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Das Universalienproblem - Von den Ursprüngen zum Streit

Peter Abaelards Lösung der Universalienfrage

Titel: Das Universalienproblem - Von den Ursprüngen zum Streit

Zwischenprüfungsarbeit , 1995 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: M.A. Britta Aelken (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des Mittelalters (ca. 500-1300)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Universalienproblem ist DAS Streitthema in der mittelalterlichen Philosophie. Die Frage nach der Realität von Gattungsbegriffen oder dem alleinigen Seinsrecht von konkreten Einzeldingen hält die mittelalterlichen Wanderprediger sowie Vertreter der ersten Universitäten in Atem. Peter Abaelard führt die beiden konträren Positionen dialektisch zusammen.Die vorliegende Arbeit zeigt die Ursprünge des Problems von Aristoteles und Platon bis zum Lösungsansatz des Franzosen in kompakter Form leichtverständlich auf.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. (Vor-) Geschichte der Universalienfrage

a) Platon

b) Aristoteles

c) Boetius

3. Peter Abaelard

a) Situation der Philosophie

b) Seine Lehrer: Roscelin v. Compiègne und Wilhelm v. Champeaux

c) Abaelards Lösungsentwurf

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Universalienproblem von seinen antiken Ursprüngen bis hin zur konzeptualistischen Lösung durch Peter Abaelard im Mittelalter, um die Entwicklung der Frage nach der Realität von Allgemeinbegriffen nachzuvollziehen.

  • Platonische Ideenlehre und aristotelische Kritik
  • Vermittlungsversuche durch Boethius
  • Nominalistische und (hyper-)realistische Positionen des 11. Jahrhunderts
  • Abaelards sprachlogischer Ansatz und Konzeptualismus

Auszug aus dem Buch

c) Abaelards Lösungsentwurf

Die Herangehensweise Peter Abaelards an das meist disputierteste Problem seiner Zeit, ist dadurch gekennzeichnet, dass sie versucht, weder dem roscelinischen Nominalismus, noch den universalienrealistischen Theorien zu folgen. Abaelard lässt die Antworten der Vorgänger nur insofern zu, als dass sie ihm die notwendige Angriffsfläche bieten, um seine eigene Lösung darzustellen. Nichtsdestotrotz bleibt er ein geistiger Schüler seiner Lehrer, wenn er das Universal anfangs mit einer bestimmten Gruppe von Wörtern gleichsetzt, und auch weiterhin die Existenz urbildhafter Vorprägungen der Genera und Spezies im göttlichen Geist voraussetzt. Doch – wie sind für Abaelard denn nun die Universalien beschaffen?

Schon bei der ersten Frage schlägt der Dialektiker einen neuen Weg ein. Das Allgemeine kann nach ihm nicht wirklich existieren. Neben dem schon in der Kritik an Wilhelm erwähnten Argument, es können nicht zur gleichen Zeit konträre Bestimmungen in einer Wesenheit sein, schließt er mithilfe eines Beispiels ein weiteres hieran an. Wenn ein beliebiges universales Nomen etwas Reales darstellen würde, so ergäbe der Begriff „Mensch“ einen bestimmten vorstellbaren Menschen. Dies ist jedoch nicht der Fall: der Begriff kann nicht alle Menschen ausreichend repräsentieren, genauso wenig wie er zu der wahren Erfassung eines Einzelmenschen („Sokrates“) führt.

Entbehrt das Universal damit jedweder Grundlage? Entspricht ihm wirklich nichts in der realen Welt? An dieser Stelle zitiert Abaelard Boethius mit den Worten: Jeder Gedanke resultiert aus einer zugrundeliegenden Sache (…), er kann nicht ihne jede Grundlage entstehen. Doch ist diese Grundlage von mehreren einander ähnlichen Einzeldingen keinesfalls eine eigenständige Sache (res), die noch in den Dingen gefunden werden muss, die Suche nach einem „Universalding“ hat bei Abaelards Vorgängern immer zu extrem realistischen Annahmen geführt. Es handelt sich vielmehr um das Zusammenfassen von Übereinstimmungen unter einen Begriff. Die Übereinstimmungen werden mit den Sinnen wahrgenommen und gelten bei Abaelard – wie auch bei Boethius – als similitudo. Diese Ähnlichkeit erhebt sich aus der Dingwelt anhand der menschlichen Abstraktionsfähigkeit auf die Gedankenebene.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Das Kapitel führt in das Universalienproblem ein, definiert die Grundbegriffe und skizziert die historische Bedeutung der Fragen von Porphyrios für die Philosophie des Mittelalters.

2. (Vor-) Geschichte der Universalienfrage: Es werden die antiken Wurzeln beleuchtet, insbesondere Platons Ideenlehre, Aristoteles' Kritik an dieser und der vermittelnde, jedoch ambivalente Ansatz des Boethius.

3. Peter Abaelard: Dieses Kapitel analysiert das philosophische Umfeld des 11. Jahrhunderts, die extremen Positionen von Abaelards Lehrern (Roscelin und Wilhelm von Champeaux) sowie Abaelards eigenen konzeptualistischen Lösungsentwurf.

4. Schlussbetrachtung: Das Fazit ordnet Abaelards Beitrag historisch ein und zeigt auf, wie seine sprachlogischen Ansätze die weitere Entwicklung der Philosophie bis in die Moderne beeinflussten.

Schlüsselwörter

Universalien, Universalienproblem, Nominalismus, Universalienrealismus, Konzeptualismus, Peter Abaelard, Boethius, Porphyrios, Ideenlehre, Abstraktion, Vox, Sermo, Sprachlogik, Mittelalter, Philosophiegeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt das klassische philosophische Universalienproblem, also die Frage, ob Allgemeinbegriffe eine eigenständige Realität besitzen oder bloße sprachliche beziehungsweise mentale Konstrukte sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die antike Ideenlehre, der scholastische Universalienstreit, die Debatte zwischen Nominalismus und Realismus sowie die Entwicklung der Sprachphilosophie im Mittelalter.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Entwicklung der Universalienfrage von Platon und Aristoteles über Boethius bis hin zu Peter Abaelard darzustellen und Abaelards spezifischen konzeptualistischen Lösungsansatz zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophiehistorische Untersuchung, die auf der Analyse von Primärquellen (unter anderem von Boethius und Abaelard) sowie deren Einordnung in den scholastischen Diskurs basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der antiken Vorläufer sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Position und Lehre Peter Abaelards, unter besonderer Berücksichtigung seiner Lehrer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Universalien, Konzeptualismus, Abstraktion, Nominalismus und Sprachlogik charakterisiert.

Wie unterscheidet Abaelard zwischen "vox" und "sermo"?

Abaelard unterscheidet den bloßen physischen "Laut" (vox) von der tatsächlichen "Wortbedeutung" (sermo), wobei er betont, dass die Universalität nicht dem Laut selbst, sondern seinem Inhalt zukommt.

Was bedeutet das "Ockhamsche Rasiermesser" im Kontext dieser Arbeit?

Es wird als Teil der metaphysischen Kritik angeführt, die dazu beitrug, platonistische Lösungen zu überwinden und eine ökonomischere Sichtweise auf abstrakte Gegenstände zu etablieren.

Warum hält Abaelard die menschliche Erkenntnis für unvollkommen?

Weil menschliche Erkenntnis auf Sinneswahrnehmung basiert und somit bei komplexen Begriffen nur eine "conceptio confusa" (undifferenzierte Vorstellung) erreicht, im Gegensatz zur vollen Souveränität göttlicher Erkenntnis.

Welche Rolle spielt Porphyrios?

Seine Einführungsschrift zu Aristoteles' "Kategorien" warf die grundlegenden Fragen zur Existenz von Gattungen und Arten auf, die den zentralen Ausgangspunkt für die gesamte mittelalterliche Universaliendiskussion bildeten.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Universalienproblem - Von den Ursprüngen zum Streit
Untertitel
Peter Abaelards Lösung der Universalienfrage
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Philosophie)
Veranstaltung
Philosophie des Mittelalters
Note
1,0
Autor
M.A. Britta Aelken (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1995
Seiten
21
Katalognummer
V268962
ISBN (eBook)
9783656598879
ISBN (Buch)
9783656598862
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mittelalter Universalienstreit Peter Abaelard
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A. Britta Aelken (Autor:in), 1995, Das Universalienproblem - Von den Ursprüngen zum Streit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268962
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Leseprobe aus  21  Seiten
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