben. Zunächst betrachte ich kurz das Zensursystem der BRD. In diesem Abschnitt wird aufgrund der Benutzung des Wortes Zensur im Gesetzestext nicht der oben definierte Begriff „Maßnahmen“ verwendet. Das soll Unstimmigkeiten im benannten Abschnitt vermeiden. Anschließend wird die rechtsextreme Publizistik betrachtet. Es soll herausgestellt werden, in welcher Weise und vor allem in welchem Umfang rechtsextreme Autoren ihre Schriften publizierten. Im weiteren Verlauf der Untersuchung werden die linksextremen Veröffentlichungen betrachtet. Es soll an Hand von Beispielen gezeigt werden, wie und mit welchen Motiven gegen Autoren und Verleger links-gerichteter Schriften vorgegangen wurde.
Die Hausarbeit soll ein deutliches Missverhalten im Umgang mit rechts- und linksextremen Schriften herausstellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zensursystem der BRD

3 Rechtsextreme Seite

3.1 Erste Phase (1945-1970)

3.2 Zweite Phase (1970-1980)

3.3 Dritte Phase (ab 1980)

4 Linksextreme Seite

4.1 Beispiel: Wagenbach Verlag

4.2 Das Braunbuch

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Umgang mit politischen Buchpublikationen in der Bundesrepublik Deutschland unter besonderer Berücksichtigung staatlicher Maßnahmen und rechtlicher Rahmenbedingungen. Das Ziel besteht darin, ein Missverhalten im Umgang mit rechts- und linksextremen Schriften aufzuzeigen, indem die Methoden der Kontrolle und Unterdrückung analysiert werden.

  • Rechtliche Grundlagen der Zensur (Art. 5 GG, StGB)
  • Entwicklung und Publizistik rechtsextremer Kreise
  • Einfluss des Revisionismus auf die öffentliche Wahrnehmung
  • Staatliche Maßnahmen gegen linksextreme Veröffentlichungen
  • Fallbeispiele der Repression (Wagenbach Verlag, Das Braunbuch)

Auszug aus dem Buch

3.3 Dritte Phase (ab 1980)

Holocaustleugner bestritten weiterhin die Massenvernichtung in Auschwitz, dem größten Vernichtungslager des Dritten Reiches. Allerdings begannen die Autoren nun verstärkt, ihre Thesen als „wissenschaftliche Forschung“ oder „Untersuchung“ auszu-geben. Eines der bekanntesten Beispiele für dieses Vorgehen ist der „Leuchter-Report“ von Fred A. Leuchter. Der Amerikaner ernannte sich selbst zum Hinrichtungstechniken-Spezialist. In dem 1988 erschienen Werk behauptete Leuchter, dass die Massenvernichtung in den Konzentrationslager Auschwitz gar nicht stattgefunden haben könne. Er stützte seine These auf die von ihm selbst durchgeführten Untersuchungen. Die zur Vergasung der Juden benutzte Blausäure mit dem Handelsnamen Zyklon B bildet Cyanid-Verbindungen, wenn sie in Kontakt mit Eisen oder Beton kommt. Leuchter überprüfte das Vorkommen von Cyanid-Verbindungen in den sogenannten Entwesungskammern (diese waren zur Entlausung von Kleidungsstücken eingerichtet worden) und in den Gaskammern des Krematoriums.

Die Konzentration der Cyanid-Verbindung war laut Leuchter in den Entwesungskammern wesentlich größer. Er zog daraus den Schluss, dass die Vergasung so vieler Menschen nicht stattgefunden haben könnte. Denn wenn für Entlausung von Kleidungsstücken schon eine so große Menge an Zyklon B gebraucht wurde, hätte man so viele Menschen niemals mit einer deutlich geringeren Menge vergasen können.

Diese Behauptungen wurde jedoch sehr schnell entkräftigt. Die wissenschaftlichen Tatsache, das Menschen, die zu den Warmblüter zählen, viel anfälliger auf Blausäure reagieren als Nicht-Warmblüter, wie zum Beispiel Läusen, nahmen Leuchters Behauptungen jeden Halt. So mussten Menschen nur einer fünfzigfach geringeren Menge von Zyklon B ausgesetzt werden, um ihren Tod herbeizuführen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Vielschichtigkeit des Zensurbegriffs und definiert den Fokus der Untersuchung auf staatliche Maßnahmen gegen politische Publikationen in der BRD.

2 Zensursystem der BRD: Dieses Kapitel betrachtet die grundgesetzliche Verankerung der Meinungsfreiheit und die Rolle des Strafgesetzbuches bei der rechtlichen Ahndung von Publikationen.

3 Rechtsextreme Seite: Das Kapitel analysiert die publizistischen Aktivitäten rechtsextremer Strömungen über drei Jahrzehnte hinweg, wobei der Fokus auf dem Revisionismus liegt.

3.1 Erste Phase (1945-1970): Hier wird die Zunahme geschichtsfälschender Literatur in der Nachkriegszeit und der Anstieg ihrer Auflagenzahlen thematisiert.

3.2 Zweite Phase (1970-1980): Der Abschnitt beschreibt, wie revisionistische Schriften durch Zeitschriften und Zeitungen eine größere Breitenwirkung in der Bevölkerung erzielten.

3.3 Dritte Phase (ab 1980): Dieses Kapitel beleuchtet den Versuch rechtsextremer Autoren, Holocaust-Leugnung durch pseudo-wissenschaftliche „Untersuchungen“ zu legitimieren.

4 Linksextreme Seite: Das Kapitel beschreibt das Vorgehen des Staates gegen linke Publizistik und die damit verbundenen rechtlichen Prozesse in den 1970er Jahren.

4.1 Beispiel: Wagenbach Verlag: Dieses Beispiel verdeutlicht die ökonomische und rechtliche Belastung durch langjährige Gerichtsprozesse gegen den Verlag.

4.2 Das Braunbuch: Hier wird die öffentliche Diffamierung und spätere rechtliche Behandlung des Braunbuchs als politisches Instrument analysiert.

Schlüsselwörter

Zensur, BRD, Rechtsextremismus, Linksextremismus, Holocaust-Leugnung, Revisionismus, Strafgesetzbuch, Meinungsfreiheit, Wagenbach Verlag, Braunbuch, Politische Publizistik, Volksverhetzung, Grundgesetz, Geschichte, Medienkontrolle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht staatliche und rechtliche Maßnahmen gegen politische Buchpublikationen in der Bundesrepublik Deutschland unter Berücksichtigung von rechts- und linksextremen Inhalten.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Die Themenfelder umfassen die rechtlichen Grundlagen wie das Grundgesetz und das Strafgesetzbuch, die Entwicklung rechtsextremer Publizistik über drei Phasen sowie staatliche Repressionsmaßnahmen gegen linke Verlage.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel der Untersuchung ist es, aufzuzeigen, wie der Staat gegen extremistische Schriften vorgeht, und dabei ein Missverhalten im Umgang mit diesen Publikationen kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine Analyse von Texten, Definitionen und historischen Fallbeispielen, um den Umgang mit Zensurmaßnahmen in der BRD nach 1945 abzubilden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Entwicklungsphasen der rechtsextremen Publizistik sowie spezifische Prozesse gegen linksextreme Verlage und Publikationen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Zensur, Rechtsextremismus, Revisionismus, Politische Publizistik, Grundgesetz und Volksverhetzung.

Wie wurde der "Leuchter-Report" wissenschaftlich und juristisch bewertet?

Die Thesen des Reports wurden aufgrund biologischer Tatsachen bezüglich der Wirkung von Blausäure wissenschaftlich schnell widerlegt und juristisch als strafbare Leugnung eingestuft.

Warum stand der Wagenbach Verlag besonders im Fokus staatlicher Maßnahmen?

Der Verlag wurde durch langwierige Gerichtsprozesse und immense Schadensersatzforderungen wirtschaftlich massiv unter Druck gesetzt, da er kritische und satirische Literatur veröffentlichte.

Welche Rolle spielten die Alliierten für die frühe Zensur in der BRD?

Die Alliierten erstellten nach dem Krieg Listen auszusondernder Literatur und verhängten Schreibverbote gegen NS-Autoren, was die Ausgangslage für die spätere Publikationspraxis maßgeblich prägte.

Wie ist die juristische Einstufung von Revisionismus heute geregelt?

Seit der Einführung von Absatz 3 des § 130 StGB im Jahr 1994 ist die Verbreitung von Literatur, die den Holocaust leugnet oder verharmlost, in Deutschland strafbar.

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Details

Title
Maßnahmen gegen politische Buchpublikationen in der BRD
College
University of Leipzig
Grade
1,7
Author
BA Julia Böhm (Author)
Publication Year
2008
Pages
11
Catalog Number
V268703
ISBN (eBook)
9783656589655
ISBN (Book)
9783656589631
Language
German
Tags
Buchwissenschaft Zensur politische Maßnahmen Braunbuch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
BA Julia Böhm (Author), 2008, Maßnahmen gegen politische Buchpublikationen in der BRD, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268703
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