Die Heiligen Georg und Nazarius

Die Stadtpatrone von Piran und Koper


Referat (Ausarbeitung), 2014

13 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Die Heiligen Georg und Nazarius - die Stadtpatrone von Piran und Koper

Einleitung:

Koper und Piran sind zwei Küstenstädte des slowenischen Istriens, die für die jungeRepublik Slowenien sowohl in wirtschaftlicher als auch touristischer Hinsicht einewichtige Funktion einnehmen. Einerseits ist Koper die Hafenstadt Sloweniens undsomit Umschlagplatz des slowenischen Seehandels, andererseits gilt dasslowenische Küstengebiet mit den Städten Koper, Izola, Piran und Portorož als eineder Touristendestinationen Sloweniens schlechthin, die durch ihre Zweisprachigkeitund den noch in der Architektur sichtbaren, jahrhundertelangen venezianischenEinfluss ein besonderes Flair vermitteln. Da ich zweimal für längere Zeit imslowenischen Istrien verweilen durfte, sind mir von den zahlreichen unternommenenAusflügen die nach Koper und Piran am besten in Erinnerung geblieben, wobei dieStadt Piran aufgrund ihrer Lage und Altstadt zu meinem imaginärenWunschaufenthaltsort geworden ist. Daher habe ich mir die Aufgabe gestellt, etwasmehr über die beiden Schutzpatrone der Städte Koper und Piran in Erfahrung zubringen.

Zur christlichen Heiligenverehrung:

Die frühe Christenheit sah sich im jüdischen und hellenistischen Kulturraum mitverschiedenen Formen der Heiligenverehrung konfrontiert, wobei die jüdischeTheologie vor allem die Funktion der Fürbitter und Mittler im Heilswerk Gottes mitden Menschen kannte. Seit der makkabäischen Verfolgung galten auch die sog.Blutzeugen wegen ihrer Standhaftigkeit im Leiden als Fürbitter für die Lebenden unddiese Märtyrer erhielten in der christlichen, frühen Kirche neben den Aposteln eineSonderstellung.

So weist ihnen bereits die Apokalypse einen bevorzugten Ort im Himmel zu (Apk 6,9)und in dem um 160 n. Chr. verfassten Bericht über das Martyrium des BischofsPolykarp von Smyrna kommt das erste Mal eine Märtyrerverehrung im Osten vor.

ÄDie Entstehung der Märtyrerverehrung muß im Zusammenhang mit der Geschichte der christlichen Martyriumsdeutung gesehen werden.“1

Die Ausdrucksformen der frühchristlichen Märtyrerverehrung lehnen sich an dieantike Totenverehrung an, die dem jüdischen Heiligen wie dem hellenistischenHeldenkult gefolgt ist. Vor allem die kultische Begehung des dies natalis (Tag desMartyriums) am Grab des Märtyrers bildete auf Jahrhunderte hin den eigentlichenInhalt des kirchlichen Märtyrerkults, wobei in der Regel in jeder Gemeinde, in dermehrere den Zeugentod gestorben waren, meistens nur ein herausragender Märtyrerals ihr Patron verehrt wurde.

Gemeinden ohne eigene Blutzeugen bemühten sich nach den Zeiten derVerfolgungen durch die Übertragung von Leibern oder Translation von Reliquien ausanderen Gemeinden eigene Kultzentren zu schaffen, und somit hielt die Ausbreitungder Heiligenverehrung mit der des Christentums weithin Schritt. DurchKommunikation der Gemeinden untereinander wurden bald einige Märtyrer in weitenTeilen der Kirche verehrt und somit entstanden auch die ersten Festkalender. ÄInvielen Gemeinden der Alten Kirche begann die Märtyrerverehrung mit derdiokletianischen Verfolgung, weil es jetzt erst Märtyrer in den eigenen Reihen gab.“2 Als das Christentum im Laufe des 4. Jahrhunderts toleriert, gefördert und schließlichzur Staatsreligion des Römischen Reichs wurde, konnte das Martyrium nicht mehrunmittelbares Leitbild vollendeten christlichen Lebens darstellen und daher wurde dieHeiligenverehrung ausgeweitet.

So traten als Kennzeichen neben dem Blutzeugnis das standhafte Bekenntnis zumGlauben trotz Verfolgungen sowie das kompromisslose asketisch-jungfräulicheLeben hinzu, wobei sich nun immer mehr das Ideal des engelgleichen Lebensdurchzusetzen begann. Aus der Umdeutung des Martyriums in die Form dertäglichen Entsagung der stärksten irdischen Bindung war dieser neue ÄHeiligkeitstyp“(Asketen und Jungfrauen) entstanden, der sich über die Jahrhunderte bis zumheutigen Tag durchhielt und der Kirche die größte Gruppe der anerkannten Heiligenstellen sollte.3

Der Heilige Georg:

Georg war ein angesehener Kriegsmann aus Kleinasien (Kappadokien), der um dasJahr 303 im Zuge der Christenverfolgungen unter Kaiser Diokletian den Märtyrertoderlitt, wahrscheinlich in der Nähe von Jaffa in Palästina. Dadurch wurde er schonbald zu einer Legende, die seine historische Persönlichkeit in den Schatten stellteund die daher nicht mehr recht zu fassen ist. Seine Verehrung ist seit dem 4.Jahrhundert bezeugt und in der Ostkirche wurde er als ÄGroßmärtyrer“ verehrt. Sobrachten Wallfahrten und vor allem die Kreuzzüge seinen Kult in den Westen, wo erseit dem 12. Jahrhundert als junger, hoch zu Ross mit dem Drachen kämpfenderHeld dargestellt wurde. Sein Symbol ist das sog. Georgskreuz, ein rotes Kreuz aufweißem Grund, das in vielen Wappen und Flaggen enthalten ist. Als Patron derKrieger und Ritter wurde er in die Gruppe der 14 Nothelfer aufgenommen, wobei erder meistverehrte Märtyrer des christlichen Altertums und Mittelalters und seinFesttag der 23. April ist.4

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Ikone des Heiligen Georg aus dem 16. Jahrhundert5

[...]


1 Baumeister, Theofried: Heiligenverehrung I. In: RAC 14, 1988, 111.

2 Ebd., 122.

3 Vgl. Hausberger, Karl: Heilige/Heiligenverehrung III. In: TRE 14, 1985, 647-650.

4 Vgl. Bautz, Friedrich W.: Georg, Märtyrer, Heiliger, einer der 14 Nothelfer. In: BBKL 2, 1990, 208f.

5 Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_(Heiliger) (Zugriff: 14.01.2014).

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Die Heiligen Georg und Nazarius
Untertitel
Die Stadtpatrone von Piran und Koper
Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt  (Geschichte)
Veranstaltung
Hagiographie
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
13
Katalognummer
V269086
ISBN (eBook)
9783656601579
ISBN (Buch)
9783656601524
Dateigröße
1011 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heiliger Nazarius, Heiliger Georg, Stadtpatron, Koper, Piran
Arbeit zitieren
DI MMag Fabian Prilasnig (Autor), 2014, Die Heiligen Georg und Nazarius, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269086

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