In der vorliegenden Arbeit wird ein Vergleich zwischen der Narration in klassischen Hollywoodfilmen und der Narration in New-Hollywood-Filmen vorgenommen.
Gegen Ende der 1960er bis Mitte der 1970er Jahre entstand in den USA unter dem Eindruck filmökonomischer und gesellschaftspolitischer Prozesse ein „neues“ Kino, das sich in zahlreichen Merkmalen vom klassischen Hollywoodkino unterschied. Die-ses als „New Hollywood“ titulierte Kino wurde unter anderem durch Regisseure wird Robert Altman, Martin Scorsese, Francis Ford Coppola, Sydney Pollack oder John Cassavetes geprägt. Die New-Hollywood-Filme unterschieden sich in zahlreichen Aspekten von den klassischen Hollywoodfilmen. Beispielsweise wurden in den New-Hollywood-Filmen andere Thematiken aufgegriffen, die zeitgenössischer, aktueller und realitätsbezogener erschienen sowie auf ein jüngeres Publikum ausgerichtet wa-ren. Dies kann vor allem auf gesellschaftspolitische Umbrüche in dieser Zeit sowie auf filmökonomische Entwicklungen (Niedergang der amerikanischen Studio-Filmindustrie, Konkurrenz durch das Medium Fernsehen etc.) zurückgeführt werden.
Auch wenn das Innovationspotenzial von New Hollywood kaum angezweifelt wird, ist verhältnismäßig umstritten, in welchem Maße die Filme zu Zeiten der New-Hollywood-Ära Veränderungen in der Narration vornahmen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Definition Narration
3. Vergleich der Narration von Hollywood- und New-Hollywood-Filmen
3.1 Klassische Hollywoodfilme
3.1.1 Erzählstruktur im klassischen Hollywood
3.1.2 Figurenkonstellationen
3.1.3 Kameraführung, Schnitt und Szenenausstattung
3.2 New Hollywood
3.2.1 Erzählstruktur im New Hollywood
3.2.2 Figurenkonstellationen
3.2.3 Kameraführung, Schnitt und Szenenausstattung
3.3 Bewertung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Narration
4. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die narrativen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem klassischen Hollywoodkino und der Ära des New Hollywood zu untersuchen und zu bewerten, inwieweit sich die Erzählweisen durch gesellschaftspolitische und filmökonomische Prozesse gewandelt haben.
- Erzählstruktur und dramaturgische Schemata im Vergleich
- Figurenkonstellationen und die Rolle des Antihelden
- Filmische Gestaltungsmittel (Kameraführung, Schnitt, Montage)
- Der Einfluss gesellschaftlicher Umbrüche auf das Filmerzählen
- Kritische Analyse der Genrekonventionen und des "Genre Bender"
Auszug aus dem Buch
3.1.3 Kameraführung, Schnitt und Szenenausstattung
Die Montage, also die Verbindung verschiedener Einstellungen bzw. die organisierende Kraft des im Film Erzählten, ist in klassischen Hollywoodfilmen durch den sogenannten unsichtbaren Schnitt gekennzeichnet. Bei dieser Montageform werden – unter der Verwendung wiedererkennbarer Gestaltungsmuster – die Sachverhalte schnell auf den Punkt gebracht. Der Schnitt soll von den Rezipienten nicht bewusst wahrgenommen werden. Es wird versucht, die Illusion des ununterbrochenen Geschehensflusses herzustellen, so dass für den Zuschauer der Eindruck des „Dabeiseins“ entsteht bzw. er die Fiktionalität des Rezipierten vergisst oder ausblendet. Alle Brüche und Irritation würden ihm permanent vor Augen führen, dass er aus der Distanz einen Film sieht. Der unsichtbare Schnitt mit seinen sanften Übergängen lässt ihn diesen Rezeptionsvorgang vergessen und zu einem Bestandteil, einer Figur im Filmgeschehen werden.
Aus diesem Grund wird bei dieser Montageform darauf geachtet, Irritationen beim Anschluss zu vermeiden, beispielsweise durch Verreißen der Kamera, Achsensprung oder nicht inhaltlich motivierten Bewegungswechseln. Die Figuren dürfen nicht seitlich aus dem Bild treten, sondern müssen in der Bildmitte verbleiben oder durch räumliche Gegebenheiten (z.B. Türe) die Szenerie verlassen. Ferner soll die Begrenztheit des Bildausschnitts so wenig wie möglich bewusst gemacht werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein und erläutert den Aufbau sowie das Vorgehen bei der narrativen Untersuchung der beiden Filmepochen.
2. Definition Narration: Hier wird der Begriff der Narration theoretisch als Verkettung kausaler Ereignisse definiert und zwischen mimetischer sowie diegetischer Erzählweise unterschieden.
3. Vergleich der Narration von Hollywood- und New-Hollywood-Filmen: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert Erzählstrukturen, Figuren und ästhetische Gestaltungsmittel beider Epochen und bewertet deren strukturelle Unterschiede.
4. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, wie das New Hollywood durch den Bruch mit klassischen Mustern neue Möglichkeiten für das filmische Erzählen schuf.
Schlüsselwörter
Narration, Klassisches Hollywood, New Hollywood, Erzählstruktur, Figurenkonstellation, Montage, unsichtbarer Schnitt, Antiheld, Drei-Akt-Schema, episodische Erzählweise, Regie, Filmgeschichte, Kausalität, Genre, Filmästhetik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Wandel narrativer Erzählweisen im amerikanischen Film, konkret beim Übergang vom klassischen Hollywoodkino zum New Hollywood der 1960er und 70er Jahre.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Untersuchung von Erzählstrukturen, die Darstellung von Charakteren und die filmischen Gestaltungsmittel wie Kamera und Schnitt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie und in welchem Maße die Filme des New Hollywood die tradierten Erzählmuster der klassischen Hollywood-Ära bewusst unterlaufen oder verändert haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der sowohl theoretische filmwissenschaftliche Ansätze (wie die von David Bordwell) als auch exemplarische Filmanalysen herangezogen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Erzählstruktur, der Figurenkonstellationen und der filmischen Montage in beiden Epochen, gefolgt von einer bewertenden Gegenüberstellung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Narration, episodische Erzählweise, Antiheld, Montage, klassisches Hollywood und der ästhetische Bruch durch das New Hollywood.
Wie unterscheidet sich die Erzählstruktur des New Hollywood von der des klassischen Kinos?
Während das klassische Kino meist einem linearen Drei-Akt-Schema folgt, zeichnet sich das New Hollywood durch eine episodische, oft nicht-lineare Erzählweise und offene Enden aus.
Welche Rolle spielt der sogenannte "unsichtbare Schnitt" im klassischen Hollywood?
Der unsichtbare Schnitt soll die Montage für das Publikum unbemerkt lassen, um die Illusion eines kontinuierlichen, realistischen Geschehensflusses zu erzeugen.
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- Diplom-Soziologe / PR-Berater (DPRG) Tilmann Wörner (Author), 2013, Vergleich der Filme des New Hollywood zu klassischen Hollywood-Filmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269611