Die vorliegende Arbeit ergründet ausgehend von der Person Theodore Roosevelts, dem späteren Präsidenten der Vereinigten Staaten und seiner, Rough Riders genannten, First Volunteer Cavalry in ihrer legendär gefochtenen Schlacht am San Juan Hügel, die Auffassung von Männlichkeit in jener Zeit. Dazu wird in drei Schritten vorgegangen. Der erste Teil wird sich einer historischen Grundlegung widmen, die erstens den Ablauf und die Bedeutung des Spanisch-Amerikanischen Krieges von 1898 beleuchtet und anschließend einen kleinen Überblick über das Leben von Theodore Roosevelt geben wird, dessen Spitzname Teddy als Symbol für die künstliche Projektion eines natürlichen animalischen Männlichkeitsideal steht. Darauf aufbauend wird der zweite Teil unter Verwendung von Briefen TRs, welche seine Sicht auf die Schlacht am San Juan Hügel und die darin involvierten Personen widergeben; die Perspektive auf die Männlichkeitsvorstellung der Epoche situativ und lokal begrenzt analysiert werden. Der konkludierende dritte Abschnitt wird die Analyse insbesondere auf die Person Theodore Roosevelt zuspitzen und dessen Männlichkeitsvorstellung für die US-Gesellschaft generell näher betrachten.
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
I. HISTORISCHE GRUNDLEGUNG
I.1 DER SPANISCH-AMERIKANISCHE KRIEG VON 1898
I.2 THEODORE ROOSEVELT – ABRISS EINES LEBENS
II. DIE SCHLACHT AM SAN JUAN UND DAS AMERIKANISCHE MÄNNLICHKEITSBILD
II.1 ROUGH RIDERS, FELDZUG VON SANTIAGO, SCHLACHT AM SAN JUAN
II.2 ZEUGNISSE THEODORE ROOSEVELTS ÜBER DIE SCHLACHT AM SAN JUAN
II.3.TH. ROOSEVELT, ROUGH RIDERS UND DIE ROLLE DER MÄNNLICHKEIT IM IMPERIALEN KRIEG
III. THEODORE ROOSEVELT’S VORSTELLUNG VON DER AMERICAN MASCULINITY
ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Interdependenz zwischen dem aufkommenden US-Imperialismus um 1900 und dem zeitgenössischen Konstrukt einer „American Masculinity“. Anhand der Person Theodore Roosevelts und seines Regiments, der Rough Riders, wird analysiert, wie militärische Expansion als notwendiges Ventil diente, um eine durch soziale Umwälzungen als gefährdet empfundene hegemoniale Männlichkeit zu stählen und zu bewahren.
- Wandel der Männlichkeitsvorstellungen an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert
- Die Rolle von Theodore Roosevelt und den Rough Riders im Spanisch-Amerikanischen Krieg
- Das Konzept des „strenuous life“ als Antwort auf gesellschaftliche Degenerationsängste
- Die Verknüpfung von Frontier-Mythos, Sozialdarwinismus und imperialer Politik
- Die Instrumentalisierung von Männlichkeitsidealen zur Zivilisierungsmission
Auszug aus dem Buch
II.2 Zeugnisse Theodore Roosevelts über die Schlacht am San Juan
Die erste schriftliche Reaktion TR auf die Geschehnisse am San Juan Hügel gab er in einem Brief an seinen Republikanischen Weggefährten aus seinen New Yorker Staatsparlamentstagen und engen persönlichen Freund Henry Cabot Lodge, geschrieben am 03. Juli 1898:
„[…] I commanded my regiment, I think I may say, with honor. We lost a quarter of our men. For three days I have been at the extreme front of the firing line; how I have escaped I know not; I have not blanket or coat; I have not taken of my shoes even; I sleep in the drenching rain, and drink putrid water. […]”
Was aus diesem Auszug klar wird ist nicht nur die Unbequemlichkeit eines Krieges, die für jemanden mit Herkunft aus einer gutsituierten bürgerlichen Oberschichtfamilie New Yorks äußerst gewöhnungsbedürftig war, sondern für unser Thema von größerer Relevanz die Einschätzung der eigenen Leistung während des Kampfes, die TR ehrenhaft erbracht ansah. Nochmal zur Erinnerung. Die Rough Riders führten unter seinem Kommando den Angriff auf Kettle Hill. Somit war es auch das erste Mal, dass er seine eigenen Führungsqualitäten in der Schlacht aufzeigen konnte, da mit Übernahme einer anderen Brigade durch Leonard Wood TR sagen konnte: „[…] to my intense delight I got my regiment […]“.
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Die Einleitung verortet das Thema im Kontext der gesellschaftlichen Umbrüche an der Wende zum 20. Jahrhundert und führt in die Fragestellung zur Konstruktion von Männlichkeit ein.
I. HISTORISCHE GRUNDLEGUNG: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über den Verlauf des Spanisch-Amerikanischen Krieges von 1898 sowie einen biographischen Abriss von Theodore Roosevelt.
II. DIE SCHLACHT AM SAN JUAN UND DAS AMERIKANISCHE MÄNNLICHKEITSBILD: Hier werden die militärischen Ereignisse analysiert und anhand von Roosevelts Korrespondenz die Wahrnehmung von Männlichkeit im imperialen Kontext untersucht.
III. THEODORE ROOSEVELT’S VORSTELLUNG VON DER AMERICAN MASCULINITY: Dieses Kapitel vertieft das Konzept des „strenuous life“ und erläutert Roosevelts politische Umsetzung dieser Ideale.
ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Die Arbeit resümiert die Wechselwirkung zwischen dem Imperialismus als Paradigma und dem Wandel des Geschlechterverhältnisses.
Schlüsselwörter
Theodore Roosevelt, Rough Riders, American Masculinity, Spanisch-Amerikanischer Krieg, Imperialismus, Frontier-Mythos, Strenuous Life, Sozialdarwinismus, San Juan Hügel, Männlichkeit, Geschlechterverhältnis, Nationalismus, Zivilisierungsmission, 1898.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Verbindung zwischen dem US-amerikanischen Imperialismus um die Jahrhundertwende und dem zeitgenössischen Ideal der Männlichkeit („American Masculinity“).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der gesellschaftlichen Transformation um 1900, der Rolle von Theodore Roosevelt als Symbolfigur und dem Konzept des „strenuous life“.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu ergründen, wie militärische Expansion und imperiale Kriege dazu genutzt wurden, eine vermeintlich gefährdete Männlichkeit der Mittelschicht zu revitalisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse historischer Primärquellen, insbesondere Briefen Theodore Roosevelts, im Kontext der fachwissenschaftlichen Literatur zu Männlichkeitsgeschichte und Imperialismus.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Grundlegung, die Analyse der Schlacht am San Juan anhand von Roosevelts Berichten und die Untersuchung seiner persönlichen Männlichkeitsvorstellung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind „strenuous life“, „Rough Riders“, Imperialismus, „Frontier“ und die Konstruktion maskuliner Identität um 1900.
Wie prägte die Kindheit Theodore Roosevelts seine spätere Ideologie?
Durch seine asthmageprägte und „schwächliche“ Kindheit entwickelte Roosevelt eine Kompensation durch körperliches Training und Sport, was später in die Philosophie des „strenuous life“ mündete.
Welche Rolle spielten die „Rough Riders“ für das Selbstbild Roosevelts?
Sie dienten als Projektionsfläche für eine neue, aristokratisch-agrarische Verbrüderung an der „Frontier“ Kubas, in der sich Roosevelt als tatkräftiger, heldenhafter Anführer beweisen konnte.
Inwiefern beeinflusste Roosevelts Männlichkeitsideal seine Außenpolitik?
Er betrachtete den Imperialismus als notwendigen Kampf für die Zivilisation, bei dem die „stärksten Männer“ gefordert waren, um die Nation durch „strenuous life“ und imperiales Handeln zu festigen.
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- B.A. Erik Weihmann (Author), 2008, Theodore Roosevelt und das Männlichkeitsbild im spanisch-amerikanischen Krieg von 1898, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269541