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Was für ein Leben?! Die Situation von Frauen mit Behinderung in der deutschen Gesellschaft

Title: Was für ein Leben?! Die Situation von Frauen mit Behinderung in der deutschen Gesellschaft

Diploma Thesis , 2004 , 91 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Ulrike Fell (Author)

Social Work
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Frauen mit Behinderung stellen in der deutschen Gesellschaft ein wenig beachtetes Problemfeld dar, was sich durch nachstehend erläuterte Gegebenheiten begründen lässt.

Frauen mit Behinderung werden in Fachbüchern, theoretischen Abhandlungen und auch in der Behindertenpädagogik geschlechtsneutral bzw. maskulin betrachtet: „Der Behinderte“.

Schon bei behinderten oder von Behinderung bedrohten Mädchen finden die geschlechtsspezifische Entwicklung und deren Besonderheiten wenig Beachtung 1 .

Frauen mit Behinderung wird ihr Frau-Sein, ihre Sexualität und ihre Weiblichkeit abgesprochen. Die Behinderung steht im Vordergrund und sie werden oft als Neutren angesehen 2 , die allenfalls als gute Freundinnen, aber nicht als (potentielle) Partnerinnen anerkannt werden. Diese Behandlung, die Frauen mit Behinderung von Männern mit und ohne Behinderung und Frauen ohne Behinderung erfahren, stellt für viele der betroffenen Frauen eine prägende und verletzende Erfahrung dar. Eine Frau mit Behinderung berichtet:

‚ „Studienanfang 1. Semester. Ich hab´ eine Arbeitsgruppe, da ist ein nichtbehinderter Mann drin, der schäkert immer so´n bisschen mit mir rum, und dann lachen wir auch mal zusammen und finden uns ganz nett. Mehr aber auch nicht. Und dann sagt er einfach mal, als wir Arbeitsgruppe haben: mit mir als Behinderter könnte er ja rumschäkern; da würde seine Freundin nicht eifersüchtig werden. Da hätte sie keine Angst, es könnte was passieren...“ ’

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gegenwärtige Situation von Frauen mit Behinderung

2.1. Sozialisation von Mädchen mit Behinderung

2.2. Frauen mit Behinderung und Wohnen

2.2.1. Ein Leben mit Hilfebedarf

2.2.2. Wohnen im Elternhaus

2.2.3. Wohnen in stationären Einrichtungen

2.2.4. Selbständiges Wohnen

2.3. Frauen mit Behinderung und ihre Freizeitsituation

2.3.1. Freunde

2.4. Frauen mit Behinderung und sexuelle Partnerschaft

2.4.1. Partnerin zweiter Wahl

2.4.2. Behinderte Sexualität, ein gesellschaftliches Tabu

2.4.3. (Un-) Möglichkeiten für Frauen mit Behinderung Sexualität zu leben

2.5. „Dann waren sie sauer auf mich, dass ich das Kind haben wollte...“

2.5.1. Sterilisation als Verhütung

2.5.2. § 218

2.6. Exkurs: Sexuelle Gewalt: die zerstörendste Gewalt für Frauen mit Behinderung

2.6.1. Statistische Zahlen

2.6.2. Von helfenden Händen missbraucht

2.6.3. Folgen für die Frau

3. Empirische Umfrage zur Situation von zehn ausgewählten Frauen mit Behinderung im Kreis Heinsberg in NRW im November 2003

3.1. Vergleich mit der Literatur

4. Auf dem Weg zur Selbstbestimmung

4.1. Persönliche Assistenz statt Hilfe

4.1.1. Persönliche Assistenz: Das Arbeitgebermodell

4.1.1.1 Die Hürden der Finanzierung

4.1.2. Weibliche Assistenz

4.2. Mütter mit Behinderung

4.2.1. Massive Barrieren bei der Realisierung des Kinderwunschs

4.2.2. Möglichkeiten der Verbesserung

4.3. Bekämpfung von (sexueller) Gewalt gegen Frauen mit Behinderung

4.3.1. Konkrete Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen

4.3.1.1. Selbstbewusst behaupten und verteidigen mit WenDo

4.3.1.2. Finanzierung von Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungskursen für Frauen mit Behinderung

5. Selbstbestimmung leben durch Peer Counseling

5.1. Ursprung des Peer Counseling

5.2. Peer Counseling und C. R. Rogers

5.3. Die Methode des Peer Counseling

5.4. Die Anwesenheit Dritter in der Beratungssituation

5.5. Frauenspezifisches Peer Counseling durch Weiterbildung

5.5.1. Gegenwärtige Beratungssituation

5.5.2. Weiterbildung zur Peer Counselorin

5.5.3. Gemeinsam sind wir stärker: Parteilichkeit und Identifikation

5.5.3.1. Transfer ins Peer Counseling

5.6. Peer Counseling und die Soziale Arbeit

6. Fazit: „Durch Deutschland muss ein Ruck gehen!“

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Lebenssituation von Frauen mit Behinderung in Deutschland, wobei der Fokus auf der Identifikation von Barrieren in Bereichen wie Wohnen, Partnerschaft, Sexualität und Mutterschaft liegt. Ziel ist es, durch die Darstellung empirischer Befunde und theoretischer Ansätze (wie Peer Counseling) Möglichkeiten zur Stärkung der Selbstbestimmung aufzuzeigen.

  • Sozialisation von Mädchen und Frauen mit Behinderung
  • Wohnsituation und Betreuungsformen
  • Sexualität und Partnerschaft unter gesellschaftlichen Tabus
  • Gewaltprävention und Selbstbehauptung (WenDo)
  • Peer Counseling als Methode der emanzipatorischen Beratung

Auszug aus dem Buch

Exkurs: Sexuelle Gewalt: die zerstörendste Gewalt für Frauen mit Behinderung

Neben der mangelnden sexuellen Aufklärung und der spezifischen Sozialisation der Frauen mit Behinderung, die sie Rücksichtnahme, Dankbarkeit und Unauffälligkeit lehrt, sind sie besonders häufig Opfer sexueller Gewalt, da sie auf Unterstützung Dritter angewiesen sind.

Die Situationen, in denen Unterstützung geleistet werden soll, werden ausgenutzt, und die Frauen werden genötigt unerwünschte körperliche Nähe, Streicheln, Zärtlichkeiten und auch sexuelle Handlungen, wie Missbrauch, und Vergewaltigung, über sich ergehen zu lassen.

„Dies mag auf den ersten Blick paradox erscheinen – wer will schon so eine –, ist aber traurige Realität. Für den Vergewaltiger ist die Hilflosigkeit, das Ihm-Ausgeliefert-Sein wichtig, und da bieten sich Frauen mit Behinderung als Objekte männlicher Gewalt, als Vergewaltigungsopfer par excellence an.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die doppelte Benachteiligung von Frauen mit Behinderung in der deutschen Gesellschaft und legt die Relevanz einer geschlechtersensiblen Betrachtungsweise dar.

2. Gegenwärtige Situation von Frauen mit Behinderung: Beleuchtet die komplexen Lebensbereiche wie Sozialisation, Wohnen, Partnerschaft und die spezifische Problematik sexueller Gewalt.

3. Empirische Umfrage zur Situation von zehn ausgewählten Frauen mit Behinderung im Kreis Heinsberg in NRW im November 2003: Präsentiert die Ergebnisse einer qualitativen Befragung, die die Lebensrealität, Diskriminierungserfahrungen und Wünsche der betroffenen Frauen widerspiegelt.

4. Auf dem Weg zur Selbstbestimmung: Diskutiert Ansätze wie die persönliche Assistenz und Maßnahmen zur Gewaltprävention, um den Weg zu einem selbstbestimmten Leben zu ebnen.

5. Selbstbestimmung leben durch Peer Counseling: Stellt das Peer Counseling als ganzheitliche Beratungsmethode vor, die auf Empowerment und dem gemeinsamen Betroffensein basiert.

6. Fazit: „Durch Deutschland muss ein Ruck gehen!“: Plädiert für einen gesellschaftlichen Wandel und die Implementierung neuer Beratungskonzepte zur Förderung der Selbstbestimmung von Frauen mit Behinderung.

Schlüsselwörter

Frauen mit Behinderung, Selbstbestimmung, Peer Counseling, Persönliche Assistenz, Sexuelle Gewalt, Diskriminierung, Sozialisation, Lebenssituation, Mutterschaft, Empowerment, Behindertenarbeit, Gleichstellung, soziale Teilhabe, Frauenbewegung, Intersektionalität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Lebensbedingungen von Frauen mit Behinderung, die aufgrund ihrer Behinderung sowie ihres Geschlechts doppelt diskriminiert werden, und erforscht Wege zur Stärkung ihrer Selbstbestimmung.

Welche Themenfelder sind zentral?

Zentrale Themen sind die Wohnsituation, sexuelle Partnerschaft und Intimität, Mutterschaft, Erfahrungen mit Diskriminierung und das Risiko sexueller Gewalt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch eine Literaturanalyse und eine empirische Befragung aufzuzeigen, wie Barrieren abgebaut und die Lebensqualität sowie Autonomie der Frauen verbessert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit kombiniert eine tiefgehende Literaturrecherche mit einer empirischen qualitativen Umfrage, bei der zehn Frauen mit Behinderung persönlich interviewt wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die defizitäre gesellschaftliche Wahrnehmung, beschreibt die Notwendigkeit von persönlicher Assistenz statt reinem „Versorgungsdenken“ und erarbeitet Präventionsstrategien gegen Gewalt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Behinderung, Selbstbestimmung, Frauenförderung, Peer Counseling, Gewaltprävention, Assistenz und soziale Teilhabe.

Wie unterscheidet sich die Situation von Frauen mit Behinderung in der Literatur von den Befragungsergebnissen?

Die befragten Frauen im betreuten Wohnen zeigen eine positivere Integration als oft in der Literatur beschrieben, betonen jedoch dennoch ihre starken Einschränkungen in Bezug auf Intimität und gesellschaftliche Akzeptanz.

Warum wird Peer Counseling als besonders geeignet angesehen?

Peer Counseling ermöglicht eine Beratung auf Augenhöhe zwischen „Peers“, was das Vertrauen stärkt und ein Rollenvorbild für die Ratsuchenden bietet, die ihre Identität als Frau mit Behinderung entwickeln wollen.

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Details

Title
Was für ein Leben?! Die Situation von Frauen mit Behinderung in der deutschen Gesellschaft
College
University of Applied Sciences North Rhine-Westphalia Aachen
Grade
2,3
Author
Ulrike Fell (Author)
Publication Year
2004
Pages
91
Catalog Number
V26927
ISBN (eBook)
9783638291163
Language
German
Tags
Leben Situation Frauen Behinderung Gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ulrike Fell (Author), 2004, Was für ein Leben?! Die Situation von Frauen mit Behinderung in der deutschen Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26927
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