Der Notfallsanitäter, was hat sich verändert?


Hausarbeit, 2014
18 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Tätigkeitsbereiche der Berufsgruppen
2.1 Rettungsassistentin / Rettungsassistent
2.2 Notfallsanitäterin / Notfallsanitäter
2.3 Lehrrettungsassistentin / Lehrrettungsassistent

3. Methodisches Vorgehen

4. Die alte und die neue Berufsbezeichnung
4.1 Bisherige Ausbildung zum/zur Rettungsassistent/in (RettAssG/ RettAssAPrV)
4.2 Neue Ausbildung zum/zur Notfallsanitäter/in (NotSanG/ NotSan-APrV)

5. Aktuelle Reaktionen

6. Was hat sich an den relevanten Kriterien verändert

7. Auswertung

8. Zusammenfassung der Arbeit
8.1 offene Fragen und Forschungsdesiderate

1. Einleitung

Aktuell befindet sich die gesetzliche Grundlage der Ausbildung zum Rettungsassistenten in der Novellierungsphase. Ab Anfang 2014 soll die neue Berufsausbildung und Berufsbezeichnung Notfallsanitäter die bisherigen Rettungsassistentenausbildung und Berufsbezeichnung ablösen.

Der Notfallsanitäter, was hat sich verändert?

Der Bundestag hat am 22.05.2013 mit Zustimmung des Bundesrates das Gesetz über den Beruf der Notfallsanitäterin und des Notfallsanitäters beschlossen. Das Gesetz ersetzt zum 31.12.2014 das bisherige Gesetz über den Beruf der Rettungsassistentin und des Rettungsassistenten vom 01.09.1989.[1]

Was bedeutet dieses für die bisherigen Rettungsassistenten und für die zukünftigen Notfallsanitäter?

In verschiedenen Publikationen wird auf die Wichtigkeit der Novellierung und damit Weiterentwicklung des veralteten Rettungsassistentengesetzes (RettAssG) von 1989 hingewiesen.

Aussage von Daniel Bahr (ehemaliger Bundesgesundheitsminister): „Bundesweit gehen jeden Werktag rund 35.000 rettungsdienstliche Hilfeersuchen in den Rettungsleitstellen ein. Oft geht es dabei um eine lebensbedrohliche Situation, in der schnelle Hilfe wichtig ist. Eine Modernisierung und inhaltliche Aufwertung des Berufs des Rettungsassistenten und nun Notfallsanitäters war lange überfällig. Damit sichern wir eine qualifizierte notfallmedizinische Versorgung für die Menschen in Deutschland.“[2]

„Seit mehreren Jahren wird eine Novellierung des Rettungsassistentengesetzes von allen an der Notfall- und Rettungsmedizin Beteiligten gefordert. Dabei geht es insbesondere um steigende Ansprüche an das Berufsbild  aufgrund medizinischer Entwicklungen, demographischer Herausforderungen sowie um eine notwendige Entwicklung der Zukunftsfähigkeit der beruflichen Perspektiven in der prähospitalen Notfallmedizin“.[3]

Meine Vorgehensweise in dieser Nicht-empirischen Facharbeit vergleiche ich die vorhandenen Gesetzestexte der Berufe inkl. der dazugehörigen Ausbildungsverordnungen.

Aus der aktuellen Rettungsdienstfachliteratur werde ich Expertenmeinungen sowie meine eigene Berufserfahrung einbeziehen.

2. Tätigkeitsbereiche der Berufsgruppen

2.1 Rettungsassistentin / Rettungsassistent

„Die Ausbildung soll entsprechend der Aufgabenstellung des Berufs als Helfer des Arztes insbesondere dazu befähigen, am Notfallort bis zur Übernahme der Behandlung durch den Arzt lebensrettende Maßnahmen bei Notfallpatienten durchzuführen, die Transportfähigkeit solcher Patienten herzustellen, die lebenswichtigen Körperfunktionen während des Transports zum Krankenhaus zu beobachten und aufrechtzuerhalten sowie kranke, verletzte und sonstige hilfsbedürftige Personen, auch soweit sie nicht Notfallpatienten sind, unter sachgerechter Betreuung zu befördern“.[4]

2.2 Notfallsanitäterin / Notfallsanitäter

„Die Ausbildung zur Notfallsanitäterin oder zum Notfallsanitäter soll entsprechend dem allgemein anerkannten Stand rettungsdienstlicher, medizinischer und weiterer bezugswissenschaftlicher Erkenntnisse fachliche, personale, soziale und methodische Kompetenzen zur eigenverantwortlichen Durchführung und teamorientierten Mitwirkung insbesondere bei der notfallmedizinischen Versorgung und dem Transport von Patientinnen und Patienten vermitteln. Dabei sind die unterschiedlichen situativen Einsatzbedingungen zu berücksichtigen. Die Ausbildung soll die Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter außerdem in die Lage versetzen, die Lebenssituation und die jeweilige Lebensphase der Erkrankten und Verletzten und sonstigen Beteiligten sowie deren Selbstständigkeit und Selbstbestimmung in Ihr Handeln mit ein zu beziehen“.[5]

2.3 Lehrrettungsassistentin / Lehrrettungsassistent

„Der Abschluss Lehrrettungsassistent oder die bestehende Ausbildereignungsprüfung berechtigt den Inhaber, Lehrlinge/Auszubildende in der betrieblichen Ausbildung (Rettungsassistenten/innen im berufspraktischen Jahr) zu betreuen und anzuleiten“.[6]

Dieser Abschluss ist in der Berufspraxis auch unter dem Begriff Praxisanleiter bekannt.

3. Methodisches Vorgehen

Zum fachlichen Vergleich zwischen den Berufen nutze ich das noch gültige RettAssG mit der dazugehörigen RettAss-APrV und das neue NotSanG mit der dazugehörigen NotSan-APrV. Die Unterschiede der Rettungsdienstfachberufe werde ich kurz zusammengefasst darstellen.

Durch die „Nebeneinanderstellung“ der beruflichen Unterschiede werde ich im Verlauf die Vor- und Nachteile des neuen Berufsbildes Notfallsanitäterin und Notfallsanitäter interpretieren und zusammenfassen.

Unter Zuhilfenahme von Fachliteratur und Expertenmeinungen werde ich im Abschluss der Arbeit auf die Tendenzen und die Entwicklung eingehen, besonders in dem Bezug auf offene Fragen und Forschungsdesiderate.

4. Die alte und die neue Berufsbezeichnung

4.1 Bisherige Ausbildung zum/zur Rettungsassistent/in (RettAssG/ RettAssAPrV)

Die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Rettungsassistentinnen und Rettungsassistenten (RettAssAPrV) regelt die bisherigen Ausbildungsgrundsätze.

Die theoretische Ausbildung wurde an einer staatlich anerkennten Rettungsdienstschule durchgeführt.

„Voraussetzung für die Anmeldung zur Ausbildung waren bisher die Vollendung des 18.Lebensjahres, eine gesundheitliche Eignung für den Beruf sowie min. ein Hauptschulabschluss, eine gleichwertige Schulbildung oder abgeschlossene Berufsausbildung“.[7]

Die entstehenden Kosten für die Ausbildung mussten von dem Teilnehmer selber erbracht werden. Berufserfahrene Rettungssanitäter wurden vereinzelt auch von den Arbeitgebern finanziert. Außerdem wurde diese Ausbildung vom Arbeitsamt mit einer Maßnahmennummer gefördert und somit wurde teilweise auch Arbeitsplatzsuchenden die Ausbildung zum Rettungsassistenten ermöglicht.

„Der Lehrgang besteht aus 1200 Std. theoretischer und praktischer Ausbildung und dauert in Vollzeitform zwölf Monate. Der Abschluss erfolgt durch eine  staatliche Prüfung“.[8]

„Die Ausbildung beinhaltete: theoretischen und praktischer Unterricht in der Schule von min. 780Std., sowie eine theoretische und praktische Ausbildung im Krankenhaus von min. 420Std.. Das sind zusammen gerechnet min. 1200Std.. Dazu kommen die staatliche Prüfung und die praktische Tätigkeit die min. 1600Std. umfasst“.[9]

Nach der bestandenen staatlichen Prüfung musste die praktische Tätigkeit nach § 7 RettAssG absolviert werden, um die Berufsbezeichnung „Rettungsassistentin / Rettungsassistent“ führen zu dürfen. Dieses berufspraktische Jahr musste selbstständig gefunden werden und gehörte nicht mehr zur theoretischen und praktischen Ausbildung der Rettungsdienstschule. Das bedeutet, dass der Auszubildende jetzt Bewerbungen an die Rettungsdienstbetreiber schreiben musste, um eine Anstellung für das berufspraktische Jahr zu bekommen. Diese Arbeitsplätze wurden meist nicht vergütet.

„Die berufspraktische Tätigkeit endet mit einem sogenannten Abschlussgespräch mit dem Ärztlichen Leiter Rettungsdienst und dem dazugehörigen Ausbilder (verantwortlicher Rettungsassistent bzw. Lehrrettungsassistent). In diesem Gespräch wurde festgestellt, ob das berufspraktische Jahr erfolgreich bestanden wurde oder verlängert werden musste. Eine Verlängerung war dabei nur einmal zulässig“[10]

[...]


[1] Bundesgesetzblatt Jahrgang 2013 Teil 1 Nr. 25, ausgegeben zu Bonn am 27. Mai 2013, 1348-1357, Gesetz über den Beruf der Notfallsanitäterin und des Notfallsanitäters sowie zur Änderung weiterer Vorschriften (NotSanG).

[2] Bundesministerium für Gesundheit, Pressemitteilung, Nr.13, 01.03.2013, Berlin, Bundestag beschließt Notfallsanitätergesetz, Neue Anforderungen an die Ausbildung sichern eine qualifizierte notfallmedizinische Versorgung in Deutschland http://www.bmg.bund.de/ministerium/presse/pressemitteilungen/2013-01/notfallsanitaetergesetz-beschlossen.html

[3] Flake, F., Gliwitzky, B., Grusnick, H.-M., König, M.K., Beckers, S.K., Notfallsanitäter – Chancen und Perspektiven des neuen Berufsbildes, Notfall+Rettungsmedizin Zeitschrift für präklinische und innerklinische Notfallmedizin, Dezember 2013 Band 16, Heft 8, S. 598-603, S. 598.

[4] Gesetz über den Beruf der Rettungsassistentin und des Rettungsassistenten (RettAssG) vom 10.Juli 1989 (BGBL. I S. 1384), die zuletzt durch Artikel 19 des Gesetzes vom 2. Dezember 2007 (BGBL. I S. 2686) geändert worden ist, II. Abschnitt, §3.

[5] Notfallsanitätergesetz vom 22. Mai 2013, Bundesgesetzblatt, Teil I, S. 1348, NotSanG, Abschnitt 2., §4.

[6] Hündorf, Hans-Peter und Lipp, Roland, Der Lehrrettungsassistent, Lehrbuch für Ausbilder im Rettungsdienst, 1 Aufl., Verlagsgesellschaft Stumpf + Kossendey, Edewacht Wien, 2003, S. 20, 1.4

[7] Vgl. RettAssG, II Abschnitt, §5

[8] Vgl. RettAssG, II Abschnitt, § 4

[9] Vgl. Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Rettungsassistentinnen und Rettungsassistenten (RettAss-APrV) vom 07. November 1989 (BGBL. I S. 1966), die zuletzt durch Artikel 20 des Gesetzes vom 02. Dezember 2007 (BGBL. I S. 2686) geändert worden ist., Anlage 1 zu § 1 Abs. 1)

[10] Vgl. RettAss APrV, § 2, Absatz 3

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Der Notfallsanitäter, was hat sich verändert?
Hochschule
Diploma Fachhochschule Nordhessen Berlin-Treptow
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
18
Katalognummer
V268888
ISBN (eBook)
9783656599111
ISBN (Buch)
9783656599128
Dateigröße
507 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
notfallsanitäter
Arbeit zitieren
Rouven Samson (Autor), 2014, Der Notfallsanitäter, was hat sich verändert?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268888

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