Das Projekt Weltethos nach Prof. Dr. Hans Küng

Darstellung, Einordnung und Kritik


Hausarbeit, 2012

11 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Notwendigkeit eines Weltethos...
1.1 Erklärung zum Weltethos
1.2 Biographie Prof. Dr. Hans Küng

2. Projekt Weltethos nach Prof. Dr. Hans Küng
2.1. Warum ein globales Weltethos?
2.1.1 Beginn eines Paradigmenwechsels
2.1.2 Reaktionäre und totalitäre Fehlentwicklungen
2.1.3 Selbstzerstörung der gegenwärtigen Fortschrittsgesellschaft
2.1.4 Werteentwicklung in der postmodernen Weltgesellschaft
2.1.5 Ethos als Grundkonsens in der Demokratie
2.2 Auswirkungen des „Projekt Weltethos“

3. Kritik am „Projekt Weltethos“

Quellenverzeichnis

1. Notwendigkeit eines Weltethos

Die Vorliegende Arbeit soll den Gedanken des Weltethos nach Prof . Dr. Hans Küng zusammengefasst darstellen, sowie dessen Entwicklung und Auswirkung auf die Gesellschaft und Weltreligionen deutlich machen. Abschließend veranschaulichen einige Kritikpunkte die differenzierten Meinungen zu Hans Küngs Weltethos.

1.1 Erklärung zum Weltethos

Kein Überleben ohne Weltethos“, „Kein Weltfriede ohne Religionsfriede“, „Kein Religionsfriede ohne Religionsdialog“. Mit diesen Behauptungen fordert Prof. Dr. Hans Küng die Weltreligionen auf, eine Koalition aus Glaubenden und Nichtglaubenden für ein friedliches Zusammenleben der Menschen zu schaffen1. Diesen Grundaussagen, Prof. Dr. Hans Küngs folgend, trat im September 1993 zum ersten Mal das Council des Parlaments der Weltreligionen zusammen. 6500 Vertreter aller Religionen arbeiteten unter heftigen Diskussionen eine Erklärung zum Weltethos aus. Als „initial declaration toward a global ethic“ soll sie den Anfangspunkt für Verständigung, Respekt und Zusammenarbeit aller Menschen der Religionen untereinander darstellen. Diese Erklärung wird als Grundlage für einen Diskussions- und Akzeptanzprozess in allen Religionen verstanden. Die Grundforderung der Erklärung zum Weltethos heißt „Jeder Mensch muss menschlich behandelt werden“. Nach dem Grundsatz „Was du willst, das man dir tut, das füge auch keinem anderen zu“ wird in der Erklärung zum Weltethos gefordert, dass überall auf Welt, egal welcher Religionsangehörigkeit jeder Mensch menschlich behandelt werden muss und ausnahmslos die unveräußerliche und unantastbare Würde des Menschen respektiert und für deren Schutz garantiert wird. Vier weitere Weisungen wurden wie folgt festgelegt:

1. Verpflichtung auf eine Kultur der Gewaltlosigkeit und der Ehrfurcht vor allem Leben
2. Verpflichtung auf eine Kultur der Solidarität und eine gerechte Wirtschaftsordnung
3. Verpflichtung auf eine Kultur der Toleranz und ein Leben in Wahrhaftigkeit
4. Verpflichtung auf eine Kultur der Gleichberechtigung und die Partnerschaft von Mann und Frau2

1.2 Biographie Prof. Dr. Hans Küng

Hans Küng wurde 1928 in Sursee in der Schweiz geboren. Er studierte von 1948 bis 1955 Philosophie und Theologie an der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom und wurde zwischenzeitlich am 10. Oktober 1954 zum Diözesanpriester von Basel geweiht. 1955 studierte Küng an der Sorbonne und am Institut Catholique in Paris. 1957 erhielt er das Direktorat der Theologie und widmete sich fortan bis 1960 der praktischen Seelsorge an der Hofkirche Luzern. Von 1959 bis 1960 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität, bis er 1960 als Professor für Fundamentaltheologie an die Universität Tübingen gerufen wurde. 1962 wurde Küng von Papst Johannes XXIII. zum offiziellen theologischen Konzilsberater ernannt und ist seit 1963 Professor der dogmatischen und ökumenischen Theologie und Direktor des Instituts für ökumenische Forschung an der Universität Tübingen.3

Prof. Dr. Küng entwickelte unter anderem ein Reformprogramm zur Abschaffung des Zölibats und zur Förderung der Gleichberechtigung der Frau. 1979 wurde ihm wegen gravierenden Abweichungen von der katholischen Lehre durch Papst Johannes Paul II. die theologische Lehrerlaubnis entzogen, ebenso 1979 die kirchliche Lehrerlaubnis durch die Deutsche Bischofskonferenz aufgrund seiner Kritik am Dogma der Unfehlbarkeit.

1989 schuf Küng das Basispapier zum Thema „Kein Weltfriede ohne Religionsfriede“. Nach Erscheinen seines Buches „Projekt Weltethos“ wurde Küng Gründer und ab 1995 Präsident der Stiftung Weltethos in Tübingen. Auch an der „Erklärung zum Weltethos“ durch das Parlament der Weltreligionen war Küng maßgeblich beteiligt. Außerdem erarbeitete er 1997 den Vorschlag des InterAction Council für eine „allgemeine Erklärung der Menschenpflichten.4

2. Projekt Weltethos nach Prof. Dr. Hans Küng

2.1. Warum ein globales Weltethos?

2.1.1 Beginn eines Paradigmenwechsels

Mit dem Übergang von der Moderne in die Postmoderne änderte sich laut Küng grundlegend die Weltanschauung. Nach Ende des 1. Weltkriegs ergab sich durch mehrere Entwicklungen die Möglichkeit, dass durch einen globalen Epochenumbruch eine neue friedvollere, postmoderne Weltordnung entstehen könnte:

- Aus der Eurozentrik entstand die Polyzentrik (mehr Großmächte statt Vorherrschaft der europäischen Mächte).
- Es entwickelte sich zudem ein Bewusstsein, dass durch neue Technik und
Wissenschaft eine Vernichtungsqualität von Kriegen entstehen würde, die Europa vollkommen zugrunde richten könnte.
- Friedensbewegungen entstanden, die sich für totale Abrüstung und Pazifismus einsetzten
- nicht nur der technische Fortschritt, sondern auch Gefahren für die Umwelt wurden von Zivilisationskritikern aufgegriffen
- Gleichberechtigung der Geschlechter setzte wich in vielen Ländern bei politischen Wahlen und Berufswahl durch.
- die ökonomische Bewegung begann mit internationalen Konferenzen und Bünden.5

2.1.2 Reaktionäre und totalitäre Fehlentwicklungen

Eine neue Weltordnung konnte sich trotz diesen Bewegungen und des produktiven vorwärtsweisenden Wandels nicht durchsetzen. Nach 1918 entstanden katastrophale Fehlentwicklungen. So entwickelten sich reaktionäre und totalitäre Entwicklungen wie der Faschismus in Italien, Spanien und Portugal, der Nationalsozialismus in Deutschland, der Militarismus in Japan und mit Leninismus und Stalinismus der Revolutionäre Kommunismus in Russland. Ebenso konnten ökonomische und gesellschaftliche Theorien wie der staatssozialistische Marxismus-Leninismus, der Neokapitalismus oder der sogenannte „Japanismus“ die globale Krise nach dem 1.

Weltkrieg nicht bewältigen.6

1 vgl. Küng, Hans 1990, Projekt Weltethos, München 1990

2 vgl. http://www.weltethos.org/1-pdf/10-stiftung/declaration/ Aufruf am 21.01.12

3 vgl. Küng, Hans 1990, Projekt Weltethos, München 1990

4 vgl. http://www.weltethos.org Aufruf am 21.01.12

5 vgl. Küng, Hans 1990, Projekt Weltethos, München 1990, S. 33

6 vgl. Küng, Hans 1990, Projekt Weltethos, München 1990, S. 25-31

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Das Projekt Weltethos nach Prof. Dr. Hans Küng
Untertitel
Darstellung, Einordnung und Kritik
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, München früher Fachhochschule
Note
2,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
11
Katalognummer
V268868
ISBN (eBook)
9783656598565
ISBN (Buch)
9783656598596
Dateigröße
386 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
projekt, weltethos, prof, hans, küng, darstellung, einordnung, kritik
Arbeit zitieren
Matthias Grübl (Autor), 2012, Das Projekt Weltethos nach Prof. Dr. Hans Küng, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268868

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