Diversität am Arbeits- und Studienplatz sowie innerhalb der Zielgruppen der Sozialen Arbeit ist Bestandteil der postmodernen Gesellschaft. Randgruppen (Minderheiten) werden innerhalb der Schule öfters ausgegrenzt und sind meistens ohnmächtig gegenüber den Machtstrukturen anderer (dominierender) Gruppen von Studierenden. Zu den strukturellen Machtverhältnissen haben die benachteiligten Studierenden allein aufgrund unzureichender Sprachkenntnisse keinen oder lediglich einen begrenzten Zugang. Somit sind sie per se auf die Vernetzung mit Kommilitonen angewiesen, um während des Studiums zum Zuge zu kommen. Dominierende Gruppen wiederum haben in wenigen Fällen Interesse daran, sich auf Fremdgruppen einzulassen; manch andere empfinden es als belastend, sprachliche Hilfe zu leisten. Das persönliche Zeitbudget ist oft knapp bemessen, die eigene Leistung könnte durch die Hilfestellung gefährdet werden. Verschiedenen Aspekten zu Grunde lassen sich Spaltungen in den Alltäglichkeiten der Studierenden bzw. angehenden Soziale ArbeiterInnen feststellen, bezogen auf die Grundsätze des Be-rufskodex lassen sich diese Spaltungen aufgrund alltäglicher Spannungen nicht mit dem Verständnis der Soziale Arbeit als Profession vereinbaren.
Nach Analyse meines Lernumfelds kam ich zum Schluss, dass es bei Mitstudierenden einerseits auf persönlicher Ebene Inkompatibilität gibt, d. h. zwischen der eigenen Wertorientierung und der professionellen Identität. Viele Kommilitonen halten es für ganz normal, Mitstudierende auszuschliessen oder gar zu bevormunden. Andererseits mangelt es in der Schule selbst an strukturellen Instanzen, die es den aufgrund eines Sprachdefizits benachteiligten Gruppen ermöglichen das Sprachrohr zu erweitern. Dadurch, dass Studierende im Allgemeinen unterschiedlichen Bildungsbiographien haben, fehlt ihnen zum Teil ein praktischer Zugang zur Berufsethik der Sozialen. Gerechtigkeit und Fairness werden oft als Begriffe innerhalb der Hochschule verwendet, dennoch schein es nicht allen Studierenden bewusst zu sein, welche Rolle die eigene Person bei Stigmatisierungsprozessen spielen könnte. Es fehlt öfters so etwas wie ein kollegiales Lernen bzw. Interagieren zwischen der Studierenden des Standorts Olten.
Inhaltsverzeichnis
1 Projektbegründung
1.1 Ausgangslage
2 Projektbeschrieb
2.1 Grundzüge des Projekts
2.2 Was ist der „Train the Trainers-Kurs“ genau?
2.3 Schwerpunkte der dreitätigen Blockveranstaltung
3 Intendierte Wirkungen
3.1 Vision (längerfristige Perspektive)
3.2 Ziele (intendierte Wirkungen bis Projektende) Sollzustand
4 Settings und Zielgruppen
4.1 Settings vor der Realisierung
4.2 Settings post Realisierung
4.3 Anspruchspersonen des/ Settings/des Stake Holders
4.4 Zielgruppen und Schlüsselpersonen der geplanten Intervention
5 Vorgehensweise
5.1 Strategien (Ansätze, Methoden)
5.2 Zeitlicher Rahmen
6 Projektstruktur
7 Ressourcen
7.1 Personeller Aufwand
7.2 Konzeptarbeit
7.3 Umsetzung des Workshops:
7.4 Post Umsetzung
7.5 Projektdokumentation, resp. Bericht und Auswertung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Implementierung eines präventiven Workshops an der Hochschule für Soziale Arbeit, um Diskriminierung und Ausgrenzung unter Studierenden entgegenzuwirken und die Entwicklung eines professionellen Habitus zu fördern. Die Arbeit untersucht die bestehenden strukturellen Spannungsfelder im Studienalltag und schlägt einen konkreten Interventionsansatz zur Förderung eines konstruktiven Umgangs mit Vielfalt und Gerechtigkeit vor.
- Analyse von Ausgrenzungsphänomenen im Studienalltag.
- Einführung des NCBI "Train-the-Trainers"-Modells zur Sensibilisierung.
- Förderung von Selbst- und Sozialkompetenzen im Hinblick auf die Berufsethik.
- Strukturelle Verankerung von Integrationsmaßnahmen im Lehrplan.
- Reflexion des professionellen Selbstverständnisses angehender SozialarbeiterInnen.
Auszug aus dem Buch
1 Projektbegründung
Es kommt zu verschiedenen Formen von Diskriminierung an der Hochschule für Soziale Arbeit Standort Olten. Die Soziale Arbeit als Beruf und Wissenschaft hat zum grossen Ziel die Herstellung von sozialer GERECHTIGKEIT und Aufbewahrung der Menschenwürde. Professionellen der Sozialen Arbeit treten täglich in Kontakt mit Menschen, die Hilfe brauchen um die eigene Bedürfnisse sei es als Individuum resp. Privatperson, die zu einer gerechten Teilhabe an der Machtstrukturen der Gesellschaft ermöglichen sollen. Diese Personen bzw. AdressatInnen kommen aus aller Welt, haben unterschiedliche Hautfarben, unterschiedliche psychische Verfassung und unterschiedliche Lebensgeschichte sowie Lebensperspektive. Unser Job als Professionelle der Soziale Arbeit ist sie zu unterstützen insofern, dass die Hilfe zur Selbsthilfe gefördert wird.
In diesem Sinne müssen Ausübende Professionelle ein besonderes Sensorium im Sinne der Deutungsmuster, die mit persönlichen Weltbildern in Verbindung sind und die Problemlage der AdressatInnen mit der Brille des Professionellen unter Berücksichtigung des Berufskodex, der geltenden Rechtsgrundlagen (Siehe Doppeltes Mandat Sozialer Arbeit), der Berufsethik sowie der Arbeitsbündnis mit AdressatInnen (Siehe Kooproduktion als Grundlage professionellen Handelns) besitzen. Dazu braucht es nicht nur die persönliche Auseinandersetzung mit Literatur, sondern auch einen kollektiven Reflexionsprozess um den eigenen Blinden- Flecken (siehe Joharis Fenster) unter die Lupe zu nehmen z.B. durch Supervision.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Projektbegründung: Dieses Kapitel erläutert die Notwendigkeit des Vorhabens aufgrund bestehender Diskriminierungsproblematiken im Hochschulkontext und verknüpft diese mit dem professionellen Ethikverständnis der Sozialen Arbeit.
2 Projektbeschrieb: Hier werden die Grundzüge des vorgeschlagenen Interventionsmodells sowie die Inhalte und Zielsetzungen des „Train-the-Trainers“-Kurses von NCBI detailliert dargelegt.
3 Intendierte Wirkungen: Das Kapitel beschreibt die langfristige Vision eines inklusiven Lernumfelds und definiert konkrete Sollzustände, die durch die Projektumsetzung erreicht werden sollen.
4 Settings und Zielgruppen: Es wird der organisatorische Rahmen definiert, inklusive der notwendigen Vorstudien sowie der relevanten Stakeholder und Zielgruppen der Intervention.
5 Vorgehensweise: Dieses Kapitel begründet die Notwendigkeit einer Implementierung als Pflichtmodul und erläutert die gewählten Empowerment-Methoden zur Stärkung der interkulturellen Austauschbeziehungen.
6 Projektstruktur: Hier werden die organisatorische Verantwortung, die Vernetzung mit externen Fachstellen sowie die leitenden Instanzen des Vereins NCBI dargelegt.
7 Ressourcen: Abschließend werden die erforderlichen personellen Kapazitäten, der Zeitaufwand sowie die Kostenfaktoren für die Konzeptarbeit und die Workshop-Umsetzung kalkuliert.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Diskriminierung, Ausgrenzung, Integration, Vorurteilsabbau, Hochschulbildung, Berufsethik, Diversität, Interkulturelle Kompetenz, Empowerment, Gruppendynamik, NCBI, Professionalität, Rassismusprävention, Reflexion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik von Diskriminierung und Ausgrenzung unter Studierenden der Sozialen Arbeit und schlägt ein Konzept zur präventiven Sensibilisierung vor.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind Rassismus, Vorurteilsabbau, Diversität, professionelle Ethik in der Sozialen Arbeit und die Dynamik von Gruppenprozessen im Studium.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Implementierung eines Trainingsprogramms („Train-the-Trainers“), um Studierende zu befähigen, diskriminierende Strukturen zu erkennen und einen professionellen, gerechten Umgang im Studienalltag zu etablieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden qualitative Analysen des Lernumfelds herangezogen und als methodischer Interventionsansatz das international erprobte NCBI-Modell zur Gewaltprävention und Konfliktlösung genutzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Projektbegründung, die detaillierte Projektbeschreibung, die Definition intendierter Wirkungen, die Festlegung von Settings sowie die operative Vorgehensweise und Ressourcenplanung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind insbesondere Soziale Arbeit, Diskriminierung, Integration, Vorurteilsabbau, Berufsethik und Diversität.
Welche Rolle spielt das NCBI-Modell in diesem Konzept?
Das NCBI-Modell dient als bewährtes Instrument zur Schaffung einer sicheren Atmosphäre, in der persönliche Vorurteile reflektiert und in handlungsorientierte Konfliktlösungsstrategien umgewandelt werden können.
Warum wird eine Implementierung als Pflichtfach gefordert?
Die Autorin argumentiert, dass aufgrund der kontroversen Natur des Themas und der geringen freiwilligen Beteiligung eine verbindliche Verankerung im Curriculum notwendig ist, um eine wirksame Sensibilisierung aller Studierenden zu gewährleisten.
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- Domingas Schaffner-Neves Cangunga (Author), 2014, Die Fremde bei uns! Professionalität und professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit (Diskriminierung), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269514