Der Journalist


Seminararbeit, 2012

12 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Der Journalist

3. Veränderung des Journalistenbildes im Zeitablauf

4. Funktionen von Journalismus
4.1 Agenda-Setting-Hypothese
4.2 Der Journalist als Schleusenwärter
4.3 Der Journalist im Markt- und Moralmodell

5. Finanzierungsmodelle von Tageszeitungen

6. Was wäre ein ideales Modell einer Tageszeitung?

7. Resümee

8. Quellenverzeichnis

1. Einleitung:

Das Thema meiner Seminararbeit im Fach „gesellschaftlicher Kontext wirtschaftlichen Handelns“ wird „Der Journalist“ sein. Ich möchte mich mit dem Beruf des Journalisten umgehend befassen, möchte versuchen zu erörtern was einen guten Journalisten ausmacht und werde im Folgenden mich auch mit dem Arbeitgeber eines typischen Printjournalisten, der Zeitung auseinandersetzen.

Es ist interessant zu erfahren, wie „sinnvoll“ die Arbeit eines Journalisten ist, wo das Berufsbild herkommt und wie es sich bis heute verändert hat. Ein anderer Aspekt, dem ich mich in dieser Arbeit annehmen werde ist die Form der Finanzierung eines Journalisten bzw. einer Zeitung. Der Aspekt der Finanzierung geht auch einher mit dem Aspekt der journalistischen Abhängigkeit. Denn kann ein Journalist heute vollkommen unabhängig berichten ohne bestimmte Interessen einiger Interessengruppen zu verletzen? Bei allen Überlegungen stellt sich immer die Frage nach der Sinnhaftigkeit, für den Journalisten selbst und die jeweiligen Interessengruppen. Zum Ende hin, werde ich versuchen ein Modell aufzustellen, wie eine gute Tageszeitung heute aussehen sollte.

2. Der Journalist:

Der Journalist ist Teil der Gesellschaft und hat eine essentielle Aufgabe. Doch in welcher Art und Weise ist diese Aufgabe sinnvoll für die Gesellschaft, was ist der Mehrwert für die Gesellschaft durch den Beruf des Journalisten?

Der Journalist kann auch als Anwalt des Volkes bezeichnet werden. Die Aufgabe des Journalisten ist es, die Gesellschaft mit Informationen zu versorgen und sie somit über relevante Ereignisse auf dem Laufenden zu halten. Diese Aufgabe stellt einen Sinn für die Gesellschaft dar.

So kann der Journalist als Mittler zwischen dem Ereignis und den Rezipienten stehen. Der Journalist ist dafür zuständig die reale Wirklichkeit der Ereignisse an die Menschen zu bringen. Diese Wirklichkeit kann jedoch nicht als reale Wirklichkeit sondern nur als vermittelte Wirklichkeit betrachtet werden, da auch ein Journalist einen gewissen Subjektivismus nie ausschalten kann. Der große Leitsatz der Journalisten ist die Objektivität. Es wird angestrebt Ereignisse möglichst objektiv und sachlich zu übermitteln.

Der Beruf des klassischen Journalisten kann wohl als Berufung gesehen werden da, für den Journalisten selbst dieser Beruf eine wirkliche Bedeutung hat. Der Journalist kann seinem Tun einen Sinn geben, indem er sich klar macht, dass er einen Nutzen für die Gesellschaft bringt. Der Nutzen für die Gesellschaft ist die Tatsache informiert zu sein. Der Anspruch an den Journalisten selbst ist es nach bestem Gewissen zu berichten und bei der Berichterstattung so objektiv wie möglich zu arbeiten.

3. Veränderung des Journalistenbildes im Zeitablauf:

Der anfängliche Journalist sah seine Aufgabe wohl etwas anders, als der durchschnittliche Printjournalist heute. Es ging darum, etwas aufzudecken und auch viel Zeit in die Recherche zu investieren. In Zeiten der Globalisierung und des Internets geht dieses Bild des Journalisten ein wenig verloren. Der typische Recherchejournalismus ist so gut wie verschwunden, vieles geht nun in Richtung copy paste Journalismus. Informationen kommen von Nachrichtenagenturen oder PR-Agenturen und werden immer seltener vom Journalisten selbst recherchiert.

Kann diese Entwicklung sinnvoll sein und einen Mehrwert für die Gesellschaft darstellen? Wohl nicht. Der Sinn für die Gesellschaft geht verloren, denn für die Menschen wäre es am sinnvollsten gut recherchierte Informationen zu bekommen um sich auf Basis dieser Informationen eine objektive Meinung bilden zu können.

Sinnvoll ist diese Entwicklung jedoch für die Zeitungsunternehmen. Der Sinn besteht darin, dass es kostengünstiger ist Informationen über Nachrichtenagenturen zu bekommen als selbst einen Journalisten vor Ort zu haben. Außerdem bleibt in Zeiten des Internets gar nicht die Zeit lange zu recherchieren und den Leser mit Hintergrundinformationen zu versorgen. Aktualität ist hier das Schlagwort. Es geht darum die Online Präsenz der einzelnen Medien ständig auf dem neusten Stand zu haben. Nur so können keine Leser an die Konkurrenz verloren werden.

Der Kosten- sowie der Konkurrenzdruck zwingt Zeitungsmacher den ursprünglichen Recherchejournalismus zurückzuschrauben, wenn sie weiterhin auf dem Markt existieren wollen. Dies kann als Problem des klassischen Journalismus bezeichnet werden.

4. Funktionen des Journalismus:

4.1 Agenda-Setting-Hypothese:

Der Journalist an sich hat Funktionen und Aufgaben für die Gesellschaft. Eine Funktion, die er wohl unbewusst erfüllt, ist die Funktion der Agenda-Setting- Hypothese. Der Arbeitgeber eines traditionellen Journalisten, ist ein traditionelles Medium wie bspw. Zeitungen, Radio und Fernsehen, diese Medien können auch als Massenmedien bezeichnet werden. Das Konzept des Agenda-Settings besagt nun, dass die Massenmedien nicht beeinflussen was die Gesellschaft denken soll, aber sie beeinflussen worüber die Gesellschaft nachdenkt und was sozusagen auf ihrer Agenda steht. Diese Eigenschaft der Arbeit des Journalisten bzw. der Massenmedien stellt einen großen Einfluss auf die Gesellschaft dar. So wird beeinflusst über was die Menschen reden. Dieses Phänomen wird nicht bewusst herbeigeführt sondern kommt zwangsweise mit der Berichterstattung der Massenmedien. Der Rezipient dieser Information sollte ein aktiver Rezipient sein und versuchen Informationen kritisch zu betrachten.

In der Forschung gibt es hierzu drei Modellvarianten.

1. Das Awareness-Modell, es wird unterstellt, dass das Publikum bestimmten Themen über die in den Medien berichtet wird, Aufmerksamkeit schenkt.
2. Das Salience-Modell besagt, dass Rezipienten unterschiedliche Themen für wichtiger halten, da sie in den Medien verstärkt hervorgehoben werden.
3. Das Prioritätsmodell radikalisiert das Salience-Modell und besagt, dass sich die Themenrangfolge der Medienagenda spiegelbildlich in der Publikumsagenda niederschlägt.

(vgl. Burkart 2002: 250f)

4.2 Der Journalist als Schleusenwärter:

Der Journalist kann in seiner Funktion als Schleusenwärter begriffen werden, dieser Ansatz resultiert aus der Gatekeeper-Forschung. So ist der Journalist verantwortlich dafür, welche Nachrichten an den Rezipienten herangetragen werden. Aus der Flut aus potentiellen Nachrichten trifft der Journalist eine Vorauswahl und dient sozusagen als Schleuse der Nachrichten. Man kann auch sagen, der Journalist filtert

6 Seminararbeit zum Thema „Der Journalist“

aus dem Meer an Nachrichten die wichtigen bzw. sinnvollen heraus. Hier stellt sich nun die Frage welche Nachricht ist sinnvoll und welche nicht. Ist diese Funktion des Schleusenwärters überhaupt sinnvoll? Berichtet ein Kriegsreporter beispielsweise aus dem Kriegsgebiet, so übermittelt er neben den hard facts auch viele seiner subjektiven Eindrücke an die Redaktion, er filtert und übermittelt nur das was er für wichtig erachtet. Ob nur das wichtigste und sinnvollste übermittelt wird, kann nicht gesagt werden. Denn jeder Mensch, als auch jeder Journalist erachtet verschiedene Dinge als wichtig bzw. sinnvoll.

Nun hat die Funktion des Gatekeepers durchaus einen Sinn. Das einzelne Individuum kann mit einer Schaar an Informationen nicht umgehen, da der Überblick verloren gehen würde. So dient der Journalist in diesem Sinne dem Individuum und filtert, wenn auch mit subjektivem Einfluss. Die Schleusenwärter Aufgabe des Journalisten kann also sinnvolle Aufgabe für das Individuum bezeichnet werden.

Hierzu eine Kritik, der Journalist ist in seiner Funktion des Schleusenwärters wohl nicht unabhängig in seiner Entscheidung. Denn jeder Journalist ist Mitglied eines bestimmten Mediums, das bestimmte Ziele verfolgt. Die Entscheidungen des Journalisten sind somit ebenso abhängig von der Redaktion, dem Chefredakteur und dem Herausgeber des Mediums (vgl. Burkart 2002: 276f).

So gibt es auch Nachrichtenwertmodelle nach denen Journalisten ihre Nachrichten aussuchen und filtern. Nach Östgaard gibt es drei Faktoren.

1. Einfachheit: So werden einfachere Nachrichten den komplexeren vorgezogen und komplexe Nachrichten von Journalisten vereinfacht.
2. Identifikation: Journalisten versuchen die Aufmerksamkeit der Rezipienten zu gewinnen indem bspw. Über Ereignisse berichtet wird, die eine räumliche, zeitliche und kulturelle Nähe zum Publikum aufweisen.
3. Sensationalismus: Dramatische und emotional erregende Sachverhalte werden besonders stark in den Vordergrund der Berichterstattung gerückt.

(vgl. Burkart 2002: 279f)

Die folgende Grafik verdeutlicht das Prinzip des Gatekeepers. So steht der Journalist zwischen den Quellen, also den Ereignissen und den Lesern bzw. Nutzern.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Der Journalist
Hochschule
Universität Wien
Note
1
Autor
Jahr
2012
Seiten
12
Katalognummer
V269714
ISBN (eBook)
9783656609278
ISBN (Buch)
9783656609049
Dateigröße
577 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Journalist
Arbeit zitieren
Christoph Peter (Autor), 2012, Der Journalist, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269714

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