Die Erfassung der stillen Beteiligung stellt in der handelsrechtlichen Rechnungslegung ein
umstrittenes Thema des Bilanzrechts dar. Dies liegt daran, dass es sich je nach gesellschaftsrechtlicher
Ausgestaltung der Beteiligung entweder um Eigenkapital oder Fremdkapital
handeln kann. Zudem kommt hinzu, dass es unzählig viele zivilrechtliche Ausgestaltungsformen
der stillen Gesellschaft gibt, bei welchen die Grenze zwischen Eigen- und Fremdkapitalcharakter
nicht immer eindeutig zu erkennen ist. Der Schwerpunkt in der Diskussion liegt
vor allem im Handelsrecht darin, die stille Gesellschaft mit überwiegendem Fremdkapitalcharakter
von derjenigen mit überwiegendem Eigenkapitalcharakter abzugrenzen und in der
Folge den entsprechenden Ausweis zu treffen. Deshalb liegt hinsichtlich der Passivierungsproblematik
der Beteiligung des Stillen noch kein einheitliches Meinungsbild vor.1
Zur Untersuchung des Abgrenzungsproblems wird in der folgenden Projektarbeit zunächst
auf die grundlegenden Begriffe der Thematik, wie Stille Gesellschaft, Mezzanine sowie auf
Eigen- und Fremdkapital eingegangen. Im Anschluss wird die Bilanzierung der stillen Einlage
als Fremd- oder Eigenkapital nach den Rechnungslegungsvorschriften HGB und IFRS dargestellt
und verglichen. Als letztes werden die Konsequenzen der Bilanzierung unter dem
Aspekt von Basel II aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Stille Gesellschaft
- 2.1 Atypisch und typisch stille Gesellschaft
- 2.2 Vorteile und Nachteile der stillen Gesellschaft
- 3. Mezzanine
- 3.1 Formen der Mezzanine
- 3.1.1 Vorteile von Mezzaninen Finanzierungsinstrumenten
- 3.1.2 Nachteile von Mezzaninen Finanzierungsinstrumenten
- 4. Erläuterungen der Begriffe Eigenkapital und Fremdkapital
- 4.1 Eigenkapital
- 4.2 Abgrenzung von Eigen- und Fremdkapital
- 5. Bilanzielle Behandlung der stillen Gesellschaft nach HGB und IFRS
- 5.1 Bilanzierung nach Handelsrecht
- 5.1.1 Handelsrechtliche Abgrenzung von typisch und atypisch stiller Beteiligung und damit Einstufung der stillen Einlage als Fremd- oder Eigenkapital
- 5.1.2 Drei Arten von Gleichstellungen mit Eigenkapital
- 5.1.3 Abgrenzung von Eigen- und Fremdkapital nach IFRS
- 5.1.4 Einstufung als Fremd- oder Eigenkapital der stillen Einlage nach IFRS
- 5.2 Zusammenfassender Vergleich von HGB- mit IFRS- Bilanzierung
- 5.3 Kritikpunkte an der Bilanzierung nach IFRS
- 6. Konsequenzen bei der Bilanzierung hinsichtlich Basel II
- 7. Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Projektarbeit befasst sich mit der Abgrenzung von Eigen- und Fremdkapital bei stillen Gesellschaften unter Betrachtung der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) und der International Financial Reporting Standards (IFRS). Das Ziel ist es, die verschiedenen Ausgestaltungsformen der stillen Gesellschaft zu untersuchen und die Kriterien für die bilanzielle Behandlung der stillen Einlage als Fremd- oder Eigenkapital zu beleuchten.
- Die verschiedenen Ausgestaltungsformen der stillen Gesellschaft
- Die Abgrenzung von Eigen- und Fremdkapital nach HGB und IFRS
- Die bilanzielle Behandlung der stillen Einlage als Fremd- oder Eigenkapital
- Die Konsequenzen der Bilanzierung im Kontext von Basel II
- Die Kritikpunkte an der Bilanzierung nach IFRS
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel widmet sich der Einleitung und stellt das Abgrenzungsproblem der stillen Beteiligung im Kontext des Bilanzrechts dar. Kapitel 2 beleuchtet die stille Gesellschaft im Allgemeinen, beschreibt die verschiedenen Ausprägungen, ihre Vor- und Nachteile und diskutiert die Problematik der Abgrenzung von Eigen- und Fremdkapital. Kapitel 3 führt den Begriff Mezzanine ein und beleuchtet die verschiedenen Formen, ihre Vor- und Nachteile sowie deren Positionierung im Kontext von Eigen- und Fremdkapital. Kapitel 4 definiert und erläutert die grundlegenden Begriffe Eigenkapital und Fremdkapital. Kapitel 5 fokussiert sich auf die bilanzielle Behandlung der stillen Gesellschaft nach HGB und IFRS. Es werden die handelsrechtlichen und IFRS-basierten Kriterien zur Einstufung der stillen Einlage als Fremd- oder Eigenkapital dargestellt und miteinander verglichen. Zudem werden die Kritikpunkte an der Bilanzierung nach IFRS aufgezeigt. Abschließend beleuchtet Kapitel 6 die Konsequenzen der Bilanzierung hinsichtlich Basel II.
Schlüsselwörter
Stille Gesellschaft, Mezzanine, Eigenkapital, Fremdkapital, HGB, IFRS, Bilanzierung, Basel II.
Häufig gestellte Fragen
Wie wird eine stille Beteiligung bilanziell eingeordnet?
Je nach Ausgestaltung kann sie entweder als Eigenkapital oder als Fremdkapital ausgewiesen werden, was oft ein umstrittenes Thema im Bilanzrecht ist.
Was ist der Unterschied zwischen einer typisch und einer atypisch stillen Gesellschaft?
Bei der typisch stillen Gesellschaft liegt meist Fremdkapitalcharakter vor, während die atypisch stille Gesellschaft durch Mitwirkungsrechte oft als Eigenkapital gewertet wird.
Wie unterscheidet sich die Bilanzierung nach HGB und IFRS?
HGB und IFRS haben unterschiedliche Kriterien für die Abgrenzung; IFRS legt oft strengere Maßstäbe für den Ausweis als Eigenkapital an.
Welche Rolle spielt "Mezzanine-Kapital"?
Stille Gesellschaften sind eine Form der Mezzanine-Finanzierung, die Elemente von Eigen- und Fremdkapital mischt.
Welche Auswirkungen hat Basel II auf die Bilanzierung?
Die Einordnung als Eigen- oder Fremdkapital beeinflusst die Kreditwürdigkeit und die Eigenkapitalquote des Unternehmens im Rahmen der Basel II-Vorschriften.
Warum gibt es Kritik an der Bilanzierung nach IFRS?
Kritiker bemängeln, dass die wirtschaftliche Realität der stillen Beteiligung durch die formalen IFRS-Kriterien oft nicht korrekt abgebildet wird.
- Quote paper
- Bachelor of Arts Vivian Ziegenhagen (Author), 2012, Die Abgrenzung von Eigen- und Fremdkapital bei stillen Gesellschaften unter Betrachtung nach HGB und IFRS, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268767