In der vorliegenden Stunde steht die Handlungsorientierung im Mittelpunkt. Es ist die dritte Stunde der Unterrichtseinheit „Au marché“. Den Schwerpunkt der Lehrprobenstunde bildet das Erarbeiten, Erlernen und Vorstellen eines Dialogs. Im Rahmen des Dialogs wenden die Schüler den zuvor gelernten Wortschatz der Früchte im Kontext an. Somit stellt diese Unterrichtstunde das Kernstück der Einheit dar. Schließlich sind Übungen erst dann tatsächlich kommunikativ, wenn sich die Übungen an Inhalte ausrichten und die dazu benötigten Redemittel ausschließlich als funktional angesehen werden. Im Fremdsprachenunterricht eignet sich für die Erarbeitung eines Dialogs der Einsatz von Bildern, damit die Schüler in die wirklichkeitsgetreue Situation versetzt werden, Äußerungen ohne sprachliche Hilfen planen zu müssen. Für die methodische Umsetzung wurde das Rollenspiel gewählt, da es durch die Übernahme einer Rolle kindgemäß ist und folglich die Schüler zum sprachlichen Handeln motiviert. Bei Rollenspielen kommt es darauf an sich innerhalb einer vorgegebenen Kommunikationssituation sprachlich auszuprobieren und dem Handlungsrahmen entsprechend angemessen zu äußern. Besonders motivierend und kindgemäß ist hierbei das „Schlüpfen“ in eine Rolle.
Handlungsorientierung stellt einen Schwerpunkt im Fremdsprachunterricht dar, der kommunikativ ausgerichtet ist. Ein handlungsorientierter Unterricht berücksichtigt die Selbsttätigkeit der Schüler. Damit ist gemeint, dass ein Fremdsprachenunterricht so konzipiert ist, dass die Schüler sich Inhalte selbst erschließen und auf diese Art und Weise sprachlich aktiv sind.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1. Bedingungsfeld
1.1 Schule und Situation der Lehramtsanwärterin
1.2 Klasseninterne Bedingungen
2. Sachanalyse
2.1 Textinhalt
2.2 Lexik
2.3 Syntax
3. Didaktische Analyse
3.1 Einordnung in die Fachdidaktik
3.2 Begründung und Einordnung des Themas in den Lehr- und Arbeitsplan
3.3 Voraussetzungen der Lerngruppe bezüglich der Kompetenzen
3.4 Didaktische Reduktion
4. Kompetenzen
4.1 Kompetenzerwartung der Stunde
4.2 Auflistung der Teilkompetenzen
5. Methodische Entscheidungen
5.1 Erläuterung der methodischen Konzeption
5.2 Darstellung der Unterrichtsschritte und deren Begründung
6. Verlaufsplanung
7. Literaturangaben
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dokumentiert die Planung und didaktische Fundierung einer Französischstunde in einer dritten Klasse mit dem Schwerpunkt auf dem handlungsorientierten Erwerb von Sprachkompetenzen im Kontext eines Markteinkaufs. Das Ziel besteht darin, durch authentische Sprechanlässe und spielerische Methoden die Hörverstehens- und Sprechfertigkeiten der Schüler in einem heterogenen Lernumfeld gezielt zu fördern.
- Handlungsorientierter Ansatz im Fremdsprachenunterricht
- Entwicklung von Hörverstehens- und Sprechkompetenzen
- Methodik des Rollenspiels zur Sprachaktivierung
- Binnendifferenzierung im heterogenen Klassenverband
- Förderung der Sprechfreude durch authentische Kontexte
Auszug aus dem Buch
3.1 Einordnung in die Fachdidaktik
Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen (GeR) stellt als Basis für zielsprachliche Lehrpläne ausführlich dar, welche Fertigkeiten der Fremdsprachenlerner entwickeln muss, um kommunikativ erfolgreich zu sein. Der GeR verfolgt dabei einen handlungsorientierten Ansatz, da Sprachlernende als sozial Handelnde in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen kommunikative Aufgaben bewältigen müssen. Dieser Ansatz spiegelt sich auch in den didaktischen Prinzipien des modernen Französischunterrichts wieder. Schließlich ist es für ein erfolgreiches kommunikatives Handeln wichtig, dass im Fremdsprachenunterricht eine Handlungs-, Lerner- und Prozessorientierung sowie Ganzheitlichkeit stattfindet.
Unter Handlungsorientierung ist zu verstehen, dass die Fremdsprachenlerner selbst aktiv sind. Das heißt, die Schüler haben die Möglichkeit, Zusammenhänge selbst zu entdecken und Sprache aktiv anzuwenden. Für die praktische Umsetzung sind hierbei vor allem individualisierte und kooperative Sozialformen geeignet.
In diesem Rahmen bietet sich insbesondere das Rollenspiel an, das in Partnerarbeit eingeübt und im Plenum vorgespielt wird. Bei Rollenspielen kommt es darauf an sich innerhalb einer vorgegebenen Kommunikationssituation sprachlich auszuprobieren und dem Handlungsrahmen entsprechend angemessen zu äußern. Besonders motivierend und kindgemäß ist hierbei das „Schlüpfen“ in eine Rolle. Doch selbst ein handlungsorientierter Unterricht kann nicht gänzlich auf einen Lehrerinput verzichten, da dieser als Sprachvorbild dient. Das Prinzip der Lerner- und Prozessorientierung meint, dass die Interessen und Vorkenntnisse des Schülers im Zentrum stehen. Schließlich geht aus lerntheoretischen Modellen hervor, dass „Lernen stets eine Verknüpfung von neuen Informationen mit bereits gespeicherten Wissensbeständen (ist)“. Demzufolge sollte auf das Vorwissen der Schüler aufgebaut werden. Das Prinzip der Ganzheitlichkeit vervollständigt die zuvor dargelegten Prinzipien. Um das Prinzip der Ganzheitlichkeit im Fremdsprachenunterricht zu berücksichtigen, sollte Sprachenlernen mit allen Sinnen, also unter Einbezug des Körpers, erfolgen, da sprachliche Äußerungen in Kombination mit Bewegung besser gefestigt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Einleitende Worte zur Arbeit.
1. Bedingungsfeld: Analyse der schulischen Situation sowie der klasseninternen Lernvoraussetzungen und des heterogenen Leistungsniveaus der Schülerschaft.
2. Sachanalyse: Inhaltsbezogene Untersuchung des zu erarbeitenden Marktdialogs sowie Analyse der notwendigen Lexik und syntaktischen Strukturen.
3. Didaktische Analyse: Theoretische Einordnung der Unterrichtsplanung in fachdidaktische Prinzipien sowie Begründung der didaktischen Reduktion und Berücksichtigung der Lernvoraussetzungen.
4. Kompetenzen: Definition der fachlichen Kompetenzerwartungen an die Stunde, unterteilt in Teilkompetenzen wie Sprechen und Hörverstehen.
5. Methodische Entscheidungen: Erläuterung der gewählten methodischen Konzeption, wie dem Rollenspiel, sowie die detaillierte Darstellung der einzelnen Unterrichtsphasen.
6. Verlaufsplanung: Tabellarische Übersicht des zeitlichen Unterrichtsablaufs inklusive der methodischen Kommentare und Medieneinsätze.
7. Literaturangaben: Verzeichnis der verwendeten fachwissenschaftlichen und didaktischen Quellen.
Schlüsselwörter
Französischunterricht, Grundschule, Handlungsorientierung, Hörverstehen, Sprechen, Rollenspiel, Fremdsprachenerwerb, Lerndifferenzierung, Sprachaktivierung, Unterrichtsplanung, Marktdialog, Didaktische Reduktion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption und Durchführung einer Französisch-Lehrprobenstunde zum Thema Markteinkauf in einer dritten Grundschulklasse.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Einführung und Einübung eines Verkaufsgesprächs, die Vermittlung von Obst-Vokabular sowie die Förderung kommunikativer Fertigkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Stunde?
Das Hauptziel ist es, dass die Schüler den Dialog „Kaufwünsche äußern“ verstehen, diesen in Partnerarbeit eigenständig anwenden und im Plenum präsentieren können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es wird ein handlungsorientierter Ansatz verfolgt, der unter anderem durch Rollenspiele, den Einsatz von Bildkarten, chorisches Sprechen und binnendifferenzierende Arbeitsaufträge umgesetzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die fachdidaktischen Grundlagen, die Voraussetzungen der Lerngruppe, die methodischen Entscheidungen für die Stunde sowie die konkrete Verlaufsplanung inklusive Differenzierungsmaßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Französischunterricht, Handlungsorientierung, Hörverstehen, Sprechkompetenz und Binnendifferenzierung charakterisiert.
Wie geht die Lehrkraft mit dem heterogenen Leistungsniveau der Klasse um?
Durch quantitative und qualitative Differenzierung: Leistungsstärkere Schüler erhalten komplexere Aufträge, während leistungsschwächere in gemischten Paaren Unterstützung finden.
Warum spielt das Rollenspiel eine zentrale Rolle in der Stunde?
Das Rollenspiel bietet einen motivierenden, authentischen Kommunikationsanlass, der es den Schülern ermöglicht, das „Schlüpfen“ in eine Rolle zu nutzen und Sprache in einer realistischen Situation anzuwenden.
Welche Bedeutung haben die Bild- und Wortkarten bei der Rekonstruktion des Dialogs?
Sie dienen als visuelle Unterstützung und Strukturhilfe, die es den Schülern erleichtern, den unbekannten Hörtext zu erfassen und die Dialogstruktur nachzuvollziehen.
Wie werden die Schüler auf das freie Sprechen vorbereitet?
Durch rhythmisiertes Chor- und Einzelsprechen, das Einüben der Intonation sowie durch die Nutzung eines vorgegebenen Dialogschemas auf Arbeitsblättern.
- Quote paper
- M.E. Carolin Kautza (Author), 2013, Französisch Grundschule: On fait des courses au marché. Dialog zum Einkaufen auf dem Markt (Klasse 3), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269430