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Blockaden als Protestform

Einsatz von Blockaden durch die Umweltorganisation Greenpeace

Title: Blockaden als Protestform

Essay , 2014 , 8 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Linda Wisniewska (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Das vorliegende Essay bezieht sich auf das Werk „Blockade. A Guide to non-violent Intervention“ von Richard K. Taylor. Der Autor thematisiert politische Aktivisten, die mit einer Flotte von Booten gewaltfrei Frachter blockieren wollten. Hintergrund dieser Aktion war, dass sich Bengalien, das sich auf dem Staatsgebiet Pakistans befand, 1971 für unabhängig erklärte. Pakistan lehnte die Unabhängigkeit Bengaliens, dem späteren Bangladesch, ab und wurde hierbei von den USA unterstützt. Pakistanische Frachter luden an amerikanischen Häfen Waffen, um die Unabhängig-keitsbestrebungen Bengaliens militärisch zu bekämpfen. Dies stieß bei amerikanischen politischen Aktivisten auf Ablehnung, die in verschiedene Protestformen mündete. Die Aktivisten versuchten, die pakistanischen Frachter zu behindern bzw. zu blockieren, was keinen nennenswerten Erfolg brachte, da die Frachter von amerikanischen Polizeibooten eskortiert wurden. Gleichsam konnten die Aktivisten durch die Aktion öffentliche Aufmerksamkeit erregen, um so politischen Druck entfalten zu können.
Es stellt sich die Frage, wie die Protestform der Blockade, die vor allem für die Umweltschutzorganisation Greenpeace kennzeichnend ist, zu bewerten ist. Dabei steht im Mittelpunkt, ob die Blockade eine legitime, wenngleich häufig illegale Protestform darstellt oder ob sie als gewalthaltige und somit auch illegitime Protestart eingeordnet werden muss. Auch wenn keine objektive Bewertung möglich ist, gilt es, verschiedene Sichtweisen bzw. Argumentationsmuster aufzuzeigen und zu diskutieren. In diesem Kontext ist auch relevant, welcher Kategorie von Protestform Blockaden zugeordnet werden können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Blockaden von Greenpeace

2. Einordnung von Blockaden in die Protestformen

3. Rechtliche Rahmenbedingung von Blockaden

4. Öffentliche Wahrnehmung von Blockaden

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Das Essay untersucht die Protestform der Blockade in Deutschland mit einem besonderen Fokus auf die Praktiken der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Das primäre Ziel ist es, die Legitimität dieser häufig illegalen, aber gewaltfreien Protestmethode im Spannungsfeld zwischen zivilem Ungehorsam und strafrechtlicher Relevanz zu analysieren und gesellschaftlich einzuordnen.

  • Historische Entwicklung und Einordnung von Blockaden als Protestform
  • Rechtliche Bewertung von Blockaden in Deutschland (StGB und Brokdorf-Urteil)
  • Die Rolle von Greenpeace als kampagnengeleitete Organisation
  • Gesellschaftliche Akzeptanz und Wahrnehmung von Blockaden
  • Verantwortungsbewusstsein und Strategien der Gewaltlosigkeit

Auszug aus dem Buch

Einordnung von Blockaden in die Protestformen

Blockaden sind eine spezifische Protestform, die sich von anderen Protestarten unterscheidet. In analytischer Hinsicht lassen sich vier grundlegende Protestformen voneinander abgrenzen, nämliche appellative, demonstrative, konfrontative und gewaltförmige Proteste. Unter appellativen Protesten können vor allem Unterschriftensammlungen subsummiert werden, während sich demonstrative Proteste, auf Kundgebungen, Demonstrationen und Mahnwachsen beziehen. Zu den konfrontativen Protesten können Blockaden, Besetzungen, unangemeldete Demonstrationen sowie leichte Sachbeschädigungen wie Graffiti oder Farbbeutelwürfe gezählt werden. In die Kategorie der gewaltförmigen Proteste können schwere Formen der Sachbeschädigung (Brand- und Sprengstoffanschläge etc.) sowie Angriffe auf Personen eingeordnet werden.

In den letzten 3-4Jahrzehnten kam es in Deutschland zu einem Anstieg an konfrontativen und gewaltförmigen Protesten. Dies lässt sich folgendermaßen erklären: „Wenn moderate Proteste zum Standardrepertoire gehören und nicht mehr so stark als Ausdruck von Konflikten verstanden werden, scheinen konfrontative Formen eher geeignet, Aufmerksamkeit zu erzeugen“5. Grundsätzlich ist die Nutzung der verschiedenen Protestformen in hohem Maße durch historische Erfahrungen geprägt, was schließlich zur Ausbildung von länderspezifischen Aktionsrepertoires führt. Während im konsensorientierten und föderalen Politiksystem der Schweiz eher ein moderates Aktionsrepertoire eingesetzt wird, werden in zentralistischen Regimen, wie beispielsweise in Frankreich, verstärkt konfrontative Protestformen herangezogen. Trotz der Zunahme konfrontativer Protestformen gibt es in Deutschland – im Vergleich zu anderen europäischen Staaten – ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den verschiedenen Protestformen.6

Auch der Protestforscher Dieter Rucht erkennt in Deutschland einen Trend zur Blockade, was vor allem darauf zurückzuführen sei, dass sich viele bürgerlich Orientierte heutzutage Dinge getrauen, die sie vor zehn Jahren noch nicht gewagt hätten. Es wäre vor allem in bürgerlichen Kreisen eine Tendenz zur Aufmüpfigkeit erkennbar. Der neue Widerstand aus der Mitte der Gesellschaft speist sich dabei nicht aus seiner Radikalität, sondern aus der Kraft der Masse. Der zivile Ungehorsam im Allgemeinen und die Blockaden im Besonderen arbeiten häufig nicht mehr gegen das Gesetz, sondern vielmehr mit dem Gesetz.7

Zusammenfassung der Kapitel

Blockaden von Greenpeace: Der Einstieg beleuchtet die historische Entwicklung von Blockaden am Beispiel von Greenpeace, von der ersten Aktion in Nordenham 1980 bis hin zu modernen Protesten gegen Ölbohrungen.

Einordnung von Blockaden in die Protestformen: Dieses Kapitel differenziert zwischen verschiedenen Protestarten und zeigt auf, dass Blockaden als konfrontative, aber meist gewaltfreie Methoden in Deutschland zunehmend an gesellschaftlicher Akzeptanz gewinnen.

Rechtliche Rahmenbedingung von Blockaden: Der Abschnitt erläutert die juristische Einordnung von Blockaden unter dem Aspekt des § 240 StGB und hebt die Bedeutung des Brokdorf-Urteils für die Anerkennung als Form zivilen Ungehorsams hervor.

Öffentliche Wahrnehmung von Blockaden: Hier wird untersucht, wie die Bevölkerung Blockaden bewertet und welche Faktoren – wie prominente Unterstützung und das Bekenntnis zu Gewaltlosigkeit – zur Legitimität dieser Aktionen beitragen.

Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass Blockaden als gut organisierte, konfrontative Protestform dienen, die bei Gewaltfreiheit demokratische Prozesse bereichern kann, indem sie unterrepräsentierten Anliegen Gehör verschafft.

Schlüsselwörter

Blockade, Greenpeace, ziviler Ungehorsam, Protestform, konfrontativer Protest, Nötigung, Brokdorf-Urteil, Gewaltlosigkeit, politische Aktivisten, Umweltaktivismus, gesellschaftliche Akzeptanz, Aktionsrepertoire, Rechtswidrigkeit, politische Partizipation, Demonstrationsrecht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Protestform der Blockade, ihre rechtliche Einordnung in Deutschland sowie ihre gesellschaftliche Bedeutung und Legitimität im Kontext des zivilen Ungehorsams.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Proteststrategien von Greenpeace, die juristische Debatte um Nötigung und Gewalt sowie die soziologische Einordnung von Protestrepertoires.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es wird untersucht, ob Blockaden als legitime, wenn auch häufig illegale Protestform eingestuft werden können oder als gewalthaltige, illegitime Störung der öffentlichen Ordnung gelten müssen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Fallbeispielen und rechtlichen Urteilen, um verschiedene Argumentationsmuster zu Blockaden aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Darstellung, die typologische Einordnung, die rechtliche Analyse der strafrechtlichen Rahmenbedingungen und die Untersuchung der öffentlichen Wahrnehmung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Blockade, ziviler Ungehorsam, Gewaltfreiheit, Greenpeace und die rechtliche Definition von Nötigung.

Welchen Einfluss hatte das Brokdorf-Urteil auf die Bewertung von Blockaden?

Das Urteil führte dazu, dass Sitzblockaden nicht mehr pauschal als physische Gewalt, sondern primär als psychische Gewalt gewertet werden, was sie rechtlich als Form des politischen Protests zugänglicher machte.

Warum gelten Greenpeace-Blockaden trotz Gesetzesverstößen als organisiert?

Greenpeace-Aktionen werden durch Trainings und ein starkes Bekenntnis zur Gewaltfreiheit sowie eine hohe Visibilität und Professionalität inszeniert, was die Akzeptanz in der Bevölkerung erhöht.

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Details

Title
Blockaden als Protestform
Subtitle
Einsatz von Blockaden durch die Umweltorganisation Greenpeace
College
University of Heidelberg
Grade
1,0
Author
Linda Wisniewska (Author)
Publication Year
2014
Pages
8
Catalog Number
V269599
ISBN (eBook)
9783656607298
ISBN (Book)
9783656607267
Language
German
Tags
blockaden protestform einsatz umweltorganisation greenpeace
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Linda Wisniewska (Author), 2014, Blockaden als Protestform, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269599
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