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Die Arisierung des Einzelhandels im Dritten Reich und ihre Auswirkungen für die Bevölkerung

Title: Die Arisierung des Einzelhandels im Dritten Reich und ihre Auswirkungen für die Bevölkerung

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 14 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Christian Risse (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Die vorliegende Arbeit soll den Einfluss der Arisierungen, also der Verdrängung der jüdischen Bevölkerung aus dem Geschäftsleben im dritten Reich, auf den Einzelhandel, sowie das Konsumverhalten und die Möglichkeiten zum Konsum der Bevölkerung im Deutschen Reich in diesem Zeitbereich, näher untersuchen. Dazu soll zunächst der eigentliche Begriff der Arisierung näher untersucht werden und der Verlauf der Arisierungen kurz nachgezeichnet werden. Danach sollen drei Beispiele der Arisierung von jüdischen Kaufhäusern exemplarisch zeigen, wie diese betrieben werden konnte. In einem letzten Schritt werden dann die Auswirkungen der Arisierungen für die deutsche, wie auch für die jüdische Bevölkerung von 1933 bis etwa 1942 beschrieben. Bei der Recherche zu dieser Arbeit haben sich vornehmlich zwei Bücher als besonders hilfreich erwiesen. Zum einen das Buch „Arisierung“ in Hamburg von Frank Bajohr, der in seinem Werk sowohl die zeitliche Entwicklung der Arisierungen darstellt, wie auch deutlich macht, das speziell zu ihrem Beginn, die Verdrängung der Juden, wie auch der ziemlich starke Eingriff in die freie Wirtschaft von vielen eher skeptisch betrachtet wurde. Als Gegenpol beschreibt Britta Bopf in ihrem Buch Arisierung in Köln, dass die Bevölkerung sowie die Führer von Partei und Wirtschaft dort, anders als in Hamburg, deutlich radikaler gegen jüdische Geschäftsleute vorgingen und das massive Eingreifen des Staats und der Partei eher gebilligt wurden. Die Synthese aus beiden Werken soll ein möglichst ausgeglichenes Bild über den Verlauf der Arisierungen im deutschen Reich schaffen. Ergänzt werden die beiden Werke durch verschiedene andere, um auch den theoretischen Hintergrund der Arisierungen, sowohl im Hinblick auf die gesetzlichen Grundlangen, wie auch die Entwicklung und die Motive in Bevölkerung und Partei näher zu klären.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Arisierung – Probleme einer Definition

3. Der Verlauf der Arisierungen in den Jahren 1933 bis 1942

4. Drei Beispiele für die Arisierung großer Kaufhäuser

4.1 Herrmann Tietz – Eine Arisierung unter wirtschaftlichem Druck

4.2 Wertheim – Arisierung unter gesellschaftlichem Druck

4.3 Kortum – Arisierung durch Enteignung

5. Konsumverhalten und seine Veränderung durch Arisierungen

5.1 Einzelhandel und Konsum in der deutschen Bevölkerung

5.2 Einzelhandel und Konsum in der jüdischen Bevölkerung

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Arisierungen auf den Einzelhandel sowie das Konsumverhalten und die Konsummöglichkeiten der Bevölkerung im Deutschen Reich zwischen 1933 und 1942. Im Fokus steht dabei die Verdrängung der jüdischen Bevölkerung aus dem Geschäftsleben und die daraus resultierenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen.

  • Begriffliche und theoretische Grundlagen der "Arisierung"
  • Chronologischer Verlauf der Arisierungsprozesse (1933–1942)
  • Fallstudien zur Arisierung bedeutender Kaufhäuser (Tietz, Wertheim, Kortum)
  • Veränderung des Konsumverhaltens in der deutschen Bevölkerung
  • Wirtschaftliche Existenzvernichtung und soziale Isolation der jüdischen Bevölkerung

Auszug aus dem Buch

3. Der Verlauf der Arisierungen in den Jahren 1933 bis 1942

Es gab schon vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 in Deutschland ein immer wieder aufkeimendes antijüdisches Klima in Teilen der deutschen Bevölkerung und auch der Gedanke der Arisierung der Wirtschaft war, wie bereits angedeutet, keine Erfindung der Nationalsozialisten, sondern schon früher aufgekommen. So kam es bald nach der Machtübernahme zu ersten Übergriffen auf jüdische Geschäfte und einer Bedrohung und Einschüchterung von deutschen Juden. Es war leicht für die neue Führung gegen die jüdische Bevölkerung vorzugehen, da speziell in den unteren Bevölkerungsschichten der Antisemitismus bereits etabliert war, aber auch in den Vorstandsetagen durchaus vorhanden war. Schon früh rief die neue Führung zu einem zentral organisierten Boykott auf, der am 1. April, die gesamte jüdische Bevölkerung, speziell aber den Einzelhandel treffen sollte.

So zogen am 1. April 1933 vor jüdischen Geschäften Posten der SA und linientreue Parteianhänger auf und forderten auf Plakaten und in Sprechchören die Bevölkerung auf, nicht bei Juden einzukaufen und stattdessen deutsche Geschäfte zu bevorzugen. Kunden die dennoch jüdische Geschäfte betraten, wurden zum Teil fotografiert, ihre Bilder in Parteizeitungen veröffentlicht. Der Boykott war mit einigem Vorlauf gestartet, er wurde in Zeitungen und auf Plakaten angekündigt und „deutsche“ Geschäftsleute wappneten sich, indem sie ihrerseits auf Plakaten in ihren Schaufenstern klarstellten, dass sie keine Juden waren. Der Boykott verlief recht zwiespältig. In großen Städten wie Hamburg oder Berlin gingen zwar die Umsätze jüdischer Geschäfte allgemein zurück, jedoch kauften trotz Boykottaufruf viele Leute ein, zum Teil kam es sogar zu sogenannten Protestkäufen, bei denen die Leute beliebige Kleinigkeiten kauften, um ihre Solidarität auszudrücken. So hatte das Hamburger Modegeschäft Robinsohn am 1. April 1933 1/10 des normalen Umsatz gemacht, aber nur 1/3 der normalen Kassenzettel ausgegeben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der Arisierung und Darstellung der methodischen Vorgehensweise sowie der verwendeten Literatur.

2. Arisierung – Probleme einer Definition: Herleitung des Begriffs der Arisierung und Beschreibung des Prozesses als schleichende Verdrängung und Enteignung jüdischer Wirtschaftsbetriebe.

3. Der Verlauf der Arisierungen in den Jahren 1933 bis 1942: Analyse der zeitlichen Entwicklung von den ersten Boykottaufrufen bis zur vollständigen Enteignung und Deportation der jüdischen Bevölkerung.

4. Drei Beispiele für die Arisierung großer Kaufhäuser: Exemplarische Untersuchung der Arisierung von Herrmann Tietz, Wertheim und Kortum unter verschiedenen wirtschaftlichen und politischen Druckszenarien.

5. Konsumverhalten und seine Veränderung durch Arisierungen: Darstellung der Auswirkungen auf den Einzelhandel und die Konsumgewohnheiten sowohl der deutschen als auch der jüdischen Bevölkerung.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der tiefgreifenden Auswirkungen der Arisierung auf Wirtschaft und Gesellschaft im Dritten Reich.

Schlüsselwörter

Arisierung, Nationalsozialismus, Einzelhandel, Konsumverhalten, Enteignung, Jüdische Bevölkerung, Boykott, Kaufhäuser, Wirtschaftliche Verfolgung, Antisemitismus, Verdrängung, Kriegswirtschaft, Profitgier, Diskriminierung, NS-Raubpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den systematischen Prozess der Verdrängung jüdischer Unternehmer aus dem Einzelhandel und die Auswirkungen dieser Politik auf das Konsumverhalten im Dritten Reich.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition der Arisierung, der chronologischen Entwicklung der wirtschaftlichen Verfolgung sowie der Fallbetrachtung großer Kaufhäuser.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, ein ausgeglichenes Bild über den Verlauf der Arisierungen zu zeichnen und zu klären, wie diese Maßnahmen die deutsche Konsumlandschaft und die Existenzgrundlage der Juden beeinflussten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, wobei insbesondere die Werke von Frank Bajohr und Britta Bopf synthetisiert werden, um die regionale und zeitliche Varianz der Arisierungen zu veranschaulichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Verlauf von 1933 bis 1942, detaillierte Beispiele für Kaufhausübernahmen und die sozioökonomischen Auswirkungen für die deutsche und jüdische Bevölkerung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Arisierung, Enteignung, Einzelhandel, Antisemitismus, NS-Wirtschaftspolitik und Konsumverhalten stehen im Zentrum der Analyse.

Warum unterschied sich die Arisierung bei den Kaufhäusern Tietz, Wertheim und Kortum?

Die Beispiele zeigen unterschiedliche Mechanismen: Während Tietz durch wirtschaftlichen Druck infolge der Weltwirtschaftskrise in die Enteignung geriet, wurde bei Wertheim durch gesellschaftlichen Druck der Markenname "arisert", und bei Kortum fand eine schnelle, direkte Enteignung kurz nach 1933 statt.

Welche Rolle spielte der Boykott vom 1. April 1933 für den weiteren Verlauf?

Der Boykott war ein wichtiges Signal, das jedoch in vielen Städten nur mäßigen Erfolg hatte, was die Führung veranlasste, auf subtilere, schleichende Methoden der Arisierung umzusteigen, um die Wirtschaft nicht zu gefährden.

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Details

Title
Die Arisierung des Einzelhandels im Dritten Reich und ihre Auswirkungen für die Bevölkerung
College
Ruhr-University of Bochum  (Historisches Institut)
Course
Geschichte des Einzelhandels im Ruhrgebiet
Grade
1,7
Author
Christian Risse (Author)
Publication Year
2013
Pages
14
Catalog Number
V268738
ISBN (eBook)
9783656597254
ISBN (Book)
9783656597315
Language
German
Tags
arisierung einzelhandels dritten reich auswirkungen bevölkerung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Risse (Author), 2013, Die Arisierung des Einzelhandels im Dritten Reich und ihre Auswirkungen für die Bevölkerung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268738
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