Den richtigen Standort für die Produktion eines Unternehmens zu finden, ist nie einfach, doch in Zeiten der Globalisierung haben die Möglichkeiten für Konzerne stark zugenommen. Denn die Globalisierung hat viele Chancen zur Verlagerung von Produktionsstätten für Unternehmen eröffnet, da die Entwicklungen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik1 grenzüberschreitende Standort-verlagerungen sehr viel einfacher gemacht haben. Zudem erleichtert der Fortschritt in der Transportbranche eine Verlagerung ins Ausland.
Es ist deutlich zu erkennen, dass die Produktionsverlagerungen dadurch stark zugenommen haben, was erhebliche Folgen für die deutsche Wirtschaft mit sich bringt. Denn durch die Verlagerungen gehen viele Arbeitsplätze verloren und die Steuereinnahmen des Staates sinken. Somit können Abwanderungen von großen Unternehmen ganze Regionen negativ beeinflussen und viele wirtschaftliche, wie auch sozialpolitische Probleme aufwerfen. Der Staat versucht also die Standortbedingungen Deutschlands zu verbessern, um die Unternehmen vom Abwandern abzuhalten und Arbeitsplätze zu sichern. Doch um den Standort Deutschland aufzuwerten, muss man sich zuerst fragen, was die Unternehmen dazu bewegt Deutschland zu verlassen und ihre Produktion ins Ausland zu verlagern.
Diese Beweggründe werden in dieser Arbeit erläutert und dabei näher auf die Vor- und Nachteile des Wirtschaftsstandortes Deutschland eingegangen. Außerdem werden die Folgen der Produktionsverlagerung für Deutschland näher beleuchtet und mögliche Lösungsansätze für eine Verbesserung des Standortes genannt. Um die genannten Elemente greifbarer zu machen, werden diese anhand der Produktionsverlagerung Nokias beschrieben und verglichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problematik und Vorgehensweise
2. Hauptuntersuchung
2.1 Darstellung der Verlagerung des Nokia-Werks in Bochum und dessen Folgen
2.2 Analyse der Gründe für die Verlagerung von Produktionsstätten am Beispiel von Nokia
2.3 Vor- und Nachteile des Wirtschaftsstandortes Deutschland
2.4 Folgen der Produktionsverlagerungen für Deutschland
3. Schluss
3.1 Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse
3.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Beweggründe für die Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland unter besonderer Berücksichtigung des Falls Nokia. Dabei wird analysiert, welche wirtschaftlichen Faktoren Unternehmen zu diesem Schritt bewegen und welche Auswirkungen diese Verlagerungen sowohl auf den Wirtschaftsstandort Deutschland als auch auf die betroffene Region und Bevölkerung haben.
- Analyse der primären Motive für Produktionsverlagerungen (Kosten, Märkte, Flexibilität).
- Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile des Standortes Deutschland.
- Untersuchung der direkten und indirekten Folgen von Produktionsverlagerungen für die deutsche Wirtschaft.
- Fallstudie zur Verlagerung des Nokia-Werks von Bochum nach Rumänien.
- Diskussion zukünftiger Anforderungen an den Industriestandort Deutschland im globalen Wettbewerb.
Auszug aus dem Buch
2.2 Analyse der Gründe für die Verlagerung von Produktionsstätten am Beispiel von Nokia
Die Gründe für die Verlagerung einer Produktionsstätte sind beim Großteil der Unternehmen dieselben. Produktionskosten, Steuern, Lieferfähigkeit und die Erschließung neuer Märkte gehören oft zu ihnen, wie sich in der Untersuchung vom Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung zeigt.
Das am häufigsten genannte Motiv sind die Kosten der Produktionsfaktoren, welches von 85% der befragten Unternehmen angegeben wurde. Viele Konzerne verlegen also ihre Produktion ins Ausland, um durch günstigere Produktion, also niedrigere Löhne und geringere Mieten, viel Geld einzusparen und somit den Gewinn zu steigern. So ist dies auch einer der Gründe Nokias: Eine Arbeitsstunde in Deutschland kostet ungefähr das Sechsfache von dem, was man für eine Arbeitsstunde in Rumänien zahlen würde. Somit spart Nokia sehr viel Geld, was zu höheren Gewinnen führt.
Die Erschließung neuer Märkte liegt in der „Rangliste“ vom Fraunhofer-Institut auf dem zweiten Platz, 42% der befragten Konzerne geben dies als einen der Gründe für ihre Verlagerung an. Im Falle von Nokia führt auch „die größere Nähe zu den Wachstumsmärkten in Osteuropa“ zur Umsiedlung nach Rumänien. Folglich verlagern viele Firmen ihre Produktionsstätte, um neue Absatzmärkte im Ausland zu erschließen, welche sie aus Deutschland nur sehr schwer und mit erhöhtem Kostenaufwand erreichen könnten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Produktionsverlagerung im Zeitalter der Globalisierung und Darstellung der Vorgehensweise anhand des Beispiels Nokia.
2. Hauptuntersuchung: Detaillierte Analyse der Verlagerung des Nokia-Werks, der generellen Standortfaktoren sowie der Vor- und Nachteile des Standortes Deutschland.
3. Schluss: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse sowie ein Ausblick auf zukünftige Notwendigkeiten zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Produktionsverlagerung, Nokia, Wirtschaftsstandort Deutschland, Standortfaktoren, Produktionskosten, Lohnkosten, Wettbewerbsfähigkeit, Innovationsprozess, Humankapital, industrielle Produktion, Arbeitsmarkt, Absatzmärkte, Investitionsgüter, Industriepark.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Thematik, warum Unternehmen ihre Produktionsstätten ins Ausland verlagern und welche wirtschaftlichen sowie gesellschaftlichen Konsequenzen dies mit sich bringt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind die Analyse von Produktionsfaktoren, die Vor- und Nachteile des Wirtschaftsstandortes Deutschland sowie die Auswirkungen von Produktionsabwanderungen auf die lokale Wirtschaft und den Arbeitsmarkt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Beweggründe für Standortverlagerungen anhand konkreter ökonomischer Daten und des Fallbeispiels Nokia zu identifizieren und zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, kombiniert mit der Auswertung von Studien (u.a. Fraunhofer-Institut) und statistischen Daten, um diese auf den Fall Nokia anzuwenden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Verlagerung von Nokia nach Rumänien detailliert dargestellt, die allgemeinen Gründe für solche Entscheidungen analysiert und die Stärken sowie Schwächen des Standortes Deutschland erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Globalisierung, Standortfaktoren, Produktionskosten, Wettbewerbsfähigkeit und den Strukturwandel der Industrie.
Warum war die Verlagerung von Nokia für Bochum so folgenreich?
Die Verlagerung führte zum Verlust von 2300 Arbeitsplätzen, der Entwertung vorangegangener Subventionen in Millionenhöhe und einer starken negativen Resonanz in der Bevölkerung aufgrund des sozialen Drucks.
Welche Lösungsansätze schlägt der Autor für Deutschland vor?
Der Autor schlägt vor, den Fokus stärker auf innovative und kapitalintensive Produkte zu legen, das Humankapital durch Bildung zu stärken und bürokratische Hürden für schnelle Innovationen abzubauen.
- Arbeit zitieren
- Max Weber (Autor:in), 2013, Beweggründe für eine Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268837