Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization

Die Bedeutung des Festes für die Inszenierung von Friedensverträgen in der Öffentlichkeit anhand des Westfälischen Friedens

Title: Die Bedeutung des Festes für die Inszenierung von Friedensverträgen in der Öffentlichkeit anhand des Westfälischen Friedens

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 17 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Rebekka Müller (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit soll die Bedeutung der öffentlichen Feierlichkeiten für die Inszenierung von Friedensverträgen anhand des Westfälischen Friedens erarbeitet werden. Diesbezüglich ist es notwendig zunächst einmal das Fest zu definieren. Insbesondere muss auf das Friedensfest der frühen Neuzeit eingegangen werden. Im Anschluss wendet sich diese Niederschrift den Vorgängen in Münster zu - genauer den Jubelfeiern des Westfälischen Friedensschlusses.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Feste feiern – Heute und damals

III. Das Friedensfest in der frühen Neuzeit

IV. Das Friedensfest anlässlich des Westfälischen Friedens in Münster

IV. 1. Die Feierlichkeiten anlässlich des spanisch-niederländischen Teilfriedens

IV. 2. Das Fest des Gesamtfriedens in Münster

IV. 2. 1. Ratifikation, Publikation und das eigentliche Freudensfest

V. Friedensfeste in anderen Städten

VI. Friedensfeste und ihre zeitgenössische Wahrnehmung

VII. Die Bedeutung des Friedensfestes

VIII. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die Bedeutung öffentlicher Feierlichkeiten zur Inszenierung von Friedensverträgen in der Frühen Neuzeit, wobei das Beispiel des Westfälischen Friedens im Zentrum der Analyse steht. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Funktion solcher Feste als Mittel der Machtrepräsentation, der politischen Kommunikation und als identitätsstiftende Elemente im kollektiven Gedächtnis der Zeitgenossen.

  • Die Definition und gesellschaftliche Funktion des Festbegriffs in der Frühen Neuzeit.
  • Die Inszenierung und Durchführung des Friedensfestes am Beispiel von Münster.
  • Die überregionale Verbreitung von Friedensfeiern in anderen deutschen Städten.
  • Die zeitgenössische Wahrnehmung von Friedensfesten als Ausdruck von Macht und religiöser Identität.
  • Die Bedeutung der Friedensfeste für die politische Legitimation und das kollektive Gedächtnis.

Auszug aus dem Buch

IV. 2. Das Fest des Gesamtfriedens in Münster

Am 24.10.1648, ein Samstag, wurden beide Exemplare in den einzelnen Gesandtschaftsquartieren unterschrieben und besiegelt. Dass sich der Vertrag in seiner Abschlussphase befand, wurde der Bevölkerung durch Glockengeläut und „bey einer Stund lang Freuden-Schüsse aus grossen Stücken(Kanonen)“8 bekannt gegeben.

Der darauffolgenden Tag, ein Sonntag, begann mit Dankgottesdiensten. Hierfür versammelten sich die Protestanten im schwedischen Gesandtschaftsquartier und die Kalvinisten beim Grafen Wittgenstein, dem Chef der Delegation aus Kurbrandenburg. Hier soll es auch sehr emotional gewesen sein - in einem nicht veröffentlichten Tagebuch eines braunschweigischen Gesandten stand, dass bei den protestantischen Gottesdiensten viele aus einem Hochgefühl heraus weinten.9

Währenddessen versammelten sich auf dem Marktplatz vorm Rathaus „ungefähr 1/3. theil der Bürgerschaft in 12 Fahnen / jeder 200 Mann starck. Das erste Glied eines jeden Fahnen bestunde in blossen Schlacht-Schwertern.“10 Ebenfalls wurden 600 Soldaten, 7 berittene Trompeter und ein Heerpauker aufgestellt - diese wurden von der Stadt selbst geworben, da der Friede lediglich unterzeichnet, aber noch nicht ratifiziert wurde.11 Das Rathaus war mit 20 eigens hierfür gemachten, bunten Fahnen geschmückt, die jede einzelne mit dem schwarzen Adler - dem Wappentier des Kaisers - versehen war. Um die kommunale Öffentlichkeit in Kenntnis zu setzen, kam der Stadtsekretär, Bernhard Holland, auf einem ansehnlichem Pferd, begleitet von den Trompetern und dem Heerpauker, angeritten. Die öffentliche Publikation, die auf Pergament gestaltet war, ließ er sich von einem Stadtdiener nachtragen. Auf dem Domplatz machte er seinen ersten Halt und verkündete im Namen der Stadt den Frieden12 :

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Einführung in das Thema und Erläuterung der herangezogenen Literatur sowie Quellenbasis für die Analyse der Friedensfestlichkeiten.

II. Feste feiern – Heute und damals: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Festbegriff und Gegenüberstellung historischer Feste als Machtdemonstrationen gegenüber heutigen Feiergewohnheiten.

III. Das Friedensfest in der frühen Neuzeit: Beschreibung des immensen Aufwands und der Vorkehrungen, die bei Friedensfesten betrieben wurden, um den Frieden feierlich zu begehen.

IV. Das Friedensfest anlässlich des Westfälischen Friedens in Münster: Detaillierte Betrachtung der Abläufe in Münster, unterteilt in die Feierlichkeiten zum Teilfrieden sowie die Ratifikation und das eigentliche Freudensfest.

V. Friedensfeste in anderen Städten: Überblick über die Verbreitung und Variation der Friedensfeiern in anderen Regionen des Reiches sowie deren oft zeitliche Verzögerung.

VI. Friedensfeste und ihre zeitgenössische Wahrnehmung: Analyse der ästhetischen und emotionalen Wirkung der Feste auf die Zeitgenossen und deren Funktion als Legitimation für den Regelverstoß.

VII. Die Bedeutung des Friedensfestes: Untersuchung der gesellschaftlichen und repräsentativen Funktion der Feste zur Stärkung des Gemeinschaftsbewusstseins und der politischen Selbstdarstellung.

VIII. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Festkultur als Instrument der politischen Propaganda und konfessionellen Identitätsbildung.

Schlüsselwörter

Friedensfest, Westfälischer Friede, Frühe Neuzeit, Machtrepräsentation, Friedensfeiern, Münster, Konfessionalität, Zeremoniell, Kollektives Gedächtnis, Politische Inszenierung, Ratifikation, Toleranz, Festkultur, Friedensschluss.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung öffentlicher Feierlichkeiten in der Frühen Neuzeit, speziell im Kontext der Inszenierung des Westfälischen Friedens.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die politische Inszenierung von Macht, die Rolle der Religion bei Friedensfeiern und die Funktion dieser Feste für das kollektive Gedächtnis.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu analysieren, wie Friedensverträge durch öffentliche Feste inszeniert wurden und welche soziale und politische Bedeutung diese für die damalige Bevölkerung hatten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit stützt sich auf eine historische Analyse unter Auswertung zeitgenössischer Quellen (Tagebücher, Dokumente) und relevanter geschichtswissenschaftlicher Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert konkret die Abläufe in Münster, die Verbreitung in anderen Städten sowie die zeitgenössische Wahrnehmung dieser Ereignisse.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Friedensfest, Machtrepräsentation, Westfälischer Friede und frühneuzeitliche Festkultur.

Welche Rolle spielte das Glockengeläut bei der Verkündung des Friedens?

Es diente als zentrales, akustisches Signal, um die Bevölkerung unmittelbar über den erfolgreichen Abschluss der Friedensverhandlungen zu informieren.

Warum war die öffentliche Inszenierung für die damalige Machtelite so bedeutsam?

Sie diente der Legitimation der politischen Entscheidung und der Demonstration von Stärke sowie kaiserlicher Autorität gegenüber der Bevölkerung.

Inwieweit unterschied sich die Wahrnehmung zwischen Katholiken und Protestanten?

Protestanten nutzten die Feste oft stärker zur Markierung ihrer konfessionellen Freiheit und als Triumph des Protestantismus, während die katholische Seite in Münster teilweise zurückhaltender agierte.

Excerpt out of 17 pages  - scroll top

Details

Title
Die Bedeutung des Festes für die Inszenierung von Friedensverträgen in der Öffentlichkeit anhand des Westfälischen Friedens
College
University of Augsburg
Grade
2,3
Author
Rebekka Müller (Author)
Publication Year
2011
Pages
17
Catalog Number
V268777
ISBN (eBook)
9783656597766
ISBN (Book)
9783656597681
Language
German
Tags
Westfälischer Frieden Friedensfeste Friedensverträge Frühe Neuzeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rebekka Müller (Author), 2011, Die Bedeutung des Festes für die Inszenierung von Friedensverträgen in der Öffentlichkeit anhand des Westfälischen Friedens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268777
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  17  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint