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Maßnahmen bei Bedrohung und Bruch des Friedens - Kapitel VI und VII der UN-Charta

Title: Maßnahmen bei Bedrohung und Bruch des Friedens - Kapitel VI und VII der UN-Charta

Seminar Paper , 2004 , 18 Pages , Grade: 2

Autor:in: Davina Nweze (Author)

Politics - Topic: International Organisations
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DIE VEREINTEN NATIONEN – EIN SYSTEM KOLLEKTIVER SICHERHEIT

Schon in der Präambel der Charta der Vereinten Nationen steht das Ziel, Kriege jetzt und in Zukunft zu verhindern, an oberster Stelle. Dementsprechend setzen sich die Vereinten Nationen in Kapitel 1(1) folgendes Ziel: „... den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren und zu diesem Zweck wirksame Kollektivmaßnahmen zu treffen, um Bedrohungen des Friedens zu verhüten und zu beseitigen“. Friedensgefährdungen oder –brüche sollen durch friedliche Mittel beigelegt werden. Was bedeutet das genau? Friedenswahrung und gegebenenfalls Friedenswiederherstellung haben in der VN- Charta eine zentrale Bedeutung. Um dies zu gewährleisten, ist von Kollektivmaßnahmen die Rede, die sich vor allem auf friedliche Mittel stützen sollen. Dies impliziert, dass es sich bei den Vereinten Nationen um ein System kollektiver Sicherheit handeln muss. Um das Funktionieren der Organisation vor allem in Bezug auf die Mechanismen im Falle einer Gefährdung des Weltfriedens zu verstehen, ist es notwenig zu verstehen, was ein System kollektiver Sicherheit ist. Um überhaupt von einem solchen System sprechen zu können, müssen vier notwenige Merkmale vertraglich vereinbart sein1: Gewaltverbot; Bereitschaft zur kollektiven Verurteilung von Staaten, die das Gewaltverbot brechen sowie Rechtsbrechern; die Verpflichtung der Mitglieder zur kollektiven Sanktionierung von Friedensbrechern und ein glaubhaftes Signal der Abschreckung an mögliche Angreifer.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Die Vereinten Nationen – Ein System kollektiver Sicherheit

II. Kapitel VI – Die friedliche Beilegung von Streitigkeiten

1. Inhalt

2. Bedeutung und Kritik

III. Kapitel VII – Maßnahmen bei Bedrohung oder Bruch des Friedens und bei Angriffshandlungen

1. Inhalt

2. Bedeutung und Kritik

2.1 Sanktionen nach Artikel 41 und 42

2.2 Sonderabkommen

2.3 Souveränität

IV. Der Sicherheitsrat

V. Zusammenfassung

VI. Konsenspolitik

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Effektivität der in der UN-Charta (Kapitel VI und VII) verankerten Mechanismen zur Friedenssicherung bei Bedrohung oder Bruch des Weltfriedens. Dabei wird kritisch hinterfragt, inwieweit das System kollektiver Sicherheit trotz divergierender nationaler Interessen der Sicherheitsratsmitglieder tatsächlich objektiv handlungsfähig ist.

  • Strukturelle Funktionsweise des Systems kollektiver Sicherheit der Vereinten Nationen.
  • Analyse der Mechanismen zur friedlichen Beilegung von Streitigkeiten (Kapitel VI).
  • Untersuchung von Sanktionen und Zwangsmaßnahmen bei Friedensbrüchen (Kapitel VII).
  • Rolle und Kompetenzen des Sicherheitsrates im Kontext internationaler Krisen.
  • Spannungsfeld zwischen nationaler Souveränität und kollektiver Sicherheit.

Auszug aus dem Buch

2.1 Sanktionen nach Artikel 41 und 42

Sanktionen sind nicht als Bestrafung für das Fehlverhalten eines Staates zu werten, sondern vielmehr als Mittel, das den Beschlüssen des Sicherheitsrates zur Wahrung oder Wiederherstellung des Weltfriedens Wirkung und Durchsetzungskraft verleihen soll. Sie sollen dem Friedensbrecher die Missbilligung der internationalen Gemeinschaft verdeutlichen und ihn zu einer Verhaltensänderung zwingen. Dies kann unter anderem dadurch geschehen, dass dem kriegführenden Regime die Unterstützung seines Volkes entzogen wird, welches unter den Sanktionen zu leiden hat. Darin liegt allerdings auch ein Kritikpunkt von Zwangsmaßnahmen; denn zum einen bewirken Sanktionen teilweise das genaue Gegenteil und treiben das Volk vielmehr in die Arme ihrer Regierung gegen den Rest der Welt zurück. Zum anderen bringt das Leiden des Volkes weder zwangsläufig die regierende Elite dazu, militärische Aktionen einzustellen, noch liegt es in der Absicht der Vereinten Nationen, die humanitäre Situation des entsprechenden Landes zu verschlechtern.

Sanktionen sollen im Idealfall die Eskalation von Konflikten verhindern und haben auch das Potential dazu. In vielen Fällen hat der Sicherheitsrat unter anderem mit ihrer Hilfe Zeit für Verhandlungen gewonnen, Richtungsänderungen bewirkt, Konflikte begrenzt und vor allem einen kommunikativen Austragungsort für Streitigkeiten geschaffen. Auch für die Vereinten Nationen sind sie ein attraktives Mittel, da sie mehr Durchsetzungskraft als bloße Diplomatie haben aber noch keinen militärischen Eingriff darstellen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Die Vereinten Nationen – Ein System kollektiver Sicherheit: Das Kapitel definiert die Grundlagen des Systems kollektiver Sicherheit innerhalb der VN-Charta und erläutert die notwendigen Bedingungen für dessen Funktionieren.

II. Kapitel VI – Die friedliche Beilegung von Streitigkeiten: Hier werden die Möglichkeiten und Verfahren zur friedlichen Konfliktlösung analysiert, wobei die begrenzte Durchsetzungskraft durch den Sicherheitsrat hervorgehoben wird.

III. Kapitel VII – Maßnahmen bei Bedrohung oder Bruch des Friedens und bei Angriffshandlungen: Dieses Kapitel behandelt das Instrumentarium der friedlichen und militärischen Sanktionen sowie die Rolle der Souveränität im Konfliktfall.

IV. Der Sicherheitsrat: Die Analyse konzentriert sich auf die zentrale Rolle, Machtbefugnisse und die inhärenten Probleme der Arbeitsweise des Sicherheitsrates.

V. Zusammenfassung: Es wird das Resümee gezogen, dass Kapitel VI und VII dem Sicherheitsrat zwar wichtige Instrumente an die Hand geben, deren Effektivität jedoch stark von politischer Übereinstimmung abhängt.

VI. Konsenspolitik: Das Abschlusskapitel diskutiert die Unmöglichkeit objektiven Handelns im Sicherheitsrat und betont die Notwendigkeit von Konsensentscheidungen unter Berücksichtigung nationaler Eigeninteressen.

Schlüsselwörter

Vereinte Nationen, UN-Charta, kollektive Sicherheit, Sicherheitsrat, Weltfrieden, Sanktionen, Artikel 41, Artikel 42, internationale Sicherheit, Gewaltverbot, Souveränität, Konfliktlösung, Krisenprävention, Diplomatie, Machtpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Effektivität der in der UN-Charta (Kapitel VI und VII) festgelegten Maßnahmen und Mechanismen, die dazu dienen, bei Friedensbedrohungen oder -brüchen einzugreifen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das System kollektiver Sicherheit, die rechtlichen Rahmenbedingungen der UN-Charta für Sanktionen, die Rolle des Sicherheitsrates sowie das Spannungsverhältnis zwischen staatlicher Souveränität und internationalem Handlungsbedarf.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist die kritische Analyse der Wirksamkeit der VN-Instrumente und die Untersuchung, ob und wie der Sicherheitsrat trotz seiner aus souveränen Nationalstaaten bestehenden Struktur objektiv zur Friedenssicherung beitragen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse der UN-Charta und einer Auswertung politikwissenschaftlicher Literatur zu den Themen kollektive Sicherheit, Sanktionen und Völkerrecht.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden detailliert die friedliche Beilegung von Streitigkeiten (Kapitel VI), verschiedene Arten von Sanktionen (Kapitel VII), die Sonderabkommen über Streitkräfte sowie die Souveränitätsfragen analysiert.

Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter für diese Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind kollektive Sicherheit, UN-Charta, Sicherheitsrat, Sanktionen, Weltfrieden und Souveränität.

Inwiefern beeinflusst das Veto-Recht die Handlungsfähigkeit des Sicherheitsrates?

Das Veto-Recht der ständigen Mitglieder führt laut Arbeit zu Entschlussunfähigkeit und Blockaden, was den Sicherheitsrat zwingt, nur bei Konsens zu handeln und somit oft nur den kleinsten gemeinsamen Nenner umzusetzen.

Warum werden Sonderabkommen nach Artikel 43 in der Praxis kaum genutzt?

Die Autorin argumentiert, dass Staaten ihre Streitkräfte nur ungern unter fremde Autorität stellen wollen und keine hinreichende Motivation für den Abschluss solcher Abkommen sehen, was die praktische Umsetzung der militärischen Durchsetzungskraft schwächt.

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Details

Title
Maßnahmen bei Bedrohung und Bruch des Friedens - Kapitel VI und VII der UN-Charta
College
LMU Munich  (Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaften)
Course
Übung Internationale Politik, UNO
Grade
2
Author
Davina Nweze (Author)
Publication Year
2004
Pages
18
Catalog Number
V26947
ISBN (eBook)
9783638291330
ISBN (Book)
9783638771894
Language
German
Tags
Maßnahmen Bedrohung Bruch Friedens Kapitel UN-Charta Internationale Politik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Davina Nweze (Author), 2004, Maßnahmen bei Bedrohung und Bruch des Friedens - Kapitel VI und VII der UN-Charta, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26947
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