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Geschlechtsspezifische Suchtprävention in einer heilpädagogischen Mädchenwohngruppe

Title: Geschlechtsspezifische Suchtprävention in einer heilpädagogischen Mädchenwohngruppe

Pre-University Paper , 2005 , 30 Pages , Grade: 1,6

Autor:in: Andrea Rett (Author)

Social Work
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Da ich in meiner Arbeit mit Mädchen im Alter von 12 – 18 Jahren täglich mit Süchten konfrontiert werde, kam ich zu dem Gedanken, daraus das Thema meiner Facharbeit wachsen zu lassen.
Anfangs konnte ich mit den Worten Sucht, Prävention und Heilpädagogische Mädchenwohngruppen nicht viel anfangen, doch durch meine Arbeit im Heim griff ich immer mehr Punkte in Bezug auf Sucht und Prävention auf, die ich zusammen mit meinem theoretischen Wissen aus dem Unterricht verknüpfte und sammelte. Aus meinem Interesse zu diesem Themengebiet und um meine gemachten Erfahrungen auch besser verarbeiten und begreifen zu können, beschloss ich dies zum Thema meiner Facharbeit zu machen.

Mit Blick auf das Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) wird deutlich, dass die Jugendhilfe zur Suchtprävention aufgefordert wird. Im Satz 3 Absatz 3 des Paragraphen 1 KJHG steht, dass die Jugendhilfe zur Ve

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einführung

1. Hinführung an das Thema

2. Einschränkung des Themas

3. Aufbau und Vorgehensweise der Arbeit

I. Zum Begriff „Sucht“

1. Definition der Sucht

2. Suchtformen

2.1. Suchtgebundene Sucht

2.1.1. psychische Abhängigkeit

2.1.2. physische Abhängigkeit

2.2. Stoffungebundene Sucht

3. Ätiologien der Suchtentwicklung

3.1. Erklärungsansätze zur Entwicklung der Sucht

3.2. Spezifisch weibliche Faktoren der Suchtentwicklung

3.2.1. Soziale Identitätsbildung

3.2.2. Psychosexuelle Identitätsbildung

3.3. Konsummuster und die Funktion, die Suchtmittel haben können

3.3.1. Fallbeispiel G.

3.3.2. Suchtverhalten als (Schein-) Ausweg

II. Zum Begriff „Prävention“

1. Definition der Prävention

2. Präventionsformen

2.1. Primär

2.2. Sekundär

2.3. Tertiär

3. Strategien und Konzepte der Suchtprävention

III. Zur „Geschlechtsspezifischen Suchtprävention“

1. Der mädchenspezifische Blick auf die Suchtprävention

2. Zielsetzung mädchenspezifischer Suchtprävention

3. Leitlinien

3.1. Haltung

3.2. Mädchen-Freiräume

3.3. Ganzheitlichkeit

3.4. Subjektorientierung

3.5. Suchtmittelkonsum als Norm und Normalität

3.6. Themenorientierung

4. Umsetzungsstrategien

5. Vorschläge zur Herangehensweise

5.1. Ganzheitliches Lernen

5.2. Anknüpfungspunkte

5.3. Selbstwahrnehmung

5.4. Körperwahrnehmung

5.5. Kunst und Kreativität

5.6. Auf die Stärken bauen

5.7. Rahmenbedingungen

6. Praxisbeispiel

7. Auswertung meiner Erfahrungen

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Facharbeit untersucht das Themenfeld der Suchtprävention in einer heilpädagogischen Mädchenwohngruppe. Ziel ist es, unter Berücksichtigung der geschlechtsspezifischen Sozialisation sowie der individuellen Lebenshintergründe der Mädchen, pädagogische Konzepte und Methoden zu entwickeln, die Suchtgefahren vorbeugen und die Persönlichkeitsentwicklung stärken.

  • Geschlechtsspezifische Einflussfaktoren auf die Suchtentwicklung
  • Die Rolle der Identitätsbildung und Körperwahrnehmung
  • Konzeptionelle Leitlinien für Mädchenprojekte
  • Methoden der Suchtprävention in der stationären Jugendhilfe
  • Reflexion praktischer Erfahrungen aus dem pädagogischen Alltag

Auszug aus dem Buch

3.2.2. Psychosexuelle Identitätsbildung

Jugendliche Frauen bekommen in der Regel schon früher und öfter Medikamente verschrieben als männliche Altersgenossen, z.B. nicht nur Medikamente gegen Regelschmerzen, sondern auch häufiger Psychopharmaka, krampflösende Mittel und Hypnotika. Sie lernen, dass es für fast alles Pillen gibt, wenn sie nicht mehr „funktionieren“. Dies führt dazu, dass „Mädchen und junge Frauen körperliche Veränderungsprozesse nicht eigenständig wahrnehmen und bewerten, sondern auf die Vermittlung und Bestätigung durch medizinische Professionelle angewiesen sind.“ 17

Diese Wahrnehmung des eigenen Körpers als defizitär und schwach wird durch die Sexualisierung des weiblichen Körpers weiter verstärkt. Franzkowiak misst der Sexualisierung zu Recht einen besonders hohen Stellenwert bei einer möglichen Suchtentwicklung zu.18

Die AutorInnen unterscheiden dabei drei Formen der Sexualisierung:19 Die Sexualisierung des Körpers meint die Definition des weiblichen Körpers als verletzlich. Ihm kann etwas passieren, z.B. eine Vergewaltigung oder Schwangerschaft. Sexualität ist häufig etwas, was andere an einem Mädchen entdecken. Der Körper muss neu angeeignet werden und hohen Schönheitsidealen entsprechen.

Auch das Geschlechterverhältnis wird sexualisiert, indem jede Handlung zwischen Mädchen und Jungen erotisch aufgeladen wird. Ein unbefangener Umgang miteinander wird zunehmend schwerer. Schließlich wird die persönliche Wertschätzung des Mädchens daran gemessen, ob sie einen Freund hat und sexuelle Erfahrungen vorweisen kann. Erwachsene, Jungen oder Freundinnen bewerten nun nicht mehr vorrangig besondere Fähigkeiten des Mädchens, sondern ihre Erfolge beim anderen Geschlecht. Es ist ein unlösbarer Widerspruch zwischen den Erwartungen an Mädchen, Zurückhaltung zu üben und gleichzeitig sexuell attraktiv zu sein, was zudem bestimmten Schönheitsidealen der Gesellschaft unterliegt.

Am Ende kommt schließlich eine junge Frau heraus, „deren geistige und seelische Unabhängigkeit der Anpassung an die Meinungen und Wertschätzungen ihrer Umwelt gewichen ist.“20

Zusammenfassung der Kapitel

I. Zum Begriff „Sucht“: Dieses Kapitel definiert Sucht und Suchtformen, erläutert Ätiologien der Suchtentwicklung mit Fokus auf spezifisch weibliche Faktoren und beschreibt Konsummuster anhand eines Fallbeispiels.

II. Zum Begriff „Prävention“: Hier werden Definitionen und Formen der Prävention (Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention) vorgestellt sowie grundlegende Strategien und Konzepte der Suchtprävention in der Jugendhilfe skizziert.

III. Zur „Geschlechtsspezifischen Suchtprävention“: Dieses Kapitel bildet den Schwerpunkt der Arbeit, in dem Leitlinien, Zielsetzungen, methodische Umsetzungsstrategien und praktische Ansätze für die Arbeit in einer Mädchenwohngruppe dargelegt werden.

Schlüsselwörter

Geschlechtsspezifische Suchtprävention, Heilpädagogische Mädchenwohngruppe, Suchtentwicklung, Identitätsbildung, Mädchenarbeit, Präventionsformen, Körperwahrnehmung, Subjektorientierung, Rollenklischees, Lebensbewältigung, Multifaktorielles Gefüge, Sozialisation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Facharbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der geschlechtsspezifischen Suchtprävention in einer heilpädagogischen Mädchenwohngruppe und analysiert, wie Mädchen durch gezielte pädagogische Arbeit vor Sucht geschützt werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen von Sucht und Prävention, die spezifischen weiblichen Sozialisationsbedingungen, der Einfluss von Rollenbildern sowie praktische Konzepte für die stationäre Jugendhilfe.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, Mädchen in der Entwicklung ihrer Identität so zu stärken, dass sie eigenverantwortlich handeln können und keine Suchtmittel zur Bewältigung von Problemen benötigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur sowie die Reflexion eigener pädagogischer Erfahrungen aus der Praxis im Mädchenwohnheim.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung von Sucht und Prävention sowie die konkrete Darstellung von Leitlinien und Methoden für die geschlechtsspezifische Suchtprävention.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere Mädchenarbeit, Identitätsbildung, Sozialisation, Suchtprävention und Selbstwertgefühl.

Welche Rolle spielt die „Sexualisierung des weiblichen Körpers“ in der Arbeit?

Die Autorin hebt hervor, dass die Sexualisierung ein entscheidender Faktor für eine negative Körperwahrnehmung ist, welche die Flucht in eine Sucht begünstigen kann.

Warum betont die Autorin die Notwendigkeit von Mädchen-Freiräumen?

Freiräume dienen dazu, dass sich Mädchen abseits von männlichen Erwartungen ausprobieren, eigene Interessen entwickeln und zeitweise Abstand vom Alltagsproblemen gewinnen können.

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Details

Title
Geschlechtsspezifische Suchtprävention in einer heilpädagogischen Mädchenwohngruppe
Grade
1,6
Author
Andrea Rett (Author)
Publication Year
2005
Pages
30
Catalog Number
V269048
ISBN (eBook)
9783656611691
ISBN (Book)
9783656611004
Language
German
Tags
geschlechtsspezifische suchtprävention mädchenwohngruppe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Rett (Author), 2005, Geschlechtsspezifische Suchtprävention in einer heilpädagogischen Mädchenwohngruppe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269048
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