Vom Atomzeitalter ins Zeitalter des Atommülls


Hausarbeit, 2011

11 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1.1 Atomarer Rüstungswettlauf im Kalten Krieg
1.2 Die Atomwaffen als alltägliche Normalität

2. Die zivile Nutzung der Atomkraft
2.1 Lüge-86. Die geheimen Tschernobyl-Dokumente
2.2 Tschernobyl – Katastrophe im Werden

3. Atommüll – wohin damit? Ja und Nein zur Kernenergie

4. Zusammenfassung

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im April dieses Jahres jährte sich das Unglück im Atomkraftwerk Tschernobyl bereits zum 25. Mal. Der Super-Gau hat Millionen Leben zerstört. Durch Tod, Krankheiten, Missbildungen, den Verlust geliebter Menschen und die Angst vor dem was noch kommt.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern die zivile Nutzung der Atomkraft unsere Gesellschaft zu einer „Risikogesellschaft“ macht. Zuerst wird das atomare Wettrüsten der beiden sich gegenüberstehenden Blocks – USA und Sowjetunion – während des Kalten Krieges dargestellt. Im Hauptteil wird am Beispiel Tschernobyls die zivile Nutzung der Atomkraft und die hierbei unterschätzten Risiken und Auswirkungen beschrieben. Die schwierige Suche nach der Wahrheit und die Vertuschungspolitik sollen das unfassbare Ausmaß dieser Katastrophe zeigen. Im Weiteren wird auf das größte technische Umweltproblem, den sogenannten Atommüll und seine Endlagerung eingegangen, wo auch die Positionsmeinungen zur Kernenergie dargestellt werden. Zum Schluss folgt eine Zusammenfassung mit einem Blick in die Zukunft.

1.1 Atomarer Rüstungswettlauf im Kalten Krieg

Durch den Abwurf einer US-Atombombe am 6. August 1945 wurde die japanische Stadt Hiroshima völlig zerstört. Das gleiche geschah zwei Tage später mit der Stadt Nagasaki. Der Kalte Krieg hatte begonnen und damit der atomare Rüstungswettlauf. Die erheblichen Ressourcen wurden von den beiden Supermächten in die Herstellung neuer Waffensysteme investiert.[1] So zündete die Sowjetunion 1949 in Kasachstan ihre erste Atombombe. Das Tempo erhöhte sich derart, dass 1950 die Sowjetunion fünf Atombomben besaß, ein Jahr später 25 und 1952 sogar fünfzig. 1953 fand dann der Test der ersten Wasserstoffbombe statt. Die USA besaßen zwischen 1945 und 1947 insgesamt 13 nukleare Sprengsätze, 1949 waren es schon 700.[2] Selbstverständlich rechneten sowohl die USA als auch die Sowjetunion jeweils mit einem Angriff der anderen Seite. Aber die Nuklearwaffen galten nicht nur als Bedrohungsmittel, sondern auch als „prestigeträchtig.“[3] Daraus ist die hohe Dynamik des Rüstungswettlaufs zu erklären. Es war üblich die Soldaten nahe an die Nuklearexplosionen zu führen, damit sie sich an diesen Anblick gewöhnen. Genauere Untersuchungen der Strahlenschäden durch Kernwaffentests wurden vor allem in den USA durchgeführt.[4] In den 50er Jahren erschien in den Vereinigten Staaten das erste Buch über die Wirkung der Atomwaffen und den Schutz davor. In welcher Weise sich die Soldaten überhaupt schützen sollten, war seit Beginn des „Atomzeitalters“ ein grundlegendes Problem. Viele von ihnen unterschätzten die radioaktive Gefahr und verharmlosten sie. In der Sowjetunion spielte der Atomschutz auch keine große Rolle. So hieß es im sowjetischen Handbuch:

Eine Besonderheit der radioaktiven Stoffe, die sich bei der Atomdetonation bilden, besteht darin, daß (sic!) ihre Radioaktivität schnell sinkt. Deshalb werden selbst stark aktivierte Geländeabschnitte einige Zeit nach der Detonation wieder ungefährlich. […] Moderne Heilmethoden gewährleisten eine Gesundung selbst bei einem schweren Grad der Strahlenkrankheit.[5]

Nach den zahlreichen Tests und mehreren atomaren Einsätze wurde zudem klar, dass der eigene Einsatz von Nuklearwaffen auch zur eigenen Vernichtung führen kann. Wenn es sich um Atomwaffen handelt, kann kein Volk zu einem Gegner sagen, dass die Waffen alles entscheiden sollen. Die radioaktiven Staubwolken würden die Existenz der gesamten Menschheit in Frage stellen. Und die Mächte brauchten nicht einmal ihren ganzen Vorrat an Atom -und Wasserstoffbomben zu verwenden, um die Welt zu zerstören.[6]

1.2 Die Atomwaffen als alltägliche Normalität

Die Mehrheit in Ost und West ignorierte die Bedrohung durch die Atomwaffen und nahm sie als alltägliche Normalität.[7] Inwieweit diese nukleare Normalität in den Alltag eingedrungen war, zeigte die Zeitschriftenwerbung, die Stahlindustrie, sogar Misswahlen konnten die Normalität der atomaren Waffen beeinflussen. Ab 1958 warb die Spielzeugindustrie mit der genauen Kopie einer Atombombe im Miniformat. Die Schlagersängerin Doris Day sang “Tic, Tic, Tic, you give me a radioactive kick”, während ein anderer Schlagertext von einer “Radioaktive Mama” schwärmte :”... hold me tight, treat me right, we'll reach critical mass tonight”. Admiral W.H.P. „Spike“ Blandy, seine Gattin und Konteradmiral F.J. Lowry eröffneten die Abschlussfeier der ersten Atombombentests von Bikini mit einer Sahnetorte in Form eines „Atombombendoms“. So waren die Kernwaffen auf dem besten Weg, zur alltäglichen Normalität zu werden.[8]

[...]


[1] Stöver, Bernd: Der Kalte Krieg, Geschichte eines radikalen Zeitalters 1947 – 1991, München 2007, S. 145.

[2] Ebd., S. 146ff.

[3] Ebd., S. 149.

[4] Stierstadt, Klaus: Atommüll – wohin damit? Frankfurt am Main 2010, S. 106.

[5] Zit. nach: Stöver, S. 210.

[6] Biegert, Claus: Der Montag, der die Welt veränderte, Hamburg 1996, S. 68f.

[7] Stöver, S. 190.

[8] Ebd., S. 191ff.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Vom Atomzeitalter ins Zeitalter des Atommülls
Hochschule
Universität zu Köln
Veranstaltung
Kalter Krieg. Konkurrenz und Kooperation der Systeme
Note
2,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
11
Katalognummer
V269107
ISBN (eBook)
9783656597858
ISBN (Buch)
9783656597841
Dateigröße
412 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
atomzeitalter, zeitalter, atommülls
Arbeit zitieren
Tatsiana Boukhris (Autor), 2011, Vom Atomzeitalter ins Zeitalter des Atommülls, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269107

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