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Armut abschaffen. Entwicklungshilfe aus der Perspektive einer universalistischen Ethik

Title: Armut abschaffen. Entwicklungshilfe aus der Perspektive einer universalistischen Ethik

Bachelor Thesis , 2011 , 46 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Renata Ellermann (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Wir leben in einer Welt, in der ein immer größerer Teil der Menschen armutsbedingt leidet und stirbt, während ein anderer Teil im Überfluss lebt. Das erschreckende Ausmaß der Armut und der Ungleichheit in der heutigen Welt belegen die statistischen Zahlen. Fast eine Milliarde Menschen sind unterernährt. Jede sechste Sekunde verhungert ein Kind. Armutsbedingt Leiden bedeutet nicht nur Mangel an Nahrung, sondern Obdachlosigkeit , keinen Zugang zum Trinkwasser und fehlende medizinische Versorgung . Jährlich sterben 18 Millionen Menschen vorzeitig in Folge von Armut, mehr als doppelt so viel wie in den schlimmsten Jahren des Zweiten Weltkriegs. 98% der Unterernährten leben in den Entwicklungsländern. In den Industrieländern dagegen wandert ein Drittel der Lebensmittel in den Abfall. Allein in Deutschland werden jährlich 20 Millionen Tonnen Nahrungsmittel vernichtet. Um nur ein Beispiel dieser Absurdität zu nennen, verlangen die strengen EU-Normen, dass eine Kartoffel eine exakte Größe hat, sonst wird sie einfach weggeworfen. Die Diskrepanz zwischen Armut und Reichtum zeigt eine wachsende Tendenz. In den letzten fünfzig Jahren hat sich der Abstand zwischen den reichsten und den ärmsten Länder der Welt mehr als verdoppelt, von 35:1 (1950) stieg sie auf 72:1 (1992). Die Wohlstandspyramide wird immer steiler: die reichsten zweihundert Personen der Welt besitzen so viel wie 41% der Weltbevölkerung.
Allein die Armut und die wachsende Kluft zwischen Notleidenden und Wohlhabenden machen diesen Weltzustand noch nicht zu einem moralischen Problem. Hungersnot und Elend auf einer Seite und dekadenter Reichtum auf der anderen Seite sind kein neues Phänomen in der Geschichte der Menschheit. Was heute die Weltarmut zu einem schwerwiegenden moralischen Problem der reichen Welt macht, sind das Wissen über die Weltarmut sowie der fehlende Wille, diese abzuschaffen. Die mangelnde Hilfsbereitschaft der Industrieländer sowie deren aktive Mitwirkung zur Verschärfung der Armut in den Entwicklungsländern lassen vermuten, dass die Beseitigung der Weltarmut nicht gewollt ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Entwicklungshilfe als Lösungsansatz des Problems der Weltarmut

Was bedeutet Entwicklung?

1. Lassen sich globale Hilfspflichten begründen?

1.1. Rechte und Pflichte des Individuums

1.1.1. Das Recht auf ein menschliches Minimum nach Oruka

1.1.2. Die Pflicht zur Hilfeleistung nach Kant

1.1.3. Die Verpflichtung zu helfen nach Singer

1.2. Rollenabhängige Pflichten des sozialen Akteurs

1.2.1. Verantwortung als Funktion der Macht

1.2.2. Verantwortung für die gegenwärtige internationale Ordnung

1.2.3. Kompensation für ungerechte Taten in der Vergangenheit

1.2.4. Internationale Hilfe nach Rawls

1.2.5. Solidarität

1.2.6. Kooperation

1.2.7. Subsidiarität als Gesellschaftsprinzip

2. Wie ist das Pflichtobjekt?

3. Die Natur des Menschen

3.1. Menschliche Hemmschwellen bei Hilfeleistung

3.2. Hilfsbereitschaft aus Mitleid

4. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die ethische Begründbarkeit globaler Hilfspflichten angesichts extremer Weltarmut und analysiert dabei sowohl individuelle als auch rollenabhängige moralische Verpflichtungen sowie die psychologischen Faktoren menschlicher Hilfsbereitschaft.

  • Ethische Begründungsansätze für Hilfe (individuell vs. rollenabhängig)
  • Kritische Analyse der Konzepte von Entwicklung und Institutionen
  • Psychologische Hemmschwellen und Motivationsfaktoren bei Hilfeleistung
  • Rolle des Menschenbildes (Homo communis) im Entwicklungshilfe-Diskurs
  • Effizienz und Problematik der internationalen Hilfeleistung

Auszug aus dem Buch

1.1.3. DIE VERPFLICHTUNG ZU HELFEN NACH SINGER

Das höchste moralische Gut ist aus utilitaristischer Perspektive die größte Summe des Glücks in der Welt. Eine Handlung ist moralisch dann richtig, wenn sie das Gesamtglück vermehrt. Leid und Schmerz vermindern das Glück in der Welt. Ein Dasein unter dem Existenzminimum bedeutet Leiden infolge von extremer Armut, d. h. Mangel an Nahrung, an Medikamenten und an Unterkunft. Nach Peter Singer sind wir verpflichtet, den Menschen, die armutsbedingt leiden, zu helfen. Die Notwendigkeit und das Ausmaß der Hilfe müssen sich an dem Interesse der Bedürftigen orientieren, Leid zu vermeiden. Nähe, Ferne oder sonstige Merkmale dürfen bei der Abwägung der Hilfeleistung keine Rolle spielen. Wer am meisten leidet, dem muss am dringendsten geholfen werden. Der Nutzen der Hilfe ist dort am höchsten, wo der Mangel an Grundbedürfnissen am höchsten ist. Das Prinzip der Hilfe soll durch die Umverteilung der materiellen Ressourcen geschehen. Die Gesamtsumme der Lust in der Welt wird durch Verminderung von Leid gesteigert.

Wenn die Wohlhabenden Geld spenden, vermindern sie das Leid in der Welt ohne dabei die Lust in der Welt spürbar zu mindern. Nach dem Prinzip des sinkenden Grenznutzens aus der Ökonomie ist der Nutzen von Etwas dort am größten, wo am wenigsten von diesem Etwas vorhanden ist. Für jemanden, der hungert, kann eine Schale Reis lebensrettend sein, dagegen für jemanden der im Überfluss lebt, spielt die Schale Reis für sein Wohlergehen keine Rolle. Wird dieses Prinzip auf die Geldspende übertragen, bedeutet dies, dass ein Euro für jemanden, der diesen Betrag für seinen täglichen Lebensunterhalt nicht hat, lebensrettend sein kann, dagegen für jemanden, der im Überfluss lebt, hat der Verzicht auf einen Euro keine spürbare Auswirkung auf seine Lebensqualität.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Beschreibt das erschreckende Ausmaß der Weltarmut und stellt die Forschungsfrage nach der ethischen Lösbarkeit dieses moralischen Problems.

Entwicklungshilfe als Lösungsansatz des Problems der Weltarmut: Analysiert den wandelbaren Begriff der Entwicklung von ökonomischem Wachstum bis hin zur positiven Freiheit nach Amartya Sen.

1. Lassen sich globale Hilfspflichten begründen?: Untersucht die ethische Basis für Hilfspflichten durch die Analyse individueller Rechte und Pflichten sowie rollenabhängiger Verantwortung.

2. Wie ist das Pflichtobjekt?: Stellt den Archetyp des "homo communis" vor, um das Wesen der Menschen zu verstehen, denen Hilfe zuteilwerden soll.

3. Die Natur des Menschen: Erörtert psychologische Faktoren und evolutionsbiologische Hemmschwellen, die menschliche Hilfsbereitschaft beeinflussen.

4. Ausblick: Plädiert für ein Umdenken in der Gesellschaft, da dauerhafte Veränderungen ohne den Willen der Bürger der Industrieländer nicht möglich sind.

Schlüsselwörter

Weltarmut, Entwicklungshilfe, Hilfspflicht, Ethik, Utilitarismus, Subsidiarität, Menschenrechte, Amartya Sen, Peter Singer, Gerechtigkeit, homo communis, Verantwortung, Solidarität, Institutionen, Armutsbekämpfung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die ethische Rechtfertigung und die Grenzen von Hilfspflichten der Industrieländer gegenüber Menschen in Armut.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind ethische Begründungsansätze für globale Hilfe, politische Strukturen der Weltordnung sowie die psychologische Natur des Menschen bei Hilfsprozessen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu analysieren, welche Kriterien und moralischen Grundlagen eine Entwicklungshilfe erfüllen muss, um als effektiver Lösungsansatz für Weltarmut gelten zu können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin nutzt eine philosophische Analyse verschiedener ethischer Konzepte, wie den Utilitarismus, das Pflichtprinzip nach Kant und das Subsidiaritätsprinzip, kombiniert mit psychologischen Erkenntnissen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Prüfung globaler Hilfspflichten (Rechte/Pflichten/Rollen), das Verständnis des "Pflichtobjekts" und die Untersuchung menschlicher Natur und Hemmschwellen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Weltarmut, Hilfspflichten, ethische Begründung, Entwicklung, Gerechtigkeit und das Menschenbild des homo communis.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der internationalen Ordnung?

Die Arbeit betont, dass viele aktuelle internationale Strukturen und Handelsregeln die Armut in Entwicklungsländern eher verschärfen als mindern.

Inwieweit spielt das "Subsidiaritätsprinzip" eine Rolle?

Es dient als gesellschaftliches Prinzip, um Zuständigkeiten für Hilfe zu klären und die Überforderung des einzelnen Individuums bei moralischen Forderungen zu lindern.

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Details

Title
Armut abschaffen. Entwicklungshilfe aus der Perspektive einer universalistischen Ethik
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Grade
1,7
Author
Renata Ellermann (Author)
Publication Year
2011
Pages
46
Catalog Number
V268713
ISBN (eBook)
9783656599654
ISBN (Book)
9783656599623
Language
German
Tags
entwicklungshilfe perspektive
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Renata Ellermann (Author), 2011, Armut abschaffen. Entwicklungshilfe aus der Perspektive einer universalistischen Ethik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268713
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