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Spielfilme als Mittel der Propaganda im 3. Reich

Title: Spielfilme als Mittel der Propaganda im 3. Reich

Term Paper , 2014 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Diplom-Soziologe / PR-Berater (DPRG) Tilmann Wörner (Author)

Communications - Media History
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Mit der Ernennung von Adolf Hitler zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 begann die NSDAP mit der Durchsetzung ihrer menschenverachtenden Ideologie. Staatliche Eingriffe in sämtliche Lebensbereiche waren unaufhaltsam und wurden durch die NSDAO unmittelbar nach der Machtübernahme in systematischer Weise durchgeführt. Das Medium Film wurde im Dritten Reich (1933 bis 1945) als wirksamstes Instrument der Massenkommunikation angesehen und zu Propagandazwecken missbraucht, um systemkonforme Inhalte zu transportieren.
In der vorliegenden Arbeit werden zunächst die Maßnahmen dargestellt, mit denen das NS-Regime die Inhalte der Spielfilme kontrollierte und für ihre eigene Zwecke einsetzte. Im weiteren Verlauf wird verdeutlicht, wie eine sowohl versteckte als auch offene Manipulation der deutschen Bevölkerung überhaupt möglich war. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, aufzuzeigen, warum die Filmschaffenden des NS-Regime oftmals als Meister der Propaganda tituliert werden, obwohl so genannte aggressivpropagandistische Filme, also Filme mit direktem Bezug zum NS-Regime oder zur NS-Ideologie, lediglich ein Zehntel der insgesamt über 1000 Spielfilme ausmachten, die während der NS-Zeit in Deutschland hergestellt wurden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zentrale Merkmale der nationalsozialistischen Filmpolitik

2.1 Der Filmminister und das Propagandaministerium

2.2 Institutionen und Maßnahmen zur Filmkontrolle

2.2.1 Die Reichsfilmkammer

2.2.2 Filmzensur: Verbote und Prädikate

3. Ökonomische Steuerungsmechanismen

3.1 Die Filmkreditbank

3.2 Die Verstaatlichung der Filmunternehmen

4. Der NS-Film: Propagandastreifen vs. Unterhaltungskino

4.1 Politische und unpolitische Filme

4.2 Der aggressiv-propagandistische Film

4.3 Die Instrumentalisierung des Spielfilms zur Ideologieverbreitung

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die systematische Kontrolle und Nutzung des Mediums Film durch das nationalsozialistische Regime zwischen 1933 und 1945. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie es dem NS-Staat gelang, durch institutionelle, ökonomische und inhaltliche Steuerungsinstrumente eine umfassende Manipulation der Bevölkerung zu erreichen und den Spielfilm erfolgreich als Propagandainstrument zu etablieren.

  • Staatliche Kontrollinstanzen und filmpolitische Machtübernahme
  • Ökonomische Mechanismen wie die Gründung der Filmkreditbank
  • Prozess der sukzessiven Verstaatlichung der Filmwirtschaft
  • Unterscheidung zwischen offensichtlicher Propaganda und subtiler Indoktrination
  • Psychologische Wirkung von Unterhaltungsfilmen auf das Publikum

Auszug aus dem Buch

4.2 Der aggressiv-propagandistische Film

Generell handelte es sich bei den klassischen Propaganda-Streifen des NS-Regimes um Filme, die dazu verwendet wurden „das Führerprinzip, die Rassenlehre, den Kult der Volksgemeinschaft, den Mythos von Blut und Boden, spezifische Feindbilder und Themen wir Krieg und Nation populär zu machen und eindeutig zu besetzen.“ Als Beispiel hierfür dient die 1933 entstandene Martyrertrilogie: „SA-Mann Brand“, „Hans Westmar, einer untervielen“ und „Hitlerjunge Quex“.

Als der bekannteste Propaganda-Film des dritten Reichs ist der Parteitagsfilm „Triumph des Willens“ anzuführen, der 1934 von der Regisseurin Leni Riefenstahl realisiert wurde. Hitler wird in diesem Film als Führer inszeniert, dem das Volk zujubelt, das sich wiederum bedingungslos von ihm lenken lässt.“

Wie das „Führerprinzip“ des Nationalsozialismus gelebt werden sollte, wollte man dem Volk durch den Film „Der Herrscher“ (1937) von Veit Harlan beibringen. Der Konzernherr Clausen, der von Emil Jannings gespielt wurde, scheitert bei dem Versuch, den Verwaltungsrat und seine Familie davon zu überzeugen, dass es kein anderes Ziel gibt als der Volksgemeinschaft zu dienen. Er enterbt die raffgierige Familie und überträgt seinen Konzern dem Staat, genauer gesagt der Volksgemeinschaft.

Eine wichtige Aufgabe der NS-Propaganda im Film war die Aufrechterhaltung der Kampfbereitschaft und des Siegeswillens der deutschen Soldaten. Beispiele hierfür sind „Ein schöner Tag“, „Wunschkonzert“, die „Große Liebe“ und der überaus aufwendig gedrehte und kostspielige Durchhaltefilm „Kolberg“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Machtübernahme der NSDAP ab 1933 und die Instrumentalisierung des Films als wirksames Mittel zur Massenkommunikation und Indoktrination.

2. Zentrale Merkmale der nationalsozialistischen Filmpolitik: Es werden die staatlichen Kontrollinstrumente und die Rolle des Propagandaministeriums unter Joseph Goebbels analysiert, die zur vollständigen Gleichschaltung des Filmwesens führten.

3. Ökonomische Steuerungsmechanismen: Das Kapitel erläutert die ökonomischen Eingriffe des NS-Regimes, insbesondere durch die Filmkreditbank und die schrittweise Verstaatlichung der Produktionskonzerne, um die Branche finanziell und inhaltlich zu steuern.

4. Der NS-Film: Propagandastreifen vs. Unterhaltungskino: Die Arbeit differenziert hier zwischen expliziter, politischer Propaganda und subtilerer Indoktrination in Unterhaltungsfilmen, um das Publikum gezielt zu beeinflussen.

5. Resümee: Die abschließende Zusammenfassung betont die untrennbare Verbindung von NS-Filmpolitik und Goebbels' Propagandaapparat sowie die Bedeutung der kritischen Auseinandersetzung mit diesen Werken heute.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Film, Propaganda, Joseph Goebbels, Gleichschaltung, Reichsfilmkammer, Filmkreditbank, Verstaatlichung, Zensur, Ideologie, Unterhaltungskino, Massenmedium, Indoktrination, Volksgemeinschaft, Filmzensur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie das nationalsozialistische Regime den Film als machtvolles Instrument zur Massenmanipulation und Verbreitung seiner Ideologie zwischen 1933 und 1945 einsetzte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit behandelt die staatliche Kontrolle durch Institutionen, die ökonomische Steuerung der Filmbranche sowie die inhaltliche Manipulation durch Propaganda und Unterhaltungsformate.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, warum die Filmschaffenden der NS-Zeit als Propagandameister gelten konnten, obwohl nur ein geringer Teil der Filme einen direkten Bezug zur NS-Ideologie aufwies.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor führt eine fundierte Analyse der filmpolitischen Machtübernahme, der Gesetzgebung sowie der Rezeptionsgeschichte von NS-Filmen durch, gestützt auf historische Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung staatlicher Kontrollinstrumente, der wirtschaftlichen Abhängigkeit der Filmindustrie vom Staat und der psychologischen Strategien zur Indoktrination des Publikums.

Durch welche Begriffe lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Kernbegriffe sind NS-Filmpolitik, Propagandaministerium, Gleichschaltung, subtile Manipulation und die Transformation der Filmwirtschaft zum staatlich gelenkten Apparat.

Wie wurde die Filmindustrie in der NS-Zeit ökonomisch an das Regime gebunden?

Durch die Gründung der Filmkreditbank GmbH wurden Kredite an Bedingungen geknüpft, die eine inhaltliche Überprüfung der Drehbücher durch das Propagandaministerium zwingend voraussetzten.

Warum setzte das Regime neben politischer Propaganda auch verstärkt auf Unterhaltungsfilme?

Das Ziel war eine subtile, weniger abschreckende Beeinflussung der Massen. Unterhaltungsfilme sollten durch ihre emotionale Ansprache Unzufriedenheit bekämpfen und das Publikum zu einem gehorsamen und ideologisch konformen Verhalten erziehen.

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Details

Title
Spielfilme als Mittel der Propaganda im 3. Reich
College
University of Heidelberg
Grade
2,0
Author
Diplom-Soziologe / PR-Berater (DPRG) Tilmann Wörner (Author)
Publication Year
2014
Pages
19
Catalog Number
V269638
ISBN (eBook)
9783656607359
ISBN (Book)
9783656607342
Language
German
Tags
spielfilme mittel propaganda reich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Soziologe / PR-Berater (DPRG) Tilmann Wörner (Author), 2014, Spielfilme als Mittel der Propaganda im 3. Reich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269638
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