Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Sociology - Social System and Social Structure

Moderne und Ambivalenz am Beispiel des Nationalsozialismus

Title: Moderne und Ambivalenz am Beispiel des Nationalsozialismus

Term Paper , 2013 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Morten Vogt (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Hauptfunktion von unserer Sprache ist das Benennen und Klassifizieren. Das Klassifizieren einer Sache in mehr als eine Kategorie erzeugt eine Unordnung. Diese Unordnung oder Mehrdeutigkeit nennt man Ambivalenz. Unordnung ist für den Menschen ein enormer Angstfaktor. Die Akzeptanz eine Sache, Handlung, Erfahrungen oder ähnliches nicht deuten zu können widerspricht dem Ziel einer modernen Gesellschaft. Eine moderne Gesellschaft versucht die Welt zu strukturieren. Eine solche Struktur lässt sich nur durch eine Klassifizierung erzeugen. Nichts soll dem Zufall überlassen werden, also muss der Zufall verbannt werden. Die Ambivalenz wird daher als Drohung wahrgenommen, weil es die Berechenbarkeit und die Ordnung der Welt zunichtemacht. Ambivalenz tritt immer dann ein, wenn eine Sache nicht klassifiziert oder mehrfach klassifiziert werden kann. Diese Unentscheidbarkeit führt unmittelbar zum Verlust der Kontrolle. Die Bestrebung nach Ordnung durch Klassifizierung ist paradoxerweise auch zugleich der Grund für Ambivalenz, da sich die Welt oder vielmehr die Natur nicht vollständig und vor allem nicht eindeutig Ordnen lässt (...)

Diese Arbeit lenkt den Fokus auf das gesellschaftliche Phänomen "Ambivalenz" am Beispiel des Nationalsozialismus,insbesondere unter der Betrachtung der Juden als Fremde eines Nationalstaates.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der moderne Staat

3. Oppositionen - Das Außen und das Innen

4. Stigmatisierung

5. Beispiel am Fall der deutsche Juden

6. Assimilation

7. Der Holocaust

7.1 Antijüdische Gesetze und Verordnungen

7.1.1 I. Phase (31. Januar 1933 - 15. September 1935)

7.1.2 II. Phase (15. September 1935 - 9. November 1938)

7.1.3 III. Phase (10. November 1938 - 1. September 1939)

7.1.4 IV. Phase (1. September 1939 - 16. Februar 1945)

8. Die Postmoderne

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die soziologische Dynamik der Moderne, in der das Streben nach Eindeutigkeit und Ordnung zwangsläufig Ambivalenzen erzeugt, die als Bedrohung wahrgenommen und durch Klassifizierungs- und Ausgrenzungsprozesse bekämpft werden. Am Beispiel des Nationalsozialismus und der Judenverfolgung wird analysiert, wie diese Mechanismen in Gewalt und Genozid münden können.

  • Die soziologische Konstruktion von Ordnung und Chaos
  • Die Entstehung von Freund-Feind-Oppositionen und Fremdheit
  • Die Rolle der Assimilation als gescheiterte Strategie der Inklusion
  • Nationalsozialistische Bürokratie und Sozialtechnik als Instrumente zur Eliminierung von Ambivalenz
  • Der Wandel der Ambivalenzproblematik in der Postmoderne

Auszug aus dem Buch

Der moderne Staat

Um in einer modernen Gesellschaft Ordnung zu schaffen, bedarf es einem modernen Staat, der sich die Legitimation bzw. die Macht zuspricht, um die Gesellschaft in eine ordentliche Gesellschaft zu überführen. Hierzu ist es die Aufgabe des Staates das Chaos innerhalb der Gesellschaft zu beseitigen. Zygmunt Baumann vergleicht den Staat als eine Art „Gärtner“ der die Bevölkerung in „Unkraut“ und nützliche „Pflanzen“ unterteilt. Das Instrument zur Zielumsetzung der vollständigen Eliminierungen aller chaosbringenden Faktoren war und ist die Wissenschaft. Statistiken helfen Probleme messbar zu machen, andere Wissenschaften entwickeln Lösungsmethoden für erkannte Probleme und unter der Annahme vernünftig zu handeln werden die Bekämpfungen der Probleme legitimiert. Was historisch rückblickend betrachtet beispielsweise in Hinblick auf die Eugenik bestialisch wirkt, war im Ursprung lediglich der Wunsch einer positiven und kontrollierten Ordnung der Welt.

„Die moderne Wissenschaft entstand aus dem überwältigenden Ehrgeiz, die Natur zu besiegen und sie menschlichen Bedürfnissen unterzuordnen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die menschliche Neigung zum Klassifizieren und Benennen als Grundvoraussetzung für Ordnung, wodurch Ambivalenzen als ständige Bedrohung entstehen.

2. Der moderne Staat: Analysiert die Rolle des Staates als ordnende Instanz, die durch bürokratische und wissenschaftliche Mittel versucht, gesellschaftliches Chaos zu eliminieren.

3. Oppositionen - Das Außen und das Innen: Erläutert, wie durch die Definition von „Freunden“ und „Feinden“ sowie die Konstruktion des „Fremden“ soziale Grenzen und Identitäten geschaffen werden.

4. Stigmatisierung: Beschreibt den Umgang mit dem Fremden durch Ausgrenzung und kulturelle Stigmata, wenn eine vollständige Assimilation unmöglich bleibt.

5. Beispiel am Fall der deutsche Juden: Untersucht die historischen Assimilationsversuche der Juden und deren Transformation in eine abgesonderte Gruppe durch den modernen Nationalstaat.

6. Assimilation: Reflektiert Assimilation als gescheitertes Instrument moderner Gewaltmonopole, das ungewollt immer neue Ambivalenzen und Spannungen hervorrief.

7. Der Holocaust: Untersucht den Holocaust als extreme Konsequenz des modernen Ordnungswillens, bei der Bürokratie und Technologie zur sozialen „Reinigung“ genutzt wurden, unterteilt in vier historische Phasen der Verfolgung.

8. Die Postmoderne: Erörtert, wie sich der Kampf gegen Ambivalenz in der heutigen Zeit privatisiert hat und zur individuellen Überforderung in einer sogenannten „Ellenbogengesellschaft“ führt.

Schlüsselwörter

Moderne, Ambivalenz, Klassifizierung, Ordnung, Chaos, Nationalsozialismus, Assimilation, Fremdheit, Stigmatisierung, Holocaust, Zygmunt Bauman, Nationalstaat, Postmoderne, Ausgrenzung, Sozialtechnik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Analyse der Moderne und der damit einhergehenden, ständigen Anstrengung, Ordnung durch Klassifizierung zu schaffen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Spannungsverhältnis zwischen Ordnung und Ambivalenz, der Ausgrenzung des Fremden und dem soziologischen Verständnis totalitärer Gewalt am Beispiel des Holocaust.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Streben nach einer kontrollierbaren, homogenen Gesellschaft zwangsläufig zur Schaffung von Ambivalenzen führt, die, statt akzeptiert zu werden, in Gewalt und systematischer Verfolgung enden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische soziologische Analyse, insbesondere auf die Konzepte von Zygmunt Bauman, kombiniert mit einer historischen Untersuchung der antijüdischen Gesetzgebung im NS-Staat.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Ambivalenzproblematik, die Anwendung dieser Theorie auf das Beispiel der deutschen Juden und eine detaillierte Phasenanalyse der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Moderne, Ambivalenz, Ordnung, Assimilation, Fremdheit, Nationalstaat und Holocaust.

Wie unterscheidet sich die Postmoderne laut dem Autor in ihrem Umgang mit Ambivalenz von der Moderne?

Während die Moderne staatliche und bürokratische Instrumente zur Bekämpfung von Ambivalenz nutzte, findet dieser Kampf in der Postmoderne auf privater, individueller Ebene statt, was oft in persönlichem Scheitern und Vereinsamung endet.

Warum betrachtet der Autor den Holocaust aus soziologischer Sicht als ein Produkt moderner Zivilisation?

Der Autor argumentiert, dass die für die Moderne typische Bürokratie, Technologie und der Wunsch nach einer rationalen, chaosfreien Ordnung die notwendigen Rahmenbedingungen schufen, die einen Genozid in diesem Ausmaß erst möglich machten.

Excerpt out of 15 pages  - scroll top

Details

Title
Moderne und Ambivalenz am Beispiel des Nationalsozialismus
College
University of Flensburg  (Institut für Gesellschaftswissenschaften und Theologie)
Grade
1,7
Author
Morten Vogt (Author)
Publication Year
2013
Pages
15
Catalog Number
V269498
ISBN (eBook)
9783656607465
ISBN (Book)
9783656695417
Language
German
Tags
Ambivalent Assimilation moderner Staat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Morten Vogt (Author), 2013, Moderne und Ambivalenz am Beispiel des Nationalsozialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269498
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  15  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint