Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Literaturwissenschaft - Moderne Literatur

Der Liebesdiskurs in der Literatur der Wiener Moderne

Eine vergleichende Textanalyse am Beispiel von Arthur Schnitzlers Prosawerken "Frau Berta Garlan" und "Fräulein Else"

Titel: Der Liebesdiskurs in der Literatur der Wiener Moderne

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2014 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Dr. Anne Meinberg (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Moderne Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit der Erzählung „Frau Berta Garlan“ (1900) und der Novelle „Fräulein Else“ (1924) werden zwei Prosawerke Schnitzlers analysiert, die in bezeichnender Weise typische Diskurse der Wiener Moderne widerspiegeln: Subjektivismus und Krisis der Identität, Liebesdiskurs und Rollenverständnis der Frau. Trotz der Unterschiede zwischen den beiden Frauenfiguren stehen diese paradigmatisch für die gesellschaftliche Situation der Frau an der Wende zum 20. Jahrhundert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Frau Berta Garlan (1900)

Fräulein Else (1924)

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Darstellung von Identitätskrisen, Liebesdiskursen und gesellschaftlichen Rollenbildern der Frau in Arthur Schnitzlers Prosawerken "Frau Berta Garlan" und "Fräulein Else" vor dem Hintergrund der Wiener Moderne.

  • Analyse des Liebesdiskurses und der weiblichen Identitätsentwicklung
  • Untersuchung der gesellschaftskritischen Aspekte im Kontext der Wiener Moderne
  • Gegenüberstellung von psychologischer Motivik und literarischer Erzähltechnik
  • Einfluss von zeitgenössischen Strömungen wie Psychoanalyse und Erkenntnistheorie auf Schnitzlers Werk

Auszug aus dem Buch

Fräulein Else (1924)

Abgesehen von der zeitlichen Entfernung, die zwischen der Entstehung der beiden Werke liegt, verrät bereits der Titel der Novelle eine entscheidende Differenz zur vorhergehenden Erzählung: Else ist noch Jungfrau und steht an der Schwelle zum Frausein. Sie entstammt einer angesehenen großbürgerlichen Familie. Doch die Brüchigkeit ihres Elternhauses wird gleich zu Anfang offenbar:

" Ach, ja, damals waren wir noch in besseren Verhältnissen" (S. 43)4.

In zerrissenen Seidenstrümpfen, die sie schamvoll unter ihrem Kleid versteckt, reiht sie sich ein unter die wohlhabenden Gäste des Hotels. Nur der Einladung einer reichen Tante hat sie es zu verdanken, dass sie ein paar Wochen Urlaub in einem vornehmen Hotel in Italien verbringen darf, offensichtlich vor dem Hintergrund, sie dort mit einem gut situierten Mann zu versorgen.

Auch in dieser Monolog-Novelle nimmt Schnitzler eine absolute Figuren-Perspektive ein. Dabei wird das innere Erleben seiner Figur in mehrfachen Ebenen dargestellt, die teils gleichzeitig, teil überschneidend ihren Bewusstseinsstrom assoziativ, ungefiltert und unmittelbar wiedergeben. Wechselnde Tempi stehen gleichrangig und ungeordnet nebeneinander und nehmen sowohl die real-fiktive Handlung (Präsens), Elses Wünsche, Träume, Sehnsüchte, Ängste (Futur) als auch ihre imaginierte Vergangenheit auf.

Zusammenfassung der Kapitel

Frau Berta Garlan (1900): Diese Analyse beleuchtet die Identitätskrise einer jungen Witwe in der Enge einer Kleinstadt und ihre desillusionierende Konfrontation mit verdrängten Wünschen durch die Begegnung mit ihrer Jugendliebe.

Fräulein Else (1924): Das Kapitel untersucht das Scheitern eines jungen Mädchens an einer heuchlerischen großbürgerlichen Moral und die Auflösung ihrer Identität im permanenten inneren Monolog unter dem Druck familiärer Erwartungen.

Schlüsselwörter

Wiener Moderne, Arthur Schnitzler, Frau Berta Garlan, Fräulein Else, Identitätskrise, Liebesdiskurs, Innerer Monolog, Subjektivismus, Gesellschaftskritik, psycho-physischer Monismus, Rollenverständnis, Sexualmoral, Großbürgertum, Bewusstseinsstrom, Entfremdung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie Arthur Schnitzler in zwei zentralen Prosawerken die psychologische Befindlichkeit und das Rollenbild von Frauen im Kontext der Wiener Moderne darstellt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Identitätskrisen der Protagonistinnen, die rigide Sexualmoral ihrer Zeit sowie die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Konventionen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, wie Schnitzler die Themen seiner Zeit ästhetisch bearbeitet, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede die Schicksale seiner Figuren aufweisen und welche gesellschaftskritische Sicht der Autor impliziert.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer vergleichenden Textanalyse, wobei insbesondere die erzähltechnischen Mittel der erlebten Rede und des inneren Monologs als Instrumente zur Offenlegung subjektiver Wahrnehmung herangezogen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse von "Frau Berta Garlan" und "Fräulein Else", wobei sowohl die persönlichen Krisen der Frauen als auch die Einflüsse von psychoanalytischen und erkenntnistheoretischen Denkansätzen analysiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Besonders prägend sind die Begriffe Wiener Moderne, Identitätskrise, Subjektivismus, Innerer Monolog und gesellschaftskritische Rollenanalyse.

Wie unterscheidet sich Else in ihrer Selbstreflexion von Berta Garlan?

Während Berta Garlan eher eine "kernlose Identität" darstellt, die Normen unreflektiert übernimmt, ist Else deutlich intelligenter und selbstreflexiver, scheitert jedoch an der bewussten Wahrnehmung ihrer eigenen Ausweglosigkeit.

Welche Rolle spielen die Väterfiguren in beiden Erzählungen?

Die Väter oder männlichen Bezugspersonen repräsentieren oft die dekadente Fassade des Großbürgertums und fungieren in ihrer skrupellosen Instrumentalisierung der Frauen als Auslöser für deren psychischen Untergang.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Liebesdiskurs in der Literatur der Wiener Moderne
Untertitel
Eine vergleichende Textanalyse am Beispiel von Arthur Schnitzlers Prosawerken "Frau Berta Garlan" und "Fräulein Else"
Hochschule
Universität Bielefeld  (Literaturwissenschaft und Linguistik)
Veranstaltung
Examenskolloquium
Note
1,0
Autor
Dr. Anne Meinberg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
15
Katalognummer
V269712
ISBN (eBook)
9783656611653
ISBN (Buch)
9783656610519
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Liebesdiskurs Wiener Moderne Arthur Schnitzler Erzählungen Wiener Moderne Fin de Siècle Dekadenz-Literatur Rolle der Frau im ausgehenden 19. Jahrhundert
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr. Anne Meinberg (Autor:in), 2014, Der Liebesdiskurs in der Literatur der Wiener Moderne, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269712
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  15  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum