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Die Time-Relative Interest These und ihre Konsequenzen

Ist die TRIA dazu geeignet einen Schwangerschaftsabbruch zu legitimieren?

Titel: Die Time-Relative Interest These und ihre Konsequenzen

Hausarbeit , 2013 , 8 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Lena Groß (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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Kein Thema ist in der Philosophie moralisch derart umstritten wie das der Abtreibung. So diskutiert auch DeGrazia in seinem Werk „Human Identity and Bioethics“ die Frage, ob Schwangerschaftsabbrüche vor dem fünften Monat moralisch vertretbar sind. Zur Rechtfertigung eines Abbruchs zieht DeGrazia McMahans Konzept des Time Relative Interests heran, um das stärkste moralische Argument gegen Abtreibung, Marquis‘ Future-Like-Ours Argument (FLOA)auszuschalten. Mit einer moralischen Zulässigkeit der Schwangerschaftsabbrüche vor dem fünften Monat würden 99% der Abtreibungen in den USA gerechtfertigt werden. Ist der Time-Relative-Interest Account (TRIA) aber wirklich dazu geeignet, einen frühzeitigen Schwangerschaftsabbruch zu legitimieren?
In dieser Arbeit soll gezeigt werden, dass die Rechtfertigung einer frühzeitigen Abtreibung mittels der TRIA zur Konsequenz hätte, dass auch die Kindestötung eine unvermeidliche Folge ihrer wäre. Da Kindesmord in der westlichen Gesellschaft als unzulässig angesehen wird, wäre dies bereits ein Grund, die TRIA zurückzuweisen. Gleichzeitig soll in dieser Ausarbeitung deutlich werden, dass anhand der TRIA auch keine Grenze zwischen frühzeitiger und später Abtreibung gezogen werden kann und ebenso späte Abtreibungen als moralisch rechtmäßig gelten würden. Resultierend muss eine frühzeitige Abtreibung anhand anderer Konzepte gerechtfertigt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Die moralische Kontroverse der Abtreibung

2 Die Time-Relative Interest These und ihre Konsequenzen

2.1 Die moralische Rechtfertigung der Abtreibung via der TRIA

2.2 Die Time-Relative Interest These und Kindesmord

3 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch, ob die "Time-Relative Interest These" (TRIA) dazu geeignet ist, einen frühzeitigen Schwangerschaftsabbruch moralisch zu legitimieren, ohne dabei unvertretbare Konsequenzen wie die Zulässigkeit der Kindestötung oder die Aufhebung der moralischen Grenze zwischen früher und später Abtreibung nach sich zu ziehen.

  • Analyse des "Future-Like-Ours Argument" (FLOA) nach Marquis.
  • Untersuchung der Time-Relative Interest These (TRIA) als Gegenentwurf zur Rechtfertigung von Abtreibungen.
  • Erarbeitung der logischen Konsequenzen der TRIA hinsichtlich der Kindestötung.
  • Kritische Bewertung der psychologischen Leistungsfähigkeit als Kriterium für moralischen Status.
  • Diskussion von alternativen moralphilosophischen Perspektiven und deren Plausibilität.

Auszug aus dem Buch

2.2 Die Time-Relative Interest These und Kindesmord

Aus der moralischen Rechtfertigung einer frühzeitigen Abtreibung mittels der TRIA resultiert ebenso die moralische Zulässigkeit der Kindestötung. Der Grund dafür sollte offensichtlich sein, denn auch Neugeborene haben einen schwächeren time-relative interest als Hunde, die wiederum nicht das Mindestniveau an psychologischer Leistungsfähigkeit erreichen, um unter den morality of respect zu fallen (vgl. Liao 2005, 9). Ein Säugling ist gleich einem Fötus „psychologically cut off or severed or isolated from itself in the future” (Liao 2005, 9). Entsprechend „there is no basis for a radical moral distinction between abortion and infanticide” (McMahan 2002, 342). Demzufolge wäre die Kindestötung in jeglichen Fällen, sei es ein Kind mit einer Erkrankung wie z.B. dem Down-Syndrom oder ein gesundes Kind, moralisch zu legitimieren.

Obwohl DeGrazia sich gegen eine solche radikale Offenheit bezüglich der Kindestötung ausspricht, indem er argumentiert, Säuglinge seien im Gegensatz zu frühzeitigen Föten fühlende Lebewesen mit einem Bewusstsein und würden definitiv eine psychologische Verbindung mit ihrer Zukunft entwickeln, muss dieser Ansatz, wie oben beschrieben, aufgrund des zu schwachen time-relative interests des Neugeborenen zurückgewiesen werden (vgl. DeGrazia 2005, 290). Zudem besteht nach Marquis bei der Schlussfolgerung von physikalischen Tatsachen (Entwicklung des Nervensystems/ Bewusstsein) auf moralische Unterschiede die Gefahr, einen naturalistischen Fehlschluss zu begehen: Warum sollte die psychologische Tatsache, dass ein Lebewesen nun etwas empfindet, einen moralischen Unterschied machen, es zu töten (vgl. Huther 2005, 9)? Da DeGrazias Einwand aber bereits anhand der TRIA zurückgewiesen wurde, wird an dieser Stelle Marquis‘ Argumentation nicht weiter verfolgt.

Darüber hinaus führt DeGrazia an, dass ein Säugling durch seine Geburt sozial präsent sei, Beziehungen zu seinen Eltern oder anderen Personen etabliere und an Interaktionen teilnehme, von denen ein Fötus noch ausgeschlossen sei und daraus ein moralischer Unterschied der beiden resultiere (vgl. DeGrazia 2005, 291). Dem ist allerdings entgegenzuhalten, dass der ungeborene Mensch ebenso aktiv mit seiner Umwelt interagiert, spezielle Beziehungen zu seinen Eltern aufbaut und bspw. auf Musik oder Stimmen der Eltern mit einem Tritt reagiert (vgl. Liao 2005, 11).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Die moralische Kontroverse der Abtreibung: Das Kapitel führt in die philosophische Debatte ein und skizziert das Ziel der Arbeit, die Konsequenzen der Anwendung der TRIA auf Schwangerschaftsabbrüche zu untersuchen.

2 Die Time-Relative Interest These und ihre Konsequenzen: Hier werden die theoretischen Grundlagen der TRIA und des FLOA erläutert sowie kritisch geprüft, ob diese Ansätze Abtreibungen und Kindestötungen moralisch rechtfertigen.

3 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass die TRIA keine befriedigende Basis zur Legitimation von Abtreibungen bietet, da sie unbeabsichtigt die Kindestötung einschließt und keine klare moralische Grenze zieht.

Schlüsselwörter

Abtreibung, Time-Relative Interest These, TRIA, Future-Like-Ours Argument, FLOA, Kindestötung, Morality of Respect, Schwangerschaftsabbruch, Bioethik, Psychologische Leistungsfähigkeit, Moralische Zulässigkeit, DeGrazia, McMahan, Personbegriff, Lebenswert.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der moralphilosophischen Debatte um Schwangerschaftsabbrüche und untersucht, inwiefern die sogenannte "Time-Relative Interest These" (TRIA) zur ethischen Rechtfertigung von Abtreibungen herangezogen werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themenfelder sind die moralische Rechtfertigung von Abtreibungen, die ethische Bewertung der Kindestötung sowie das Kriterium der psychologischen Leistungsfähigkeit für den moralischen Status eines Lebewesens.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, dass die Anwendung der TRIA zur Rechtfertigung eines frühzeitigen Schwangerschaftsabbruchs logischerweise zur moralischen Zulässigkeit der Kindestötung führt, was sie als ethisches Konzept problematisch macht.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine analytische philosophische Arbeit, die auf Literaturrecherche und der kritischen Dekonstruktion von Argumentationsketten (insbesondere DeGrazia, McMahan und Marquis) basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Verhältnis zwischen der psychologischen Leistungsfähigkeit eines Menschen und seinem "Time-Relative Interest" und untersucht die daraus abgeleiteten moralischen Konsequenzen für Föten und Neugeborene.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie TRIA, moralische Kontroverse, Future-Like-Ours Argument, psychologische Leistungsfähigkeit und Kindestötung definiert.

Warum wird die TRIA als problematisch für die ethische Bewertung von Kindesmord angesehen?

Da die TRIA den moralischen Status an ein Mindestmaß an psychologischen Fähigkeiten knüpft, das Neugeborene laut diesem Modell nicht erfüllen, würde die logische Konsequenz der Theorie die Tötung von Säuglingen moralisch legitimieren.

Kann anhand der TRIA eine klare moralische Grenze zwischen früher und später Abtreibung gezogen werden?

Nein, die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die TRIA eine solche Trennung nicht erlaubt, da auch späte Föten laut diesem Kriterium unter das geforderte Mindestniveau fallen und somit ebenso wie frühe Föten behandelt werden müssten.

Wie reagiert die Arbeit auf den Einwand der sozialen Präsenz des Kindes nach der Geburt?

Die Arbeit entgegnet, dass die soziale Interaktion eines Kindes nach der Geburt keine Verbindung zu dessen "Time-Relative Interest" hat und somit keinen ausreichenden moralischen Unterschied rechtfertigt.

Warum lehnt die Arbeit alternative Versuche zur Rettung der TRIA ab?

Versuche, das Mindestmaß des "Time-Relative Interest" so zu verschieben, dass Abtreibung zulässig, aber Kindestötung unzulässig bleibt, führen laut der Arbeit zu unplausiblen Ergebnissen, wie etwa einer moralischen Überlegenheit von Tieren gegenüber Säuglingen.

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Details

Titel
Die Time-Relative Interest These und ihre Konsequenzen
Untertitel
Ist die TRIA dazu geeignet einen Schwangerschaftsabbruch zu legitimieren?
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,3
Autor
Lena Groß (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
8
Katalognummer
V269061
ISBN (eBook)
9783656601371
ISBN (Buch)
9783656601333
Sprache
Deutsch
Schlagworte
McMahan TRIA FLOA Marquis DeGrazia Kindesmord Time-Relative-Interest These Future-Like-Ours time-relative interest Abtreibung Schwangerschaftsabbruch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lena Groß (Autor:in), 2013, Die Time-Relative Interest These und ihre Konsequenzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269061
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Leseprobe aus  8  Seiten
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