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Deckname "Stern I" und "Stern II": RAF-Aussteiger wechseln in die DDR

Title: Deckname "Stern I" und "Stern II": RAF-Aussteiger wechseln in die DDR

Seminar Paper , 2012 , 11 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Christopher Flauaus (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit geht der Frage nach, wie es zum Kontakt zwischen RAF und DDR gekommen ist, was sich beide Seiten davon erhofften und weshalb der Kontakt ab 1984 schließlich eingestellt wurde. Das Ziel der Seminararbeit besteht darin herauszuarbeiten, welche Absichten DDR und RAF mit dem Kontakt verfolgten.
Im Mittelpunkt sollen die Vorgänge "Stern I" und "Stern II" stehen. Besonders bei "Stern II" wird die Intensität des Kontakts deutlich ...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Beginn des Kontakts zwischen RAF und DDR

3. „Stern II“: RAF-Aussteiger beginnen in der DDR ein neues Leben

4. „Stern I“: Überwachung der aktiven RAF-Mitglieder durch Mitarbeiter des MfS

5. Das Ende des Kontakts zwischen RAF und DDR

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die historischen Hintergründe, die Absichten und die Ausgestaltung der Kontakte zwischen der Roten Armee Fraktion (RAF) und dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR. Dabei wird insbesondere analysiert, inwieweit die DDR die RAF unterstützte, welche Motive das MfS für die Aufnahme von RAF-Aussteigern hatte und warum diese Verbindung Mitte der 1980er-Jahre eingestellt wurde.

  • Analyse der Kooperationsmotive zwischen MfS und RAF
  • Untersuchung der Vorgänge „Stern I“ (aktive RAF) und „Stern II“ (Aussteiger)
  • Bewertung der Unterstützung der DDR durch Training und Unterbringung
  • Darstellung der ideologischen Schnittmengen und Divergenzen
  • Recherche zum Ende der Verbindungen und zur Enttarnung der Aussteiger nach der Wende

Auszug aus dem Buch

3. „Stern II“: RAF-Aussteiger beginnen in der DDR ein neues Leben

Alle Angelegenheiten, die die RAF betrafen, wurden im MfS unter der Bezeichnung „Operativer Vorgang Express“ gespeichert. Als die ersten RAF-Aussteiger in der DDR untergebracht wurden, legte das MfS die Vorgänge „Stern I“ und „Stern II“ an. Unter „Stern II“ fielen alle Angelegenheiten, die die Eingliederung der RAF-Aussteiger in die DDR betrafen.

1979/1980 befand sich die RAF in einer schwierigen Phase und drohte auseinanderzubrechen. Die sogenannte „Offensive 77“ und die Befreiung der Gefangenen der ersten Generation waren gescheitert. Trotz des Zusammenschlusses mit der Bewegung 2. Juni waren die Mitgliederverluste hoch. Viele Mitglieder sahen für sich in der RAF keine Chance mehr. Acht Mitglieder wollten sich um die Jahreswende 1979/1980 von der RAF trennen: Susanne Albrecht, Monika Helbing, Silke Maier-Witt, Sigrid Sternebeck, Ralf Baptist Friedrich, Ekkehard von Sekkendorff-Gudent, Christine Dümlein und Friedrich Lotze. Die gennannten RAF-Mitglieder, von der RAF-Führung als Fehler bezeichnet, waren kampfmüde und wollten den bewaffneten Kampf beenden. Sich mit ihrer Zeit in der RAF nach dem Entschluss, die Gruppe zu verlassen, kritisch auseinander zu setzen, kam ihnen jedoch nicht in den Sinn. Auch wenn sie nicht mehr zur Gruppe gehören wollten, hielten sie die Ziele der RAF und deren Bereitschaft weiterzukämpfen für legitim. In gemeinsamen Gesprächen zwischen der RAF Führung und den Fehlern wurde nach einer Lösung des Problems gesucht. Die acht kampfmüden Mitglieder stellten für die RAF ein Sicherheitsproblem dar. Daher war die RAF bemüht, sich schnellstens dieses Sicherheitsproblems zu entledigen und nach einem geeigneten Unterbringungsort zu suchen. Man dachte dabei an sozialistische Länder in Afrika. Der RAF erschien dies jedoch zu riskant, da Europäer in einem afrikanischen Land schnell auffallen könnten. Jetzt zahlte sich der Kontakt Inge Vietts zum MfS aus und sollte sich als vorteilhaft erweisen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Fragestellung zur Beziehung zwischen RAF und DDR, erläutert das Ziel der Untersuchung der Vorgänge „Stern I“ und „Stern II“ und reflektiert die Problematik der Quellenlage.

2. Der Beginn des Kontakts zwischen RAF und DDR: Dieses Kapitel behandelt die erste Kontaktaufnahme zwischen Inge Viett und dem MfS sowie die strategischen Überlegungen des Ministeriums für Terrorabwehr.

3. „Stern II“: RAF-Aussteiger beginnen in der DDR ein neues Leben: Hier wird die Aufnahme der ausstiegswilligen RAF-Terroristen in die DDR, ihre neue Identitätsfindung und ihre Überwachung durch das MfS detailliert dargestellt.

4. „Stern I“: Überwachung der aktiven RAF-Mitglieder durch Mitarbeiter des MfS: Das Kapitel analysiert die militärische Ausbildung aktiver RAF-Mitglieder in Briesen durch das MfS und den damit verbundenen Wissensaustausch.

5. Das Ende des Kontakts zwischen RAF und DDR: Es wird erläutert, warum die Verbindung aufgrund ausbleibender Vorteile, außenpolitischer Sorgen der DDR und zunehmender gegenseitiger Enttäuschung 1984 eingefroren wurde.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Forschung erst durch die Sichtung der Akten der Abteilung XXII ein genaues Bild der Verbindung gewinnen konnte, wobei die ideologischen Differenzen und die Angst vor Blamage die Kooperation maßgeblich begrenzten.

Schlüsselwörter

RAF, DDR, MfS, Abteilung XXII, Terrorabwehr, Stern I, Stern II, Inge Viett, Aussteiger, militärische Ausbildung, Briesen, Stasi, Kalter Krieg, Terrorismus, Kooperation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die historische Verbindung zwischen der Terrororganisation Rote Armee Fraktion (RAF) und dem DDR-Ministerium für Staatssicherheit (MfS).

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Unterstützung der RAF durch die DDR, die Unterbringung von Aussteigern („Stern II“) und die militärische Ausbildung aktiver RAF-Mitglieder („Stern I“).

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Beweggründe beider Seiten zu untersuchen und zu erarbeiten, welche Ziele die DDR und die RAF mit dem Kontakt verfolgten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, wobei unter anderem Autobiographien, Zeitungsartikel und wissenschaftliche Standardwerke zum Thema Staatssicherheit herangezogen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Kontaktaufnahme, die spezifischen Abläufe der Vorgänge „Stern I“ und „Stern II“ sowie die Gründe für die Beendigung der Zusammenarbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind RAF, DDR, MfS, Stern-Vorgänge, Terrorabwehr und die politischen Spannungsfelder des Kalten Krieges.

Wer war Harry Dahl und welche Rolle spielte er?

Harry Dahl war Leiter der Abteilung XXII des MfS und fungierte als zentraler Ansprechpartner für die RAF-Aussteiger, insbesondere für Inge Viett.

Warum wurde die Verbindung zwischen RAF und DDR schließlich abgebrochen?

Der Kontakt wurde 1984 eingestellt, da beide Seiten mit dem Ergebnis unzufrieden waren und die DDR eine internationale politische Blamage aufgrund der Verbindung zum Terrorismus fürchtete.

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Details

Title
Deckname "Stern I" und "Stern II": RAF-Aussteiger wechseln in die DDR
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Historisches Seminar)
Course
"Und natürlich darf geschossen werden". Zur Geschichte des RAF-Terrorismus in der Bundesrepublik Deutschland
Grade
2,0
Author
Christopher Flauaus (Author)
Publication Year
2012
Pages
11
Catalog Number
V269391
ISBN (eBook)
9783656605065
ISBN (Book)
9783656605041
Language
German
Tags
deckname stern raf-aussteiger
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christopher Flauaus (Author), 2012, Deckname "Stern I" und "Stern II": RAF-Aussteiger wechseln in die DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269391
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