Die 68er Bewegung. Formen des Protests und Rezeption in den Medien


Seminararbeit, 2011
19 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitende Worte

2. Die 68er Bewegung Allgemein
a) Motive und Zeitliche Einordnung
i. Kuba Krise
ii. Che Guevaras Kubanische Revolution
iii. Vietnamkrieg
iv. Hippie Bewegung
v. Martin Luther King’s „Black Power“
vi. Goße Koalition
b) Ablauf der Bewegung in der Bundesrepublik Deutschland
i. Spiegel-Affäre
ii. Tod Benno Ohnesorgs
iii. Internationaler Vietnamkongress
iv. Osterunruhen
v. Sternmarsch auf Bonn

3. Rezeption in der Springer-Presse

4. Formen des Protests
a) Friedliche Protestformen
b) Die RAF als Beispiel für extreme Gruppierungen
i. Entstehung
ii. „Baader-Meinhof-Bande“ (1. Generation)
iii. Haft und Prozesse
iv. Die 2. Generation

5. Eigene Bewertung

6. Literaturverzeichnis

Die 68er Bewegung - Formen des Protests und Rezeption in den Medien

1. Einleitende Worte

Ausgehend von der Tunesischen Revolution kam es Anfang 2011 zu Aufständen und teils blutigen Protesten gegen die Regime in vielen arabischen Ländern. Die Bilder der Demonstrationen gingen durch alle Nachrichten und beherrschten diese wochenlang. Der „arabische Frühling“ lässt viele Menschen neue Hoffnung schöpfen. Während der lybische Diktator Muhammad al Gadaffi sich einen monatelangen

Bürgerkrieg mit den Aufständischen lieferte und bis zu seinem Tod um seine Macht kämpfte, trat der ägyptische Machthaber Hosni Mubarack zurück, als er seine Niederlage kommen sah. Das Militär übernahm die Macht bis zu den Präsidentschaftswahlen, die Ende 2011 durchgeführt werden sollen. In anderen Ländern, wie Marokko oder Jordanien werden umfangreiche Reformen verabschiedet, um den Demonstranten entgegen zu kommen. Im Kampf gegen einen gemeinsamen Gegner vereinen sich die verschiedensten Volksgruppen und Ethnien. Koptische Christen und Muslime, die sich normalerweise überhaupt nicht vertragen, kämpfen gemeinsam für ihr Ziel. Es geht um den Wunsch der politischen Mitbestimmung und darum, den autoritär geführten Staat näher an das Volk heranzubringen. Aber diese Kämpfe sind ja weit weg, weit weg von Deutschland möchten manche denken. Doch es gab Umsturzbemühungen auch in Deutschland. Ein ganz ähnliches Ziel verfolgten die Studenten, die speziell 1968 der außerparlamentarischen Opposition, kurz APO, angehörten. Es ging um Revolution, zumindest um schwerwiegende Veränderungen im Staatsgebilde. Im Folgenden soll nun diese Bewegung dargestellt und im Hinblick auf die eingesetzten Protestformen analysiert werden.

2. Die 68er Bewegung allgemein

2. a) Zeitliche Einordnung und Motivation

Die 60er Jahre standen im Zeichen des Umbruchs. In der gesellschaftlichen Ordnung war ein Punkt erreicht, an dem sich etwas ändern musste. Zudem wurde die Welt von vielen großen Ereignissen erheblich verändert.

i. Kuba Krise

Der Bau der Berliner Mauer 1961 trennte das nach dem zweiten Weltkrieg geteilte Deutschland nun endgültig. Die Sowjetunion schottete sich komplett von der westlichen Welt ab, nachdem sie sich schon einige Jahre im kalten Krieg einen Machtkampf mit den Vereinigten Staaten geliefert hatte. Dieser kam 1962 mit der Kubakrise zu einem Höhe- und Wendepunkt, an dem die Welt nur knapp an einem Atomkrieg „vorbeischrammte“. Die sowjetische Regierung hatte Abschussrampen für Raketen, die fähig waren, Nuklearsprengköpfe zu tragen, auf Kuba installiert. Daraufhin ordnete der amerikanische Präsident John F. Kennedy eine „Quarantäne“ Kubas an. Nachdem der dritte Weltkrieg durch diplomatische Handlungen abgewandt werden konnte, verzichteten die beiden Supermächte fortan auf direkte militärische Konfrontationen.[1]

Die Tatsache, dass man einem Atomkrieg nur haarscharf entkommen war, ließ eine breite Anti-Atom Bewegung entstehen, die jedoch sehr locker, durch voneinander unabhängige regionale Organisationen repräsentiert wurde.

ii. Che Guevaras Kubanische Revolution

Schon drei Jahre zuvor, im Jahr 1959, gelang es Ernesto (Che) Guevara und Fidel Castro nach einem zweijährigen Guerilla Krieg die Macht desdamaligen Staatsoberhauptes Flugencio Batista y Zaldivar zu übernehmen.[2] Guevara baute mit Castro als Ministerpräsidenten ein marxistisches Regime auf, das die vorherige Abhängigkeit von amerikanischen Geldern beendete und ermöglichte den Sowjets erst die Stationierung von Raketen auf kubanischem Gebiet, um gegen den Erzfeind Amerika vorzugehen. Schon nach wenigen Jahren als Minister, machte er sich wieder auf, um in Bolivien eine Revolution nach kubanischem Vorbild voranzutreiben. Doch die bolivianische Bevölkerung schloss sich ihm nicht wie geplant an und auch die Unterstützung durch die Opposition fehlte ihm. So wurde seine nur 49 Mann starke Truppe aufgerieben und er gefangen genommen. Vor seiner Hinrichtung ohne vorherigen Prozess wurde er noch vom CIA verhört, gab jedoch keine Informationen preis. Zuletzt wurde er dann durch einen einfachen Soldaten „zum Wohle des bolivianischen Vaterlandes“ erschossen (1967). Durch seinen Tod galt er bei vielen Demonstranten als eine Art Märtyrer und wurde zu einer symbolträchtigen Figur der Studentenbewegung.

iii. Vietnamkrieg

Im Jahr 1964 begann der Vietnamkrieg der USA, um den Süden Vietnams zu stabilisieren und um den kommunistischen Einfluss in der Region einzudämmen. Dieser kostete insgesamt über 3 Millionen Menschenleben und endete 1975 mit der Niederlage Südvietnams, nachdem sich die Amerikaner zurückgezogen hatten.[3] „Kein anderes innen- oder außenpolitisches Thema hat die Studenten in Westdeutschland so in Empörung versetzt, wie der Vietnamkrieg. Die von den USA angewandten Mittel (Dauerbombardement und Napalm) wurden auf breiter Front verurteilt und ließen das Bild der „guten“ westlichen Welt langsam verschwimmen. Durch die unmenschlichen Methoden der USA im Vietnamkrieg verloren viele Studenten die USA als ihr Vorbild und jedes Vertrauen in die dahinter stehende Demokratie“[4]

iv. Hippie Bewegung

Seit 1965 hatte sich, ausgehend von San Fransisco, die Hippie-Bewegung ausgebreitet und schließlich auch Europa erreicht.[5] Neben den anti-autoritären Bestrebungen und der Ablehnung der Leistungsgesellschaft sowie gesellschaftlicher Zwänge war sie vor allem eine Anti-(Vietnam)Kriegs Bewegung. Das Motto der Bewegung zu diesem Thema war: „Make Love not War“, was die freizügige Lebensform widerspiegelt. Zudem wurden Drogen wie LSD in großen Massen konsumiert. Mit dem „Summer of Love“ (1967), durch den die Strömung von einer Nischen- zu einer Massenkultur wurde und dem „Woodstock-Festival“ (1969) erreichte die Bewegung ihren Höhepunkt und zerfiel dann an dem Widerspruch der Kommerzialisierung.

v. Martin Luther King’s „Black Power“

Zeitgleich mit dem Vietnamkrieg trieb Martin Luther King die Gleichberechtigung der schwarzhäutigen Bevölkerung in den USA voran. 1964 hielt er seine berühmte Rede „I have a dream“ vor dem Lincoln Memorial in Washington D.C. wobei ihm über 250 000 Menschen zuhörten. Noch im selben Jahr bekam Luther den Friedensnobelpreis für sein Eintreten für einen gewaltlosen, passiven Widerstand der Schwarzen verliehen. Als er am 4. April 1968 erschossen wurde, kam es zu spontanen Aufständen in über 100 Städten der USA.[6]

vi. Große Koalition

Seit dem Zusammenbruch der Schwarz-Gelben Koalition 1966 hatten sich CDU/CSU und SPD zu der ersten großen Koalition in Deutschland zusammen geschlossen. Um die eintretende wirtschaftliche Rezession in den Griff zu bekommen bedurfte es einer starken Mehrheit im Parlament.[7] Doch mit der FDP als einziger Oppositionspartei auf weniger als 10% der Abgeordneten kam[8], entstand ein Funktionsverlust des Parlaments. Als Folge dieser schwachen Opposition entstand die Bewegung der außerparlamentarische Opposition (APO). Sie versuchten diesem „Demokratieverlust“ entgegenzuwirken und eine Opposition außerhalb des Parlaments zu betreiben, wie durch den Namen schon zum Ausdruck kommt.

2. b) Ablauf der Bewegung in der Bundesrepublik Deutschland (Dynamiken und Kampagnen)

Der SDS (Sozialistischer Deutscher Studentenbund), der ursprünglich als Studentenorganisation der SPD gegründet wurde, dann aber eine Sammelstelle für die verschiedensten linken Gruppen war und deshalb von der SPD ausgeschlossen wurde, übernahm in Deutschland die „Leitung“ der Außerparlamentarischen Opposition (APO).

[...]


[1] vgl.http://www.hdg.de/lemo/html/DasGeteilteDeutschland/DieZuspitzungDesKaltenKrieges/

UnzufriedeneRepublik/kubaKrise.html Stand 16.04.11

[2] vgl. http://www.suite101.de/content/die-kubanische-revolution-a37199 (Stand 16.04.11)

[3] vgl. http://www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=580715 (Stand 16.04.11)

[4] http://www.educat.hu-berlin.de/schulen/sartre/material/schularb/pw68er.htm#1.1

(1.2.4.1 Internationale Forderungen) Stand 20.4.2011

[5] Wolfgang Kraushaar: „Achtundsechzig“ , Berlin 2008 S.12

[6] vgl. http://www.educat.hu-berlin.de/schulen/sartre/material/schularb/pw68er.htm#1.1

(1.3 Ereignisse im Ausland) Stand 20.4.2011

[7] vgl. http://wiki.arte.tv/68/de/doku.php/grosse-koalition

[8] vgl. http://www.hdg.de/lemo/html/DasGeteilteDeutschland/KontinuitaetUndWandel/GrosseKoa

lition/index.html Stand 01.11.2011

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Details

Titel
Die 68er Bewegung. Formen des Protests und Rezeption in den Medien
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
19
Katalognummer
V269501
ISBN (eBook)
9783656606284
ISBN (Buch)
9783656606277
Dateigröße
644 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bewegung, formen, protests, rezeption, medien
Arbeit zitieren
Marco Fuchs (Autor), 2011, Die 68er Bewegung. Formen des Protests und Rezeption in den Medien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269501

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