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Spätromantische Traumpoesie in der biedermeierlichen Gesellschaft

Dialektische Tendenzen in Annette von Droste- Hülshoffs Gedicht „Das Spiegelbild“

Title: Spätromantische Traumpoesie in der biedermeierlichen Gesellschaft

Term Paper , 2012 , 14 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Stefan Seefelder (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die vorliegende Interpretation behandelt zum einen das Spannungsfeld zwischen barockem Dualismus (Diesseit und Jenseits) und spätromantischen Einflüssen (Nekromantik), in dem sich Annette von Droste-Hülshoff als Verfasserin des Gedichtes bewegte. Zum anderen soll ein Ansatz zum Verständnis des sich von der Dichtung der Zeitgenossen doch augenscheinlich abhebenden Stils gefunden und erläutert werden, um über die Person der Verfasserin ein Gesamtbild der sich widersprechenden Ideen und Geisteshaltungen zu zeichnen, die im Gedicht ausgedrückt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Formale Aspekte

3. Das lyrische Ich und sein Spiegelbild

4. Religion und Gedicht

5. Pessimismus und spätromantische Programmatik

6. Die Schizophrenie des lyrischen Ichs und der barocke Dualismus des Geistes

7. Über den Traum

8. Resumée

9. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Gedicht „Das Spiegelbild“ von Annette von Droste-Hülshoff unter besonderer Berücksichtigung der darin manifestierten dialektischen Strukturen. Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Dichterin durch Motive, Metaphern und den Rückgriff auf barocke sowie romantische Gestaltungsmittel die ambivalente Beziehung zwischen dem lyrischen Ich und seinem Spiegelbild poetisch fasst und in den Kontext der gesellschaftlichen und religiösen Spannungsfelder ihrer Zeit einbettet.

  • Analyse der formalen Struktur und des „Dichtergedichts“
  • Untersuchung der dialektischen Spannung zwischen Phantasie und Realität
  • Religiöse und symbolische Bedeutung des Spiegelmotivs
  • Einordnung in spätromantische Programmatik und zeitgenössische Diskurse
  • Die psychologische Dimension des Doppelgängermotivs

Auszug aus dem Buch

Einleitung

Annette von Droste-Hülshoffs Gedicht „Das Spiegelbild“, entstanden 1841/42, dreht sich um das Verhältnis des lyrischen Ichs zu seinem Spiegelbild, welches, ganz und gar nicht kongruent zu seiner „realen“ Vorlage, als rätselhafte und geheimnisvolle Erscheinung auftritt. Dem Stil nach der „Schauerromantik“ des E.T.A. Hoffmann und anderen verbunden, spielen unerklärliche, mystische und geheimnisvolle Elemente eine bedeutende Rolle, die hier in Gestalt des obskuren Spiegelbildes auftreten und dementsprechend beschrieben werden.

So unterschiedlich, beinahe gegensätzlich wie die zwei Wesen, die sich im Spiegel gegenüber stehen, erscheint auch die Weltwahrnehmung der Dichterin, die sich zwischen mehreren Polen konstituiert. Einerseits zwischen der überhöhten dichterischen Phantasie, welche sich in der Dichtung zum „phantastischen Element“ steigert, und andererseits der biedermeierlichen gesellschaftlichen Umgebung, die insbesondere eine dichtende (somit gebildete) Frau suspekt betrachtete.

Eine religiöse Motivation der Annette von Droste-Hülshoff lässt sich zwischen einem konservativen Katholizismus sowie einem stringenten Antirationalismus auf der einen Seite und einer Annäherung (zumindest Kenntnis) an den deutschen Idealismus einordnen. Diese dialektischen, gelegentlich diametralen Gegensätze vereint Annette von Droste-Hülshoff in „Das Spiegelbild“ auf ihre eigene Weise mit den Gestaltungsmitteln des Barock und der Romantik, welche im Gedicht eine beklemmende und bedrohliche Atmosphäre schaffen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Gedicht ein, umreißt die literarische Einordnung im Kontext der Schauerromantik und benennt die zentrale Fragestellung zur Dialektik der Dichterin.

2. Formale Aspekte: Dieses Kapitel analysiert den Aufbau des Gedichts, insbesondere das Versmaß (4-hebiger Jambus) und das Reimschema als wesentliche Träger der poetischen Form.

3. Das lyrische Ich und sein Spiegelbild: Hier wird die unheimliche Beziehung zwischen den beiden Wesen und das Bedrohungsszenario beleuchtet, das sich durch die ambivalenten Empfindungen des Ichs zieht.

4. Religion und Gedicht: Dieses Kapitel untersucht die religiösen Motive im Gedicht und hinterfragt die Zuordnung der Autorin zwischen katholischer Tradition und individuellem Selbstausdruck.

5. Pessimismus und spätromantische Programmatik: Es wird analysiert, wie das Gedicht auf spätromantische Motive wie Somnambulismus und Todessehnsucht zurückgreift, um eine düstere Grundstimmung zu erzeugen.

6. Die Schizophrenie des lyrischen Ichs und der barocke Dualismus des Geistes: Dieses Kapitel betrachtet das Spiegelbild als Allegorie im Sinne des barocken Dualismus zwischen Diesseits und Jenseits.

7. Über den Traum: Der Fokus liegt hier auf dem Traummotiv als Medium der Irrationalität und der Grenze zwischen phantastischer Vorstellung und der Realität.

8. Resumée: Das Resumée fasst die dialektischen Strukturen auf Meta-, Makro- und Mikroebene zusammen und ordnet das Gedicht als Exempel für Droste-Hülshoffs gesamtes Werk ein.

9. Literaturverzeichnis: Auflistung der wissenschaftlichen Quellen und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Annette von Droste-Hülshoff, Das Spiegelbild, Dialektik, Spätromantik, Biedermeier, Lyrik, Spiegelmotiv, Doppellicht, Identität, Barock, Schauerromantik, Traumpoesie, Katholizismus, Selbstbild, Phantastisches Element.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Gedicht „Das Spiegelbild“ von Annette von Droste-Hülshoff unter dem Fokus auf dialektische Strukturen und das Spannungsfeld zwischen dem lyrischen Ich und seiner Reflexion.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Feldern gehören die spätromantische Ästhetik, religiöse Einflüsse, das barocke Dualitätsverständnis sowie die psychologische Auseinandersetzung mit der eigenen Identität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Widersprüchlichkeiten in der Wahrnehmung der Dichterin zu identifizieren und aufzuzeigen, wie diese poetisch verarbeitet werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung folgt einer textanalytischen Methode, ergänzt durch die Heranziehung literaturwissenschaftlicher Sekundärliteratur zur Einordnung in den historischen und geistesgeschichtlichen Kontext.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu formalen Aspekten, zur Motivik des Spiegelbilds, zu religiösen Bezügen, zur spätromantischen Programmatik sowie zur Rolle des Traums als allegorischem Gerüst.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Dialektik, Spiegelmotiv, Spätromantik, Schizophrenie des lyrischen Ichs und Identität charakterisiert.

Warum spielt der „Nebel“ im Gedicht eine so große Rolle?

Der Nebel wird im Kapitel 3 als allegorische Metapher für Unklarheit, Sünde und die Abwesenheit Gottes gedeutet, die in der Barockdichtung tief verwurzelt ist.

Inwiefern lässt sich das Gedicht als „Selbstvergottung“ interpretieren?

Durch den Vergleich des lyrischen Ichs mit Moses im Kontext einer Überhöhung des Spiegelbildes wird eine Form der Blasphemie bzw. Selbstbehauptung diskutiert, die als Emanzipation der weiblichen Persönlichkeit verstanden werden kann.

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Details

Title
Spätromantische Traumpoesie in der biedermeierlichen Gesellschaft
Subtitle
Dialektische Tendenzen in Annette von Droste- Hülshoffs Gedicht „Das Spiegelbild“
College
Free University of Berlin
Grade
1,0
Author
Stefan Seefelder (Author)
Publication Year
2012
Pages
14
Catalog Number
V268974
ISBN (eBook)
9783656600015
ISBN (Book)
9783656599975
Language
German
Tags
Biedermeier Traumpoesie Spätromantik Gedichtinterpretation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Seefelder (Author), 2012, Spätromantische Traumpoesie in der biedermeierlichen Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268974
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