Der Britisch-Amerikanische Krieg (1812-1814)

Zur Außenpolitik der USA


Studienarbeit, 2014
8 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Der Britisch-Amerikanische Krieg (1812-1814)

Einleitung:

Die Kriege zur Zeit von Napoleon Bonaparte (Koalitionskriege) in Europa bewirkteneinen protektionistischen außenpolitischen Kurs der amerikanischen PräsidentenGeorge Washington, John Adams, Thomas Jefferson und James Madison, um dieSchifffahrtsrechte und andere amerikanische Interessen zu verteidigen. In seinerAbschiedsrede im Jahre 1796 forderte der scheidende erste Präsident der USA seineNachfolger auf, Amerika bündnisfrei zu halten, damit es mit allen europäischenMächten freien Handel betreiben könne: „To the efficacy and permanency of yourUnion, a government for the whole is indispensable. No alliance, however strict,between the parts can be an adequate substitute; they must inevitably experiencethe infractions and interruptions which all alliances in all times have experienced. (…)The great rule of conduct for us in regard to foreign nations is in extending ourcommercial relations, to have with them as little political connection as possible. Sofar as we have already formed engagements, let them be fulfilled with perfect goodfaith. Here let us stop. Europe has a set of primary interests which to us have none;or a very remote relation. (…) It is our true policy to steer clear of permanentalliances with any portion of the foreign world; so far, I mean, as we are now at libertyto do it; for let me not be understood as capable of patronizing infidelity to existingengagements. I hold the maxim no less applicable to public than to private affairs,that honesty is always the best policy. I repeat it, therefore, let those engagements beobserved in their genuine sense. But, in my opinion, it is unnecessary and would beunwise to extend them. Taking care always to keep ourselves by suitableestablishments on a respectable defensive posture, we may safely trust to temporaryalliances for extraordinary emergencies“[1].

Unter der Präsidentschaft von Jefferson erfolgte im Jahre 1803 der außenpolitischfolgenträchtige Kauf des französischen Kolonialbesitzes Louisiana um 15 Millionendamaliger US-Dollar, dem Napoleon überraschend schnell zugestimmt hatte. Damithatte Jefferson vor allem den Vorstellungen der Siedler in Kentucky und Tennessee entsprochen, eine Ausweitung des amerikanischen Staatsgebietes wäre ein Naturrecht. Von 1812 bis 1815 kam es zu einem zweiten Krieg gegen die britischeKrone unter dem Präsidenten Madison (auch als Mr. Madisons War benannt), der mitseiner Kriegserklärung an Großbritannien im Juni 1812 die tatsächliche Kontrolleüber den „alten“ Nordwesten östlich des Mississippi herstellen und diemerkantilistischen Handelsbeschränkungen mit dem britischen Kolonialreichabbauen wollte. Jedoch scheiterten mehrere Versuche, Kanada zu besetzen, und imLaufe der Kriegshandlungen konnte keine Seite einen entscheidenden Vorteilerzielen, sodass bei den Friedensverhandlungen im flämischen Gent im Dezember1814 der Status Quo festgeschrieben wurde. Außerdem konnten die amerikanischenUnterhändler keines ihrer Kriegsziele wie z.B. die Verpflichtung Großbritanniens, dieRechte Neutraler auf See zu respektieren, erreichen, aber immerhin erwies sich dieEinsetzung einer britisch-amerikanischen Kommission zur späteren Definition derumstrittenen Grenzgebiete zwischen den USA und dem britischen Kanada alserfolgreich.[2]

Im Jahre 1809 folgte James Madison seinem Vorgänger Jefferson im Präsidentenamt, und der 1803 wieder in Gang gekommene Krieg zwischen Frankreich und Großbritannien ließ auch Amerika nicht unberührt. „Die napoleonische Kontinentalsperre und die parallele britische Seeblockade des Kontinents hatten zum Ziel, den Gegner wirtschaftlich auszuhungern. Von 1804 bis 1807 brachten die Briten über tausend amerikanische Handelsschiffe auf, und die Franzosen kaperten immerhin halb so viele.“[3]

Daher verbot der Kongress Ende 1807 durch ein Embargo-Gesetz jeglichen Handelmit anderen Ländern, um vor allem Großbritannien dadurch zu schaden, was abereine ganz andere Wirkung zeigte. So litten die Neuengland-Staaten unter demHandelsausfall und die Mittelstaaten sowie der Süden blieben auf ihren Erntensitzen, sodass bereits im März 1809 dieses Gesetz wieder rückgängig gemachtwerden musste. Die neue Regierung unter Madison versuchte den Handel mitGroßbritannien und Frankreich einzuschränken und mit Verträgen zu regeln, dochbewirkten alle dahingehenden Versuche seitens der Madison-Administration keinerleiÄnderung im britischen Verhalten auf See und in den Fragen des Handels. Durchdas politische Erstarken der Gebiete westlich der Appalachen gelang es einer von dort stammenden Gruppe junger Republikaner in die bisher vom Osten beherrschten Machtzentren des Kongresses vorzudringen, zu denen auch Leute aus den Südstaaten stießen. Neben der ungelösten Florida-Frage galt ihre Sorge „weniger den Rechten der Einzelstaaten als einer starken Exekutive in Washington, welche die Belange der Nation wahren und allen Widersachern die Macht der geballten amerikanischen Faust zur Kenntnis bringen würde“[4].

Diese Gruppe wurde als sog. „Kriegsfalken“ (war hawks) bezeichnet, da sie invehementer Weise Krieg mit den Indianern, Briten und Spaniern forderte. DasIndianerproblem hatte sich zwar nicht geändert, aber durch die ständigenGrenzverschiebungen zum Mississippi hin und den damit einhergehendeneinseitigen Verträgen mit den Indianern, die zur Landabgabe mehr oder wenigergezwungen wurden, erstand in dem Häuptling der Shawnee-Indianer Tecumseh einpolitisch begabter Führer, der im Jahre 1810 eine indianische Konföderationzustande brachte, um dem Vordringen der weißen Siedler im Westen zu begegnen.So kam es im Laufe des Jahres 1811 zu mehreren kriegerischenAuseinandersetzungen, wobei der Gouverneur des Indianer-Territoriums William H.Harrison in einem Gefecht am Tippecanoe-Fluss einen Sieg erringen konnte.Politisch schwerwiegender war seine Behauptung, die Indianer kämpften mit Waffenund Nachschub aus britischen Beständen, was den Kriegsfalken im Kongressgehörigen Aufwind brachte. Bereits 1810 war Madison ihren Forderungen einesWaffenganges im Südwesten mit Zielsetzung Florida nachgekommen, wobei ein TeilWestfloridas ohne nennenswerten spanischen Widerstand annektiert wurde.[5] „DenKriegsfalken gelang es, das Land 1812 durch aufpeitschende Reden in solcheKriegshysterie zu versetzen, daß sich das Repräsentantenhaus mit 79 zu 49Stimmen für den bewaffneten Kampf aussprach.“[6]

[...]


[1] Zit. nach http://www.ourdocuments.gov/doc.php?flash=false&doc=15&page=transcript (Zugriff: 19.01.2014).

[2] Vgl. Adams, Die USA, S. 61ff.

[3] Sautter, Geschichte, S. 129.

[4] Sautter, Geschichte, S. 127.

[5] Vgl. ebd., S. 127f.

[6] Ebd., S. 130.

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Der Britisch-Amerikanische Krieg (1812-1814)
Untertitel
Zur Außenpolitik der USA
Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt  (Geschichte)
Veranstaltung
Seminar
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
8
Katalognummer
V269089
ISBN (eBook)
9783656601562
ISBN (Buch)
9783656601548
Dateigröße
545 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
USA, Außenpolitik, Großbritannien, Friede von Gent
Arbeit zitieren
DI MMag Fabian Prilasnig (Autor), 2014, Der Britisch-Amerikanische Krieg (1812-1814), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269089

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