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Entwicklung deutscher Direktinvestitionen in der russischen Automobilindustrie und ihre Beeinflussung durch den WTO-Beitritt Russlands

Titel: Entwicklung deutscher Direktinvestitionen in der russischen Automobilindustrie und ihre Beeinflussung durch den WTO-Beitritt Russlands

Magisterarbeit , 2013 , 90 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Valentina Ilina (Autor:in)

VWL - Außenhandelstheorie, Außenhandelspolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Automobilproduktion gilt als komplexer, kapital- und wissenintensiver Prozess, der weitere Entwicklung von vielen verwandten Industriebranchen fördert und das allgemeine Niveau der wissenschaftlichen, technologischen und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes erhöht, was die innovative Entwicklung der Wirtschaft beiträgt. Somit ist die Automobilindustrie für ein Land von großer gesamtwirtschaftlicher Bedeutung.
Deutsche Automobilkonzerne Volkswagen AG (folglich VW AG) (mit dem Besitz von Skoda Auto und Seat, den Tochtergesellschaften Audi AG und Porsche AG), BMV AG und Daimler AG sind trotz wachsendem internationalen Wettbewerb in den letzten Jahrzehnten in der Branche weltweit führend. Die Wettbewerbsvorteile der deutschen Unternehmen werden vor allem auf der Grundlage von Entwicklung und Einsetzung von Innovationen und wettbewerbsfähigen Produkte geschafft. Wenn früher die spezifischen Vermögenswerte in Form von hohen Technologien, Know-how, Lizenzen weiter verkauft wurden, werden sie heute in der Regel von Unternehmen für sich behalten und geschützt, um weiterhin stark konkurrenzfähig zu bleiben und wettbewerbsfähige Vorteile mit Konkurrenten nicht zu teilen. DI sind eine Form von Finanzinstrument, der den Unternehmen erlaubt, die Kontrolle über die eigenen spezifischen Vermögenswerte mit der Produktion im Ausland auszuüben.
Die deutschen Automobilkonzerne haben in Folge der Globalisierung mit vielen Chancen sowie Herausforderungen zu tun. Von einer Seite eröffnen sich die neuen Märkte in den BRIC-Länder, die sich durch hohes Wirtschaftswachstum, besseren Kaufmöglichkeiten sowie hoher Nachfrage an Autos charakterisieren. Die deutschen Automobilkonzerne sind motiviert, ihre Wettbewerbsvorteile dort zu nutzen um Marktanteile zu gewinnen. Von anderer Seite ist die intensive Internationalisierung der Unternehmen durch die Marktsättigung in den europäischen Ländern und die Suche nach neuen Absatzmärkten weltweit stark getrieben. Für weiteren Wirtschaftswachstum sind die Investitionen im Ausland unvermeidbar (vgl. Diez, 2012: 44, Holtbrügge, 2006: 140).
Laut Holtbrügge (2006: 140ff.) und Mikhalitsyna (2008: 87ff.) geht die Geschichte der russischen Automobilindustrie von Anfang an auf die Kooperation mit den besten ausländischen Autohersteller zurück. So ist im Jahre 1931 das Automobilwerk GAZ in Niznij Nowgorod mit Hilfe von amerikanischem Autokonzern Ford entstanden. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Gegenstand und Ziel der Untersuchung

Aufbau der Untersuchung

1. Theoretische Begründung der Direktinvestitionen

1.1 Definition und Klassifizierung

1.2 Grundlegende theoretische Ansätze der Direktinvestitionen

1.2.1 Die Monopol-Theorie von Hymer und Kindleberger

1.2.2 Die Theorie des oligopolistischen Parallelverhaltens von Knickenbocker

1.2.3 Die Behavioristische Theorie von Aharoni

1.2.4 Perlitz‘ Erklärungsansatz der Direktinvestitionen im Ausland infolge von Handelsschranken

1.2.5 Teschs Erklärungsansatz der Direktinvestitionen im Ausland mit Hilfe der Standorttheorie

1.2.6 Die eklektische Theorie von Dunning

1.3 Motive für Direktinvestitionen

1.4 Internationalisierungsstufen, Rechtsform und brandspezifischer Art des Markteintritts

1.4.1 Stufenkonzept der Internationalisierung

1.4.2 Rechtsform der Direktinvestition

1.4.3 Branchenspezifische Arten der Direktinvestition

2. Die Entwicklung der russischen Automobilindustrie

2.1 Die Automobilindustrie beim Übergang von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft

2.2 Der Zustand der Automobilindustrie 2005, Probleme und Besonderheiten

2.2.1 Struktur des Neuwagenmarktes und der Pkw-Produktion

2.2.2 Problembereiche der Automobilindustrie

2.2.3 Unterschiede zwischen den deutschen und russischen Automobilmärkten

3. Die deutsche Automobilindustrie: Überblick und Investment in Russland

3.1 Aktuelle Situation

3.2 Deutsche Investitionstätigkeit in Russland

3.2.1 Entwicklung und Struktur der deutschen Exporte

3.2.2 Entwicklung und Struktur der deutschen Direktinvestitionen

4. Engagement deutscher Automobilhersteller in Russland

4.1 DI deutscher Automobilhersteller auf dem russischen Automobilmarkt während der Übergangsphase von der Plan- zur Marktwirtschaft und deren weitere Entwicklung bis zum Jahr 2005

4.1.1 Mercedes Benz: Das erste ausländische Tochterunternehmen auf dem russischen Automobilmarkt von Daimler

4.1.2 Die Führungsrolle von BMW im Premium-Segment

4.1.3 VW in der Verhandlungsphase

4.2 DI deutscher Automobilhersteller unter aktuellen Rahmenbedingungen

4.2.1 Dynamik der wichtigsten makroökonomischen Determinanten in Russland

4.2.2 Die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen vor der Weltwirtschaftskrise 2008

4.2.3 Die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen nach der Weltwirtschaftskrise 2008

4.3 DI deutscher Automobilhersteller unter Berücksichtigung des WTO-Beitritts Russlands

4.3.1 Russlands Zusagen und Verpflichtungen für die Automobilindustrie während des WTO-Beitritts

4.3.2 Russlands offizielle Regierungspolitik nach dem WTO-Beitritt

4.3.3 Perspektiven für die deutschen Direktinvestitionen in der russischen Automobilindustrie nach dem WTO-Beitritt

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der deutschen Direktinvestitionen (DI) in der russischen Automobilindustrie. Ziel ist es, die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen des Produktionsstandorts Russland darzustellen sowie die Risiken und Chancen des russischen Marktes für deutsche Direktinvestoren zu analysieren, insbesondere unter Berücksichtigung des WTO-Beitritts Russlands.

  • Theoretische Grundlagen und Motive für Direktinvestitionen.
  • Historische Entwicklung und aktueller Zustand der russischen Automobilindustrie.
  • Analyse des Engagements deutscher Automobilhersteller (Mercedes-Benz, BMW, VW) in Russland.
  • Einfluss makroökonomischer Determinanten und der Weltwirtschaftskrise 2008.
  • Bedeutung des WTO-Beitritts Russlands für deutsche Investitionen.

Auszug aus dem Buch

Die eklektische Theorie von Dunning

Während alle oben beschriebenen Vorteils-, Außenhandels-, Standort-, und Wettbewerbstheorien nur einen unterschiedlichen Schwerpunkt zur Begründung von DI im Ausland wählen, versucht Dunning in seiner Theorie (den so genannten OLI-Ansatz) im Jahre 1977 diese verschiedenen theoretischen Ansätze zusammenzufassen. Nach seinem Ansatz erfolgen die ausländischen DI, nur wenn alle drei Bedingungen erfüllt sind (vgl. Kuttenkeuler, 2007: 94f., Perlitz, 2004: 109f.):

unternehmensspezifische Eigentums- und/oder Wettbewerbsvorteile (z. B. einzigartige Produktionsprozesse, immateriellen Vermögen in Form von Know-how, Patenten, Handelsmarken usw.), die das Unternehmen auf dem ausländischen Markt gegenüber der Konkurrenz besitzt (Ownership-specific-advantages (O))

standortspezifische Vorteile (mindestens ein), die gegenüber dem heimischen Markt auf dem ausländischen Markt existieren (z. B. besserer Zugang zu natürlichen Ressourcen, niedrigere Faktorpreise, Vermeidung von Handelshemmnissen), sonst werden Exporte und Lizenzvergaben unternommen (Location-specific-advantages (L))

Internationalisierungsvorteile, die für das Unternehmen selbst mehr profitabel und nutzbar sein sollen, als sie extern durch Lizenzverträge an ausländische Unternehmen zu verkaufen (Internalization-incentive-advantages (I))

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Vorstellung des Themas, der Relevanz der deutschen Automobilindustrie und des Ziels der Untersuchung hinsichtlich der DI in der russischen Automobilbranche.

1. Theoretische Begründung der Direktinvestitionen: Erläuterung der Definitionen, Klassifizierungen und maßgeblicher Theorien, die das Investitionsverhalten multinationaler Unternehmen erklären.

2. Die Entwicklung der russischen Automobilindustrie: Analyse der Transformation von der Plan- zur Marktwirtschaft sowie der spezifischen Probleme und Besonderheiten des russischen Automobilmarktes bis 2005.

3. Die deutsche Automobilindustrie: Überblick und Investment in Russland: Definition der deutschen Automobilindustrie und Darstellung der Export- sowie Investitionstätigkeit deutscher Unternehmen in Russland.

4. Engagement deutscher Automobilhersteller in Russland: Detaillierte Untersuchung der Markteintrittsstrategien von Mercedes-Benz, BMW und Volkswagen unter verschiedenen wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen sowie den Auswirkungen des WTO-Beitritts Russlands.

Schlüsselwörter

Direktinvestitionen, DI, Russische Automobilindustrie, Volkswagen AG, BMW AG, Daimler AG, Markteintritt, Joint Venture, Greenfield, WTO-Beitritt, Transformationsprozess, Standortfaktoren, Industrielle Montage, Automobilmarkt, Export.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Engagement deutscher Automobilhersteller in der russischen Automobilindustrie unter Berücksichtigung verschiedener wirtschaftlicher und rechtlicher Rahmenbedingungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen Investitionstheorien, die Entwicklung der russischen Automobilbranche nach der Planwirtschaft, die Marktaktivitäten führender deutscher Automobilkonzerne in Russland und die Folgen regulatorischer Änderungen sowie des WTO-Beitritts.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist die Darstellung der Rahmenbedingungen des Produktionsstandorts Russland sowie die Analyse der Stärken, Schwächen, Risiken und Chancen für deutsche Direktinvestoren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein theoretischer Rahmen für Direktinvestitionen (u.a. OLI-Ansatz) verwendet, um die Investitionstätigkeit deutscher Hersteller in Russland empirisch und deskriptiv zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der historischen Entwicklung des russischen Marktes, der aktuellen Situation der deutschen Automobilindustrie und einer detaillierten Fallanalyse des Engagements von Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Direktinvestitionen, Russische Automobilindustrie, Markttransformation, WTO-Beitritt und Lokalisierungsstrategie.

Warum bevorzugen deutsche Hersteller die Greenfield-Investition?

Die Greenfield-Investition wird bevorzugt, um eine vollbeherrschte Tochtergesellschaft aufzubauen, was die Qualität der Produktion sichert und effizienter ist als die Modernisierung bestehender, veralteter Strukturen.

Welche Rolle spielte der WTO-Beitritt Russlands für die Automobilbranche?

Der WTO-Beitritt verpflichtete Russland zur Liberalisierung, führte zur Senkung von Importzöllen und erforderte eine Anpassung der bestehenden Regelungen für industrielle Montage (Dekret 166) sowie die Einführung neuer Mechanismen wie der Abwrackgebühr.

Ende der Leseprobe aus 90 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Entwicklung deutscher Direktinvestitionen in der russischen Automobilindustrie und ihre Beeinflussung durch den WTO-Beitritt Russlands
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
1,7
Autor
Valentina Ilina (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
90
Katalognummer
V269152
ISBN (eBook)
9783656596837
ISBN (Buch)
9783656596806
Sprache
Deutsch
Schlagworte
deutsche Direktinvestitionen russische Automobilindustrie WTO-Beitritt Russlands
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Valentina Ilina (Autor:in), 2013, Entwicklung deutscher Direktinvestitionen in der russischen Automobilindustrie und ihre Beeinflussung durch den WTO-Beitritt Russlands, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269152
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Leseprobe aus  90  Seiten
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