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Nietzsche und das Weib. Sein Frauenbild und die Beziehung zu den Frauen

Title: Nietzsche und das Weib. Sein Frauenbild und die Beziehung zu den Frauen

Seminar Paper , 2004 , 23 Pages , Grade: 2

Autor:in: Dipl. Inf. Sabine Augustin (Author)

Philosophy - Philosophy of the 19th Century
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Friedrich W. Nietzsche verwirrte wie kein anderer die Geister mit Widersprüchen und provozierte zum Um- und Neudenken. Mit seiner Philosophie hebt er sich von allem anderen bislang Dagewesenen ab. Er ist selbstkritisch und selbstironisch, was ihn so ungreifbar und darum auch umso unangreifbarer macht. Er ist wohl einer der umstrittensten und provokantesten Philosophen der jüngst vergangenen Jahrhunderte und versteht sich selbst als Vorreiter einer „Philosophie der Zukunft“. Trotz oder vielleicht auch gerade wegen der Widersprüchlichkeit in seinen Werken, konnte jeder sich genau die Passagen heraussuchen die ihm am besten zusagten, im positiven wie im negativen Sinn. Doch was beeinflusste Nietzsches Philosophie, machte ihn zu dem, der er war? Frauen spielten in seinem Leben zwar eine wenig entscheidende Rolle, doch nicht zuletzt sie beeinflussten seine Gedanken maßgeblich. Und auch er beeinflusste die Frauen seiner Zeit und machte sich Gedanken über sie und ihre Stellung in eben dieser Gesellschaft. Der zu dieser Zeit aufkommenden Emanzipation konnte Nietzsche nicht sehr viel abgewinnen. In seinem Frauenbild reflektiert sich zugleich sein Kultur- und Gesellschaftsbild. Man fragt sich, was Nietzsche wohl wirklich über die Frauen dachte. Verehrte er sie? Verachtete er sie? Beides zugleich? Es wird versucht, sein Frauenbild und die Beziehung zu den Frauen, die in seinem Leben eine Rolle spielten, zu erörtern. Dabei werden im ersten Abschnitt einige Frauen seiner Familie und aus seinem engsten Bekanntenkreis kurz umrissen. Lediglich die Affäre „Lou Salomé“ wird genauer ausgeführt, da sie maßgeblich an der Veränderung seines Gemütszustandes mit schuld war. Anschließend werden einige seiner Äußerungen zu den Themen Frau, Liebe und Freundschaft in seinen Werken dargestellt. In einer abschließenden Gesamtdarstellung wird seine Einstellung zu eben diesen Themen noch einmal näher untersucht. Der Begriff Frau ist bei Nietzsche schwer fassbar, und muss eigentlich immer in Zusammenhang mit seinen biographischen Hintergründen betrachtet werden, da seine persönlichen Erfahrungen und Ambitionen in die abstrakten Erörterungen seiner Werke mit eingeflossen sind. Er durchlitt die Zerrissenheit zwischen Leid und Leben-Wollen in existentieller Art und Weise. Seine Äußerungen über das weibliche Geschlecht sind erstaunlich differenziert. Das letzte Kapitel gibt die Meinungen einiger seiner Freunde sowie Psychoanalytiker über seine Sexualität wieder.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Nietzsche und die Frauen in seinem Leben

2.1 Franziska Nietzsche

2.2 Elisabeth Förster-Nietzsche

2.3 Cosima Wagner

2.4 Malwida von Meysenbug

2.5 Lou Andreas-Salomé

2.6 Meta von Salis

3. Der Begriff Frau in seinen Werken

3.1 Menschliches, Allzumenschliches

3.2 Also sprach Zarathustra

3.3 Jenseits von Gut und Böse

3.4 Ecce homo

4. Sein Frauenbild

4.1 Liebe

4.2 Freundschaft

5. Ansichten über seine Sexualität

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Frauenbild von Friedrich W. Nietzsche und setzt dieses in Bezug zu den prägenden weiblichen Figuren in seinem Leben. Ziel ist es, Nietzsches ambivalente und teilweise widersprüchliche Äußerungen über Frauen, Liebe und Ehe vor dem Hintergrund seiner persönlichen Biografie und seiner philosophischen Ambitionen kritisch zu erörtern.

  • Biografische Einflüsse durch prägende Frauen wie Franziska Nietzsche, Elisabeth Förster-Nietzsche und Lou Andreas-Salomé.
  • Analyse des Begriffs „Frau“ in zentralen Werken wie „Also sprach Zarathustra“ und „Jenseits von Gut und Böse“.
  • Untersuchung der Widersprüche zwischen Nietzsches gelebter Realität und seinen theoretischen Ausführungen.
  • Kritische Betrachtung von Nietzsches Konzepten zu Liebe, Freundschaft und der gesellschaftlichen Rolle der Frau.
  • Reflektion psychoanalytischer und zeitgenössischer Interpretationen bezüglich Nietzsches Sexualität.

Auszug aus dem Buch

2.5 Lou Andreas-Salomé (1861 – 1937)

Geboren im Jahre 1861 in St. Petersburg, entstammte Lou Salomé einer deutschbaltischen Adelsfamilie. Sie verlor sehr früh ihren Glauben an Gott, jedoch gibt es für sie ein höchstes Wesen als „ihr Symbol eines durch keine menschliche Beziehung erfüllbaren Begehrens“.

Von Beginn an ist Nietzsche von Lou Salomé begeistert, da er sich von ihr als bisher einziger Frau verstanden fühlt. Obwohl er aufgrund mehrerer Fehlschläge eigentlich keine Schüler mehr nehmen wollte, wird sie seine Gehilfin.

Sie war wohl die erste und einzige Frau in Nietzsches Leben, mit der ihn mehr verband als nur Freundschaft. Sie ist für ihn ein „wahrer Glücksfund“, wie er im Oktober 1982 an Overbeck schreibt. Er empfindet ein Gefühl seelischer Zusammengehörigkeit.

Allerdings war Lou im Umgang mit Männern eher kompliziert. Sie strebte immer wieder Dreiecksbeziehungen mit zwei Männern an. Im Sommer 1882 plante sie mit Paul Reé und Nietzsche eine Wohngemeinschaft zu gründen. Reé hatte Lou zuvor vergeblich einen Heiratsantrag gemacht und lud nun Nietzsche ein, der dritte im Bunde zu werden. Während Lous und Nietzsches gemeinsamer Tage in Tautenburg hielt Reé Lou an, ein Tagebuch zu führen. Aus diesem geht hervor, dass Lou und Nietzsche sehr gut harmonierten, was ihren geistigen Austausch betraf. Sexuelle Intentionen von Seiten Nietzsche gehen daraus allerdings nicht hervor. Allein die Tatsache, dass ein Tagebuch geführt wurde, macht Nietzsches Außenseiterrolle in dem Dreierbund deutlich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die widersprüchliche Natur von Nietzsches Philosophie und umreißt das Ziel, sein Frauenbild in Verbindung mit seinem Leben zu untersuchen.

2. Nietzsche und die Frauen in seinem Leben: Dieses Kapitel skizziert die Beziehungen zu den prägenden Frauen in Nietzsches Leben, insbesondere die tiefgreifende Wirkung der Affäre mit Lou Andreas-Salomé.

3. Der Begriff Frau in seinen Werken: Die Analyse untersucht Nietzsches theoretische Äußerungen zum weiblichen Geschlecht in seinen bedeutendsten Schriften wie „Also sprach Zarathustra“ und „Jenseits von Gut und Böse“.

4. Sein Frauenbild: Hier werden Nietzsches konträre Ansichten zu Frauen, Liebe und Freundschaft zusammengeführt, um die Diskrepanz zwischen Theorie und Handeln aufzuzeigen.

5. Ansichten über seine Sexualität: Der abschließende Teil beleuchtet die Spekulationen und psychoanalytischen Deutungen über Nietzsches Liebesleben und Sexualität.

Schlüsselwörter

Nietzsche, Frauenbild, Philosophie, Lou Andreas-Salomé, Emanzipation, Geschlechterrollen, Wille zur Schwangerschaft, Liebe, Freundschaft, Psychoanalyse, Sexualität, Elisabeth Förster-Nietzsche, Also sprach Zarathustra, Jenseits von Gut und Böse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Frauenbild des Philosophen Friedrich W. Nietzsche und analysiert, wie sein persönliches Umfeld und seine Erfahrungen mit Frauen seine theoretischen Werke beeinflusst haben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die biografische Prägung durch Frauen in Nietzsches Leben, die philosophische Deutung des „Weiblichen“ in seinen Schriften sowie seine Ansichten zu Ehe, Liebe und Freundschaft.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, Nietzsches oft widersprüchliche und provokante Aussagen über Frauen kritisch zu hinterfragen und zu zeigen, dass sein Frauenbild eng mit seiner persönlichen psychischen und biografischen Situation verknüpft ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische und biografieorientierte Analyse, die Nietzsches Korrespondenzen und Hauptwerke mit wissenschaftlicher Literatur und psychoanalytischen Ansätzen abgleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine biografische Darstellung der wichtigsten Frauen in Nietzsches Umfeld, eine Analyse seiner Begriffe in verschiedenen Werken und eine abschließende Untersuchung seiner Theorien zu Liebe, Freundschaft und Sexualität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Nietzsche, Frauenbild, Emanzipation, Sexualität, psychoanalytische Interpretation und die philosophische Ambivalenz gegenüber geschlechtsspezifischen Rollen beschreiben.

Warum spielt die Affäre mit Lou Andreas-Salomé eine so zentrale Rolle?

Salomé wird als die einzige Frau beschrieben, mit der Nietzsche eine geistige Ebene der Nähe erreichte; ihr Bruch mit ihm gilt als Wendepunkt, der seine Haltung gegenüber Frauen nachhaltig negativ beeinflusste.

Wie bewertet die Arbeit Nietzsches berüchtigte Peitschen-Sentenz?

Die Arbeit interpretiert diesen Ausspruch als ironisch-doppelbödig und verweist darauf, dass er sowohl als Warnung als auch als Ausdruck von Nietzsches eigenen Kindheitskonflikten und seiner problematischen Sicht auf das „Weibliche“ verstanden werden kann.

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Details

Title
Nietzsche und das Weib. Sein Frauenbild und die Beziehung zu den Frauen
College
University of Passau  (Lehrstuhl für Philosophie)
Course
Proseminar: Nietzsche - Jenseits von Gut und Böse
Grade
2
Author
Dipl. Inf. Sabine Augustin (Author)
Publication Year
2004
Pages
23
Catalog Number
V26964
ISBN (eBook)
9783638291422
ISBN (Book)
9783638692069
Language
German
Tags
Nietzsche Weib Frauenbild Beziehung Frauen Proseminar Jenseits Böse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Inf. Sabine Augustin (Author), 2004, Nietzsche und das Weib. Sein Frauenbild und die Beziehung zu den Frauen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26964
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